Ihre Rechte bei Demenz / Alzheimer

 

Viele Angehörige und Betroffene stellen sich die Frage bezüglich der Rechte bei Demenz. Die Diagnose „Demenz“ bedeutet nicht automatisch, dass der Betroffene nun keine Rechte mehr hat. Es ist vielmehr in jedem Einzelfall zu fragen, welche rechtlichen Angelegenheiten ein Betroffener noch hat. Eine Vorsorgevollmacht kann gerade bei einer Demenz hervorragende Dienste leisten. Mit einer Betreuungsverfügung stellen Sie sicher, dass Sie bzw. Ihr demenzkranker Angehöriger durch eine bestimmte Person vertreten werden kann. Doch abseits der Dokumente zur Pflegevorsorge gibt es vor allem ein Problem, das vielen – Betroffenen und Angehörigen – besonders unter den Nägeln brennt: Das Autofahren.

 

Autofahren mit Demenz, darf ich es noch?

Wenn Ihr demenzkranker Angehöriger noch selbst Auto fährt und Sie Angst um ihn und andere Verkehrsteilnehmer haben, dann suchen Sie am besten frühzeitig das Gespräch mit ihm. Sprechen Sie dieses sensible Thema am besten in Ruhe an und legen Sie sich ein paar gute Argumente bereit. Vielleicht ist Ihr Angehöriger ja einsichtig und möchte seinen Führerschein freiwillig abgeben.

Rechtlich gesehen kann die Straßenverkehrsbehörde bei einer Demenz nach Anlage 4a der Fahrerlaubnisverordnung den Führerschein entziehen, wenn die Demenz zu schweren Persönlichkeitsveränderungen geführt hat und weit fortgeschritten ist. Bei Bedarf kann die Behörde dazu ein Gutachten von einem Psychiater oder Neurologen anfordern, um die Fahruntüchtigkeit zu beweisen.

 

Autofahren mit Demenz?

Experten raten dazu, dass Ärzte einen Demenzkranken darüber aufklären, dass er im Verlauf der Erkrankung fahruntüchtig wird (sog. „Sicherungsaufklärung“). Oft ist diese Beratung durch einen Arzt effektiver als jene, die Sie vielleicht als Angehöriger unternehmen.

 

„Ich bin noch immer derselbe Mensch“

Es gibt noch keine Heilung, stattdessen erkranken immer mehr Menschen an einer Demenz.

Umso wichtiger ist es, dass wir alle so zusammenleben, dass die Erkrankung „Demenz“ nicht den sozialen Zusammenhalt sprengt. Die „European Foundations‘ Initiative on Dementia (EFID) veröffentliche vor einigen Jahren eine Broschüre: „Ich bin noch immer derselbe Mensch – Aufruf zu einer neuen Art der Kommunikation über Demenz“.

Viele Organisationen beraten und helfen Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Eine Hilfe, die dringend gebraucht wird. Einige erste Anlaufstellen, die Sie interessieren könnten, sind:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Demenz Support Stuttgart

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

 

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