Durchblutungsstörungen

Was sind Durchblutungsstörungen?

Durch das Blut gelangen wichtige Nährstoffe mit Sauerstoff zu den Zellen und Organen in unserem Körper. Es wird von einer Durchblutungsstörung gesprochen, wenn das Blut an einer Stelle nicht mehr ungehindert fließen kann. Meistens entsteht die Durchblutungsstörung durch verkalkte oder verstopfte Arterien.

Folgende Körperteile und Organe sind betroffen wie …

  • Beine
  • Arme
  • Darm
  • Niere
  • Herz
  • Gehirn

 

Bei einer Durchblutungsstörung werden die Körperteile und Organe nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen über das Blut versorgt. Organe und Gewebe brauchen die vom Blut zugeführten Stoffe, um ordentlich zu arbeiten.

Empfehlung mit Herz durchblutungsstörungen-krampfadern Durchblutungsstörungen    Allerdings kommt jedes Organ unterschiedlich gut ohne Sauerstoff aus. Während das Gehirn wenige Minuten ohne Sauerstoff überlebt, kann das Herz  Stunden überstehen. Durchblutungsstörungen haben unterschiedlich starke Auswirkungen.
Durchblutungsstörungen werden  lange nicht bemerkt. Erst ab einem gewissen Punkt des Sauerstoffmangels kommt es zu Funktionsstörungen wie etwa eine Lähmung des Beins. Die Lähmung kann sich bei rechtzeitiger Behandlung zurückbilden. Bei weiter ausbleibender Sauerstoffversorgung stirbt das Gewebe  ab. Die Folge kann ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein Raucherbein sein.

Gibt es verschiedene Formen von Durchblutungsstörungen?

Ja.

 

Es wird nach akuten, also plötzlich auftretenden und chronischen, sich langsam entwickelnden Durchblutungsstörungen unterschieden. Zu den akuten Durchblutungsstörungen zählt ein Venenverschluss, während die arterielle Verschlusskrankheit zu den chronischen Durchblutungsstörungen gehört. Die Durchblutungsstörung an Arterien tritt an Armen und Beinen auf. Betroffene verspüren bei der Belastung starke Schmerzen, welche sie beim Gehen zu Pausen zwingen.

Entwickelt sich diese Krankheit weiter, treten auch Schmerzen in der Ruhelage auf, bis schließlich Gewebe abstirbt. Ein weiteres Beispiel ist die koronare Herzkrankheit (KHK), welche zu Schmerzen in der Brust, Atemproblemen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit führt.

Diagnose von Durchblutungsstörungen

Bei einem Verdacht auf Durchblutungsstörungen fragt der behandelnde Arzt die typischen Symptome in einem Gespräch ab. Dazu gehören unter anderem Schmerzen bei Belastung in den Beinen. Bei Männern können auch Potenzbeschwerden als Anzeichen für eine Gefäßerkrankung sein. Brustschmerzen/Brustenge bei Belastung kann auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) hindeuten. Der Arzt wird  sich auch nach den typischen Risikofaktoren für eine Arteriosklerose erkundigen. Dies ist Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes.

Über die Blutfettwerte gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss über das Risiko für Durchblutungsstörung.Empfehlung mit Herz durchblutungsstörungen-arterie Durchblutungsstörungen
Hautfarbe, Hauttemperatur und auch eventuell vorliegende Wunden begutachtet der Arzt dann in einer Untersuchung. Der Puls an den Armen, den Leisten, den Kniekehlen und den Füßen wird abgetastet. Da bei einer deutlichen Gefäßverengung kein Puls spürbar ist. Zudem misst er den Blutdruck und hört mit dem Stethoskop Herztöne und Gefäße ab, was ihm eventuell Aufschluss über mögliche Engstellen gibt. Führt der Arzt eine Lagerungsprobe durch, legt der Patient seine Beine für eine Minute lang hoch und macht mit den Füßen kreisende Bewegungen. Anschließend lässt er die Füße herabhängen. Liegt eine arterielle Verschlusskrankheit vor, erblassen die Beine beim Hochlagern und werden beim Herunterhängen später wieder rosig, da dort die Durchblutung wiedereinsetzt.

Gibt es noch andere Methoden zur Diagnosesicherung?

Auch mit Hilfe einer Dopplerdruckmessung und dem sogenannten Arm-Knöchel-Index kann der Arzt die Diagnose Durchblutungsstörung richtig stellen. Dabei wird mittels Ultraschall der Blutdruck bestimmt und der Blutfluss hörbar gemacht. Der Arzt misst an beiden Armen und beiden Unterschenkeln. Aus allen Werten ergibt sich dann der erwähnte Arm-Knöchel-Index. Normalerweise ist dieser Wert größer als eins, da der Druck in Armen und Beinen etwa gleich groß ist. Liegt der Wert unter 0,9, ist eine Durchblutungsstörung in den Beinen wahrscheinlich. Auch verminderte Volumenschwankungen, die durch eine Druckmanschette ermittelt werden, kann auf eine Durchblutungsstörung hindeuten.

Sichtbar gemacht werden Durchblutungsstörungen zum Beispiel während einer Ultraschalluntersuchung mit einer sogenannten Farbdoppler-Sonografie. Das ist auch bei einer Angiografie mit einem in die Blutbahnen gespritzten Kontrastmittel möglich. Über dieses können Engstellen in Gefäßen sowohl bei einer Röntgenuntersuchung als auch bei einer Kernspintomografie (MRT) sichtbar gemacht werden.

Symptome einer Durchblutungsstörung

Die Symptome einer Durchblutungsstörung unterscheiden sich nach ihrer Art und Lage der betroffenen Körperstelle. Ein akuter Gefäßverschluss in einer Arterie der Arme oder Beine zeigt sich so zum Beispiel an sechs Symptomen.

Folgende 6 Symptome sind …

  1. heftige Schmerzen in der betroffene Gliedmaße
  2. Pulsverlust
  3. Blässe und Kälte
  4. Sensibilitätsstörung und Taubheitsgefühl
  5. Muskelschwäche oder Lähmung
  6. Schock

 

Bei einer  arteriellen Verschlusskrankheit,  sind die Symptome schleichend und meist beide Beine betroffen. Man unterscheidet bei dieser Krankheit in vier Stadien. Im ersten Stadium liegen noch keine Beschwerde vor.

Im zweiten Stadium wird der Betroffene durch Schmerzen bei Belastungen zu Pausen gezwungen, da dann die hinter der Verengung liegende Muskulatur nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Hier wird noch unterschieden, ob der Patient mehr oder weniger als zweihundert Meter gehen kann.

Im dritten Stadium treten die Schmerzen auch in der Ruhelage, vor allem beim Liegen oder hochlegen der Beine. Diabetiker haben oft geschädigte Nerven und verspüren länger keine Schmerzen, weswegen die Krankheit bei ihnen meist im vierten Stadium diagnostiziert wird. Das bereits geschädigte Gewebe entwickelt sich zu einem Raucherbein.

Je nach Lage des Gefäßverschlusses unterscheidet man in Gesäß-, Oberschenkel- und Unterschenkeltyp.

Empfehlung mit Herz durchblutungsstörungen-anatomische-darstellung Durchblutungsstörungen

In welchen Körperteilen kann es noch zu Durchblutungsstörungen kommen?

In Zehen und Fingern sind meist harmlose Durchblutungsstörungen möglich. Wenn sich Gefäße verkrampfen durch Kälte oder Stress, läuft die betroffene Stelle erst weiß und dann bläulich an.Die Stelle wird später rot , wenn die Durchblutung wiedereinsetzt.
Durchblutungsstörung Symptome im Darm machen sich durch Bauchschmerzen, hauptsächlich nach dem Essen, bemerkbar. Durch die Schmerzen  essen die Betroffenen weniger und verlieren an Gewicht. Bei akuten Gefäßverschlüssen im Darm kommt es meist zu heftigen Schmerzen, die auch Übelkeit und Erbrechen hervorrufen können.

In einer zweiten Phase verschwinden die Schmerzen, während sich der Allgemeinzustand verschlechtert.

Im Endstadium führt der akute Gefäßverschluss zu lebensbedrohliche Symptomen wie eine Darmlähmung oder Bauchfellentzündung, bis dann das Gewebe abstirbt.
Ist das Herz bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) nicht ausreichend durchblutet, ruft das beengende und angstauslösende Schmerzen in der Brust oder einen Herzinfarkt hervor.

Ursachen von Durchblutungsstörungen

Ursachen von Durchblutungsstörungen sind meist vielfältig.

zum Beispiel gehören dazu Erkrankungen wie ….

  • Krampfadern
  • Aussackungen der Blutgefäße
  • chronische Venenschwäche
  • eine Entzündung oberflächlicher Venen in Verbindung mit einem Gefäßverschluss (Thrombophlebitis)

 

In den meisten Fällen sind Ablagerungen an den Gefäßwänden etwa durch Kalk, Blutfette, Bindegewebe und Blutgerinnsel für eine Durchblutungsstörung verantwortlich wie bei einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
Eine Arteriosklerose entsteht, wenn sich durch Abnutzung an den Gefäßwänden von Arterien kleine Wunden auftun, was das Immunsystem, wie bei äußerlichen Wunden, aktiviert. Durch biochemische Prozesse entstehen dann Ablagerungen an den Gefäßwänden. Diese Ablagerungen verengen das Gefäß an der betroffenen Stelle und behindern den Blutfluss. Zunächst entstehen Umgehungskreisläufe und kleinere unbedeutendere Blutgefäße übernehmen die Versorgung, was die Beschwerden hinauszögert.  Eine weitere Ursache ist ein akuter Gefäßverschluss. Arterien verstopfen plötzlich, was die Durchblutung stark einschränkt oder sogar stoppt. Dieser akute Verschluss einer Arterie an den Armen oder Beinen ist einer der häufigsten medizinischen Notfälle. Ein  Arterienverschluss entsteht meist durch eine Embolie, durch Blutgerinnsel (Thrombose), Tumorgewebe, Fruchtwasser oder ein Luft blockiertes Blutgefäß.

Weniger selten kommt es zu einer Entzündung der Gefäßwände. Eine Gefäßentzündung kann sowohl bei Arterien als auch bei Venen auftreten und betrifft zumeist Arme und Beine. Es wird vermutet, dass sie durch Vorgänge entstehen, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Betroffene sind meist starke Raucher. Rauchen zählt auch zu den möglichen Ursachen, die das Risiko einer Durchblutungsstörung erhöhen.

Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen

Das Risiko einer Durchblutungsstörung steigt mit dem Alter. Rauchen, Bewegungsmangel und erhöhte Blutfettwerte durch eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko einer Durchblutungsstörung.

Zu den Risikofaktoren gehören…

  • Bewegungsmangel
  • eine ungesunde Ernährung
              • zu viel Fett und Fleisch
              • zu wenig Obst/Gemüse

 

was zu hohen Blutfettwerten führt. Aber auch Bluthochdruck und Diabetes  (Zuckerkrankheit) fördern das Risiko einer Durchblutungsstörung.

Wer vorbeugen will, sollte auf das Rauchen verzichten, sich regelmäßig bewegen und auf eine ausgeglichene Ernährung achten.

Durchblutungsstörung Therapie und Behandlung

Der erste Schritt bei einer Durchblutungsstörung Therapie ist das Beseitigen von Risikofaktoren. Dabei ist besonders der Rauchstopp wichtig. Auch der Abbau von vorhandenem Übergewicht ist für die Behandlung von Durchblutungsstörung wichtig. Weiterhin sollte für ausreichend Bewegung und eine gesunde, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung gesorgt werden. Dadurch wird eine Stoffwechselstörung, Diabetes, Bluthochdruck und ein erhöhter Cholesterinspiegel positiv beeinflusst.

Behandlung von Durchblutungsstörungen mit Medikamenten

Zusätzlich werden Durchblutungsstörungen – insbesondere die arterielle Verschlusskrankheit  – indirekt mit Medikamenten behandelt.  Das Fortschreiten der Krankheit soll verlangsamt werden, indem unter anderem die Verklumpung der Blutplättchen gehemmt wird (Thrombozytenaggregation). Bei schweren Durchblutungsstörungen mit Wunden und Geschwüren werden Prostanoide injiziert, um die Gefäße zu erweitern und den Abfluss des Blutes zu verbessern. Die als Tabletten eingenommene Cilostazol erzielt eine ähnliche Wirkung und wird eingesetzt, um die schmerzfreie Strecke im zweiten Stadium der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zu verbessern.

Medizinische Eingriffe zur Behandlung von DurchblutungsstörungenEmpfehlung mit Herz Durchblutungsstörungen-Infarkt Durchblutungsstörungen

Bei Durchblutungsstörungen können auch medizinische Eingriffe nötig sein. Häufig wird zum Beispiel bei einer Embolektomie unter lokaler Betäubung ein Blutpfropf entfernt. Bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit kann der Arzt im zweiten Stadium zur Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke. In diesem zweiten Stadium sind auch Gehtraining und Fußrollübungen wichtig, um die Bildung von Umgehungskreislaufen zu unterstützen. Umgehungskreisläufe sogenannte Kollaterale können auch künstlich mittels einer Bypass-Operation eingesetzt werden. Dazu werden entweder Venen aus anderen Körperstellen oder Kunststoffprothesen eingesetzt.

Im dritten und vierten Stadium zur Rettung der Gliedmaßen wird mittels eines Ballonkatheters an verengten Stellen das Gefäß wieder aufdehnen. Sollte es nötig sein, wird hier ein Stent eingesetzt, um das Gefäß langfristig offen zuhalten. Dabei handelt es sich um ein röhrenförmiges Gittergerüst aus Metall. Während dieses Eingriffes kann über den Katheter mit Medikamenten zudem eine Thrombolyse durchgeführt werden, um ein Blutgerinnsel aufzulösen. Eine weitere Möglichkeit ist bei einer Arteriosklerose wird das Gefäßes von innen ausgeschält und somit das Material, welches die Verengung verursacht hat entfernt.