Gicht

Gicht – Was ist Gicht?

Gicht bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich im Blut zu viel Harnsäure ansammelt. Bei zu viel Harnsäure im Blut sprechen die Ärzte von einer sogenannten Hyperurikämie. Diese entsteht entweder, weil vom Körper übermäßig viel Harnsäure produziert wird oder weil nicht genug Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Gicht    Harnsäure ausgeschieden werden kann. Aus diesem Grund entstehen Harnsäure-Ablagerungen, auch Harnsäurekristalle (Urat-Kristalle) genannt, die sich überwiegend in den Gelenken, Schleimbeuteln, Sehnen, in der Haut und um Ohrknorpel ablagern. Dadurch entstehen Gelenkentzündungen und Gelenkschäden (sog. Arthritis urica). Heftige Gelenkschmerzen sind meist die ersten Anzeichen für einen Gichtanfall. Diese sind meist in der großen Zehe, genauer im Großzehen-Grundgelenk, zu verspüren. Die Stellen an denen Schmerzen zu spüren sind schwellen an, werden heiß und verfärben sich. Kristalle setzen sich jedoch auch in der Niere ab, weshalb – sofern Gicht unbehandelt bleibt – es leicht zu Nierensteinen und Nierenschäden kommt. Nur selten kommt es vor, dass die Erkrankung chronisch wird. Betroffene leiden dann an Schmerzen und Gelenkveränderungen die dauerhaft anhalten.
Gerade zu Beginn der Erkrankung, aber auch im weiteren Verlauf ist die Erkrankung durch heftige Schmerz-Attacken geprägt, wenn keine geeignete Therapie gefunden wird. Oft ist ein üppiges Mahl oder reichlicher Alkoholgenuss der Auslöser für die Beschwerden.
Erhöhte Harnsäurespiegel lassen sich vor allem durch Blutuntersuchungen aufdecken. Eine gesunde Lebensweise, die richtige Ernährung und Medikamente helfen dabei die Harnsäurewerte zu senken, Gichtattacken vorzubeugen und bestimmte Komplikationen bei chronischem Gicht zu vermeiden.

Gibt es bestimmte Risikogruppen die häufiger an Gicht erkranken als andere?

Circa 80 Prozent der Patienten sind Männer. Meist sind die Betroffenen in einem Alter zwischen 40 und 60, seltener trifft es Menschen in jüngeren Jahren. Bei Frauen tritt die Erkrankung üblicherweise nicht vor Einsetzen der Wechseljahre ein. Die weiblichen Geschlechtsorgane bieten bis zu diesem Zeitpunkt scheinbar einen gewissen Schutz.
Die meisten Gichtkranken weisen eine angeborene Neigung mit einem erhöhten Harnsäurespiegel auf. Den Ausbruch von Gicht begünstigen jedoch verschiedene Ursachen, darunter Krankheiten, Medikamente, aber auch eine ungesunde Lebensweise und Ernährung, sowie Bewegungsmangel und Übergewicht. Daher wird die Störung oft als Wohlstandskrankheit bezeichnet.

Gicht Diagnose – Wie wird die Diagnose Gicht festgestellt?

Ein akuter Gichtanfall weist oft sehr charakteristische Beschwerden und Anzeichen auf, wodurch ein Arzt in der Regel gleich die richtige Verdachtsdiagnose stellen kann.
Der „Lehrbuchfall“ der am typischsten ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeichen für einen Gichtanfall zeigt, sieht wie folgt aus: Plötzlich tritt eine extrem schmerzhafte Entzündung am Zehengrundgelenk bei einem Mann auf, der den Abend zuvor eine sehr üppige Mahlzeit zu sich genommen hat und unter Alkoholgenuss ordentlich gefeiert hat.Empfehlung mit Herz Gicht Gicht
Natürlich können individuelle Fälle von diesem Muster abweichend erkennbar sein. Beispielsweise können genauso gut Infekte oder eine starke Anstrengung den Anfall provozieren. Kopfschmerzen, Fieber und Unwohlsein können dem Ganzen vorausgehen. Sollten die Symptome nicht eindeutig sein, veranlasst der Arzt weitere Untersuchungen. Der akute Harnsäurewert lässt sich mit einer Blutuntersuchung feststellen, ist jedoch bei einem akuten Anfall nicht zwingend auffällig, sondern liegt oft schon wieder im Normbereich. Daher sind wiederholte Harnsäure-Untersuchungen aussagekräftiger. Bei einem Gichtanfall finden sich aber oft deutlich erkennbare Entzündungszeichen im Blut.

Welche Möglichkeiten hat der Arzt um die Diagnose zu sichern?

Um die Gicht Diagnose zu sichern hilft in vielen unklaren Fällen eine Gelenkpunktion mit Untersuchung der Gelenkflüssigkeit. Darin enthaltene Harnsäurekristalle sind dann unter einem Mikroskop zu sehen. Bei einem fortgeschrittenen Stadium von Gicht zeigt vor allem das Röntgenbild typische Veränderungen in den Gelenken. Die Ursache von Gicht findet sich bei Patienten oft durch Übergewicht, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), vier wichtige Risikofaktoren für Herz- und Kreislaufkrankheiten, die zusammengefasst werden können unter dem Begriff metabolisches Syndrom. In der Regel wird der Arzt auch untersuchen, ob die genannten Risiken vorhanden sind und eventuell therapiert werden müssen.

Gicht Symptome – Wie macht sich ein Gichtanfall bemerkbar?

Meistens zeigt sich der erste Gichtanfall an einem einzigen Gelenk (akute Gichtarthritis). Es handelt sich dabei fast immer um das Grundgelenk der großen Zehe. Diese Gichtform ist auch unter dem Namen Podagra bekannt. Oft werden auch andere Gelenke befallen, wie beispielsweise Mittelfußgelenke, Sprung- und Kniegelenke, sowie Daumengrundgelenke.

Unglücklicherweise kommt es fast immer ohne Vorwarnung zu einem akuten Gichtanfall, wobei die Betroffenen meist völlig gesund erscheinen. Oft werden die Betroffenen in der Nacht oder auch in der Früh ganz plötzlich von enorm schweren Schmerzattacken überfallen. Das kranke Gelenk ist dann in Normalfall sehr berührungsempfindlich und bewegungsschmerzhaft. Zudem ist es teigig angeschwollen, bläulich oder rötlich verfärbt und heiß. Häufig wird der Anfall auch von Fieber begleitet.
Wenn keine geeignete Therapie eingeleitet wird, kann der akute Zustand mehrere Stunden und teilweise sogar Tage lang andauern. Die akuten Attacken wiederholen sich, sofern keine weitere ärztliche Behandlung stattfindet. Sie können dann in immer kürzer werdenden Abständen auftreten und immer länger anhalten, aber auch übergreifen auf andere Gelenke.

Typische Gicht Symptome

Oft bemerken die Betroffenen der Krankheit nichts, da meist keine Gicht Symptome zum Vorschein kommen. Andauern kann diese asymptomatische Phase der Gicht mehrere Jahrzehnte. Während in dieser Zeit unbemerkt der Harnsäurespiegel im Blut ansteigt, entsteht eine sogenannte Hyperurikämie.

Akuter Gichtanfall

Wirklich bemerkbare Symptome einer Gicht sind erst dann ersichtlich, wenn durch die Harnsäurekonzentration ein kritischer Wert erreicht wird: Es bilden sich dann Harnsäurekristalle, die durch die Einlagerung in den Gelenken, einen akuten Gichtanfall auslösen können. Betroffen ist dabei oft das Grundgelenk der Großzehen an einem Fuß (sog. Podagra bzw. Fußgicht).

Typische Symptome bei einem akuten Gichtanfall :Empfehlung mit Herz gicht-Schmerzen Gicht

Das Gelenk…

  • ist entzündet
  • fühlt sich heiß an
  • verfärbt sich dabei schlagartig rot bis bläulich und
  • schwillt an.

Die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut ist etwa in 90 Prozent der Gichtanfälle deutlich nachzuweisen.
Ausgelöst werden die Symptome eines akuten Gichtanfalls oft durch übermäßiges fettreiches Essen oder starken Alkoholkonsum, wodurch der Harnsäurewert steigt. Zudem kann auch übermäßige körperliche Anstrengung einen Gichtanfall verursachen.
Bis zum Abklingen der Entzündung kann es ohne Behandlung ein bis zwei Wochen dauern. Darauf folgt oft eine Phase, in der Monate bis Jahre keine Symptome auftreten (sog. interkritische Phase).

Chronische Gicht

Chronisch kann die Gichterkrankung dann werden, wenn diese lange unerkannt oder unzureichend therapiert bleibt. Die typischen Symptome einer chronischen Gicht sind neben dauerhaften Schmerzen und bleibenden Gelenkveränderungen ebenfalls die zunehmende Beeinträchtigung der Gelenksfunktion. Schmerzen treten dann nicht nur bei Ruhe, sondern auch bei Bewegung auf. Jedoch tritt eine chronische Gicht nur selten auf.

Was sind Gicht-Tophi?

Vor allem bei chronischer Gicht, kommt es dazu, dass sich in den Ansätzen der Sehnen in der Nähe eines Gelenks Harnsäurekristalle ablagern. Aber nicht nur in den Gelenken (zum Beispiel Ellenbogen, Hand und Fuß), auch in den Sehnen, der Haut, den Schleimbeuteln, dem Ohrknorpel sowie in den Nieren, lagern sich Harnsäurekristalle ab. Vor allem im Gelenk oder seiner Umgebung, sowie an der Ohrmuschel, können sich sichtbare Knötchen bilden (Gichtknoten). Diese bezeichnet man als Gicht-Tophi. Gemeint sind damit Harnsäurekristalle oder größere Verklumpungen. Diese sind schmerzlos, aber hart – maximal in einer Größe von einem Zentimeter – und liegen unter der Haut. Die Gichtknoten können aufbrechen, woraufhin sich eine weiße Masse entleert, die überwiegend aus Harnsäure besteht. Gicht-Tophi kommt aber – dank moderner Behandlungsmethoden – heutzutage nur noch selten vor.

Welche Langzeitfolgen kann eine unbehandelte Gicht Erkrankung nach sich ziehen?

Die Krankheit führt erst dann zu ernsteren Komplikationen, wenn sie nicht ausreichend behandelt wird. Dazu gehören: chronische Gelenkentzündungen und –Deformierungen mit Knochenschäden, Schleimbeutelentzündungen, Nierensteine und eine Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen (Gichtniere). Der Betroffene leidet bei chronischer Gicht meist unter Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen die lang anhalten. Diese schweren Folgen zu unterbinden, gelingt nur mit einer frühzeitigen Therapie.

Gicht Ursache – Wie entsteht Gicht eigentlich?

Dass Gicht überhaupt entsteht hat zur Ursache, dass zu viel Harnsäure im Blut ist, was unter Medizinern den Begriff Hyperurikämiebekommen hat. Sobald das Gleichgewicht im Körper zwischen Bildung und Ausscheidung gestört ist, stellt sich eine Hyperurikämie ein. Vor allem über die Nieren und zu einem geringeren Teil über den Darm, wird Harnsäure ins Blut ausgeschieden. Bei circa fünf Prozent der erwachsenen Männer ist eine erhöhte Konzentration der Harnsäure im Blut nachzuweisen. Diese verursacht allerdings zu Beginn keine Beschwerden. Ob sich die Erkrankung der Gicht anschließend entwickelt, ist abhängig von der Dauer und dem Grad der Hyperurikämie.

Warum ist der Harnsäurespiegel erhöht?

Im Körper entsteht Harnsäure aus dem Abbau von Purinen. Diese wiederum haben zwei Quellen, aus der sie stammen können:

  • Purine stecken zum einen in der Nahrung. Vor allem purinreich sind zum Beispiel Innereien, Fleisch und Wurst.
  • Zum anderen sind Purine ein normaler Baustein von Körperzellen.
  • Daher werden Purine im Organismus auch stets beim Abbau oder beim Zerfall von Zellen frei.

Im Wesentlichen gibt es für einen Harnsäureüberschuss im Blut drei mögliche Ursachen:

  1. Es stecken zu viele Purine im täglichen Essen. Diese werden zu Harnsäure abgebaut.
  2. Es entsteht verstärkt Harnsäure im Körper, zum Beispiel weil viele Zellen zerfallen.
  3. Die Nieren scheiden zu wenig Harnsäure aus.

 

Allerdings finden sich oft Kombinationen der gelisteten Fehlsteuerungen. Bei der Entstehung der Gicht spielen viele genetische Veränderungen eine relevante Rolle. Bei Verwandten der Gichtpatienten sind oft ebenfalls erhöhte Harnsäurespiegel zu erkennen.

Empfehlung mit Herz an-Gicht-erkrankter-Fuss Gicht

Gibt es unterschiedliche Formen von Gicht?

Ja

Unterschieden werden die Formen der Gicht von Ärzten wie folgt:

  • Primäre Form: Dabei ist die Ursache der Hyperurikämieein angeborener Stoffwechseldefekt. Die Niere scheidet fast immer zu wenig Harnsäure aus. In sehr seltenen Fällen ist daran ein Enzymdefekt schuld der dafür sorgt, dass der Körper zu viel Harnsäure herstellt.
  • Sekundäre Form: Oft wird die Hyperurikämiedurch andere Störungen oder Krankheiten verursacht. Beispielsweise entsteht eine sekundäre Gicht aus der Folge von Leukämie oder anderen Blutkrankheiten, bei denen zu viele Zellen abgebaut werden. Dadurch bilden sich im Körper oft zu viele PurinePurine bezeichnet Naturstoffe, die vom Körper selbst (beim normalen Zellstoffwechsel) hergestellt und (über den sog. Purinstoffwechsel) zu Harnsäure abbaut werden.
  • Umso mehr Purine vorhanden sind im Körper, desto mehr Harnsäure wird dabei produziert.
  • Gleichermaßen für die Entstehung der Erkrankung zuständig sind Nierenerkrankungen oder aber auch manchmal die Einnahme von einigen Medikamenten. Auch Diabetes Typ 2 kann dazu führen, dass durch die Nieren zu wenig Harnsäure ausgeschieden wird, wodurch die Konzentration im Blut steigt.

 

Was kann Gichtanfälle auslösen?

Besonders äußere Faktoren können krankheitsfördernd und eine Gicht Ursache sein, sofern schon eine versteckte Neigung zu Gicht besteht. Neben den purinreichen Lebensmitteln und alkoholischen Getränken gehören zu diesen Faktoren ebenfalls Stoffwechselschwankungen, wie beispielsweise bei strengen Diäten oder manchmal bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Zudem kann körperlicher Stress eine akute Gichtattacke auslösen, zum Beispiels durch ungewöhnliche Anstrengungen oder Infektionen.
Neben der purinreichen Ernährung kann auch eine erbliche Vorbelastung dazu führen, dass der Harnsäurespiegel dauerhaft erhöht ist und währe damit eine Gicht Ursache.

Gichtanfall Auslöser

Durch bestimmte Faktoren kann ein Gichtanfall begünstigt werden.

Dazu zählen:

  • übermäßiger Alkoholkonsum,
  • der Verzehr von großen Mengen purinreicher Lebensmittel,
  • starke körperliche Anstrengung und
  • ein hoher Gewichtsverlust, etwa durch Fasten.

 

Gicht Therapie – Wie wird eine Gicht-Erkrankung behandelt?

Der Arzt verschreibt Medikamente gegen den akuten Gichtanfall.

Infrage kommen:

  • entzündungshemmende kortisonfreie Antirheumatika
  • Colchicin
  • Kortisonpräparate als Tabletten oder als Spritze ins Gelenk.

 

Zur Gicht Therapie werden zudem empfohlen

  • das betroffene Gelenk hoch lagern
  • gegebenenfalls Bettruhe
  • die Bettdecke vom empfindlichen Gelenk fernhalten
  • kühlende Umschläge
  • leichte, purinarme Kost
  • ausreichend trinken.

Wie läuft eine Dauerbehandlung genau ab?

Die Dauerbehandlung der Gicht zielt nach der Akutphase auf eine Normalisierung und Stabilisierung des Harnsäurespiegels ab. Gleichzeitig versucht die Behandlung zu verhindern, dass sich Gichtanfälle wiederholen und die Krankheit weiter fortschreitet.

Dabei kommen folgende Medikamente zum Einsatz:

  • Colchicin, für einige Monate begleitend zur übrigen Medikation zur Vorbeugung von Gichtanfällen
  • Allopurinol, ein Medikament, das die Bildung der Harnsäure unterdrückt (ein sogenanntes Urikostatikum)
  • Febuxostat, ein neu entwickelter Wirkstoff. Er kann alternativ zu Allopurinol eingesetzt werden, um erhöhte Harnsäurespiegel zu senken, die bereits zu Ablagerungen geführt haben
  • Medikamente, welche die Ausscheidung von Harnsäure fördern (Urikosurika), zum Beispiel Benzbromaron
  • gegebenenfalls Medikamente gegen Entzündungen und Schmerzen.

 

Hinweis:

Lebens- und Essgewohnheiten ändern. Auf „Radikaldiäten“ verzichten!

  • auf eine purinarme Kost umstellen
  • sehr üppige Mahlzeiten, Fasten und Durstphasen vermeiden
  • am Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken, sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht
  • Alkoholgenuss stoppen.
  • Übergewicht langsam reduzieren – durch gesunde Ernährung und viel Bewegung.
  • Körperliche Aktivität. Sie hilft, den Harnsäurespiegel zu senken.

Außerdem wird der Arzt die Harnsäurewerte im Blut in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Sollte eine chronische Gicht vorliegen bei der Gelenkschmerzen als Beschwerden auftreten, kann eventuell eine physikalische Therapie lindernde Wirkung zeigen.

 

Behandlungsziele der Gicht Therapie

Selbst wenn die ersten Beschwerden einer Gicht von allein wieder verschwinden, ist die frühzeitige Behandlung zu empfehlen. Der Grund dafür ist, dass Gicht – ohne  Gicht Therapie – auf Dauer die Gelenke und gleichermaßen auch innere Organe schädigt.

Ziel der Behandlung von Gicht ist es daher:Empfehlung mit Herz gicht-hände Gicht

  • den erhöhten Harnsäurespiegel im Blut zu senken
  • die Beschwerden zu lindern.

 

Was tun bei einem Gichtanfall?

Sollte Ihr Harnsäurespiegel durch die Krankheit so angestiegen sein, dass sich ein Gichtanfall entwickelt hat, kann eine schnelle Therapie Abhilfe schaffen und Ihre akuten Beschwerden lindern. Eine akute (initiale) Behandlung sollte dann auch möglichst früh einsetzen. Dabei stehen die unterschiedlichsten Medikamente zur Verfügung:

  • Kortisolfreie (nicht-steroidale) Antirheumatika (NSAR): Als Mittel der ersten Wahl gelten entzündungshemmend wirkende NSARwie Naproxenoder Diclofenac, um die Schmerzen bei einem Gichtanfall zu lindern. Alternativ können auch sogenannte COX-2-Hemmer zum Einsatz kommen.
  • Kortisolhaltige (steroidale) Glukokortikoide: Zusätzlich oder als Alternative zu NSAR können Ärzte Kortisonpräparate verschreiben. In der Regel enthalten diese dann den Wirkstoff Prednisolon.
  • ColchicinColchicin ist bei einem akuten Gichtanfall ein sehr wirksames Mittel gegen die Gelenkschmerzen. Gewonnen wird der Wirkstoff aus einer Pflanze, der Herbstzeitlose. Aufgrund seiner vielen Nebenwirkungen (zum Beispiel Bauchkrämpfe, Durchfall) kommt Colchicin anders als früher nur zum Einsatz wenn andere Medikamente nicht infrage kommen.

 

Hinweis:

Bestimmte Medikamente mit Acetylsalicylsäure eignen sich nicht für die initiale Gicht-Behandlung.

Im Gegenteil: Wird dieses Mittel gegen Schmerzen bei Gicht eingenommen, kann es dazu kommen, dass der Harnsäurespiegel im Blut sogar erhöht wird und das Risiko für einen neuen Gichtanfall steigt.
Im Normalfall verschwinden die Beschwerden durch die Einnahme der Medikamente schnell, oft schon innerhalb eines Tages. Jedoch sinkt der Harnsäurespiegel im Blut dadurch nicht.

 

Das können Sie selbst tun bei einem Gichtanfall

Sie können, um die initiale Behandlung zu unterstützen, selbst etwas tun:

  • Kühlen Sie die entzündeten Gelenke mit Umschlägen.
  • Lagern Sie Arme bzw. Beine ruhig.
  • Trinken Sie viel Wasser.
  • Verzichten Sie dabei aber auf Alkohol.

 

Ernährung bei Gicht

Auch für Patienten mit Gicht gelten die allgemeinen Grundsätze für eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Allerdings müssen Betroffene zudem darauf achten, dass purinreiche Lebensmittel gemieden werden, da aus Purinen in der Nahrung vermehrt Harnsäure gebildet wird. Durch eine purinarme Ernährung soll der Harnsäurewert im Blut so gut es geht unter sechs Milligramm pro Deziliter gehalten werden. In bestimmten Nährstofftabellen von Lebensmitteln ist der Harnsäurewert angegeben. Für Gichtpatienten sind diese Tabellen besonders hilfreich und notwendig bei der im Alltag benötigten Zusammenstellung des Speiseplans. Betroffene sollten nicht mehr als 500 Milligramm Harnsäure am Tag zu sich nehmen und nicht mehr als 3000 Milligramm in der Woche. Strengere Obergrenzen werden erst dann gesetzt, wenn ein akuter Gichtanfall vorliegt. Dann dürfen laut Arzt nur maximal 300 mg Harnsäure am Tag oder 2000 mg in der Woche zu sich genommen werden. Am besten eignet sich ein Besuch bei Ernährungsberatern, die dann über Einzelheiten berichten. Vermitteln kann dies der behandelnde Arzt.
Besonders um Medikamente einzusparen ist die richtige Ernährung bei Gicht eine der wichtigsten Säulen der Therapie. Um den Erfolg der Behandlung stets zu überprüfen ist eine regelmäßige Kontrolle durch die Blutwerte beim Arzt nötig.

 

Die wichtigsten Regeln für eine optimale Ernährung bei Gicht

  • Vorsichtig sein bei Fleisch, bestimmten Fischsorten, Hülsenfrüchten (wie Erbsen, Linsen, weiße Bohnen) und Hefe, die sehr purinreich sind! Hier ist zurückhalten angesagt. Am besten ganz auf die äußerst purinreichen Innereien verzichten.
  • Ungünstig ist auch eine hohe Fettzufuhr. Lebensmittel sollten möglichst fettarm zubereiEmpfehlung mit Herz eat-2834549 Gicht    tet werden (dünsten, grillen).
  • Milch- und Milchprodukte sowie Eier kommen als gute Quelle für Eiweiß infrage.
  • Obst, Gemüse, Salate, Kartoffeln sind – mit Ausnahmen – günstige Lebensmittel. Wirklich purinreich und somit ungünstig sind zum Beispiel Spinat und Rosenkohl.
  • Vitamin C besitzt einen milden harnsäuresenkenden Effekt.
  • Fleisch sollte am besten gekocht werden: Die Purinegelangen beim Kochen teilweise aus dem Fleisch in die Brühe. Sie kann dann zum Beispiel gesondert verwendet werden.

 

Was sollte außerdem beachtet werden?

Vor allen die Trinkmenge ist ein wichtiger Faktor bei Gichtpatienten. Sie sollten am Tag darauf achten, zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sofern durch den Arzt keine Einschränkungen vorliegen, sind die geeigneten Getränke zum Beispiel: Leitungs- und Mineralwasser, Tee und Kaffee. Abzuraten ist jedoch von gesüßten Limonaden und Cola.
Gleiches gilt bei alkoholischen Getränken. Dabei ist äußerste Zurückhaltung geboten. Durch Alkohol wird vor allem der Stoffwechsel so beeinflusst, dass im Blut der Harnsäurespiegel ansteigt. Besonders schädlich für Gichtpatienten ist Bier, da es zudem auch noch purinreich ist.
Bei Hyperurikämie und Gicht ist auch Übergewicht ein bedeutender Risikofaktor. Als bewusstes Behandlungsziel gilt daher die Gewichtsabnahme.

 

Hinweis:

Zu strenges fasten kann zu einem akuten Gichtanfall führen und ist deswegen tabu.
Das optimale Gewicht sollte lieber allmählich durch ausreichend Bewegung und eine gesunde, fettarme Küche erzielt werden.
Daher sind sehr üppige Mahlzeiten genauso ungünstig wie Hungern oder längere Durstphasen. Solche Extreme sollten bei Gichtpatienten versucht werden zu vermeiden.