Bluthochdruck

Bluthochdruck / Arterielle Hypertonie

Was ist Arterielle Hypertonie?

Bei arterieller Hypertonie (auch kurz: Hypertonie) ist der Blutdruck des arteriellen Nervensystems dauerhaft erhöht. Der Volksmund spricht daher auch von Bluthochdruck. Die Arterien und Venen sind die blutführenden Systeme und versorgen so den menschlichen Organismus mit Nähr- und Sauerstoff. Bei einer Hypertonie sind die Arterien erkrankt was zu einem hohen Blutdruck und seinen Symptomen führt. Der systolische Wert steigt bei arterieller Hypertonie auf über 140mmHg, der diastolische Wert liegt meist über 90mmHg.
Bluthochdruck kommt hauptsächlich als primäre Hypertonie vor, also als Bluthochdruck „an sich“. Die Hypertonie kann auch die Folge von Erkrankungen der Niere, Nebenniere oder Schilddrüse sein. Ärzte sprechen dabei von sekundärer Hypertonie.

Hypertonie bei Erwerbstätigkeit
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Es gibt verschiedene Ursachen die eine arterielle Hypertonie/Bluthochdruck begünstigen können. Ein primärer Faktor ist z.B. die Erwerbstätigkeit. Nur 35% der Erwerbstätigen im Alter von durchschnittlich 44 Jahren habe einen normalen Blutdruck. Maximal jeder fünfte Deutsche erreicht den Zielwert von unter 140/90 mmHg. Von 20 Mio. Hypertoniekranken in Deutschland werden etwa 10% der Männer und 21% der Frauen korrekt behandelt. Von hypertonen Diabetikern werden zwar 75% behandelt, es erreichen aber nur 7.5% den Zielwert von unter 130/80 mmHg.

Was passiert bei Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Gefäßen erhöht. Wer an arterieller Hypertonie leidet sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen da es zu Schäden an Gefäßen und Organen kommen kann. Eine Therapie mit Medikamenten kann Spätfolgen vermeiden. Gerade am Anfang verursacht die Hypertonie kaum Beschwerden. Das ist besonders heimtückisch, denn in den meisten Fällen wenden sich Betroffene an ihren Arzt, wenn schon erkennbare Schäden an Organen oder Gefäßen feststellbar sind.
Der täglich hohe Druck im Kreislauf überlastet auf Dauer das Herz und andere Organe. Die Gefäßalterung setzt bei Bluthochdruck früher ein und schreitet schneller fort. Es kommt zur vorzeitigen Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose). Neben Rauchen, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, ist Blutdruck eine der führendsten Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall). Andere Erkrankungen z.B. der Augen und Nieren beruhen auf hohem Blutdruck. Bluthochdruck steigert zudem das Risiko für vorzeitige Invalidität und Tod. Bei Bluthochdruck sollte also schnellstmöglich gehandelt werden um den Druck zu senken und somit lebensbedrohliche Folgeerkrankungen zu verhindern.

Ursache für Hypertonie/Bluthochdruck

Es gibt vielfältige Auslöser für die arterielle Hypertonie. Je nachdem welche den Bluthochdruck auslösen unterscheidet man zwei Formen: 90% der an Bluthochdruck erkrankten Menschen leiden an der primären/essentiellen Hypertonie, die keine direkten Ursachen feststellen lässt. Bei der Sekundärform kann die Hypertonie als Folge von Erkrankungen der Niere oder Drüsensysteme erscheinen. Aber auch Erkrankungen in den Gefäßen selbst tragen zu Bluthochdruck bei, zum Beispiel Entzündungen der Gefäße und krankhafte Auffälligkeiten des Herzens. Weitere Ursachen sind auch eine Arteriosklerose, Giftstoffe und Tumorerkrankungen. Die arterielle Hypertonie tritt auch währen einer Schwangerschaft auf oder in Folge von Drogenkonsum oder der Einnahme bestimmter Arzneistoffe. Auch körperliches Übergewicht, eine Angina pectoris oder das Cushing-Syndrom können die Ursache für Hypertonie/Bluthochdruck sein.

Symptome – Anzeichen – Beschwerden

Eine Reihe von körperlichen und geistigen Symptomen sind Hinweise auf arterielle Hypertonie. Anfangs fühlen sich die betroffenen Personen zunächst allgemein immer unwohler. Diese Reduzierung des Wohlbefindens äußert sich durch Mattigkeit und Kraftlosigkeit bis hin zu Phase mit gesteigerter Aktivität.
Schreitet die arterielle Hypertonie weiter fort, kommt es zu Beschwerden des Gleichgewichts und morgendlichen Kopfschmerzen. Auch im Herz-Kreislauf-System machen sich Anzeichen sichtbar: es kommt zu Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufproblemen.
Durch den erhöhten Herzschlag können Betroffene Angst und Panikattacken entwickeln, die Symptome wie Nervosität, Schweißausbrüche und starkes Unwohlsein hervorrufen. Auch Übelkeit und Erbrechen können dadurch auftreten. Manche Betroffene verspüren zudem Schwindel und Bewusstseinsstörungen sowie Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit.
Die arterielle Hypertonie verursacht außerdem Nasenbluten in dessen Folge weitere Beschwerden auftreten können. Durch die Durchblutungsstörungen verspüren die Betroffenen Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Armen und Beinen. Als Folge von erhöhtem Durstgefühl muss der Betroffene häufiger Wasser lassen. Bei stark erhöhtem Blutdruck können Sehstörungen, Angina pectoris und Atembeschwerden bis hin zur Luftnot auftreten. Insgesamt sinken die körperliche und geistige Belastbarkeit deutlich ab. Von außen ist der hohe Blutdruck durch ein gerötetes Gesicht und deutlich sichtbare Adern zu erkennen.
Da Bluthochdruck frühzeitig zu Schäden an Gefäßen und Organen führen kann, sollten Betroffene frühzeitig ihren Arzt aufsuchen. Denn nur durch eine medikamentöse Therapie können irreversible Spätfolgen vermieden werden.

Risikofaktoren Primäre Hypertonie
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Mit zunehmenden Alter kann es vermehrt zu Bluthochdruck ohne direkte erkennbare Ursachen kommen. Doch auch junge Leute können an essentieller bzw. primärer Hypertonie erkranken.

Risikofaktoren Primäre Hypertonie

• Erblich bedingte (genetische) Faktoren: Erbanlagen sind teilweise die Ursache von erhöhtem Blutdruck. Ist ein oder beide Elternteile bereits an Hypertonie erkrankt, haben Kinder ein doppelt bis dreifach erhöhtes Risiko ebenfalls zu erkranken. Sehr selten ist eine Schädigung an einem Gen der Grund für hohen Blutdruck. Allerdings können mehrere Gendefekte zusammen mit äußeren Faktoren primäre Hypertonie auslösen.
• Bewegungsmangel: Körperlich weniger aktive Menschen entwickeln eher eine Hypertonie als Menschen, die sich viel bewegen. Bewegungsmangel kann die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen und die Blutgefäße versteifen. Durch Übergewicht, welches oft die Folge von Bewegungsmangel ist, kann ebenfalls den Blutdruck erhöhen.
• Übergewicht: Übergewichtige Menschen leiden häufig an Bluthochdruck. Eine mögliche Ursache ist daher auch Bauchfettleibigkeit. Der Bauchumfang bei Männern sollte weniger als 102 cm betragen, bei Frauen weniger als 88 cm.
• Ernährung: In jedem dritten Fall von Hypertonie wird das Ansteigen der Blutdruckwerte durch übermäßigen Kochsalzverbrauch ausgelöst. Der Blutdruck von Hypertonikern reagiert empfindlich auf Salzzufuhr, weshalb Salzentzug die Werten sinken lässt. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Kochsalzverbrauch gibt, ist allerdings umstritten.
• Stress: Durch Stresshormone zieht sich die Muskulatur der Blutgefäße zusammen. Als Folge nimmt der Gefäßwiderstand zu und der Blutdruck steigt. Hypertoniker reagieren besonders empfindlich auf solche Stresshormone. Es ist allerdings nicht bewiesen, dass psychische Belastungen chronischen Bluthochdruck verursachen.
• Alkohol: Wenn wir Alkohol trinken, aktiviert sich das vegetative Nervensystem, unser Herz schlägt schneller und pumpt mehr Blut aus der linke Herzkamme in die Arterien. Schon geringe Mengen führe deshalb dazu, dass unser Blutdruck steigt. Dauerhafter Alkoholmissbrauch verursacht daher in vielen Fällen chronischen Bluthochdruck.
• Nikotin: Auch wenn Rauchen keinen direkten Einfluss auf erhöhten Blutdruck hat kann das Nikotin das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erhöhen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen kann gesenkt werden, wenn man das Rauchen aufgibt.

Bewegung gegen Bluthochdruck

Jeder dritte Erwachsene, aber auch etliche Kinder, sind an Bluthochdruck erkrankt, viele davon, ohne dass sie es wissen. Oftmals lassen sich nämliche keine Beschwerden verspüren, oder, ihnen wird keine ernste Ursache zugeschrieben.
Nicht nur Medikamente dienen der Behandlung, auch Bewegung gegen Bluthochdruck ist ein nützliches Mittel. Im Anfangsstadium können die Werte unter Umständen noch auf Normalniveau sinken. Keine Sorge, hier ist nicht von Leistungssport die Rede. Wenn Sie von völliger Inaktivität zu leichter sportlicher Betätigung wechseln, kann dies bereits zu Ihrer Gesundheit beitragen.
Falls die Blutdruckwerte nicht über 160/100 mmHg liegen, können Sie mit vermehrter körperlicher Aktivität zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen. Doch nicht nur der Blutdruck kann durch Bewegung gesenkt werden. Weitere positive Effekte sind die Senkung des Blutzuckerspiegels, Verbesserung der Blutfettwerte und Unterstützung beim Abnehmen.

Welche Sportarten eignen sich für Patienten mit Bluthochdruck?

Für Patienten mit Bluthochdruck eignet sich Ausdauertraining. Dazu zählt Joggen, Walken, Trampolin springen, Radfahren, Schwimmen oder Skilanglauf. Auch Yoga und Gymnastik eigenen sich dafür. An der amerikanischen Universität Yale wurden die Auswirkung von Yoga auf den Blutdruck erforscht. Alle Beteiligten Probanden litten unter Bluthochdruck von mindestens 140/90 mmHg. Ihr Blutdruck normalisierte sich im Laufe der Studie, sodass keine Medikamente mehr eingenommen werden mussten.
Doch egal wofür Sie sich entscheiden: es ist wichtig, dass sie sich wirklich regelmäßig bewegen. Das heißt mehrmals wöchentlich Sport treiben und dranbleiben – egal, welche Art der Bewegung Sie bevorzugen.
Doch auch Menschen, die es gemütlich angehen wollen oder müssen können etwas tun. Gehen Sie wandern! Wer zweimal wöchentlich Wandern geht (zwischen 3,8 und 5,6 km) kann seinen Blutdruck nach einigen Wochen senken. Eine Studie der Universität Halle-Wittenberg belegt, dass sich nach sieben Wochen der systolische Wert um 9,2, der diastolische um 4,3 mmHg gesenkt hat.
Grundsätzlich gilt: körperliches Training im Umfang von mindestens 30 Minuten täglich ist ideal. Doch Sie sollten sich auf keinen Fall überfordern. Sie können Ihre Bewegungseinheiten aufteilen, zum Beispiel auf 3x 10 Minuten. Um nicht völlig außer Atem zu geraten, sollten Sie die Intensität so halten, dass Sie sich jederzeit locker unterhalten können.

Ernährung bei Bluthochdruck

Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Kurzatmigkeit und allgemeine Schlappheit werden heute schnell als Symptome von Stress abgestempelt. Der wirklichen Ursache wird kaum auf den Grund gegangen. Stellt Ihnen Ihr Arzt keine konkrete Diagnose, können Sie selbst aktiv werden.
Sollten die Beschwerden wirklich auf eine Hypertonie zurückzuführen sein, gibt es natürliche Maßnahmen, die den Blutdruck senken. Durch allumfassende Maßnahmen wird nicht nur der Blutdruck in die richtigen Bahnen geleitet (etwa 120 zu 80), Sie können gleichzeitig ihren Empfehlung mit Herz bluthochdruck-gesunde-ernährung-prävention Bluthochdruck    Cholesterinspiegel und Blutzuckerwerte senken.
Bluthochdruck taucht gerne zusammen mit hohem Cholesterinspiegel und hohen Blutzuckerwerten auf, dazu auch mehr oder weniger stark ausgeprägtes Übergewicht. Wenn alle vier Beschwerden zusammen auftreten, spricht man vom „Metabolischen Syndrom“.

Bluthochdruck mit gesunder Ernährung senken

Mithilfe einer gesunden Ernährung bei Bluthochdruck entlasten Sie Ihren Organismus.
Zu den blutdrucksenkenden Lebensmittel gehören z.B. Buchweizen, Kartoffeln, Rote Bete, Wassermelonen und Birnen.
Eine basenüberschüssige Ernährung ist reich an Kalium, welches positive Eigenschaften gegen Bluthochdruck hat. Kalium ist dennoch nur in Maßen zu genießen. Ein Übermaß wird meist nur mithilfe von Medikamenten erreicht.
Der Tagesbedarf an Kalium liegt bei mindestens 3.5 Gramm. Zu den kaliumreichsten Lebensmitteln zählen:
• Hülsenfrüchte z. B. Soja, Bohnen, Linsen, Erbsen
• Gemüse z. B. Pastinaken, Fenchel, Kartoffeln, Sellerie, Kohl, Petersilie
• Obst z. B. Bananen, Papayas, Datteln
• Trockenobst z. B. getrocknete Aprikosen, Datteln, Feigen, Rosinen
• Nüsse wie z. B. Walnüsse

Gesunde Süßigkeiten bei Bluthochdruck

Dunkle Schokolade mit einem Kakoanteil von 80% oder mehr enthält kaum Zucker, dafür hat sie wertvolle Polyphenole, die einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben. Ein Stück Bitterschokolade pro Tag erzielt nach zwei Wochen eine Blutdrucksenkung von durchschnittlich 3mmHg systolisch und 2mmHg diastolisch. Alternativ kann man ein bis zwei Teelöffel puren Kakaopulvers in Speisen oder Getränke einrühren.
Frisch gepresste Säfte gegen hohen Blutdruck
Rote Bete, Weißkohl, Spinat und Fenchel sind reich an Nitrat und sind daher effektive Blutdrucksenker. Durch das tägliche Trinken von Rote-Bete-Saft oder einem frisch gepressten Karottensaft kann der systolische und auch der diastolische Wert sich deutlich reduzieren.

Wenig Salz für optimalen Blutdruck

Eine herkömmliche Ernährungsweise liefert täglich zwischen 8 und 12 Gramm Kochsalz (= Natriumchlorid). Das entspricht in etwa dem Doppelten der empfohlenen Tagesmenge von 5 Gramm.
Vermeiden sie Fertiggerichte, Fastfood, Knabberartikel und Imbissbuden und würzen Sie mit frischen, aromatischen Kräutern oder Kräutersalz. Je geringer der Salzkonsum umso schneller reguliert sich der Blutdruck.