Asthma

Asthma – Was ist das?

Asthma führt zu Anfällen von Atemnot und wird als eine chronische Atemwegskrankheit bezeichnet, die mit Medikamenten gut behandelt werden kann.
Aus dem griechischen stammend bedeutet die Erkrankung so viel wie „Beklemmung“ oder „Keuchen“. Bei den Betroffenen besteht in den Atemwegen eine chronische, also andauernde Entzündung, die unter einer erhöhten Empfindlichkeit des Bronchialsystems auf verschiedene Reize reagiert. Die sogenannte bronchiale Hyperreagibilität und eine permanente Entzündung in den Atemwegen führen dazu, dass die Bronchien verengt sind (=Atemwegsobstruktion), wobei asthmatypische Symptome hervorgerufen werden. Darunter wird eine pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit und Luftnot, ein Enge-Gefühl in der Brust oder reines Husten verstanden. Charakteristisch für diese Erkrankung ist das anfallsartige Auftreten der Symptome, die sich dann wieder zurückbilden und beim nächsten Anfall wiederholt eintreten. Viele Patienten haben lediglich chronischen Husten oder Schmerzen beim Einatmen kalter Luft und keine Atemnot oder Beklemmungsgefühle. Bei einem akuten asthmatischen Schub kann es durchaus zu Herzrasen (Tachykradie) kommen. Bei massiver Atemnot ist es ebenfalls möglich, dass sich die Lippen und die Haut des Betroffenen bläulich verfärben. Dann sollte allerdings auch schnell gehandelt und ein Notarzt gerufen werden.

Asthma-UrsachenEmpfehlung mit Herz Asthma-Lungen Asthma

Eine Veranlagung kann dazu führen, dass die Bronchien, die entzündet sind, besonders empfindlich auf spezielle Reize reagieren. Zudem gibt es äußere Auslöser, wie Allergene, Infekte der Atemwege oder kalte Luft, welche Anfälle, asthmatische Anfälle hervorrufen können. Die Entzündungen die durch den Anfall entstehen, führen zu:

-Schwellungen der Schleimhaut
-Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur
-Gesteigerter Produktion von Schleim in den Bronchien

Auswirkung dessen ist die Behinderung der Atmung. Bestimmend dafür ist das pfeifende und brummende Ausatmen (das sogenannte Giemen, Englisch: „wheezing“), wodurch – in schweren Fällen – nach jedem Atemzug einiges mehr an Luft in den Lungen bleibt als dies üblich ist. Ärzte sprechen dabei von einer Überblähung.

Welche Formen von Asthma gibt es?

Die Form der Erkrankung  und die medikamentöse Therapie  werden durch unterschiedliche Auslöser bestimmt. Dabei unterscheidet man zwischen allergischem und nicht allergischem Asthma. Die Formen dabei sind allerdings nicht immer grundsätzlich voneinander zu trennen. Es ist davon auszugehen, dass circa 15 Prozent der Betroffenen Asthmatiker einem gemischtförmigen Asthma unterliegen und knapp 52 Prozent bzw. 33 Prozent unter rein allergischem oder nicht allergischem Asthma leiden.
Prinzipiell unterscheidet man also, nach dem zugrunde liegenden Mechanismus, zwei Formen von Asthma:
das allergische und das nicht-allergische Asthma.

Allergisches-Asthma

Beim allergischen Asthma reagiert das Immunsystem auf einen sonst üblichen, harmlosen Stoff mit einer Abwehrreaktion, die überschwänglich stark ausgeprägt ist. Stoffe, die diese auslösen, nennt man Allergene. Besonders Pflanzenpollen (z.B. Birkenpollen) sind unter diesen bekannt. Es gibt jedoch eine weitere Vielzahl von Substanzen, die überschießende Abwehrreaktionen auslösen und als Allergene fungieren: Tierhaare oder Schimmelpilzsporen, der Kot von Haustaubmilben oder Mehl- und Holzstaub. Ist der Auslöser eine Art von Pollen, so handelt es sich um ein saisonales Asthma, bei dem die Beschwerden nur in der Pollensaison auftreten. Im Gegensatz dazu treten bei Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien ganzjährige Beschwerden auf.
Asthma, welches allergischen Auslösern zugrunde liegt, tritt vermehrt familiär auf und beginnt schon im Kindes- oder Jugendalter. Die allergische Form wirkt sich bei einigen Patienten auch durch weitere Symptome aus, wie zum Beispiel durch allergischen Schnupfen, allergische Rhinitis, oder Rhinokonjunktivitis, bei denen juckenden und brennenden Augen den Betroffenen zu schaffen machen. Sogar in 80 Prozent der Fälle sind Allergien bei Erwachsenen die Krankheitsursache für das Asthma.

Nicht-allergisches Asthma

Bei dem sogenannten intrinsischen, nicht-allergischem Asthma, führen bestimmte Auslöser zu einer chronischen Entzündung und Überempfindlichkeiten in den Atemwegen. Diese Symptome sind allerdings nicht durch Allergene bedingt. Diese Form der Erkrankung beginnt zudem eher im Erwachsenenalter, oft sogar erst im vierten Lebensjahrzehnt. Häufig tritt intrinsisches Asthma in Folge einer Virusinfektion der Atemwege auf. Schwankungen sind bei der Erkrankung oft weniger zu erkennen als beim allergischen Asthma, dennoch ist das intrinsische Asthma von Anfang an durch eine schwere Verlaufsform gekennzeichnet. Vor allem Reizstoffe aus der Umwelt (Smog, Rauch, Staub, Dämpfe, Ozon etc.) können Auslöser für das Hervorrufen von asthmatischen Beschwerden sein.

Infekt bedingtes Asthma

Viral bedingte Infektionen sorgen dafür, die Atemwege anfällig zu machen und führen zu Atemwegsentzündungen. Sie können ebenfalls Verkrampfungen der Bronchien, Verschleimungen, Husten und Atemnot verursachen. Nach dem Abklingen der Erkältung verschwindet das Asthma meistens, allerdings wird dieses erst im Laufe der Jahre chronisch.

Medikamentös bedingtes Asthma

Asthmatiker reagieren meist auf bestimmte Medikamente, wie z.B. Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure) oder Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antiphlogistika). Der Unterschied zu einer allergischen Reaktion ist hierbei die genetisch veranlagte Unverträglichkeit die dazu führt, dass bestimmte Arzneimittel für den Beobachter Allergie ähnliche Reaktionen hervorruft.

Gemischtförmiges Asthma

Viele Erwachsene leiden jedoch an einer Mischform aus allergischem und nicht-allergischem Asthma. Dabei werden gleichermaßen Allergene als auch unspezifische Reize (z.B. körperliche Anstrengung, kalte Luft, Zigarettenrauch, Infekte, Parfum) ausgelöst und verursachen einen Asthmaanfall oder eine Symptomverschlechterung. In vielen Fällen entwickelt sich das gemischtförmige Asthma aus einem anfänglichen allergischem Asthma. Im Krankheitsverlauf nehmen im Allgemeinen die Empfindlichkeiten der Bronchien zu. Außerdem spielen vermehrt nicht-allergische Auslöser eine Rolle.

Einige weitere Asthmaformen:

Eine andere Form des Asthmas ist das Asthma, welches bei Frauen oft durch Übergewicht zustande kommt und etwa ab dem 30. Lebensjahr nur sehr schwer durch klassische Asthmatherapien zu behandeln ist.
Zu den schwer zu behandelnden Asthmatypen gehört ebenfalls das Asthma der Raucher, wobei wiederum besondere Eigenschaften festzustellen sind.
Auch das Belastungsasthma zählt zu den anderen Formen, bei denen sich die Beschwerden verschieden auswirken, da es sich um eine Form mit wenig oder fehlenden entzündlichen Veränderungen handelt. Es wird heute konkreter als Verkrampfung der Bronchien unter Belastung (Belastungsbronchospasmus) bezeichnet. Patienten die unter dieser Form  leiden, haben keine Beschwerden, sofern sie nicht unter Belastung stehen. Schlittschuhlaufen, Langlaufski und Schwimmen zum Beispiel sind Sportarten, bei denen viele Sportler Probleme mit Belastungsasthma haben. Zu unterscheiden sind dabei nicht optimal behandelte Asthmapatienten mit Symptomen auch im Ruhezustand, die durch körperliche Belastung eine Verstärkung der Atemnot verspüren. Die Verkrampfung der Bronchien tritt sowohl während der Belastung als auch danach auf, wenn die körperliche Aktivität bereits beendet ist.

Welche Formen von Asthma treten am häufigsten auf?Empfehlung mit Herz asthma-atemwege-symbolbild Asthma

Am häufigsten unter den verschiedenen Asthmaformen tritt allergisches und intrinsisches (nicht allergisches) Asthma auf. Das Überreagieren des Immunsystems auf äußere Reize ist dabei kennzeichnend. Typische Allergieauslöser sind zum Beispiel Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Es gibt jedoch neben den allergischen Formen, welche oft schon im Kindesalter eintreten, auch intrinsische Asthmaformen. Diese beginnen meist erst ab einem Alter von dreißig bis vierzig Jahren. Verursacht wird eine Atemwegsverengung durch vermehrte Sektion von Schleim, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut. Sie ist allerdings durch Behandlung fähig, sich zurückzubilden (reversibel).

Unterschiedliche Arten der Entzündungsreaktion die zur Asthma führen können.

In den letzten Jahren ist das Verständnis der krankheitstypischen Entzündungsreaktion in den Atemwegen überwiegend schnell gewachsen. In der ursprünglichen Form dachte man, sei die sogenannte TH2 Entzündungsreaktion, eine ganz bestimmte Art der Entzündung, die allergisches Asthma zu verantworten hat, und nicht-allergische Formen des Asthmas durch andere Arten der Entzündung zu erklären sind.
Heutzutage weiß man allerdings, dass eine TH2 Entzündungsreaktion bei allergischen und einigen nicht allergischen Asthmaformen vorzufinden sind. Hinweise auf eine solche TH2 Entzündungsreaktion geben Blut und Atemwege, da vor allem die sogenannten eosinophilen Granulozyten, eine Unterform weißer Blutkörperchen, erhöht sind.
Weniger gut verstanden und allgemein weniger häufig sind andere Arten der Entzündungsreaktion, die deswegen als Nicht-TH2 Entzündungsreaktion zusammengefasst sind. Durch das Einsetzen neuer Medikamente in der Behandlung der Erkrankung wird gezielt gegen einzelne Botenstoffe dieser Entzündung gearbeitet.

Dadurch, dass die neuen Medikamente nur bei dieser bestimmten Form von Entzündung Wirkung zeigen, wird die Entschlüsselung und Unterscheidung der verschiedenen Reaktionen auf die Entzündungen zunehmend bedeutungsvoller, und zwar unabhängig davon, ob die Symptome bei Patienten durch allergische oder nicht-allergische Stimuli ausgelöst werden.
Allein dadurch hat das Einteilen in allergisches und nicht-allergisches Asthma weiterhin die Berechtigung das Auftreten von Symptomen richtig einzuschätzen. Die Einteilung nach unterschiedlichen Arten ist dahingehend relevant, dass speziell Patienten mit schwerwiegenden Formen von neu entwickelten Therapien profitieren können.

Unterscheidung Asthma durch Schweregrade

Um den Verlauf der Erkrankung besser unter Kontrolle zu haben, wurde sie früher in verschiedene Stufen geteilt. Allerdings wurden viele Faktoren unberücksichtigt, zum Beispiel wie der Patient überhaupt auf eine Asthmatherapie anspricht. Deshalb wird heute eher auf eine Einstufung verzichtet. Inzwischen kommt eine Einteilung in drei Grade zum Einsatz, die den Behandlungszustand mit einbezieht und vom Arzt wie folgt gegliedert wird: kontrolliertes Asthma, teilweise kontrolliertes Asthma und unkontrolliertes Asthma.

Schweregrad des Asthmas bestimmt die Lebensqualität

Die Erkrankung  führt in vielen Fällen dazu, dass, abhängig von der Schwere des Krankheitsbildes, die Lebensqualität enorm eingeschränkt wird. Patienten mit leichtem Asthma fühlen sich meist kaum eingeschränkt, Patienten mit mittelschwerem, anhaltenden Formen hingegen sind in ihrer Lebensqualität durchaus beeinträchtigt.

Schweres allergisches Asthma

Sobald die Symptome langanhaltend bleiben und der Verlauf im Gegensatz zu anderen Asthma-Patienten überhand nimmt, wird von schwerem Asthma gesprochen. Bei Asthma in diesem Ausmaß leiden die Patienten unter starker Einschränkung vor allem in Ihren Alltagsaktivitäten und ihrer sonstigen Lebensqualität. Das Risiko einer Exazerbation, einer Verschlimmerung bzw. zeitweisen Steigung der Symptome, ist dabei immer vorhanden.
Jedoch gibt es innovative Therapieansätze, die für viele Patienten einen deutlichen Rückgang der Beschwerden und deren Folgen bedeutet. Diese markieren daher einen großen Schritt zurück in ein aktives Leben.

Eine Unterteilung in folgende Schwergrade ist möglich:

Schweregrade des Asthmas

BezeichnungSymptomeFEV1 bzw. PEF
(in % des Sollwerts)
1. intermittierendTag: ≤ 1 × pro Woche
Nacht: ≤ 2 × pro Monat
≥ 80 %
2. persistierend, leichtTag: < 1 × täglich
Nacht: > 2 × pro Monat
≥ 80 %
3. persistierend, mittelgradigTag: täglich
Nacht: 1 × pro Woche
60−80 %
4. persistierend, schwerTag: ständig
Nacht: häufig
≤ 60 %

 

Des Weiteren wird vom 4. Grad das schwierige Asthma unterschieden:

Dieses ist durch bestimmte Merkmale im Krankheitsverlauf gekennzeichnet. Erschwerende Faktoren wie schlechte Compliance, psychosoziale Probleme, wiederholte Exposition gegen Schadstoffe und Allergene oder auch unbehandelte andere Erkrankungen sind dabei prägnant.
Komplikationen

Besonders gefürchtet von Asthmapatienten ist der Status asthmaticus. Darunter versteht man einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall, der nicht ohne Weiteres, wie beispielsweise durch Medikamente, gestoppt werden kann und bis zu 24 Stunden oder länger anhält. Diese Komplikation führt dazu, dass der Gasaustausch in der Lunge versagt und der Betroffene kaum mit Sauerstoff versorgt wird. Im härtesten Fall kommt es zu starker Luftnot, die oftmals auch nicht durch die vom Arzt verordneten Notfallmedikamente zurückgeht. In diesen Fällen sollte daher dringend ein Notarzt gerufen werden. Folge eines solch schweren Vorfalls ist meist eine akute Überblähung der Lungen.

Asthma Diagnose

Für die Asthma Diagnose gibt es verschiedene Tests, wie beispielsweise die Lungenfunktionsprüfung. Hierbei wird der Betroffene vom Arzt befragt, damit dieser sich ein konkretes Bild der Beschwerden machen kann. Wichtige Anhaltspunkte sind dabei auch frühere Krankheiten und aus der Familie hervorgehende Erkrankungen sowie Allergien und die Reize, welche die Beschwerden auslösen. Im Anschluss daran wird der Patient untersucht. Die Lunge wird nach typischen asthmatischen Atemgeräuschen abgehört, die eventuell vorliegen. Um eine genaue Asthma Diagnose stellen zu können, ist deshalb ein Lungenfunktionstest notwendig. Zudem gibt es weitere Untersuchungen, die der Arzt anordnen kann, zum Beispiel um die Auslöser bei allergischem Asthma zu finden oder andere Krankheiten auszuschließen.

LungenfunktionsprüfungEmpfehlung mit Herz asthma-diagnose-untersuchung Asthma

Bei einer sogenannten Spirometrie wird der Patient dazu angehalten verschiedene Atemmanöver unter Anleitung durchzuführen, indem er mit Hilfe eines Mundstücks in ein Gerät atmet. Bei diesem Test können Rückschlüsse auf verschiedene Atemvolumina gezogen werden. Möchte man das Residualvolumen (die Luftmenge, die nach einer maximalen Ausatmung in der Lunge verbleibt) und den Atemwegswiderstand bestimmen, werden die Messungen in einer geschlossenen Glaskabine veranlasst. Dieses Verfahren nennt man Ganzkörperplethysmographie. Bei der Spirometrie ist besonders der Wert der sogenannten Sekundenluft (FEV1) von Bedeutung. Je stärker eine Verengung der Bronchien vorliegt, desto weniger Luft kann in einer Sekunde ausgeatmet werden.
Bei einer Peak-Flow-Messung, welche mit kleinen Geräten und zur Selbstkontrolle auch zu Hause durchgeführt werden kann, wird die maximale Strömungsgeschwindigkeit von der ausgeatmeten Luft festgelegt (Einheit: Liter pro Minute) – der sogenannte Spitzenfluss. Dabei ist es wichtig, möglichst kraftvoll und schnell auszuatmen.
Lungenfunktionsuntersuchungen dienen neben der Diagnose auch der Kontrolle des Verlaufs von Asthma, beispielsweise Veränderungen in den Atemwegen über längere Zeit. Der Vergleich der Werte von älteren und neueren Messungen hilft dem Arzt, sich noch genauer mit dem Zustand des Patienten auseinanderzusetzen und eine Therapie anzusteuern. Wenn der Patient keine Symptome aufweist und eine normale Lungenfunktion hat, liegt ein ‚kontrolliertes‘ Asthma vor.

  • Provokationstest
    Kommt es bei der normalen Spirometrie zu keinerlei Auffälligkeiten und der Verdacht auf Asthma kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, ist ein Provokationstest möglich, um ein überempfindliches (hyperreagibles) Bronchialsystem zu erkennen. Beim Einatmen einer Testsubstanz wird festgestellt, ob die Bronchien des Patienten, falls sie überempfindlich sind, verengt sind. Für ein überempfindliches Bronchialsystem spricht der Wert der Sekundenluft (FEV1), wenn dieser mindestens 20 Prozent geringer ist als ohne künstliche Reizung. Durch Einatmung von kalter Luft oder durch körperliche Belastung kann die Verengung der Bronchien provoziert werden.
  • Bronchospasmolyse-Test
    Durchgeführt wird dabei eine Lungenfunktionsprüfung. Sind die Bronchien verengt, inhaliert der Patient im Anschluss ein Medikament zur Erweiterung dieser. Wenn dabei der FEV1-Wert mindestens 15 Prozent besser ist als ohne ein Medikament, ist die Diagnose Asthma begründet und eine Therapie notwendig.

 

Allergietests für die Asthma Diagnose

Asthma ist oft allergisch bedingt, weshalb bei der Asthma Diagnose das Prüfen einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe wichtig ist. Möglich ist dies durch Blutuntersuchungen oder Hauttests und in seltenen Fällen durch eine Provokationstestung mit den verdächtigen Allergenen.
Bei einem Prick-Test werden Teststoffe verschiedener Art in Form von Tröpfchen auf die Haut gegeben. Die Tropfen werden auf den Unterarm geträufelt und anschließend wird die Haut mit einer Lanzette angeritzt. Sind nach fünfzehn Minuten kleine Schwellungen (Quaddeln) mit oder ohne Rötungen zu sehen, bedeutet dies, dass eine Allergie gegen die jeweilige Substanz vorliegt. Allerdings sagt der Prick-Test nicht zwingend aus, dass das Allergen auch für die Entstehung der Asthmaanfälle verantwortlich ist.
Anhand bestimmter Blutwerte können zusätzlich mögliche Allergieauslöser ermittelt werden. Charakteristisch bei Asthmatikern ist der Antikörper-Spiegel des Immunglobins E (IgE) im Blut, welches erhöht ist. Das Bestimmen dieses Wertes gegen bestimmte Allergene, beispielsweise Katzenhaare, ist gleichermaßen möglich. Ein positives Ergebnis spricht mit den dazu passenden Daten der Untersuchungen und der Krankengeschichte dafür, dass nicht nur eine Sensibilisierung vorliegt, sondern ebenfalls für das Asthma (mit)verantwortlich ist.
Ein inhalativer Allergenprovokationstest ist nicht ungefährlich. Der Asthmatiker atmet dabei fragliche Allergene ein. In einigen Fällen kann es zu schweren Atemnotanfällen kommen, die sofort nach der Testung oder bis zu sechs Stunden später auftreten können. Der Test muss unter diesen Umständen mit ärztlicher Kontrolle und Überwachung über mehreren Stunden erfolgen. Die Allergenprovokation wird daher fast nur bei Fragestellungen zu beruflichen Allergenen verwendet.

Bei Allergietests gilt: Medikamente, die allergische Reaktionen immunisieren, müssen lange Zeit vorher abgesetzt werden. Die Tests werden üblicherweise dann durchgeführt, wenn der Betroffene sehr wenig oder gar keine Symptome hat. Mehr Informationen zur genauen Asthma Diagnose erhalten Sie jedoch auch jederzeit von ihrem untersuchenden Arzt.

Weitere Untersuchungen zur Asthma Diagnose

  • Röntgen der Lungen
    Röntgenuntersuchungen können helfen, andere Erkrankungen der Lunge auszuschließen.
  • Blutgasanalyse
    Die Blutanalyse untersucht, inwiefern der Körper mit Sauerstoff über die Lungen versorgt wird und wie gut die Entsorgung funktioniert, die bei den Stoffwechselprozessen im Körper und dem entstehenden Kohlenstoffdioxid entsteht. Dafür wird aus einem Ohrläppchen oder einer Arterie Blut entnommen und der Gehalt an Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid, sowie der Säure-Basen-Haushalt des Körpers geprüft. Schwerwiegende Erkrankungen der Atemorgane drosseln zunächst die Sauerstoffversorgung, später auch den Abtransport von Kohlendioxid. Dies ist jedoch bei Asthma selten der Fall.
  • Sputum-Untersuchung
    Bei dieser Art der Untersuchung wird abgehusteter Schleim, das Sputum, unter die Lupe genommen. Die Technik dieser Ermittlung ist sehr aufwendig, da die Untersuchungen der Zellen im Auswurf nur in besonderen Zentren offeriert werden. Werden weiße Blutkörperchen (eosinophile Granulozyten) gefunden, ist dies ein Zeichen für Asthma. Allerdings gibt es auch Asthmaformen, wo neutrophiele weiße Blutkörperchen vorhanden sind. In diesem Fall ist die heute verfügbare Asthmatherapie nicht besonders wirksam. Sollten im Sputum Bakterien enthalten sein, spricht dies oftmals nicht für Asthma, sondern deutet auf eine Infektion der Atemwege hin.

 

Einteilung in Schweregrade

Vorliegende Symptome, sowie die Lungenfunktion von Asthma können sich durch Behandlung verbessern. Zur Kontrolle von Asthma unter einer möglichen Therapie sind folgende Faktoren zu erfassen:

  1. Bestehen Asthmasymptome tagsüber mehr als 2x pro Woche?
  2. Bestanden jemals Asthmasymptome nachts?
  3. Muss der Patient mehr als zweimal pro Woche sein Bedarfsspray benutzen?
  4. Ist der Patient bei seinen Aktivitäten durch das Asthma behindert?

 

Das Asthma gilt als kontrolliert, wenn:

Symptome tagsüber nicht oder maximal zweimal pro Woche auftreten folglich Inhalationen mit dem Bedarfsspray weniger als zweimal pro Woche erforderlich sind keine nächtlichen Symptome bestehen die Aktivitäten durch das Asthma nicht beeinflusst werden und die Lungenfunktion normal ist.

Sollten nicht alle Kriterien eintreten, liegt das sogenannte kontrollierte Asthma vor. Wenn mehr als drei Punkte nicht erfüllt sind (z.B. nächtliche Asthmaanfälle, häufige Symptome tagsüber und eine eingeschränkte Lungenfunktion), ist das Asthma nicht kontrolliert. Neben der Kontrolle des Asthmas ist es gleichermaßen wichtig, Asthmaverschlechterungen auszuschließen und das Risiko zu senken.
Wie schwer das Asthma vorliegt, hängt von der Medikamenteneinnahme ab und wie gut der Verlauf des Asthmas zu kontrollieren ist. Der Schweregrad von Asthma kann erst im Verlauf mehrmonatiger Beobachtungen festgelegt werden und bringt ebenso Veränderungen (Verbesserungen oder Verschlechterungen) mit sich. Man unterteilt mit Hilfe der Häufigkeit bestimmter Symptome in leichtes, mittelschweres oder schweres Asthma.

Asthma Therapie / Behandlung

Asthma ist grundsätzlich nicht heilbar, lässt sich aber mit Medikamenten gut kontrollieren. Bei einer optimalen Asthma Therapie können Patienten ihre Lebensqualität weitestgehend erhalten und ihre volle körperliche Leistungsfähigkeit halten.

Die Behandlung der Asthma-Erkrankung beruht auf mehreren Säulen

  1. Um die Beschwerden gering zu halten und Asthmaanfälle zu verhindern, können Medikamente genommen werden.
  2. Die Auslöser der Erkrankung so gut es geht meiden und eine Hyposensibilisierung in Anspruch nehmen (falls erforderlich).
  3. Ergänzende Maßnahmen – Schulung des Patienten
  4. Ständige Kontrolle des Krankheitsverlaufs durch den Arzt und den Betroffenen
  5. Medikamentöse Therapie – Reliever und ControllerEmpfehlung mit Herz asthma-inhalatoren-konvolut Asthma

Wird bronchiales Asthma medikamentös behandelt, so werden Reliever für die Medikation bei Bedarf und Controller für die Dauermedikation eingesetzt. Diese werden fast ausschließlich in inhalativer Form angewendet, weil dadurch eine höhere topische Konzentration geschaffen wird. Dabei entstehen zudem weniger Nebenwirkungen als bei systemverabreichten Substanzen.
Durch den Reliever wird die Bronchialmuskulatur (Bronchospamolytika) entspannt und die verengten Bronchien (Bronchodilatatoren) erweitert. Eine chronische Entzündung der Atemwege wird durch Controller vermindert. Diese werden täglich eingenommen, selbst ohne Vorliegen akuter Symptome, um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten.

Zur Gruppe der Reliever gehören

  • kurz wirksame Beta-2-Agonisten (auch: Betamimetika )
  • kurz wirksame inhalative Anticholinergika
  • Theophyllin

Zur Gruppe der Controller gehören

  • Kortikosteroide
  • Leukotrienantagonisten
  • Theophylline
  • lang wirksame Beta-2-Agonisten
  • lang wirksame inhalative Anticholinergika
  • anti-IgE-Therapie (ein Biologikum)
  • anti-IL-5 Therapie (ein Biologikum)

Eine Asthma Therapie richten sich nach dem Schweregrad
Bei der medikamentösen Therapie des bronchialen Asthmas wird ein bestimmter Stufenplan eingehalten, der abhängig vom Krankheitsbild und dessen Schweregrad erfolgt.

Wann kommt eine Biologikum-Therapie infrage?

Eine Biologikum-Therapie finden in Fällen des schweren Asthmas statt. Unter der Bedingung, dass andere Therapeutika und das Einhalten anderer unterstützender Maßnahmen, sowie ausreichende Symptomkontrollen nicht ausreichen, werden Biologika eingesetzt. Wer ein Biologikum erhält, ist durch ein ausführliches Gespräch mit dem Facharzt herauszufinden.

Nicht medikamentöse Maßnahmen

Um zu einer Verbesserung der akuten und langfristigen Krankheitserscheinung beizutragen, können Patienten nicht medikamentöse Maßnahmen in Anspruch nehmen. Das aktive Einsetzen und die Bereitschaft für das Bekämpfen der Erkrankung sowie die Aufklärung über alle Perspektiven und Aspekte dessen, gehören dazu.

Asthma Therapie in Stufen

Das Ziel der Behandlung von Asthma ist eine vollständige, meistens auch nur teilweise Kontrolle der Erkrankung zu erreichen. Der Arzt passt dabei die Behandlung an das aktuelle Befinden und die Symptome an und beachtet dabei auch die Lungenfunktionswerte, also den Grad der Asthmakontrolle.

Man unterscheidet:

• Basistherapie: Diese besteht aus inhalativen Kortikosteroiden.

Sollten diese alleine nicht ausreichen, müssen:

• Weitere Medikamente zur Therapie herangezogen werden.
Zusätzlich zur Basistherapie werden langwirksame Betamimetika als die erste Wahl, Leukotrienantagonisten als die zweite Wahl, Anticholinergika, Theophyllin und Kortisontabletten verabreicht.

• Bedarfsmedikation: Des Weiteren werden ergänzend schnell wirksame bronchialerweiternde Mittel (kurzwirksame Betamimetika) eingesetzt und eventuell in Kombination mit dem inhalierbaren Kortikosteroid in einem Spray angewendet. Im zuletzt genannten Fall, wird dem Patienten die gleiche Kombination als Basistherapie angeboten und ergänzend eine Notfalltherapie (MART=Maintainance And Reliever Treatment, also Basis- und Bedarfstherapie).

Therapiestufen werden je nach Notwendigkeit und Ziel der Kontrolle über das Asthma gebildet

Stufe 1: Zum Inhalieren werden bei dieser Stufe ausschließlich kurzwirksame Betamimetika für Patienten eingesetzt, die an leichtem, sporadisch eintretendem Asthma leiden.

Sollte ein Patient die Notfallmedikamente mehr als zweimal pro Woche benötigen, tritt die Behandlung der nächsten Stufe ein!

Stufe 2: Hierbei wird auf inhalative Kortikosteroide gesetzt, welche für die tägliche Inhalation in niedriger Dosis verabreicht werden. Als zweites, sollten inhalative Kortikosteroide nicht gegeben werden können, kommen Leukotrienantagonisten oder Theophyllin zum Einsatz.

Stufe 3: Erste Wahl ist in dieser Stufe erneut inhalatives Kortikosteroid in niedriger Dosis. Es wird zusammen mit einem langwirksamen Betamimetika verwendet. Die zweite Wahl fällt, wie bei der vorigen Stufe, auf Leukotrienantagonist oder Theophyllin, die langwirksames Betamimetika an dieser Stelle ersetzen.

Stufe 4: Bei der höheren Stufe wird eine höhere Dosis inhalativer Kortikosteroide eingesetzt, die in Kombination mit langwirksamen Betamimetika Wirkung zeigen sollen. Zusätzlich werden langwirksames Anticholinergikum, Leukotrienantagonisten oder Theophyllin in die Behandlung etabliert.

Stufen 5: Patienten mit allergischem Asthma bekommen zusätzlich zu Stufe 4 das biologische Medikament Omalizumab (enthält Antikörper gegen eine allergische Reaktion). Zweite Wahl sind Kortikosteroide Tabletten, die für eine Dauertherapie gedacht sind.

Meiden der Asthma-Auslöser

Sobald die Auslöser von Asthmaanfällen bei den Betroffenen bekannt sind, sollten diese bestmöglich vermieden werden. Das trifft sowohl auf die Allergene, als auch auf andere Reize zu, die das Asthma auslösen können, wie beispielsweise kalte Luft, Nebel oder Staub. Die meisten Atemwegsinfektionen bei Asthma werden durch Viren ausgelöst. Entwickelt sich daraus ein bakterieller Infekt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der den Infekt antibiotisch behandelt.

Stellt der Arzt die Diagnose, dass das Asthma medikamentös bedingt ist, wird das verursachende Mittel abgesetzt. Dem Patienten wird ein Allergiepass ausgestellt, indem die Auslöser und Alternativen genannt sind. Bestimmte Medikamente, wie Betablocker, werden Patienten nur in Ausnahmefällen verordnet (wenn nötig, z.B. nach Herzinfarkt), weil durch sie die Bronchien verengt werden und Atemnotsanfälle ausgelöst werden können. Betroffene Patienten sollten den behandelnden Arzt immer darauf hinweisen, dass eine Asthma Erkrankung vorliegt. So kann der Arzt schon vorher die Auswahl der Arzneimittel treffen und bestimmte Allergene berücksichtigen.
Sollte eine Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben vorliegen, gibt es die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, bei der sich das Immunsystem vorerst wieder an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt. Die Behandlung sollte, da sie üblicher Weise drei bis fünf Jahre dauert, von einem Spezialisten bewerkstelligt werden. Diese spezifische Immuntherapie ist eine Methode, bei der regelmäßig Extrakte des betreffenden Allergens unter die Haut gespritzt wird, täglich Tropfen oder Tabletten gegeben werden.

Sport ist auch für Asthmatiker möglich !

Ergänzende Maßnahmen zur Asthma Therapie

Zwar sind Medikamente sehr wichtig in der Therapie, um die chronische Atemwegskrankheit in den Griff zu bekommen, jedoch gibt viele weitere Maßnahmen, die dabei helfen die Erkrankung erträglicher zu machen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, dass diese Maßnahmen keine Medikamente ersetzen, sondern nur ergänzend eingesetzt werden.

  • Richtig Atmen im AsthmaanfallEmpfehlung mit Herz aktive-und-sportliche-seniorin Asthma

Bei Asthma will das Atmen gelernt sein. Obwohl sich das seltsam anhört, gibt es eine Menge an Atemtechniken, die dabei helfen können besser Luft zu bekommen. Sie lassen sich nicht nur leicht erklären, sie sind gleichermaßen gut zu erlernen und verbessern die Lebensqualität enorm. Vor allem in Notfällen sind sie eine wichtige Hilfe. Für Asthmatiker werden spezielle Atemkurse von Ärzten und Physiotherapeuten angeboten.

  • Sport

Asthma ist keine Erkrankung, die Sport prinzipiell ausschließt. Besonders das regelmäßige Training, welches den Körper beansprucht, ist Teil der Behandlung. Sport verbessert die Lungenfunktion und steigert die Herzleistungsfähigkeit, sowie den Gasaustausch und die Sauerstoffnutzung in den Muskeln. Regelmäßiges Ausdauertraining kann also in Kombination mit den individuell eingestellten Medikamenten als die optimale Asthmatherapie angesehen werden. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass keine Überforderung stattfindet. Daher gilt auch hier wieder: Sprechen sie unbedingt mit dem behandelnden Arzt, um Sportarten auszusuchen, die Ihrem Leistungsumfang entsprechen.

  • Psychologische Unterstützung

Es ist durchaus möglich, dass Asthmapatienten keine Symptome haben, da dies eine Frage der Einstellung ist. Die tägliche Inhalation von Arzneimitteln ist jedoch nicht für jeden etwas. Einige Patienten erlangen trotz vorschriftsmäßiger Asthma Therapie keine Kontrolle über das Asthma. Es ist daher wichtig, dass Asthmapatienten lernen damit umzugehen und die Erkrankung zu akzeptieren, was für viele Betroffene keine einfache Aufgabe darstellt. Bei vielen Menschen wirkt diese Tatsache wie ein Kontrollverlust, da man ständig auf Medikamente angewiesen ist. Dadurch entstehen Mutlosigkeit, Zweifel und besonders das Gefühl, nichts bewirken zu können. In solchen Fällen kann psychotherapeutische Unterstützung gut helfen im Umgang mit seiner Krankheit wieder zuversichtlicher zu werden. In diesem Fall empfiehlt sich, Angehörige und Lebenspartner in die Therapie mit einzubeziehen.

  • Entspannung lindert

Asthmaanfälle werden besonders durch emotionalen Stress ausgelöst. Asthmatische Beschwerden verschlimmern sich bei vermehrter Unruhe im Alltag und müssen dann durch entsprechende Entspannungstechniken wieder gelindert werden.

  • Klimawechsel

In vielen Fällen ist es für Patienten mit Asthma hilfreich, einen vorübergehenden Klimawechsel in Erwägung zu ziehen. Das Umstellen auf eine andere Temperatur, eine andere Luftumsetzung und Sonneneinstrahlung oder Windverhältnisse, sowie Höhenlagen und eine entspannte Atmosphäre im Urlaub kann positive Auswirkungen haben. Auch bei Pollenallergien ist es hilfreich, Regionen aufzusuchen, in denen betreffende Pollen nicht mehr fliegen und so dem Patienten nicht mehr schaden.

Patientenschulung

Dass die Krankheit ein Leben lang Teil von ihnen ist, müssen viele Asthmapatienten verstehen und sich darauf einstellen. Sie müssen daher lernen, die Erkrankung im Alltag zu bewältigen und versuchen mit den Beschwerden umzugehen, auch in akuten Notfällen. Die verordneten Medikamente sollten in jedem Fall richtig angewendet und erforderliche Maßnahmen, die bei Asthmaanfällen nötig sind, zur Kenntnis genommen werden. Für Asthmatiker gibt es deshalb spezielle Schulungsprogramme, die all das vermitteln und sich bisher als sehr wirksam erwiesen haben. Diesbezüglich kann beim Arzt nach solchen Lehrgängen gefragt werden, wobei sogar die Krankenkasse die Kosten einer Schulung für die Patienten übernimmt.

Regelmäßige Kontrolle der Erkrankung durch den Arzt und den Betroffenen

Asthmapatienten sollten sich, wie alle anderen chronisch erkrankten Menschen fortdauernd beim Arzt sehen lassen. Mit einem Besuch kann somit gewährleistet werden, dass eine Asthma Therapie stets der individuellen Situation angemessen und auf dem aktuellen Stand ist und gleichermaßen Nebenwirkungen rechtzeitig erkannt und verhindert werden.
Unbedingt erforderlich sind Lungenfunktionsprüfungen, um die Behandlung dem Krankheitsstadium des Patienten anzupassen. Ebenfalls sinnvoll sind Selbstmessungen durch den Betroffenen. Der persönliche Peak-Flow-Bestwert (der höchste Peak-Flow-Wert), dient dem Vergleich, wenn der Patient gerade ohne Beschwerden war. Die Ergebnisse dessen werden anschließend mit dem Ampelschema ermittelt. Wenn der Bestwert des Peak-Flow bei 80-100 Prozent liegt, bedeutet dies „grün“, es ist alles in Ordnung. Zwischen 60-80 Prozent sagt man, ist der Wert auf der Ampel „gelb“ und der Verengung der Atemwege muss entgegengewirkt werden. Die Asthma Therapie wird angepasst. Bei weniger als 60 Prozent des Peak-Flow-Wertes handelt es sich um einen Notfall, bei dem die verordneten Notfallmedikamente angewendet und ein Arzt gerufen werden.

Richtig Inhalieren will gelernt sein

Die meisten Wirkstoffe können inhaliert werden. Das Inhalieren ist besonders wirksam und schnell und daher eine gute Methode dem Asthma entgegenzuwirken. Dabei gelangen die Medikamente auf direktem Wege in die Atemwege, also dorthin wo sie gebraucht werden. Kleinere Wirkstoffmengen reichen meist aus, da der Weg über den Darm und den Blutkreislauf entfällt. Das Inhalationssystem bestimmt dabei, wie die Arzneien inhaliert werden. Bei jedem System gibt es bestimmte Vor- und Nachteile, die individuell mit dem Arzt ausgesucht und besprochen werden. Hilfreich ist es in jedem Fall, wenn für alle Medikamente die gebraucht werden die gleiche Art von System genutzt wird. Grundsätzlich gilt: Vor dem Inhalieren wird tief ausgeatmet und danach wird kurz die Luft angehalten. Dadurch hat der Wirkstoff genug Zeit in die Lunge zu gelangen.

Hilfe bei akuten Asthmaanfällen

Was tut man bei einem Asthmaanfall?

Im Notfall sollte keine Zeit verloren gehen, weshalb man wissen sollte, was zur Hilfe bei akuten Asthmaanfällen zu tun ist. Asthmapatienten sammeln zwangsläufig Erfahrungen und können mit akuten Anfällen umgehen. Trotzdem erfordert jeder Anfall ein schnelles und richtiges Handeln, da vor allem die beklemmende Atemnot und die Angst vor dem Ersticken bei einem Asthmaanfall die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt.

Daher gilt:

  • Ruhe bewahren
  • Notfallmedikamente die vom Arzt verordnet sind unverzüglich inhalieren

Achtung:

Anzahl der insgesamt verabreichten Hübe aufschreiben oder merken, da sie für den Notarzt wichtig ist

Der Kutschersitz kann das Atmen erleichtern

  • Durch bestimmte Körperhaltungen und Atemtechniken kann das Atmen erleichtert werden. Dabei helfen Muskeln, die üblicherweise die Arme an den Körper führen, da bei dieser Stellung der Brustkorb geweitet wird. Asthmatiker können sich beim Arzt oder in geeigneten Schulungen solche Techniken und Haltungen zeigen lassen.
  • Sollte nach zehn Minuten keine Besserung zu erkennen sein, kommen erneut die Notfallmedikamente zum Einsatz, die dann wiederholt inhaliert werden müssen. Falls vom Arzt verordnet, sollten Betroffene bei stärkeren Anfällen eine Kortikosteroidtablette eingenommen werden.

 

Der Notarzt sollte unbedingt gerufen werden, wenn:

  • der Patient blau anläuft
  • er kaum noch sprechen kann
  • der Puls bei Erwachsenen mehr als 110 Schläge pro Minute beträgt oder die Beschwerden trotz der Eigenbehandlung nach 15 Minuten nicht besser werden

 

Medikamente bei der Asthma-Behandlung

Die Wirkstoffe werden verschiedenen Gruppen zugeordnet.Empfehlung mit Herz Asthma-Inhalation Asthma

  • Kortikosteroide: Sie hemmen beim Inhalieren die Entzündung in den Bronchien und sind das primäre Mittel in der Asthmabehandlung. Medikamente dieser Art ähneln dem Stoff Kortison, welcher in der Nebenniere hergestellt wird. Durch das dauerhafte Anwenden bewirken solche Sprays, dass die Bronchialschleimhaut abschwillt, die Schleimproduktion verringert und dadurch eine allergische Reaktion gehemmt wird. Je nach Schweregrad des Asthmas passt der Arzt die Dosis dem Ziel an, die Erkrankung teilweise oder voll zu kontrollieren. Wie schon erwähnt, kann es in äußersten Fällen dazu kommen, dass Kortikosteroide als Tabletten eingenommen werden müssen. Diese bringen jedoch auch Nebenwirkungen wie Heiserkeit und Pilzbefälle der Mundschleimhaut (Mund-Soor) mit sich. Um dem vorzubeugen, kann man, zumindest um einen Pilzbefall zu verhindern, indem die Inhalation der Medikamente vor den Mahlzeiten stattfindet oder im Anschluss der Mund gespült wird. Andere Nebenwirkungen können bei langfristigem Gebrauch auch eine Gewichtszunahme, der Anstieg des Blutzuckerspiegels, Knochenentkalkungen (Osteoporose) und Störungen des Mineralhaushalts sein.
  • Bei plötzlicher Atemnot oder einem Hustenfall hilft bei Bedarf das sogenannte kurzwirksame Betamimetika (Bedarfsspray/ Notfallspray), welches inhaliert wird und die Atemwege erweitert bzw. die Luftnot lindert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Asthmatiker ein solches Spray immer griffbereit dabeihaben. Nebenwirkungen dessen sind zum Beispiel Zittern, Herzrasen, Unruhe und Schlaflosigkeit.
    • Ebenfalls hilfreich bei Anfällen können langwirksame Betamimetika sein, die auch die Bronchien erweitern. Die Wirkung dessen hält jedoch länger an als kurwirksame Betamimetika. Allerdings setzt die Wirkung bei einigen Präparaten relativ spät ein. Die Therapie durch langwirksame Betamimetika wird dauerhaft eingesetzt und kann am Tag ein bis zweimal erfolgen und nur in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden eingesetzt werden.
  • Leukotrienrezeptorantagonisten verhindern, dass bestimmte Botenstoffe – die Leukotriene – an der Entwicklung von Entzündungsreaktionen mitbeteiligt sind und ihre Wirkung entfalten. Jedoch zeigen Leuktotrienrezeptorantagonisten nicht bei allen Betroffenen Wirkung. Zeigt sich keine Besserung nach ein bis zwei Monaten der Behandlung, kann dies ein entsprechender Hinweis sein, den Sie mit ihrem Arzt besprechen sollten.
  • Ähnlich wie Betamimetika wirken Methylxanthine (zum Beispiel Theophyllin). Sie erweitern, genau wie Betamimetika die Bronchien, allerdings deutlich schwächer. Zusätzlich regen sie das Atemzentrum im Gehirn und die Atemmuskulatur an. Methylxanthinen wird auch eine antientzündliche Wirkung zugesprochen, wodurch Luftnot verhindert wird. Im Allgemeinen wird diese medikamentöse Behandlung in den seltensten Fällen angewandt und nur als Reservemedikament eingesetzt, da sie zahlreiche und zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen zeigen. Sie kommt nur in Frage, wenn alle anderen Therapieoptionen keine Besserung bewirken.
  • Anticholinergika, ein ebenfalls bronchienerweiterndes Medikament, wird bei nichtkontrolliertem Asthma eingesetzt und ist neben Kortikosteroiden und langwirksamen Betamimetika als Zusatzbehandlung einsetzbar.

 

Dosierer in der Asthma-Therapie

  • Dosieraerosol: In Form winziger Tröpfchen (Aerosol) wird aus einem kleineren Kanister der Wirkstoff auf das Ventil freigesetzt. Unter Druck wird dies über ein Mundstück sofort nach dem Freisetzen („synchron“) eingeatmet. Wenn gleichzeitig ausgelöst und tief eingeatmet wird, kann der Wirkstoff in die Lunge dringen. Danach wird für etwa fünf Sekunden die Luft angehalten und sehr langsam ausgeatmet. Angewendet werden können Dosieraerosole mit oder ohne Spacer.Empfehlung mit Herz ultraschallinhalator-bronchitis-asthma-copd Asthma
  • Ein Spacer ist eine Vorsatzkammer, mit der das Inhalieren aus einem Dosieraerosol leichter gemacht werden soll, da Patienten oft Probleme haben, gleichzeitig zu drücken und den Wirkstoff einzuatmen. Der Spacer hat die Funktion eines Mundstückes und wird, auf die Flasche mit dem Medikament welches eingeatmet werden soll, aufgesetzt. Die Luftkammer des Spacers füllt sich nach dem Sprühen zuerst mit Aerosol, welches sich anschließend ganz einfach einatmen lässt. Wichtig ist dabei, nach dem Auslösen sofort mit dem Einatmen loszulegen.
  • Pulverinhalator: Bestimmte Systeme, wie das des Pulverinhalators, setzen das Medikament direkt durch das Einatmen frei. Bedingung dafür ist jedoch, dass das Einatmen kräftig geschieht, wobei es allerdings zu Schwierigkeiten kommen kann. Vor allem die starke Verengung der Atemwege während eines Anfalls bei Erwachsenen oder Kindern kann dies unmöglich machen.
  • Vernebler: Durch Druck und Düsen oder auch mechanische Schwingungen wird dabei der Wirkstoff vernebelt, wodurch Aerosol entsteht, das aus vielen kleinen und feinen Tröpfchen besteht. Der dabei entstehende Nebel wird inhaliert. Das Aerosol kommt vergleichsweise langsam aus dem Gerät und gibt dem Betroffenen daher mehr Zeit zum Einatmen. Bei dieser Methode muss nicht so stark eingeatmet werden wie beispielsweise beim Pulverinhalator. Diese Tatsachen machen den Vernebler für Kinder und wirklich akute Anfälle von Asthma geeignet.