Dekubitus

Dekubitus

Dekubitus bezeichnet Druckgeschwür, Durchliegegeschwür oder das Wundliegen.

Für Betroffene mit mobiler Einschränkung ist ein Dekubitus qualvoll und schmerzhaft.

In der Tat entsteht ein Dekubitus in einigen Fällen in wenigen Stunden. Umso wichtiger kann es sein zu wissen was gegen das Geschwür zu tun ist.

Ein Dekubitus ist eine Schädigung, die lokal begrenzt ist. Dabei ist die Haut und/oder des umliegenden oder darunter liegenden Gewebes verletzt.

Typische Stellen sind knöcherne Vorsprünge, die in Folge von Druck oder Druck in Verbindung mit Scherkräften entstehen. Ein Dekubitus besitzt viele verschiedene Faktoren. Die Bedeutung dieser untersuchen Ärzte derzeit noch. Besonders im Bereich des Gesäßes entsteht in vielen Fällen schnell ein sogenannter Dekubitus sacralis (= im Bereich des Gesäßes). Dieser bleibt in einigen Fällen anfangs unentdeckt.

Druckgeschwüre oder Dekubitusgeschwüre sind aus Sicht vieler professioneller Pflegekräfte eines der größten Risiken für Patienten.

Im Alter führen viele Krankheiten bei den Betroffenen zu einer Einschränkung der Bewegung. Das Risiko für ein Dekubitus erhöht sich. Sobald Patienten eine lange Zeit liegen (beispielsweise nach einer Operation) oder in ihren Bewegungen eingeschränkt sind, gehört die Prophylaxe des Dekubitus zur täglichen Pflege im Alltag.

Hinweis:

Das Geschwür ist in der Altenpflege ein großes Problem!

Ein Dekubitus ist für Pflegepersonen ein Schock. Er weist darauf hin, dass ein Pflegefehler vorliegt und sie die Patienten nicht richtig pflegten!

Was sagen die Ärzte zum Thema Dekubitus?

Ärzte unterscheiden zwischen einem akuten Dekubitus (decubitus acutus) und chronischem Dekubitus (decubitus chronicus). Der akute Dekubitus entsteht nach kurzem Liegen nach ein paar Stunden oder Tagen. Er ist durch eine Schädigung der Haut an der Oberfläche gekennzeichnet. Der chronische Dekubitus entsteht erst nach langer Zeit des Liegens nach mehreren Wochen oder Monaten. Betroffene liegen permanent im Bett und der Dekubitus entwickelt sich zu einem tiefen Geschwür. Das Wort Dekubitus kommt aus dem Lateinischen („decumbere“=sich niederlegen). Aus diesem Wort entwickelte sich der Begriff Druckgeschwür.

 

Ursachen Dekubitus

Ein Dekubitus ist zuerst eine Schädigung der obersten Hautschicht am Körper. Aus der Hautschädigung entwickelt sich ein tiefes, fauliges Druckgeschwür. Er entsteht durch den Fakt, dass das Gewebe bei fehlender Druckentlastung schlecht durchblutet wird.

Dekubitus Ursachen die eine große Rolle spielen sind …

  • Druck (Auflagedruck)
  • Dauer (Druckverweildauer)
  • Disposition (Risikofaktoren)

 

Druck und Dauer als Ursache für ein Dekubitus

Nebensächlich bei der Entstehung ist, ob der starke Druck auf die Haut kurzzeitig ist oder dieser über eine lange Zeit besteht.

Ärzte unterscheiden zwischen dem Druck innen (Knochen, welche wenig von Fett-/Muskelgewebe um sich haben, wie Fersen) und dem Druck außen (Falten im Bettlaken, der Kleidung, Schienen, Sonden).

Entsteht Reibung durch Stoffe oder Infusionsleitunge als Beispiel und Scherkräfte wie zum Bsp. beim unbeabsichtigten Herunterrutschen des Pflegebedürftigen im Sessel oder Bett, wird die Haut angegriffen. Die Haut kann durch Druck keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe aufnehmen. Dies führt zu einer Minderdurchblutung, was zu einer Entstehung eines Dekubitus führt.

Besteht der Druck zu lange, sterben die Zellen ab (Gewebetod = Nekrose).

Die Ursache eines Dekubitus geht in jedem Fall mit einer verminderten Durchblutung der Haut einher.

Hinweis:

Offene Geschwüre bergen ein hohes Infektionsrisiko! 

Massive Schäden entstehen, wenn der Patient den Druck bei den ersten Anzeichen von Rötungen nicht vermeidet.

Das Eigengewicht des betroffenen Körperteils reicht aus, um ein solches Geschwür auszulösen.

Besonders übergewichtige Menschen sind durch ihre eingeschränkte Beweglichkeit von einem Dekubitus bedroht. Untergewichtige Menschen sind gleichermaßen von einem Geschwür dieser Art bedroht. Ihre knöchernen Strukturen liegen direkt unter der Oberfläche der Haut. Sie sind nicht durch eine Fettschicht geschützt.

Alle bewegungseingeschränkte Menschen allgemein haben ein erhöhtes Risiko für einen Dekubitus.

Die Betroffenen spüren Schmerzen.

Risikogruppen für Ursachen eines Dekubitus sind …

  • Menschen die viele liegen
  • Menschen die lange sitzen
  • Menschen mit Einschränkungen der Bewegung

 

  • Säuglinge
        • Die Haut bei Neugeborenen und Kindern ist stark empfindlich und zart. Das Wahrnehmen und Äußern von Druck fehlt.
  • Kinder
  • Erwachsene
        • Hautschäden (beispielsweise durch Feuchtigkeit, Inkontinenz, Pergamenthaut bei Behandlung mit Kortison)
        • Übergewicht (Adipositas) oder Untergewicht (Kachexie)
        • Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
        • Lähmungen (beispielsweise nach einem Schlaganfall)

 

 

Geräte und medizinische Hilfsmittel die das Risiko für einen Dekubitus erhöhen sind …

  • Katheter
  • Schläuche
  • Bettunterlagen
  • Windeln
  • Stomatas
  • Absauggeräte
  • Kontrolldioden
  • uvm.

 

Sie reiben an der Haut oder üben Druck aus. Den Patienten mit Einschränkungen der Beweglichkeit richtig zu bewegen, ist wichtig. Zerren oder Ziehen führt zum Verletzen der Haut (durch die sogenannten Scherkräfte). Zwangsläufig führt langes Liegen oder Sitzen ohne jegliche Bewegung zu einem Druckgeschwür.

Körperstellen die stark gefährdet durch permanentes Sitzen oder Liegen sind …

  • Ohren
  • Hinterkopf
  • Schultergelenk und Schulterblatt
  • Wirbelsäule
  • Ellenbogen
  • Beckenkamm
  • Steiß
  • Kniegelenk
  • Fersen
  • Fußknöchel

 

Dekubitus Symptome

Zwei Arten von Dekubitalgeschwüren treten in vielen Fällen auf , wie …

  • Dekubitus im Bereich am Steißbein/Gesäß
    • Dekubitus sacralis, circa 40 Prozent aller Druckgeschwüre

 

  • Dekubitus an der Ferse
    • circa 18 Prozent aller Druckgeschwüre

 

Dekubitus-Skalen – Einschätzen des Risikos bei Dekubitus.

  • Braden-Skala
  • Norton-Skala
  • Waterlow-Skala

 

Im Zusammenhang mit dem Begriff Dekubitus steht der Begriff „Braden-Skala bei Dekubitus“. Vor circa dreißig Jahren entwickelte die amerikanische Professorin Barbara Braden eine Punkteskala. Durch die Skala schätzen Personen das Risiko eines Dekubitus ein.  Norton-Skala und die Waterlow-Skala sind ebenfalls ein bekanntes Verfahren zum Einschätzen des Risikos von Dekubitus.

Da das Vergeben der Punkte nicht leicht ist, gehören Dekubitus-Skalen nur in die Hände von Experten.

Eine Skala hilft bei richtigem Anwenden um den Verlauf zu kontrollieren. Zudem unterstützt die Skala bei der Auswahl der richtigen Antidekubitus-Hilfsmittel.

Für die Auswahl hat der Bundesverband für Medizintechnologie (BVMed) Erhebungsbögen entwickelt.

Hier geht es zu den Erhebungsbögen – klicken

 

Fingertest bei Dekubitus

Nicht jede kleinste Rötung ist ein Dekubitus. Allerdings beginnt jeder Dekubitus mit einer Rötung. Der Dekubitus-Fingertest ist aus diesem Grund wichtig. Er geht wie folgt:

Drücken Sie mit einem ihrer Finger auf die rote Hautpartie und kontrollieren Sie diese Zeichen …

Dekubitus Fingertest

FingertestErgebnis
Um die Rötung bildet sich ein weißer Rand.Ein Dekubitus liegt nicht vor.
Kurze Zeit nach dem Heben des Fingers verbleibt ein weißer Fleck auf der Rötung.Ein Dekubitus liegt nicht vor, aber ein Dekubitusrisiko besteht.
Die Rötung bleibt (nicht „wegdrückbar“).Ein Dekubitus liegt vor.

 

Hinweis:

Von einem Dekubitus gehen Sie aus, wenn die Rötung bleibt.

Entlasten Sie sofort die betroffene Stelle von jeglichem Druck.

Benachrichtigen Sie umgehend einen Arzt, wenn die Rötung bleibt. Der Arzt veranlasst weitere Maßnahmen.

 

Dekubitus Behandlung und Therapie

Entsteht ein Dekubitus, gehört die Behandlung in die fachkundigen Hände eines Arztes oder des Pflegepersonals.

Je nach Grad des Dekubitus behandelt oder therapiert der Arzt das Geschwür.

Die Basis jeder Behandlung ist das Entlasten des Drucks. Das Entlasten des Drucks regt die Durchblutung an. Beschädigte Zellen regenerieren sich und das Gewebe wird stabil versorgt.

Ein Dekubitus zu behandelt und zu therapieren, ist ein umfangreicher Prozess.

Wichtige Faktoren einer Dekubitus- Therapie sind …

  • Das Lagern (abhängig von der betroffenen Körperstelle) des Betroffenen.
  • Die Auswahl der passenden Hilfsmittel für die Lagerung.
  • Das Zeitintervall für das regelmäßige Umpositionieren des Betroffenen (im zwei Stunden-Takt oder kürzer).
  • Das Behandeln der Wunde (Reinigung, Abdeckung, ggf. chirurgische Entfernung von abgestorbenem Gewebe).
  • Das Vermindern oder Beseitigen von Risikofaktoren (beispielsweise Mangelernährung, Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Rheuma).
  • Das Fördern der Mobilität des Betroffenen.

 

Hinweis:

Das detailgetreue Dokumentieren der Behandlung eines Dekubitus ist wichtig.

Professionell Pflegende verfügen über standardisierte Handlungsleitlinien. Mit diesen beurteilen sie das Fortschreiten der Therapie. Gleichermaßen fungieren die Leitlinien dem Nachweisen des Verlaufs. Dieser Prozess beginnt bei der Dokumentation der Wunde und endet im besten Fall bei einer erfolgreichen Heilung.

 

Dekubitus Schmerztherapie

Betroffene verspüren bei einem Dekubitus in vielen Fällen Schmerzen.

Bei Demenz kommt es vor, dass er oder sie diese nicht (mehr) äußern. Achten sie darauf, dass zu der Behandlung eines Dekubitus eine Schmerzmedikation gehört. Bei einer Dekubitus- Therapie geht nicht nur um eine fachlich, pflegerisch, medizinische Versorgung. Ein weiterer Gedanke der Therapie ist, dass pflegende Angehörige zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen. Sie haben einen wichtigen Anteil an der Therapie, wenn das Wundliegen Thema ist.

 

Die fünf wichtigsten Tipps bei Dekubitus für pflegende Angehörige sind …

  • Lassen Sie sich als pflegende Angehörige über das Risiko des Dekubitus und die damit verbundenen Folgen aufklären.
  • Befolgen Sie hinsichtlich des Bewegens und Lagerns des Betroffenen den Anweisungen des geschulten Fachpersonal.
  • Lassen Sie sich Maßnahmen für eine geeignete Lagerung zeigen, mit denen Sie weiteres Wundliegen gezielt verhindern.
  • Besuchen Sie Pflegekurse oder spezielle Schulungen. Sie verbessern darin Techniken für das Mobilisieren der zu pflegenden Person und schonen ihren eigenen Rücken.
  • Beantragen Sie geeignete Hilfsmittel bei der Pflegekasse (bei anerkanntem Pflegegrad) für den Betroffenen. Durch sie verbessern Sie seine Lagerung und Mobilität.

 

Wundversorgung bei Dikubitus

Ein Dekubitus ist eine Wunde und erfordert eine Behandlung.

Das Versorgen der Wunde bei Dekubitus ist ein komplexer Prozess.

Dekubitusgeschwüre heilen schwer und langsam.

Jede Wundversorgung eines Dekubitus beinhaltet folgende grundlegende Schritte:

  • Entfernen von abgestorbenem Gewebe (sogenanntes Débridement)
  • Bekämpfen/ Verhindern von Infektionen der Wunde
  • Phasen-/stadiengerechtes Versorgen der Wunde (mit speziellen Wundverbänden, die vor allem das feuchte Milieu der Haut und damit das Heilen unterstützen)
  • Gegebenenfalls plastische Chirurgie, wenn es sich um einen großen Dekubitus handelt.

 

Im Laufe der Jahre entwickelte die Industrie ein spezielles Dekubitus-Verbandsmaterial. Zu diesem zählen unter anderem Hydrokolloid-Verbände. Der Einsatz dieser Materialien gehört nur in die Hände von Experten.

Vertrauen Sie als pflegender Angehöriger dem Rat der Experten!

Auf gar keinen Fall verwenden Sie …

  • eigenem Cremes
  • eigene Salben
  • Tinkturen
  • oder dergleichen

 

Um den Dekubitus zu heilen arbeiten Ärzten, Pflegekräften und Wundmanager zusammen. Gleichermaßen sind pflegende Angehörige gefragt. Sie helfen aktiv beim Heilen.

Durch Schulungen lernen pflegende Angehörige fachliche und medizinische Grundlagen, welche für das Pflegen notwendig sind. Achten Sie aufmerksam darauf, dass sich der Betroffene wohlfühlt und keine Schmerzen hat.

Hinweis:

Der Grad bei der Wundversorgung unabhängig von der Kategorie (Grad zwei, drei oder vier) spielt dabei keine Rolle.

 

Dekubitusprohylaxe

Dekubitusprohylaxe steht und fällt mit der richtigen Lagerung des Patienten sowie der schnellen und professionellen, fortlaufenden Wundversorgung!

Die richtige Lagerung bei Dekubitus

Bei jedem Lagern, wobei ein Sie ein Körperteil entlasten, beanspruchen Sie gleichzeitig ein anderes Körperteil stark. Das Lagern gehört aus diesem Grund in die Hände von Fachkräften. Sie geben Ihnen wichtige Tipps. Sie haben als pflegender Angehöriger die Chance, Hilfsmittel für die Lagerung (Kissen oder Antidekubitus-Matratzen) von der Pflegekasse/ Krankenkasse zu erhalten. Diese liefern sie nach dem Genehmigen schnell zu Ihnen nach Hause. Wichtig ist, dass Sie bei Ihrem mobil eingeschränkten Angehörigen für das Abwechseln von Sitzen und Liegen sorgen.

Drei Faktoren sind wichtig, wenn es um das Vermeiden eines Dekubitus geht …

  1. Achten Sie darauf, dass die Patienten bequem, aber abwechslungsreich sitzen oder liegen.
  2. Das Einsetzen von Hilfsmitteln, wie beispielsweise Lagerungskeile oder Wechseldruckmatratzen, sind hilfreich.
  3. Kontrollieren Sie die Haut bei dem Pflegebedürftigen jeden Tag. Durch diesen Rhythmus entgeht Ihnen keine verdächtige Rötung. Kontrollieren Sie primär das Gesäß, die Fersen und das Steißbein.

 

Fünf Punkte die zu einer Dekubitusprophylaxe gehören sind …

  • Das Erkennen und Vermindern/Vermeiden der Risikofaktoren.
  • Das tägliche Beobachten der Haut.
  • Das druckentlastende Lagern.
  • Das Mobilisieren des Pflegebedürftigen.
  • Das adäquate Pflegen der Haut mit passenden Mitteln wie beispielsweise feuchtigkeitsspendenden Cremes, die die natürliche Hautatmung zulassen.

 

In vielen Fällen bezeichnen Experten ein Dekubitus als „Pflegefehler“. Dies bestätigen die Tatsachen. Experten sind aus diesem Grund auch der Meinung, dass Menschen Dekubitusgeschwüre vermeiden können.

Hinweis:

Einen Punkt kann der Betroffene oder pflegende Angehörige jeden Tag leicht durchführen, das Beobachten der Haut!

Nach diesem Beobachten kennen Sie gefährdete Hautpartien und wissen, wie beispielsweise der Fingertest funktioniert. Sie ersparen sich und den Patienten viele Schmerzen und Leid.

Beherzigen Sie alle 5 Punkte und handeln bei einem Verdacht auf Dekubitus schnell.

Eine rote Ferse oder eine Stelle an dieser oder am Gesäß ist in einigen Fällen harmlos. Sie kann gleichermaßen der Beginn eines Dekubitus sein!

Ein Dekubitus führt im schlimmsten Fall zu starken, andauernden, schmerzhaften Folgen.

Behandelt ein Arzt den Dekubitus nicht sofort, sterben nach einer Weile Haut und Gewebe ab. Mediziner teilen diesen Prozess in vier Dekubitus-Grade ein.

 

Dekubitus Grade, Stadien und Kategorien

Früher unterteilten Mediziner einen Dekubitus in vier unterschiedliche Grade beziehungsweise Stadien.

Heute sprechen Pflegekräfte (Expertenstandard) von Kategorien …

  • Dekubitus Kategorie 1: Gerötete Hautstelle, die sich beim Fingertest als nicht wegdrückbar erweist
  • Dekubitus Kategorie 2: Blasen oder Abschürfungen
  • Dekubitus Kategorie 3: Offenes Geschwür
  • Dekubitus Kategorie 4: Tiefe Löcher in der Haut, die bis auf die Knochen, Muskeln oder Sehnen blicken lassen

 

Geblieben ist die Tatsache, dass das Pflegepersonal keine Kategorie unbeachtet lässt.

Die verschiedenen Stadien der Dekubiti betiteln Ärzte mit den Ziffern eins bis vier (Dekubitus Grad eins/ Kategorie eins, zwei, drei und vier). Manchmal sind diese mit den römischen Ziffern zu finden I bis IV zu finden.

Zwei weitere Kategorien erhielten neben den Dekubitus-Graden eins bis vier keine Ziffern. Sie sind wichtig, wenn das Feststellen der Tiefe eines Druckgeschwürs schwierig erscheint oder nicht funktioniert (beispielsweise durch Schorf auf der Wunde).

Viele Menschen nehmen Rötungen der Haut nicht wahr. In vielen Fällen entdecken Menschen einen Dekubitus erst, wenn er Kategorie zwei erreicht. In dieser Kategorie treten Schäden ein.

Das professionelle Pflegen orientiert sich an der Dekubitus-Leitlinie von 2015 …

Dekubitus-Grad / KategorieBefundWundbeschreibung
1Nicht wegdrückbare RötungEindeutig definierte, gerötete Stellen der Haut (in einigen Fällen Schwellung, Verhärtung oder Wärmegefühl an der Stelle). Erst nach längerer Zeit verschwindet die Rötung (mehreren Stunden oder Tagen), wenn das Liegen oder Sitzen keinen Druck auf die Stelle der Haut ausübt.
2Teilverlust der HautBlasen und kleine Hautschäden (ähnlich einer Hautabschürfung).
3Vollständiger Hautverlust (Fett wird sichtbar)Verfärben der Haut, offenes Geschwür. Das Gewebe an der Hautstelle, die betroffen ist, stirbt ab. Haut und Gewebe sind bis in die Tiefe geschädigt. Die Schädigung kann bis auf die darunterliegenden Muskeln reichen.
Vollständiger GewebeverlustVollständiger Gewebeverlust. Knochen, Sehnen oder Muskeln liegen frei.
Keiner Kategorie zuweisbar: Tiefe unbekanntVermutete tiefe Gewebeschädigung: Tiefe unbekannt

 

Dekubitus Grad 1

Ein jeder Dekubitus beginnt mit einer geröteten Haut. Ob es sich um einen Dekubitus handelt, lässt sich durch den Fingertest herausfinden (siehe oben).

Beachten Sie beim Fingertest, dass andere Faktoren eine rote Haut verursachen, wie …

  • Insektenstiche oder -bisse
  • Allergien gegen Salben und Ähnliches
  • Infektionen
  • Feuchtigkeit

 

Der Fingertest gibt einen ersten Hinweis, ob ein Dekubitus vorliegt oder nicht. Bei Menschen mit dunkler Haut ist dieser nicht aussagekräftig genug. Jede Veränderung der Haut sollte Ihre Aufmerksamkeit bekommen. Die Prophylaxe bei einem Dekubitus sowie die Behandlung des Dekubitus beim ersten Grad, kann der pflegende Angehörige vornehmen. Das Behandeln eines Dekubitus des zweiten Grades gehört ausschließlich in die Verantwortung von Fachkräften.

Hinweis:

Das Einteilen in die unterschiedlichen Grade scheint einfach. In der Praxis ist das Einschätzen der verschiedenen Kategorien beziehungsweise Grade schwer.

Unter Umständen liegt unter einer Rötung bereits eine schwere Schädigung der Haut, welche nicht sichtbar ist. Beispielsweise sehen Betroffene einen Dekubitus unter einem Gipsverband nicht von außen.

Schmerzen weisen auf ein solches Geschwür hin. Nehmen Sie aus diesem Grund diese wahr und ernst!

Ein Arzt oder professioneller Pflege oder Wundbehandlungsspezialist muss kontaktiert werden diesen Symptomen!

Erste Hilfe bei Dekubitus Grad 1

Sorgen Sie dafür, dass Sie den Druck sofort entlasten (durch Hochlagern der Ferse). Informieren Sie Ihren Hausarzt oder professionelle Pflegekräfte des ambulanten Pflegedienstes. Greifen Sie nicht zu Salben oder anderen Hausmitteln. Sind die Fersen der Patienten betroffen, ist das Hochlagern der Hautstellen einfach. Bei einem Dekubitus, der sich am Gesäß befindet, ist das schwieriger. Als private Pflegeperson benötigen Sie das Wissen von erfahrenen Pflegekräften. Diese zeigen Ihnen die unterschiedlichen Techniken der Lagerung und sorgen für das regelmäßige Umlagern.

Es gibt eine Menge Hilfsmittel, die Ihnen bei der Pflege helfen. Bedenken Sie, dass ein Dekubitus ein Warnsignal ist. Der Betroffene ist in diesem Fall enorm anfällig für ein Druckgeschwür.

Die richtige Lagerung des PAtienten gehört in professionelle bzw. fachkundige Hände!

Dekubitus Grad 1, 2 und 4

Ist ein anfänglicher Dekubitus (Grad eins) unentdeckt und der Hausarzt diagnostiziert einen Dekubitus von Grad zwei oder höher, folgt eine sofortige Druckbelastung. Dies ist die erste Behandlung, wodurch die Blutversorgung der Hautstelle in Gang kommt. Zudem vermindert oder verhindert der Arzt durch diesen Schritt weitere Schäden.

Beim Behandeln sind pflegende Angehörige auf das Versorgen des Betroffenen angewiesen. Dies geschieht durch Fachkräfte.

Dekubiti ab dem zweiten Grad (sogenannte sekundäre Wunden) heilen schlecht. Sie gehören aus diesem Grund in die Hände von Fachkräften.

Sekundäre Wunden – nachträglich hinzukommende Wunden

In der Medizin bezeichnen Experten sekundäre Wunden als infektionsgefährdete Wunden. Die Wundränder liegen weit auseinander, sodass die Wunde aufgefüllt werden muss.

Behandlung eines Dekubitus bei Grad 2,3 oder 4

Jedes Behandeln eines Dekubitus richtet sich nach den Phasen des Wundheilens.

Wundheilphasen sind …

  • Exsudationsphase (Blutstillen und Wundreinigen)
  • Granulationsphase (Aufbauen von neuen Gefäßen und Gewebe)
  • Epithelisierungsphase (Wundverschließen durch neues Gewebe, Narbenbilden)

 

Neben dem Entlasten des Drucks kommen in jeder Phase der Behandlung eines Dekubitus des zweiten, dritten oder vierten Grades, unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Diese ermöglichen das Wundheilen.

Methoden des Wundheilen bei Dekubitus Grad 2,3 und 4 sind …

  • Débridement (Reinigung der Wunde, Entfernung von abgestorbenem Gewebe)
  • Förderung des Granulationsgewebes (durch Feuchthalten der Wunde)
  • Förderung der Epithelisierung (Feuchthalten und Schutz des Epithels beim Verbandwechsel)

 

Für das Behandeln eines Dekubitus des zweiten, dritten oder vierten Grades haben sie die Wahl zwischen vielen verschiedenen Wundverbänden. Diese erfüllen den Standard einer feuchten Behandlung der Wunde. Bei dieser Auswahl handelt es sich um sogenannte hydroaktive Wundauflagen. Sie sorgen für ein feuchtes Milieu innerhalb der der Wunde. Durch ein feuchtes Milieu gelingt das Behandeln der Wunde. Viele Menschen kennen den Mythos von der „frischen Luft“, welche an die Wunde gelangen muss. Dieser ist lange Zeit widerlegt. Zu einer schnellen Heilung der Wunde führt in jedem Fall ein feuchter Wundverband.

Die Vorteile der feuchten Wundbehandlung sind:

  • In der Phase des Reinigens fördern Betroffene das Heilen der Wunde. Sie vermeiden weitere Schäden der Zellen.
  • In der Phase der Granulation regen Sie das Bilden von Gewebe an.
  • In der Phase der Epithelisierung kommt es zum schnelleren Bilden von Epithelzellen und einer verringerten Narbenbildung.

 

Feuchte Wundverbände vermindern gleichermaßen die Schmerzen der Patienten. Sie verkleben nicht mit der Wunde, sind leichter abzulösen und schonen das Hautgewebe, welches nachwächst.

Plastische Chirurgie zur Dekubitusbehandlung

Nicht in jedem Fall gelingt das vollständige Abheilen eines Dekubitus. Das Behandeln eines solchen Geschwürs ist mit Schmerzen verbunden, dauert lange und belastet betroffene Menschen (und die Angehörigen) stark.

In einigen schweren Fällen setzen Ärzte auf die plastische Chirurgie.

Bei einen chirurgischen Eingriff transplantieren sie ganze Teile der Haut um das Verschließen des Dekubitus zu erreichen.

Jede Behandlung eines Dekubitus in den höheren Graden gehört unter Beobachtung von geschultem Fachpersonal!

Pflegende Angehörige können, bei Dekubiti des Grades zwei, drei und vier, eine Menge tun. Das betrifft nicht das Versorgen der Wunde.

Störfaktoren, welche eine Heilung der Wunde stören oder verhindern sind …

  • Erkennen und behandeln Sie bestimmte Krankheiten im Alter, wie Diabetes, Herz- oder Niereninsuffizienz uvm.
    • Dies fördert das Heilen der Wunde bei einem Dekubitus.
  • Legen Sie großen Wert auf eine gesunde Ernährung und vermeiden Sie Fehl- oder Mangelernährung.
  • Achten Sie auf die Hautpflege Ihres Angehörigen.
    • Verwenden Sie Produkte, die Sie speziell auf die Haut abstimmen.
    • Verwenden Sie nur verschriebene Cremes und Produkte für die Behandlung des Patienten
  • Fördern Sie, sofern dies geht, die Mobilität des Betroffenen.
    • Belasten Sie das Herz- und Kreislaufsystem angemessen.

 

Behandlung des Dekubitus, ja aber nicht in jedem Fall

Das pflegerische Ziel einer Behandlung ist, den Dekubitus zu verhindern oder ihn zumindest verringern.

Situationen, in denen eine Therapie eines Dekubitus nicht mehr das primäre Ziel der Pflege ist, sind…

  • Wenn sich Menschen in lebensbedrohlichen Situationen befinden (beispielsweise in einer intensiven medizinischen Behandlung). Hierbei ist das Behandeln eines Dekubitus nicht vorrangig.
  • Wenn die Prioritäten, beispielsweise bei Sterbenden, wichtiger erscheinen, als das (aufwendige und schmerzhafte) Behandeln eines Dekubitus.

 

Anti-Dekubitus-Kissen – Wirksame Prophylaxe

Das Gelkissen Polyform besteht aus hochwertigem Elastomer-Gel. Dieses Gel macht das Kissen ausgesprochen weich, elastisch und wirkt wie eine zweite Haut. Das Kissen passt sich an ihren Gesäßbereich an. Der Vorteil dessen ist, dass sie jeglichen Druck oder Reibungen vermieden. Ähnlich wie das Polyform Gelkissen wirkt sich das Anti-Dekubitus-Kissen Systam Polyair auf ihr Wohlbefinden aus. Dieses empfinden viele Betroffene als angenehm. In zwei Stärken ist dieses bestellbar: In zehn und sechs Zentimetern. Den Auflagedruck verteilen Sie minimal durch das Befüllen mit Luft mit Hilfe einer Handpumpe. Es wird ebenfalls zur Prophylaxe oder bei bereits vorliegenden Dekubitus-Geschwüren verwendet. Der Einsatz des Kissens ist also vielseitig.

 

Anti-Dekubitus-Kissen und Badezimmerhilfen online bestellen

Hersteller führen diverse weitere Produkte, neben den Anti-Dekubitus-Hilfen, für Senioren. Zu diesen gehören beispielsweise komfortable Toilettenstühle. Toilettenstühle besitzen gepolsterte Armlehnen, welche sich von den Betroffenen ohne Probleme abwischen oder desinfizieren lassen. Die herausnehmbaren Toiletteneinrichtungen lassen sich, unter der PU-gepolsterten Sitzplatte leicht verbergen. Toilettenstühle besitzen viele Vorteile. Einer ist der, dass er, zusätzlich zum normalen WC-Stuhl, entsprechende Feststellbremsen für die Hinterräder besitzt. Er dient als Standardhelfer bei der häuslichen Pflege. Anti-Dekubitus-Kissen, Geh- oder Sitzhilfen sind in bestimmten Online-Shops zu erwerben.

 

Anti-Dekubitus-Matratze – Druck verringern

Bestimmte Matratzen, wie die Weichlagerungsmatratze Systam Viscoflex, beugt Druckstellen vor, wenn Betroffene länger liegen. Sie unterbinden die ungleiche Gewichtsverteilung des Körpers auf der Matratze.

Eine solche Art der Matratze besteht aus viskoelastischen Schaumstoff, wodurch sich der Körper präzise abformt.

Gleichzeitig verringert sich der Druck auf den Körper, indem sie die Kontaktfläche erhöht. Der anatomisch geformte Kern aus einem Kaltschaumstoff vermeidet Durchdrücken. Dafür sorgt auch ein federndes Gerüst.

Ärzte empfehlen neben der Anti-Dekubitus-Matratze das gleichnamige System zur Dekubitus-Prophylaxe.
Dieses hält einer Belastung von bis zu hundertzehn Kilogramm stand.

Durch die „Soundless Air Room Technology“ ist das System fast geräusch- und vibrationslos, was für den Patienten eine nützliche Hilfe ist.

Anti-Dekubitus-Matratze und weitere Alltagshilfen für Patienten eines Dekubitus

Zu den Alltagshilfen, die besonders Senioren über den Tag helfen, gehören Badewannenlifter, Saughaltegriffe, Drehsitze und Duschstühle. Sollten Sie einen Sauerstoffkonzentrator benötigen, ist das Modell De Vilbiss Compact 525 ideal. Es trennt die Gasbestandteile der Luft und erhöht durch diesen Prozess die Sauerstoffkonzentration auf circa 93 Prozent.

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