Barrierefreiheit – Was ist das eigentlich?

Barrierefreiheit – Was ist das eigentlich?

 

Behindertengleichstellungsgesetz § 4 definiert Barrierefreiheit:

„Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

 

Wann gilt eine Wohnung als „barrierefrei“?

Wesentliche Merkmale einer barrierefreien Wohnung sind schwellenlose, beleuchtete Gehwege, geradläufige Treppen und Rampen mit beidseitigem Handlauf , Aufzüge mit akustischen Signalen und Ansagen, Sitzgelegenheit und Spiegel.
Im privaten Wohnbereich Bewegungsflächen von 1,20 m x 1,20 m, fest verlegte, rutschhemmende Bodenbeläge, leicht zu öffnende und schließende Türen und Fenster in 60 cm Höhe, WC von 70 cm Tiefe und 46-48 cm Höhe, im Sitzen erreichbare Küchengeräte, unterfahrbare Arbeitsflächen.

Im öffentlichen Bereich von Wohngebäuden schließt der Begriff „barrierefrei“ automatisch auch die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer ein („rollstuhlgerecht“). Das gilt für Zufahrtswege, Garagen, Flure und den Bereich bis hinter die Wohnungseingangstür.
Im privaten Wohnbereich wird zwischen barrierefreien und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen unterschieden.
Ist eine Wohnung jedoch als „uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ ausgewiesen, ist sie auch zwangsläufig barrierefrei. Eine rollstuhlgerechte Wohnung entspricht allen Standards einer barrierefreien Wohnung.

Barriere-reduziert, seniorengerecht, altengerecht, barrierearm – Worauf sie achten sollten

Die Begriffe „seniorengerecht“ und „altengerecht“, „barrierearm“, „schwellenarm“ und „barrierereduziert“ sind nicht näher definiert. Wer eine Wohnung für das Alter kaufen oder mieten möchte, sollte sich allein auf die Begriffe „barrierefrei“ oder „rollstuhlgerecht“ verlassen.

„Barrierefreiheit“ definiert nicht nur räumliche Gegebenheiten, sondern vielmehr eine soziale Dimension. Ein barrierefreier Lebensraum ermöglicht es Menschen jeden Alters und auch solchen mit Einschränkungen, gleichberechtigt, selbstbestimmt und unabhängig zu leben.

Barrierefreie Gegenstände sind so entworfen und konstruiert, dass sie für jeden Nutzer ohne zusätzliche Anpassungen oder Erweiterungen verwendbar sind. So etwa Wasserhähne, die durch einen Bewegungs-Sensor reagieren.
Barrierefreier Verkehr umfasst zum einen die Umrüstung von Privatfahrzeugen, zum anderen die Ausrichtung der öffentlichen Infrastruktur an die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität (z.B. durch Rampensysteme).
Barrierefreie Dienstleistungen sind bspw. tiefergelegte Geldautomaten mit Braille-Tasten und Sprachausgabe oder Kinos, die untertitelte Filme anbieten.