Fettleber Steatosis hepatis

Was ist eine Fettleber?

Lagert sich vermehrt Fett in den Hepatozyten – den Leberzellen – ein, spricht man von einer Fettleber. Der lateinische Name lautet Steatosis hepatis und nach der medizinischen Definition handelt es sich um eine Fettleber, wenn mehr als fünf Prozent der Leberzellen Fettablagerungen aufweisen.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Fettleber Steatosis hepatis    Weiterhin wird die Erkrankung von Medizinern in unterschiedliche Schweregrade unterschieden, die sich nach dem Ausmaß der Verfettung richten. Sind weniger als ein Drittel der Leberzellen verfettet spricht man von einer leichten oder milden Form der Erkrankung mit dem Grad 1. Bei einer Verfettung von bis zu zwei Dritteln der Leberzellen, handelt es sich um Grad 2, auch als mäßige Form bezeichnet. Bei Grad 3 sind dann mehr als zwei Drittel der Leberzellen verfettet und es ist von einer starken Fettleber die Rede.
Laut Experten leiden etwa zwanzig bis dreißig Prozent der Bevölkerung von Industriestaaten an einer Fettlebererkrankung, die nicht durch Alkohol bedingt wurde. Die Leberzellen verändern sich bei den nicht-alkoholischen sowie durch vermehrten Alkoholkonsum herbeigeführten Fettleber anfangs ähnlich, weswegen die genaue Häufigkeit der letzteren schwierig zu bestimmen ist. Es wird angenommen, dass mehr als neunzig Prozent der Alkoholiker von einer Fettlebererkrankung betroffen sind. Oftmals wird sie auch als eine harmlose Begleiterscheinung angesehen und unterschätzt, denn die Erkrankung kann durchaus schwerwiegende Folgen haben. Auch die nicht-alkoholisch bedingte Form kann zu einer Leberentzündung (Steatohepatitis) oder einer Zirrhose sowie Leberkrebs führen.

Fettleber Diagnose – Wie wird eine Fettleber Diagnose gestellt?

In den meisten Fällen wird eine Fettleber zufällig entdeckt, wenn der Arzt aus anderen Gründen eine Sonographie, also eine Ultraschalluntersuchung, vornimmt. Eine Fettleber erscheint auf einem Ultraschallbild vergrößert und ungewöhnlich hell. Das erklärt sich dadurch, dass das verfette Gewebe dichter ist und somit die Schallwellen stärker reflektieren.
Auch bei einer Blutentnahme etwa im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung können ungewöhnliche Werte auffallen. Zudem kann der Arzt nach einer Ultraschalluntersuchung dem Patienten Blut abnehmen. Bei einer Fettleber lässt sich durch die Untersuchung des Blutes eine erhöhte Gamma-GT aufweisen. Ist die Leber entzündet, findet sich außerdem eine hohe Menge bestimmter Leberenzyme im Blut – den Transaminasen. Zu diesen zählen die Alanin-Aminotransferase (ALT) und die Aspartat-Aminotransferase (AST). Leidet der Patient unter einer nicht-alkoholischen Fettleber, sind die ALT-Werte stärker erhöht als die AST-Werte. Verhält es sich umgekehrt, so handelt es sich um eine alkoholische Fettleber.

Biopsie als Nachweismethode für eine FettleberEmpfehlung mit Herz fettleber-leberenzymtest Fettleber Steatosis hepatis

Eine Biopsie ist die beste Nachweismethode einer Fettleber und durch sie lassen sich auch Ausmaß und Ursache der Krankheit bestimmen. Dafür wird bei einer Leberpunktion ein Gewebestück entnommen. Unter örtlicher Betäubung wird mit einer speziellen Nadel in die Leber gestochen und so eine kleine Probe entnommen. Unter dem Mikroskop sind die Fetteinlagerungen in den Leberzellen dann genau erkennbar. So lässt sich bestimmen, ob die Leber wie bei einem Drittel der Patienten bereits entzündet ist und sich eine Fettleberhepatitis gebildet hat. Weiterhin wird sichtbar, ob sogar schon das Gewebe beschädigt ist. Sollte das Gewebe schon geschrumpft und verhärtet sein, ist es möglich, dass sich die Fettleber zu einer sogenannten Leberzirrhose entwickelt hat. In diesem Fall wären Läppchen- und Gefäßstruktur der Leber vollständig zerstört, wodurch das Organ seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann und versagt. Eine Leberzirrhose erhöht zusätzlich das Risiko für Leberkrebs.

Gibt es noch andere Methoden zur Diagnosesicherung?

Ja. Mittlerweile werden auch häufiger nicht-invasive Verfahren wie etwa die Kernspintomographie (MRT) oder eine bestimmte Art des Ultraschalls – die transiente Elastographie – bei der die Steifigkeit des Lebergewebes gemessen wird, um den Leberfettgehalt und den Bindegewebsgehalt genau zu bestimmen.

Fettleber Symptome – Mit welchen Symptomen macht sich eine Fettleber bemerkbar?

Eine verfettete Leber tritt zunächst ohne Beschwerden auf. Erst später, wenn sich das Organ vergrößert und schwerer wird, zeigen sich erste unspezifische Anzeichen.

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Der Betreffende hat weniger Appetit, fühlt sich müde und schlapp. Einige der Patienten verspüren ein leichtes Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch und manche berichten von Übelkeit.
Stärkere Beschwerden treten erst auf, wenn sich die Leber entzündet. Bei der sogenannten Fettleberhepatitis oder Steatohepatitis kommt es zu heftigen Schmerzen auf der rechten Bauchseite. Außerdem wird die Haut leicht gelblich (Ikterus) und der Betroffene wird Appetitlosigkeit und Übelkeit verspüren. Hinzukommen können zudem Fieber und Gewichtsverlust. Allerdings zeigen sich diese Symptome nicht bei jedem Betroffenen einer Fettleberentzündung. Nur bei gut jedem vierten Patienten mit einer nicht-alkoholischen Fettleber treten diese Symptome auf. Bei einer alkoholischen Fettleber sind es rund zehn bis dreißig Prozent der Betroffenen, bei denen sich die Erkrankung durch die Symptome äußert

Fettleber Ursachen – Was sind die Ursachen für eine Fettleber?

Bildet der Körper zu viele Fette oder wird mehr Fett über die Nahrung zugeführt, als er abbauen oder aus der Leber abtransportieren kann, entwickelt sich eine Fettleber. Diese unterscheidet man nach ihren Ursachen in zwei Gruppen.

Nicht-alkoholisch bedingte Fettleber (NAFLD)Empfehlung mit Herz Leberzirrhose-Fettleber-falsche-Ernährung-und-Alkohol Fettleber Steatosis hepatis

Es gibt es zum einen die nicht-alkoholisch bedingte Fettleber (engl. non-alcoholic fatty liver disease, kurz NAFLD), deren Hauptursache mit mehr als 90 Prozent der Fälle das sogenannte metabolische Syndrom ist. Diese Stoffwechselstörung zeichnet sich durch Fettleibigkeit, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und einen dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel aus. Sie entsteht meist infolge einer ungesunden und vor allem zuckerhaltigen Ernährung und einem Mangel an Bewegung. Der Körper nimmt mehr Kalorien auf, als er verbrennen kann und lagert diese überschüssige Energie in Fettgewebe unter der Haut, aber auch in der Leber. Diese Fetteinlagerungen schaden der Leber und dem gesamten Körper. Betroffen davon sind auch Kinder, die an Übergewicht und Adipositas leiden. Experten gehen von etwa drei bis elf Prozent aus. Oft stark mitverantwortlich sind zuckerhaltige Softdrinks. Allerdings sind weiterhin etwa sechs Prozent der normalgewichtigen Erwachsenen von einer Fettleber betroffen.

Alkoholbedingte Fettleber (AFLD)

Die zweite Gruppe ist seltener vertreten. Es handelt sich um eine alkoholbedingte Fettleber (engl. alcoholic fatty liver disease, kurz AFLD). Etwa 24 bis 30g reiner Alkohol pro Tag (etwa 300ml Wein oder 750ml Bier) gelten bei einem Mann als leberschädigend, bei Frauen ist es die Hälfte. Der größte Teil des konsumierten Alkohols wird in die Leber zum Abbau geleitet. Dort entsteht dann unter anderem das sogenannte Acetyl-Coenzym A, aus welchem normalerweise Energie gewonnen wird. Entsteht jedoch zu viel Acetyl-Coenzym A, kann es nicht komplett verstoffwechselt werden und aus den Resten werden Fettsäuren aufgebaut und in der Leber gespeichert. Weiterhin entsteht Acetaldehyd, welches die Leberzellen schädigt, den Abtransport der Fette ins Blut verhindert und somit dafür sorgt, dass sie sich in der Leber sammeln.

Sonstige Fettleber Ursachen und Risikofaktoren

Manchmal entsteht eine Fettleber durch einen Mangel an Eiweißen, weil der Körper dann nicht genügend Enzyme bilden kann, um das Fett aus der Leber abzutransportieren. Dies kann infolge einer Essstörung auftreten. Außerdem kann die Leber auch durch bestimmte Arzneien, Gifte, Krankheiten oder eine Chemotherapie geschädigt werden, was ebenfalls zu einer Fettleber führen kann.

Fettleber Therapie – Wie sollte eine optimale Therapie aussehen?

Die Therapie einer Fettleber dreht sich in jedem Sinne um Ernährung und den Lebensstil. Dabei ist nach den Ursachen der Leberverfettung zu unterscheiden.
Rührt die Fettleber von übermäßigen Alkoholkonsum, sollte auf diesen vollständig verzichtet werden. Wer den Alkohol nicht meiden kann oder abhängig ist, sollte Hilfe in Anspruch nehmen. Nur dadurch kann die Leber wieder ganz genesen.
Auch bei einer nicht-alkoholischen Fettleber gibt es verschiedene Ursachen und somit sind die Therapien sich zwar ähnlich, aber nicht vollkommen gleich. Bei Krankheiten, die eine Fettleber begünstigen wie etwa Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, werden Arzneien verwendet, um einer Fettleber entgegen zu wirken. Ist die Fettleber im Zuge von Übergewicht entstanden, steht die Gewichtsnormalisierung im Zentrum der Fettleber Therapie. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind hierbei von Bedeutung. Wenn der gesamte Körper abnimmt, nimmt sozusagen auch die Leber ab. Deswegen wird eine Gewichtsreduktion von 0,5 bis 1 Kilo pro Wochen angestrebt. Wer ein KiloEmpfehlung mit Herz fettleber-übergewicht-ungesunde-lebensweise Fettleber Steatosis hepatis    gramm Körperfett in einer Woche abnehmen möchte, muss dem Körper insgesamt 7.000 Kalorien weniger über die Nahrung zuführen, als dieser verbraucht. Das bedeutet, es müssten täglich etwa 500 bis 1.000 Kalorien eingespart werden. Wichtig ist allerdings, dass auf langfristige Ziele hingearbeitet werden soll. Hungerkuren und Nulldiäten haben nur kurzfristige Effekte mit einer schnellen Gewichtsabnahme und sind darum nicht zu empfehlen. Es sollte mehr auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden. Man sollte vor allem ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen und Nahrungsmittel mit schnellwirkenden Kohlenhydraten, zu denen zum Beispiel Kartoffeln oder Weißmehlprodukte zählen, reduzieren. Weiterhin ist die Reduktion von Fruchtzucker sinnvoll.

Empfehlung mit Herz

Neben einer gesunden Ernährung ist wie erwähnt auch Sport von Bedeutung. Mindestens dreimal die Woche sollte man sich sportlich betätigen und auch im Alltag für mehr Bewegung sorgen.