Aneurysma und Gefässerkrankungen

Aneurysma und Gefässerkrankungen

Was ist ein Aneurysma?

Unter einem Aneurysma versteht man die krankhafte Aussackung einer Schlagader aufgrund einer spindel- oder sackförmigen Gefäßerweiterung einer Arterie. Diese entsteht, indem sich eine Gefäßwand ausbuchtet oder ausweitet. Die Schlagadern (Arterien) befördern das Blut vom Herz in die Organe und können sich dabei unter dem ständigen Einfluss des Blutdrucks erweitern. Eine Aussackung der Herzwand (Herzwandaneurysma) kommt oft nach einem Herzinfarkt zustande.
Im Bauchraum (Bauchaortenaneurysma) tritt es am häufigsten auf, jedoch selten an der Hirnschlagader im Kopf. Das im Bauchraum entstehende Aortenaneurysma betrifft ungefähr 1 bis 2 von 100 Menschen – oft sogar ohne etwas davon zu wissen.
Ein Aneurysma-sputium hingegen, ist ein mit der Arterie in Verbindung stehendes, blutgefülltes Hämatom.

Was passiert im Körper wenn ein Aneurysma reißt?

Ein Aneurysma kann dann lebensgefährlich werden, wenn dieses einreißt. Denn kommt es zum Reißen der Gefäßwand , kommt es nicht nur zu lebensbedrohlichen Komplikationen, sondern auch zu schweren inneren Blutungen. Passiert dies im Kopf, führt der begrenzte Platz dazu, dass im Gehirn der Druck gesteigert wird und lebenswichtige Hirnbereiche (wie zum Beispiel den Hirnstamm) abgequetscht und geschädigt werden.

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Jedoch können auch innere Blutungen an der Stelle im Körper zum Tod führen. Mit zunehmendem Durchmesser der Ausweitung steigt das Risiko, da ebenfalls der Druck auf die Gefäßwand mit dem Durchmesser zunimmt. Teilweise füllen sich Gefäße der Aneurysmen die weiter vom Herzen entfernt sind, mit Blutgerinnseln (Thromben). Die Gerinnsel können sich bei bestimmten Bewegungen lösen und zu Gefäßverschlüssen führen (Embolie). Aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Veränderung an der Wand des betroffenen Gefäßes wird ein

Aneurysma gebildet. Die Bedeutung des Wortes Aneurysma leitet sich aus dem griechischen ab und heißt so viel wie „Erweiterung“.
Voraussetzung für das Entstehen der Erkrankung ist meist eine Schwäche der Arterienwand. Sie entstehen oft durch Ablagerungen (Arteriosklerose). Von solchen Gefäßveränderungen sind oft ältere Menschen über 60 Jahre betroffen. Seltener können angeborene Aneurysmen auch bei jüngeren Menschen vorkommen.

 

Können Aneurysmen auch in anderen Körperteilen entstehen?

Ja. Neben den sogenannten Bauchaortenaneurysmen, die ungefähr bei der Hälfte der Betroffenen an der Bauchschlagader (Aorta) vorkommen, gibt es Aneurysmen auch an den Becken- und Beinschlagadern, den Schlagadern im Hals- und Brustbereich sowie im Gehirn.
Eine Erweiterung der Bauchschlagader wird laut Definition über drei Zentimeter und die Beckenschlagader über zwei Zentimeter (dies entspricht jeweils etwa der Verdoppelung des normalen Durchmessers) als Aneurysma klassifiziert.

Welche Formen von Aneurysmen gibt es?

• Aneurysma verum (echtes Aneurysma): Alle drei Gefäßwandschichten stülpen sich vor. Bildlich gesprochen beult sich die Gefäßwand im Ganzen aus. Oft kommen solche echten Aneurysmen an der Hauptschlagader vor (Aortenaneurysma).
• Aneurysma dissecans (gespaltenes Aneurysma): Diese Form der Aussackung entsteht, weil sich das Blut zwischen den verschiedenen Schichten der Gefäßwand ansammelt und damit die Wandschichten aufspaltet. Von einem Aneurysma dissecans ist im Normalfall nur die Hauptschlagader betroffen. Im medizinischen Bereich spricht man dann von einer Aortendissektion.
• Aneurysma spurium oder falsum (unechtes Aneurysma): Die Aussackung dieser Form entsteht, wenn sich ein Bluterguss (Hämatom) nach einer Gefäßwandverletzung um das Gefäß bildet, der sich verkapselt. Ein Aneurysma spurium kann sich auch an bestimmten Übergangsstellen bilden, an denen bei einem operativen Eingriff eine sogenannte Gefäßprothese eingebracht wurde. An dieser Stelle handelt es sich dabei um ein Stück Kunststoff, welches die Gefäßwand ersetzt. Unter Umständen kann sich, auch wenn bei einer Therapie oder zu der Diagnose eines Aneurysmas ein Katheter in das Blutgefäß eingesetzt wird, in Folge dessen ein Aneurysma spurium bilden.

Aneurysma Diagnose

Die Diagnose Aneurysma sicher erkennen

Die Aneurysma Diagnose ergibt sich meist zufällig im Rahmen einer Routine-Untersuchung, was dem zugrunde liegt, dass in den meisten Fällen keine Beschwerden bestehen. Ein unterschiedlich hoher Blutdruck am linken und rechten Arm oder auch ein schnell wechselnder Puls können zum Beispiel Anzeichen auf ein gespaltenes Aneurysma (Aneurysma dissecans) sein. Seltener kommt es vor, dass betroffene Symptome wie schnell fortschreitende Ausfälle von Nervenfunktionen merken, die bis hin zu Querschnittslähmungen reichen können und Hinweis auf ein gespaltenes Aneurysma in der Diagnose geben kann.
Strömungsgeräusche die im Rhythmus des Pulses auftreten, können beispielsweise beim Anhören der Arterien auf ein Aneurysma hinweisen. Der Arzt kann bei einem Aneurysma an den Gefäßen der Extremitäten die Diagnose schon dann stellen, wenn er die Arme oder Beine abtastet. Ein Aneurysma der Bauchaorta ertastet man meistens bei schlanken Menschen. Oft wird ein Aneurysma jedoch durch Zufall entdeckt, wenn der Arzt eine Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchung durchführt.

Weitere Methoden zur Aneurysma Diagnose

Nachweisbar ist die Diagnose von Aneurysma oft mit Hilfe von Ultraschall-Untersuchung. Trotzdem lassen sich nicht alle Abschnitte der großen Körperschlagader und der peripheren Arterien durch eine solche Untersuchung erfassen. Um eine konkrete Diagnose zu stellen, wird die Computertomografie mit einem Kontrastmittel eingesetzt. Durch eine spezielle Ultraschallmethode – die Echokardiografie – und die Angiografie kann ein Aneurysma der Herzkammer diagnostiziert werden. Mit Hilfe eines Kontrastmittels werden hierbei die Gefäße auf einem Röntgenbild dargestellt.
Manchmal lassen sich auch die selten auftretenden Aneurysmen der Bein- und Armarterien ertasten. Dabei erfühlt der Arzt an Arm oder Bein eine pulsierende Verdickung. Dies ist bei Aneurysmen der Bauch- oder Beckenarterien nur möglich, wenn der Patient schlank und die Ausweitung der Gefäße schon sehr groß ist. Das Ertasten eines Bauchaortenaneurysmas ist bei Menschen mit Übergewicht stark erschwert, weshalb bei dem Bestehen einiger Risikofaktoren Vorsorgeuntersuchungen (Ultraschall, CT) sinnvoll sein können.
Ultraschalluntersuchungen (Sonographien) ermöglichen im Bereich der Bauchschlagader oder der Beckenarterie eine ziemlich genaue Diagnose. Zudem kann der Arzt mit Hilfe einer Computertomographie (CT) erkennen, wie groß ein solches ist und ob die Gefahr besteht, dass es reißen könnte. Auch bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich dies feststellen.
Parallel kann eine besondere Röntgenuntersuchung der Blutgefäße (Angiographie) erfolgen. Dadurch lässt sich die Ausdehnung des Aneurysmas und eine Verschlusskrankheit der Gefäße nachweisen.

Aneurysma Symptome und Anzeichen

Ein Aneurysma verursacht in vielen Fällen keinerlei Symptome. Meist üben erst sehr große Gefäßerweiterungen Druck auf die umliegenden Organe oder auch Strukturen aus und äußern sich dann durch bestimmte Beschwerden. Je nach Verortung des Aneurysmas, kann dieses dann viele verschiedene Symptome hervorrufen.

Aneurysma-Ruptur: Gefährlicher Riss

Mit der Zeit kann sich der Durchmesser eines arteriellen Aneurysmas deutlich vergrößern. Umso größer dieser ist, desto höher wird die Wandspannung, und die Gefahr, dass die Gefäßwand einreißt, steigt. Der Betroffene kann bei einer solchen Ruptur – ja nach der Lage des Aneurysmas – sogar innerlich verbluten. Außerdem können sich in Aneurysmen Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Lösen sich Teile der Gerinnsel, kommt es nicht selten zu einer Verstopfung kleinerer Gefäße (Embolie). Häufig ist dies in der Bauchaorta und in Arm- und Beinarterien der Fall. Gelegentlich können diese Blutpfropfen in andere Gefäßabschnitte wandern und in diesen zu Gefäßverschlüssen führen.

Aneurysma Symptome im Bauchraum (Bauchaortenaneurysma)

Hinweise auf ein Aneurysma im Bauchbereich der Hauptschlagader können folgende Symptome sein:Empfehlung mit Herz Bauchaortenaneurysma-Symbolbild-1 Aneurysma und Gefässerkrankungen

  • Bauchschmerzen
  • Rückenschmerzen, die mitunter in die Beine ausstrahlen
  • Harndrang
  • Gefühl einer pulsierenden „Beule“ im Bauch

Ein Bauchaortenaneurysma kann zudem Blutgerinnsel in den Beinen oder Armen hervorrufen, welche dort zu Durchblutungsstörungen führen. Oft ruft ein Bauchaortenaneurysma allerdings keinerlei Beschwerden hervor.

Aneurysma im Kopf (Aneurysma im Gehirn)

Häufig treten bei einem Aneurysma im Kopf bzw. im Gehirn durch den Druck, den das Aneurysma auf einen Nerv ausübt, Beschwerden wie beispielsweise Lähmungserscheinungen im Gesicht auf. Kommt es zu einem Riss des Aneurysmas im Kopf, ist die Folge ein Schlaganfall (Apoplex) bzw. eine Hirnblutung (z.B. Subarachnoidalblutung).

Aneurysma Symptome im Brustraum

Folgende Symptome können unter anderem bei einem Aortenaneurysma im Brustraum auftreten:

  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Atembeschwerden
  • Ein im Brustbereich vorhandenes Aortenaneurysma kann dann zu Durchblutungsstörungen im Gehirn oder in den Armen führen.

 

Gespaltenes Aneurysma (Aneurysma dissecans)

Reißt die Wand eines gespaltenen Aneurysmas (Aneurysma dissecans), kommt es zu einem plötzlichen, schneidenden Schmerz. Dieser ist so stark, dass er sogar Todesangst hervorruft (sog. Vernichtungsschmerz). Er tritt, je nach Schädigungsort, an verschiedenen Stellen des Körpers auf. Mediziner sprechen bei einem gespaltenen Aortenaneurysma von einer Aortendissektion. Dabei folgt auf die enorme Schmerzattacke oft ein Kreislaufzusammenbruch. Dann ist umgehende Hilfe durch einen Notarzt erforderlich.
Es kann zu erheblichen Durchblutungsstörungen im Gehirn, im Rückenmark und in den Armen kommen, sobald sich die Äste der Aorta verschließen. Abhängig von der Ausbreitung der Spaltung, können ebenfalls die Bauchorgane und die Beine schlechter durchblutet werden, beispielsweise bei einem Bauchaortenaneurysma.

Welche Aneurysma Ursachen gibt es?

Aneurysma Ursachen sind vielfältig. Oftmals liegen die Ursachen eines echten Aneurysmas (Aneurysma verum) bei einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung).Daher zählt die Arteriosklerose zu den gängigsten Aneurysma Ursachen. In selteneren Fällen wird ein echtes Aneurysma durch eine Infektion ausgelöst. Bestimmte Krankheiten, wie beispielsweise die Geschlechtskrankheit Syphilis, führt vor allem im Brustabschnitt der Hauptschlagader (thorakales Aortenaneurysma) zu Aussackungen (Aortenaneurysma). Aber auch im sogenannten Aortenbogen, welcher direkt am Herz anschließt, kommt es zu solchen Aneurysmen.
Häufiger sind jedoch auch Abschnitte betroffen, die durch andere Infektionen ausgelöste Entzündungen entstehen und die weiter vom Herzen entfernt liegen. Diese führen dann zu Ausweitungen. Die Aneurysma Ursachen die die Herzwand betreffen sind in den meisten Fällen Herzinfarkte.
Ist die arterielle Gefäßwand durch Verletzungen oder Krankheiten geschwächt, kann sich ebenfalls ein Aneurysma bilden. Meist entstehen solche Wandschäden als Folge einer Arteriosklerose, welche umgangssprachlich auch als „Arterienverkalkung“ bezeichnet wird.
Allerdings können auch eine angeborene Fehlbildung der Blutgefäße, Bindegewebsstörungen (wie das Marfan-Syndrom), Verletzungen der Gefäßwand oder in selteneren Fällen bakterielle Infektionen wie Syphilis oder Tuberkulose, Aneurysma Ursachen sein. Etwas kleinere Aneurysmen an den Herzkranzgefäßen lassen sich bei beim Kawasaki-Syndrom finden.

Welche Risikofaktoren gibt es für Aneurysmen?

  • Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
  • Rauchen
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • angeborene Bindegewebsschwächen (Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom)
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Periphere arterielle Verschlusserkrankung (pAVK)

 

Häufiger von einem Aneurysma betroffen sind Männer. Bei ihnen ist die Erkrankung öfter nachgewiesen als bei Frauen. Allerdings sind auch eher ältere Menschen als Jüngere betroffen.

Aneurysma Formen

Es gibt ganz unterschiedliche Formen des Aneurysmas. Es wird unterschieden in „echte Aneurysmen“ und Formen, die gleichermaßen als Aneurysma bezeichnet werden, wobei es sich ganz genau genommen um keine echte Gefäßerweiterung handelt. Damit dies besser nachzuvollziehen ist, wird im Folgenden einmal genauer der Aufbau der Gefäßwand dargestellt:
Die Arterienwand setzt sich aus drei Schichten zusammen. Zum einen gibt es die Außenschicht, die Tunica externa (auch Adventitia genannt), die dazu dient das Blutgefäß in seiner Umgebung zu fixieren und zu festigen. Weiter im Inneren befindet sich die Tunica media (auch nur Media genannt). Sie ist gekennzeichnet durch glatte Muskelzellen und elastische Fasern. Diese mittlere Schicht reguliert durch den Durchmesser des Gefäßes den Strömungswiderstand, der geleistet werden muss um das durchfließende Blut zu überwinden. Die dritte, innere Schicht der Wand nennt man Tunica intima (kurz: Intima). Sie ist zum Gefäßinnenraum (Gefäßlumen) mit einer einzelligen glatten Schicht, dem Endothel, überzogen. Dessen Zellen sind dafür verantwortlich, dass wichtige Informationen an die Media weitergegeben werden, beispielsweise ob sich das Gefäß verengen oder erweitern soll. Das Endothel ist im Wesentlichen daran beteiligt, dass sich die arteriosklerotischen Gefäßschäden erst entwickeln.

Diese Formen eines Aneurysmas können sich entwickeln:Empfehlung mit Herz Aneurysma-Gehirn Aneurysma und Gefässerkrankungen

Aneurysma verum: Bei einem echten Aneurysma (Aneurysma verum) werden alle drei Wandschichten der Arterie nach außen hin ausgestülpt.

Aneurysma falsum oder spurium: Ein „falsches“ Aneurysma hingegen entsteht beispielsweise durch eine Verletzung einer Arterie. Dabei tritt ein Teil des Blutes aus und gelangt neben das Gefäß. Zunächst bildet sich nur ein Bluterguss (Hämatom), anschließend dann eine Art Blutgerinnsel, welches nach einiger Zeit überzogen wird von einer Bindegewebskapsel. In vielen Fällen Schuld an einem solchen Aneurysma sind diagnostische Katheter-Eingriffe, wie zum Beispiel bei dem Verdacht auf einen Herzinfarkt.

Aneurysma dissecans (gespaltenes Aneurysma): Die Wandschichten im Bereich der Tunica media sind, wie der Name schon andeutet, aufgespalten (Dissektion). Die Gefäßwandschichten spalten sich dann auf. Dadurch bildet sich neben dem normalen Gefäßschlauch („wahres Lumen“) auch noch ein zweiter Hohlraum innerhalb der Media („falsches Lumen“). Es entsteht ein Hohlraum, in dem sich das Blut einwühlt. Meistens bestehen die Aneurysma Ursachen darin, dass ein Bluthochdruck (Hypertonie) vorliegt, sowie eine angeborene Bindegewebsschwäche wie beispielsweise das Marfan-Syndrom oder die sogenannte zystische Medianekrose Erdheim-Gsell. Sollte die Media bereits verletzt sein, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich die Spaltung der Gefäßwand weiterentwickeln kann.

Wie kann sich die Spaltung der Gefäßwand entwickeln?

1. Dadurch, dass die Intima nicht einreißt, bildet sich nur ein örtlich begrenzter Bluterguss (Hämatom).
2. Die Intima reißt ein und das einströmende Blut spaltet im Verlauf die Gefäßwände zwischen Intima und Adventitia (äußere Gefäßschicht) immer weiter auf. Es kann durch das zunehmende Blutvolumen innerhalb der Gefäßwand, welches hohen Druck auf die Wand ausübt, dazu kommen, dass der betroffene Gefäßast zusammengedrückt wird.
3. Das Blut kann außerdem parallel in der gespaltenen Media und dem normalen Gefäßraum fließen. Reißt dann die Intima im weiteren Verlauf der Arterie ein weiteres Mal ein, kann das Blut in die Aorta zurückfließen. Dieser Vorgang wird als Reentry (engl. für Wiedereintritt) bezeichnet.
Das Blutvolumen steigt bei dieser Entlastung der gespaltenen Media, und damit auch der Druck innerhalb der Gefäßwand, nicht weiter an. Nicht mehr gegeben sind Gefahren wie eine Herzbeuteltamponade oder eine Einengung des Aortenasts. Daher wird der Wiedereintritt beim Aortenaneurysma auch als Spontanheilung bezeichnet.
4. Durch die äußere Gefäßschicht (Adventitia) strömt das Blut hindurch in die Gefäßumgebung. Das Blut staut sich dann, wenn es in den äußeren Herzbeuteln blutet und hindert so den Herzmuskel daran, sich auszuweiten (sog. Herzbeuteltamponade). Vorhöfe und Herzkammern können sich dadurch nicht mehr mit ausreichend Blut füllen. Dieser Prozess beeinträchtigt die Herzfunktion und somit auch den Blutkreislauf.

Sollten Intima und Media an einer Stelle aufreißen, fließt Blut in den neu entstandenen Hohlraum. Es ist möglich, dass durch den Blutfluss im „falschen“ Lumen die ursprüngliche Blutbahn so enorm zusammengedrückt wird, dass darin nur noch wenig Blut fließt und sich daraus Durchblutungsstörungen (wie zum Beispiel Nierenversagen, Schlaganfall, periphere Durchblutungsstörungen) entwickeln. Das Blut erhält in der Gefäßwand eine „Wiedereintrittspforte“ zurück ins Innere des Gefäßes, wenn die innere Wandschicht zum zweiten Mal an einer weiter unterhalb (distal) gelegenen Stelle einreißt. Umso größer ein Aneurysma ist, desto größer ist auch die Gefahr, dass es einreißt. Der Betroffene kann, bei einer solchen Ruptur und je nach Lage der Aussackung, innerlich verbluten.

In einem Aneurysma der Bauchaorta und der Arm- sowie Beinarterien bilden sich fast schon regelmäßig Blutgerinnsel (Thromben). Diese, oder Teile davon, können sich lösen und mit dem Blutstrom in andere Gefäßabschnitte übergehen. Dort führen sie zu Gefäßverschlüssen.
Ein Aneurysma an der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma) tritt wohl mit Abstand am häufigsten (über 90 Prozent) auf. Seltener entstehen Aneurysmen in der oberen Hauptschlagader – das bedeutet in der thorakalen beziehungsweise Brust-Aorta – sowie an den Hirngefäßen.
Gefäßerweiterungen können aber grundsätzlich an jeder Arterie auftreten. In der linken Herzkammer bildet sich nach einem Herzinfarkt beispielsweise das Herzwandaneurysma.

Bluthochdruck und Aneurysmen

Vor allem Stress lässt den Bluthochdruck in die Höhe schnellen. Daher ist es wichtig, dass Sie selbst daran denken ab und an einen Gang runter zu schalten, die Füße hochzulegen und zu entspannen. Da beim Bluthochdruck lange keine Symptome auftreten, bleibt dieser oft unerkannt. Auf Dauer schaden zu hohe Blutdruckwerte allerdings dem Körper. Um den Bluthochdruck zu senken sind schon kleine Änderungen des Lebensstils sinnvoll und zielführend. Sie können dann unter Umständen sogar ganz auf Arzneimittel verzichten. Achten Sie daher auf eine ausgewogene, fett- und kochsalzarme Ernährung, da dadurch die Bluthochdruckwerte positiv beeinflusst werden können. Vor allem die Einnahme von übermäßig viel Kochsalz lässt die Bluthochdruckwerte bei einigen Menschen steigen. Bei starkem Salzentzug jedoch sinkt der Blutdruck. Das Verwenden von Kochsalz sollte daher sparsam sein. Besonders frische und individuell zubereitete Gerichte sind bei Bluthochdruck empfehlenswert. Viele Wurst- und Käsewaren, sowie Fertigprodukte sind oft stärker gesalzen und sollten deshalb besser vermieden werden. Personen mit einem Bluthochdruck sollten besonders viel Kalium zu sich nehmen, da dieses vom Körper benötigt wird. Der Mineralstoff ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Gemüse und Früchten enthalten. Sollten Sie Mineralwasser trinken, achten Sie darauf, dass der Natriumgehalt nicht ganz so hoch ist. Es eignet sich dann eher Mineralwasser, welches einen Natriumgehalt unter 150 Milligramm pro Liter aufweist. Menschen die extrem hohe Blutdruckwerte haben, sollten ihren Konsum von koffeinhaltigen Getränken einschränken bzw. sogar ganz auf diese verzichten. Ein weiterer Faktor ist das Übergewicht, welches zusätzlich dazu beiträgt, dass der Bluthochdruck steigt. Daher tun Sie sich selbst einen Gefallen, dieses abzubauen, sollte dies der Fall sein. Nur fünf Kilogramm Körpergewicht weniger sind ausschlaggebend dafür, dass der Blutdruck wieder gesenkt wird. Auch mit ausreichend Bewegung lässt sich der Blutdruck meist niedrig halten oder auch senken. Geeignete Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Walking sind dazu am besten. Dadurch kurbeln sie den Kreislauf ordentlich und gleichmäßig an. Schon eine kleine Menge Alkohol erhöht den Blutdruck. Daher genießen Sie diesen besser nur in Maßen. Auch wenn es bei vielen Menschen dazu gehört zu rauchen, sollten Sie dies in Zukunft sein lassen. Zumindest wenn Sie den Bluthochdruck vorbeugen möchten.

Aneurysma Therapie und Behandlung

Die Aneurysma Therapie ist abhängig von ganz unterschiedlichen Faktoren. Beispielsweise spielen Größe und Lage eine entscheidende Rolle. Lebensbedrohlich wird ein Aneurysma, wenn dieses reißt und es zu inneren Blutungen kommt. Dieser Notfall muss daher sofort – im Normalfall durch eine Operation – behandelt werden.
Werden durch kleinere Aneurysmen absolut keine Beschwerden verursacht, ist das Ziel der Behandlung, dass sich eine Gefäßerweiterung nicht vergrößert oder gar einreißt. Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes sollten, je nach Möglichkeit, behandelt werden. Jemand der raucht, sollte unbedingt versuchen dieses aufzugeben.

Wann muss bei einem Aneurysma operiert werden?

Umso größer ein Aneurysma wird, desto mehr wird die betroffene Gefäßwand unter Druck gesetzt. Wenn die Wand nicht mehr Stand hält kann es vorkommen, dass sie einreißt und eine lebensgefährliche Blutung hervorruft. Ärzte raten deshalb dazu, ein Aneurysma mit einer bestimmten Größe durch einen operativen Eingriff zu entfernen.
Das Rupturrisiko beträgt bei einem Bauchaortenaneurysma, welches einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimeter aufweist, etwa drei Prozent pro Jahr. Sofern das Aneurysma jedoch mehr als fünf Zentimeter groß ist, erhöht sich das Risiko je nach Größe auf mehr als 15 Prozent pro Jahr. Experten empfehlen daher ab einem Durchmesser von fünf bis 5,5 Zentimetern vorsorglich eine Operation. Die Gefahr eines Risses ist bei Frauen größer. Daher sollten diese schon bei einer Größe von 4,5 bis fünf Zentimetern behandelt werden.

Wie wird bei einer Operation vorgegangen?Empfehlung mit Herz Bauchaortenaneurysma Aneurysma und Gefässerkrankungen

Der ausgeweitete Teil des Gefäßes wird bei dieser „offenen“ Operation aufgeschnitten bzw. entfernt und ersetzt durch eine rohr- oder y-förmige Kunststoff-Prothese. Die Gefäßwand wird dann anschließend (soweit es geht) als natürliche Umhüllung wieder über der Prothese geschlossen.
In manchen Fällen bietet sich auch eine Alternative zur Operation an. Es wird dann das Einsetzen einer endovaskulären Stentprothese in Betracht gezogen. Diese besteht aus einem Metallgitter, welches umhüllt ist von einer Gefäßprothese. Die Prothese wird in zusammengeklappter Form mit Hilfe eines Katheters in die Leistenarterie eingebracht und vorgeschoben bis zum Aneurysma der Bauch- oder Brustaorta. Im Aneurysma entfalten sich der Stent und seine Ummantelung und trennen dieses so vom Blutstrom. Allerdings müssen, um dieses Therapieverfahren anwenden zu können, verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.
Früher wurde bei Aneurysmen der Hirnarterien üblicherweise am Gehirn operiert. Das Aneurysma wurde dabei durch einen Clip ausgeklemmt. Mediziner setzen mittlerweile ebenfalls eine endovaskuläre Technik ein: Über die Leistenarterien werden, mit Hilfe eines sehr dünnen Katheters, in das Aneurysma im Gehirn Mikrospiralen aus Platin (Coils) eingesetzt. Zwar können diese Mikrospiralen das Gefäß nicht vollständig ausfüllen, jedoch verursachen sie die Bildung eines Blutgerinnsels und schalten dadurch das Aneurysma aus.
Die in der Herzkammer vorkommenden, größeren Aneurysmen reißen in der Regel nicht ein, sondern sind meist nur die Ursache einer zunehmenden Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Hilfreich kann dann eine Operation zur Verkleinerung der Herzkammer sein, damit das Fortschreiten der Herzinsuffizienz verhindert wird. Bei diesem Vorgang wird das Aneurysma ausgeschnitten. Allerdings ist das Risiko einer solchen Operation nicht gering.

Individuell Vorteile und Risiken bei der Aneurysma Therapie abwägen

Bei allen Aneurysmen richtet sich die Auswahl des Behandlungsverfahrens nach deren Form und Ausdehnung sowie nach dem Allgemeinzustand des Betroffenen. Jedoch ist die endovaskuläre Methode nicht für jeden Patienten geeignet. Vor allem bei den Aneurysmen im Brustkorb muss bei einem chirurgischen Eingriff in sehr hohem Alter das Risiko der Komplikationen (zum Beispiel Blutung, Schlaganfall) im Verhältnis zu dem zu erwartenden Operationserfolg abgewogen werden. Daher sollte ausführlich mit den behandelnden Ärzten besprochen werden, welche Aneurysma Therapie in jedem Einzelfall die beste und geeignetste ist und welche Komplikationen dabei auftreten können.

So behandelt der Arzt ein Aneurysma

Eine Aussackung (Aneurysma) der Bauchschlagader kommt oft unterhalb der Niere vor. Die Schlagader (Aorta) ist dabei ballonförmig erweitert.
Offene Operation:
Der Chirurg öffnet bei der klassischen Operation den Bauch, wobei dann die Aorta abgeklemmt, die Prothese eingesetzt und der Blutfluss wieder freigegeben wird. Über der Prothese wird dann der aufgeschnittene Aneurysma-Sack wieder vernäht.

Aneurysma Prävention

Reißt ein Aneurysma, kommt es auf jede Sekunde an. Im Normalfall ist dann eine Notfall-Operation notwendig. Ist die Schlagader noch intakt, jedoch geweitet, kommt es unter anderem darauf an, welche Größe die Aussackung hat. Je nach dem muss abgewogen werden, ob ein chirurgischer Eingriff sinnvoll ist. Umso größer der Durchmesser des Gefäßes an einer Stelle, desto höher ist das Risiko, dass es einreißen könnte. Zum einen besteht die Möglichkeit die Ausweitung zu entfernen und mit einer Gefäßprothese zu ersetzen, zum anderen kann jedoch auch eine Gefäßprothese eingelegt werden (endovaskuläre Therapie). Im Anschluss daran ist eine gute Blutdruckeinstellung sehr wichtig. Allerdings ist es immer besser, wenn es gar nicht erst soweit kommt. Bestimmte Risikofaktoren wie Geschlecht oder Gene kann auch kein Arzt ändern. Wer dem ganzen vorbeugen will, sollte in Zukunft besser die Finger von Zigaretten lassen, sich viel bewegen, gesund ernähren und vor allem auch Übergewicht vermeiden, da dieses ebenfalls dazu beiträgt, dass erst Bluthochdruck und Kalkablagerungen entstehen. Diese Maßnahmen schützen mit der Aorta nicht nur die Hauptstraße in unserem Gefäßsystem – sondern gleichermaßen alle Nebenstraßen, die Gewebezellen und Organe mit Nährstoffen versorgen.