Diabetes Mellitus

Was ist eine Diabetes mellitus?

Laut Weltgesundheitsorganisation sind rund 350 Millionen Menschen von Diabetes betroffen.
10 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Diabetes.
Es wird geschätzt, dass nochmal ca. 7 Millionen Menschen mit Diabetes leben, ohne es zu wissen. Oft bedeutet die Diagnose für die Betroffenen lebenslanges Tabletten nehmen und Insulin zu spritzen.Empfehlung mit Herz diabetes-symbolbild Diabetes Mellitus

Diabetes ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten.

Diabetes tritt signifikant höher bei älteren Menschen auf im Vergleich zu den jüngeren. Nach einer Studie der AOK aus dem Jahr 2004 waren nur ca. 4-10% der Versicherten im Alter zwischen 40 bis 59 Jahren an Diabetes mellitus erkrankt.
Bei den Versicherten ab 60 Jahren waren die Werte fast dreimal so hoch, der an Diabetes mellitus erkrankte Anteil lag bei 18 bis 28%.

Bei der bundesweit repräsentativen DEGS Studie (Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland) aus dem Jahr 2008 gaben nur 2% der Männer und 4,5% der Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren an, an Diabetes mellitus zu leiden. In der Altersgruppe der 70- bis 79-jährigen lag der Wert für beide Geschlechter bei ca. 22%, was ein zehnfaches des Wertes der Männer zwischen 40 und 49 Jahren entspricht.

Diagnose einer Diabetes mellitus

Diabetes Typ 1 – Diagnose

Ausschlaggebend für die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 1 ist die Konzentration des Zuckers im Blut. Zur Anamnese gibt es verschiedene Verfahren zur Bestimmung des Diabetes, es werden zwei Tests in zwei Tagen gemacht. Die Diagnose gilt als sicher, wenn die Resultate am Folgetag durch den Zweittest bestätigt werden.
Ein Diabetes mellitus Typ 1 liegt vor, wenn der Patient folgende Werte in beiden Tests aufweist:

  • Blutzucker von 200 mg/dl (11.1 mmol/l) oder mehr zu einem beliebigen Zeitpunkt
  • Nüchtern-Blutzuckerwert von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder mehr im venösen Plasma
  • Blutzucker-Langzeitwert von 6,5% (48 mmol/l) oder mehr

 

Verlauf einer Diabetes mellitus Typ 1 – Erkrankung

Durch eine gute Medikamenteneinstellung, gesunde Ernährung und Bewegung kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung minimiert werden.

Herz-/Kreislaufsystem:

  • Verkalkungen der Gefäßinnenwände (Arteriosklerose)
  • Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine
  • Errektionsstörungen

 

Nervensystem:

  • Diabetische Neuropathie
  • Taubheit, Kribbeln in Extremitäten
  • Verringerte Empfindung von Wärme und Kälte
  • Beschädigung von Muskeln und daraus resultierende Fehlstellungen, wie zum Beispiel Krallenbildung der Zehen
  • Herzrhythmusstörungen und Verdauungsbeschwerden

 

Füße:

  • Extrem empfindlich
  • Kleine Wunden können zu großen Geschwüren werden
  • „Diabetischer Fuß“ hervorgerufen durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen an Engstellen in den Blutgefäßen

 

Diabetes Typ 2 – Diagnose

Mithilfe eines Blutzuckertests kann ein Diabetes Typ 2 diagnostiziert werden.
Hier gibt es mehrere Grenzwerte. Werden diese überschritten, liegt ein Diabetes mellitus Typ 2 vor:

  • Nüchtern-Blutzuckerspiegel 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher (im venösen Plasma)
  • Nüchternwert von 110mg/dl (6,1 mmol/l) oder höher (im kapillaren Vollblut)
  • Blutzuckerwert nicht nüchtern über 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
  • Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c bei 6,5 Prozent (48 mmol/mol) oder höher

 

Ein sehr zuverlässiger Test für Diabetes mellitus Typ 2 ist der orale Glukosetoleranztest. Bei diesem Test trinkt der Patient eine Lösung, welche 75g Glukose beinhaltet. Ist der Blutzucker nach zwei Stunden auf 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr gestiegen, gilt die Diagnose Diabetes als bestätigt.

Symptome einer DiabetesEmpfehlung mit Herz diabetes-Insulinpen Diabetes Mellitus

Typische Diabetes Typ 2 Symptome sind:

  • Müdigkeit, Abgespanntheit
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
  • Schlechtere Wundheilung
  • Trockene, juckende oder sogar schuppende Haut
  • Durst
  • vermehrtes Wasserlassen

 

Den erhöhten Blutzuckerspiegel versucht der Körper auszugleichen, in dem die erkrankte Person ein vermehrtes Durstgefühl empfindet und daraus resultierend auch öfter Wasser lassen muss, wodurch der Zucker aus dem Körper gespült werden soll. Diabetes Typ 2 schwächt das Abwehrsystem des Körpers, wodurch dieser öfter zu Infektionen neigt, sowie zu Erkältungen aber auch Grippeerkrankungen. Ein weiteres Symptom ist die verschlechterte Abheilung von Wunden und oberflächlichen Verletzungen der Haut, da ein Diabetes Typ 2 oft mit einer Durchblutungsstörung der Haut einhergeht.
Die Symptome entwickeln sich oft langsam über Jahre und sind oft nur schwer dem Diabetes Typ 2 zuzuschreiben, da diese sehr allgemeine und unspezifische Symptome sind, die auch symptomatisch für andere Krankheiten sein könnten. Wenn die Symptome dem Diabetes Typ 2 zugeordnet werden, ist der Blutzucker oft schon über Jahre zu hoch gewesen.

Ursachen einer Diabetes mellitus

Diabetes mellitus Ursachen können vielseitig sein, hinter „Diabetes mellitus“ (kurz Diabetes, auch Zuckerkrankheit) verbergen sich verschiedenste Krankheiten. Die Krankheite entwickelt sich meist schleichend ohne akute Beschwerden, weshalb viele die Diabetes zunächst nicht erkennen.
Bei der Erkrankung Diabetes mellitus handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels, der mit erhöhtem Blutzuckerspiegel einhergeht.

Bei gesunden Menschen baut der Verdauungsapparat aufgenommene Kohlenhydrate (z.B. aus Früchten, Kartoffeln, Getreideprodukten) zu Glukose (Traubenzucker) ab, die in den Körper geleitet werden. Das in der Bauchspeicheldrüse hergestellte Insulin transportiert die Glukose in die Zellen, wo die Glukose zur Energiegewinnung verbraucht wird. Dank des Insulins wird die Glukose in Form von Glykogen in der Leber sowie in den Muskelzellen gespeichert. Insulin sorgt ebenfalls dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme konstant gehalten wird. So bleibt der Blutzuckerspiegel auch bei Nüchternheit dank der Leber normal.
Liegt eine Diabetes-Erkrankung vor, fehlen also sowohl die Glukose-Aufnahme in die Körperzellen als auch die Hemmung der Glukose-Neubildung in der Leber. Deshalb steigt bei Diabetikern der Blutzuckerspiegel an, z.B. am Morgen im nüchternen Zustand.
Bei Diabetes mellitus bleibt die Glukose im Blut oder die Leber liefert beständig Glukose nach, wodurch der Bedarf stetig ausgeglichen oder überstiegen wird und im Endeffekt den Blutzucker ansteigen lässt.

Gibt es äußere Merkmale die auf eine Diabetes Erkrankung hinweisen?

Ein wesentliches Merkmal des anhaltenden Insulinmangels ist die extreme Gewichtsabnahme. Insulin ist das einzige Hormon des menschlichen Körpers, das Körperfett aufbaut und dafür sorgt, dass es in den Depots bleibt (sogenannte adipogene Wirkung). Mit Wegfall dieser Wirkung im Rahmen der Diabetes mellitus kommt es insbesondere zu Abbau von Körperfett und Eiweiß zur Energiegewinnung.

Betroffene Patienten müssen sorgfältig über die Krankheit und deren Umgang informiert und beraten werden. Um die komplexen biochemischen Prozesse des Zuflusses, Abflusses, der Neubildung und des Abbaus der Glukose zu verstehen, werden Diabetes-Betroffene umfangreich geschult und bei der Erstellung eines Ernährungsplans unterstützt.

Ernährung bei Diabetes erhöht die HeilungschancenEmpfehlung mit Herz diabetes-gesunde-ernährung-symboldarstellung Diabetes Mellitus

In Deutschland könnte jeder Zweite Diabetes mellitus Typ 2 Patient durch die richtige Ernährung und Unterstützung ohne Medikamente leben.  Dabei muss der Patienten ernährungsmedizinisch und psychologisch betreut werden.
Jedoch wird diese Ernährungstherapie bei Diabetes-Typ 2 Patienten kaum von einer Krankenkassen übernommen.

Experten kritisieren, dass nur die Symptome und deren Spätfolgen behandelt werden statt die Ursache und Lebensart.

Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion statt Insulinspritzen

Ein großes Problem bei Diabetes ist das Insulin, das die Betroffenen sich oft spritzen müssen.
Logischerweise muss bei einem größeren Bedarf an Nahrung auch dementsprechend mehr Insulin gespritzt werden.
Die Nebenwirkung von Insulin ist eine Gewichtszunahme. Hier beginnt der Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt, da Diabetes  die Nerven, Augen und Nieren schädigen und zu Schlaganfällen und Infarkten führen kann.

Wer mit der Gewichtsreduktion beginnt, kann unter Umständen sogar komplett auf Insulin verzichten.
Eine englische Studie belegt, dass bei Diabetes  Typ 2 eine Heilung durch die richtige Ernährung möglich ist.

Für die Studie mussten die Probanden eine dreimonatige radikale Diät halten, in der sie nur Shakes mit entsprechenden Nährstoffen bekamen und durften am Tag nicht mehr als 900 kcal zu sich nehmen.
Zu dieser Diät gehörte Sport, eine Ernährungsberatung,psychologische Betreuung der Teilnehmer sowie die Absetzung der Medikamente.

Das Ergebnis der englischen Studie  lautet:

Patienten, die kurz an Diabetes mellitus Typ 2 litten und mehr Gewicht abnahmen, eine größere Chance auf Erfolg hatten ihre Medikamente komplett abzusetzen im Vergleich zu den übergewichtigen Patienten.
Probanden, die im Durchschnitt 7 Kilogramm Körpergewicht verloren, haben eine ca. 7% höhere Chance ihre Medikamente absetzen zu können. Während die Personen, die 15 Kilogramm abgenommen hatten, eine 86% höhere Chance hatten, medikamentenfrei zu leben im Vergleich zu den übergewichtigen Diabetes-Patienten.

Dauerhafte Veränderung der Essgewohnheiten

Oft wird Diabetikern geraten einen Ernährungsexperten aufzusuchen. Bei solchen Ernährungsberatern werden bisherige Essgewohnheiten in ca. 5 Sitzungen analysiert und ein Ernährungsplan ausgearbeitet. Zu einer gesunden Ernährung und erfolgreichen Gewichtsreduktion gehört Eiweiß. Es fördert den Muskelaufbau und sättigt. Es sollte über den Tag in den Hauptmahlzeiten verteilt werden. Gute Eiweißquellen für Diabetiker sind Gemüse, Nüsse und Pilze.

Leben mit einer DiabetesEmpfehlung mit Herz blutzuckermessung-gesunde-ernährung-bei-diabetes Diabetes Mellitus

Das Leben mit Diabetes ist zwar eine Veränderung, sollte aber nicht nur aus Verboten, sondern eher Richtlinien bestehen. Wichtig ist, dass jedes Lebensmittel erlaubt ist, aber nur in gewissen Mengen. Hier ist eine Ernährungspyramide hilfreich, die einen generellen Überblick über alle Lebensmittel verschafft und aufzeigt, welche eher geeignet und weniger geeignet für Diabetiker sind. Je weiter unten sich die Lebensmittel in der Pyramide befinden desto mehr und öfters dürfen sie gegessen werden. Auch sollte man sich selbst Regeln aufstellen wie: „Eine Tafel Schokolade die Woche statt jeden Tag“. Wird dieses befolgt, sollte bei Diabetes Typ 2 Heilung durch richtige Ernährung möglich sein.

Ist ein Mensch an Diabetes erkrankt, heißt das immer, dass ein Lebenswandel vorgenommen werden muss.

Während Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 Insulin spritzen müssen, müssen Patienten mit Typ 2 ihren Lebensstil meistens ändern, sich bewusst und gesund ernähren und regelmäßig Sport betreiben. Wird dieser Lebensstil verantwortungsbewusst gelebt, dient dieser oft auch einer Verbesserung der Lebensqualität, da durch eine gesunden Lebensweise der Stoffwechsel verbessert wird, zu hoher Blutdruck gesenkt wird und Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit oft gelindert werden können.