Geistige Verwirrung und Delirium

Delirium – Geistige Verwirrung

Was ist eigentlich ein Delirium?

Unter dem Begriff Delirium oder auch Delir ist ein Zustand geistiger Verwirrung zu verstehen. Es ist ein ätiologisch unspezifisches Psychosyndrom, welches das Gehirn betrifft. Menschen, die an einem Delirium leiden, erleiden Störungen des Bewusstseins und des Denkvermögens. AEmpfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Geistige Verwirrung und Delirium    m häufigsten sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr betroffen. Je älter ein Mensch ist desto höher steigt das Risiko an einem Delirium zu erkranken. Hier sind vor allem Männer eher auf Grund des durchschnittlichen vermehrten Alkoholkonsum im Vergleich zu Frauen betroffen. Ein Delirium kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Hier spielt unter anderem Vorerkrankungen der betroffenen Person eine Rolle, aber auch Arzneimittel, Gifte, Drogen oder andere äußere Umstände. Laut einer Studie entwickeln 15 bis 50% aller Patienten im Alter von 70 oder älter ein Delirium während eines Aufenthalts in einem Krankenhaus oder im Altersheim. Des Weiteren kann es zu einem lebensbedrohlichen Zustand für die betroffene Person führen, sollte die Erkrankung nicht behandelt werden, da das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung schwer belastet werden. Auch körperliche (neurovegetative) Symptome können auf ein Delirium hindeuten. Einige Symptome sind zum Beispiel leichtes Fieber, erhöhter Blutdruck und Puls, HyperhidroseHyperventilation und Tremor. Neben den körperlichen Symptomen können auch psychische Symptome auftauchen, welche zusammen als Symptomkomplex bezeichnet werden. Typisch sind hierbei Schlafstörungen, Desorientierung, leichte Reizbarkeit, Jaktationen, Halluzinationen, extreme Fröhlichkeit oder/und unbegründete Angst.

Gibt es unterschiedliche Formen eines Deliriums?

Ja. Eine Sonderform  ist das Delirium tremens. Dieses tritt besonders nach einem Alkoholentzug auf und deutet mit seinem Namen schon auf das typische Zittern, also den Tremor der betroffenen Person hin. Auch gibt es zwei unterschiedliche Typen des Deliriums. Man unterscheidet hier einmal den hyperaktiven und hypoaktiven Typ. Beim hyperaktiven Typen liegt eine allgemeine Unruhe vor, die Patienten können sich aggressiv gegenüber ihren Mitmenschen verhalten und weisen vor allem neurovegetative Symptome auf. Dagegen ist der hypoaktive Typ eher im Allgemeinen langsamer,  sehr ruhig oder sogar apathisch. Diese beiden Typen des Deliriums schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern können bei einer betroffenen Person in abwechselnden Intervallen auftauchen.

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Delirium Diagnose – Wie wird ein Delirium diagnostiziert?

Eine Delirium Diagnose wird mittels verschiedener Tests bei einem Arzt ermittelt. Hierbei wird vor allem die geistige Verfassung des Patienten untersucht, aber auch körperliche Untersuchungen getätigt. Stellt der Arzt die Delirium Diagnose,  wird der Patient meistens sofort in ein Krankenhaus eingewiesen, um sofort mit der Behandlung zu beginnen, da dort am schnellsten diagnostische Verfahren getätigt werden können und die nötigen Ausstattung vorhanden ist. Zur Einschätzung der geistigen Gesundheit werden verschiedene Verfahren angewendet, wobei hauptsächlich herausgefunden werden soll, ob das primäre Problem eine Aufmerksamkeitsstörung sein könnte. Hierfür wird dem Betroffenen zum Beispiel eine Liste verschiedener Wörter vorgelesen, welche er wiedergeben soll. Hier kann der Arzt feststellen, ob der Patient das Vorgelesene registrieren kann oder nicht. Des Weiteren werden auch Tests zum Prüfen des Kurz-und Langzeitgedächtnis gemacht, wie zum Beispiel das Benennen von Gegenständen, das Abzeichnen von Formen und Mustern oder das Schreiben von ganzen Sätzen.

Wie läuft die körperliche Untersuchung ab?

Bei der körperlichen Untersuchung wird allgemein der Gesundheitszustand des Patienten untersucht, besonders wird hier aber darauf geachtet, ob eine Infektion oder Dehydration vorliegt, welche ein Delirium begünstigen, Urin-und Blutproben helfen bei der Diagnose. Des Weiteren werden auch verschiedene bildgebende Tests durchgeführt, um die Diagnose weiter zu stützen, typisch sind hier eine Computertomographie (CT) und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT). Auch wird manchmal, wenn CT und MRT kein eindeutiges Ergebnis gebracht haben, ein Elektroenzephalogramm (EEG) durchgeführt, um auszuschließen oder festzustellen, ob das Delirium durch eine Anfallerkrankung herbeigeführt wurde. Weitere Methoden sind das EKG und die Pulsoxymetrie, welche die Sauerstoffkonzentration im Blut misst. Zur Ergänzung der Diagnose können auch Röntgenaufnahmen des Brustbereichs gemacht werden, um die Herz-und Lungenfunktion zu untersuchen. Neben den Untersuchungen der betroffenen Person ist auch die Krankheitsgeschichte für die Erhebung der Diagnose sehr wichtig. Hier sind meistens die Angehörigen und Freunde des Patienten gefragt, da dieser selbst meist keine verwertbare Aussage machen kann. Wichtig ist es hier zu klären, wann die Verwirrung des Patienten eingesetzt hat, wie der Verlauf der Verwirrung ist, der allgemeine gesundheitliche Zustand der Person, welche Medikamente oder Arzneimittel eingenommen wurden und ob neue Arzneimittel seit Kurzem eingenommen oder abgesetzt wurden.

Delirium Symptome

Ein Delirium beginnt gewöhnlich plötzlich, also akut, und entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit. Es ist in der Regel reversibel, sollte aber so schnell wie möglich von meinem Arzt behandelt werden, da ein Delirium auch sonst lebensbedrohlich werden kann, da es eine enorme Belastung für das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung ist. Die betroffene Person kann in ein Stupor fallen, ein Zustand der Schläfrigkeit, welcher zum Koma und ggf. Tod führen kann. Die betroffenen Personen können sich unterschiedlich verhalten, manche wirken sehr ruhig, fast apathisch, während hingegen andere Menschen sehr aufgekratzt, ja schon übertrieben heiter wirken, aber auch aggressiv ihren Mitmenschen gegenüber werden können. Diese unterschiedlichen Typen nennt man hypoaktives und hyperaktives Delirium. Vor allem das hypoaktive Delirium ist nicht sofort klar zu diagnostizieren. Auch eine Mischform beider Typen ist möglich. Oft wechseln sich auch hypoaktives und hyperaktives Verhalten bei einer betroffenen Person intervallartig ab.Empfehlung mit Herz Delirium-Symptome Geistige Verwirrung und Delirium

Bei den betroffenen Personen liegt oft ein Mangel an Konzentration vor, weshalb das Gehirn keine neu gewonnenen Informationen verarbeiten kann und Ereignisse nicht im Kurzzeitgedächtnis speichert. Dadurch sind Personen mit einem Delirium oft verwirrt und orientierungslos. Bei einem schweren Delirium können die Betroffenen neben Ort und Datum auch vergessen, wer sie oder andere Menschen sind. Auch sind die Gedankengänge von Menschen mit Delirium oft durcheinander und wirr.
Menschen mit Delirium schlafen oft schlecht, meistens ruhelos und haben einen umgedrehten Schlaf-Wach-Rhythmus. Hinzukommt, dass die betroffenen Personen sowohl an optischen als auch akustischen Halluzinationen leiden können, woraus Paranoia und Wahnvorstellungen entstehen können. Des Weiteren ist eine Persönlichkeitsänderung Teil eines Deliriums.

Mit welchen Symptomen macht sich ein Delirium bemerkbar?

Delirium Symptome  können sehr vielfältig sein. Nach dem ICD-10 können folgende Symptome auf ein Delirium hindeuten:

  • Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmungsstörungen, Schlafstörungen und psychomotorische Störungen
  • Akuter Beginn und fluktuierender Verlauf der Symptome
  • Nachweis einer organischen Grundlage
  • Änderungen der Wahrnehmung
  • Vorliegen eines medizinischen Krankheitsfaktors

 

Weitere  Delirium Symptome sind unter anderem

  • Verminderung des abstrakten Denkvermögens
  • optische Halluzinationen
  • motorische Unruhe, Agitation
  • Depression
  • Euphorie, Reizbarkeit

 

Delirium Behandlung und Therapie

Bei den meisten Menschen, welche an einem Delirium erkrankt sind, erfolgt die Behandlung in einem Krankenhaus, wobei Patienten mit einem leichten Delirium oft in der Notaufnahme nach einem kurzen Beobachtungszeitraum entlassen werden können. Nachdem die Ursache für ein Delirium diagnostiziert wurde, kann die Delirium Behandlung sofort beginnen. Eine schnelle Behandlung der Ursachen verhindert meistens irreversible Schäden und führt zu einer kompletten Genesung des Patienten. Die Ursache eine Infektion, kann mit Antibiotika behandelt werden, bei einer Dehydration kann mittels einer Flüssigkeits- und Elektrolytgabe behandelt werden.
Auch ist es wichtig, allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes des Patienten einzEmpfehlung mit Herz Delirium-Symptomatik Geistige Verwirrung und Delirium    uleiten. Bei einer Person mit Delirium ist es wichtig, dass die Umgebung ruhig und still ist. Sie sollte gut beleuchtet sein, sodass Gegenstände im Raum sichtbar sind und schnell gefunden werden. Eine Uhr, Fotos der Familie und ein Kalender helfen der Orientierung und dem Gedächtnis. Bei der Kommunikation mit dem Patienten sollten Abläufe im Voraus erklärt werden und ruhig durchgeführt werden, das Pflegepersonal sollte dabei beruhigend auf den Patienten wirken und ihn nicht aufregen. Hör- und Sehhilfen sollten in unmittelbarer Nähe zum Patienten liegen und immer erreichbar sein.

Sollte die betroffene Person äußerst aufgebracht sein, sich also in einer hyperaktiven Form des Deliriums befinden oder halluzinieren, besteht eine erhöhte Gefahr der Selbstverletzung, aber auch für das Pflegepersonal. Daher ist es wichtig hier einige Maßnahmen einzuleiten. Die Familienangehörigen sollten, soweit es geht, immer bei der betroffenen Person bleiben und sie beruhigen, der Patient sollte allgemein niemals allein sein und Hilfen wie intravenöse oder Blasenkatheter sollten möglichst nicht benutzt werden, da der Patient sich diese herausreißen könnte und sich dadurch nur noch mehr verletzen würde.

Gibt es auch medikamentöse Behandlungsoptionen und wenn ja, wann werden diese eingesetzt?

Ja. Sollten die Erregungszustände des Patienten nicht besser werden, wird als letzte Maßnahme Arzneimittel eingesetzt. Hier unterscheidet man zwischen antipsychotischen Arzneimitteln und Benzodiazepinen. Erstere werden am häufigsten verwendet, problematisch hierbei ist nur, dass sie Erregungszustände verlängern oder sogar verschlimmern können. Einige haben auch eine anticholinerge Wirkung, sprich sie können Verwirrung, Sehtrübung, Inkontinenz, Konstipation und andere Nebenwirkungen hervorrufen. Neue Antipsychotika wie Risperidon zum Beispiel haben mittlerweile weniger Nebenwirkungen. Benzodiazepine dagegen werden benutzt, wenn das Delirium durch den Entzug von Alkohol oder Drogen verursacht wurde und wird für keine andere Form des Deliriums zur Therapie genutzt.