Grüner Star (Glaukom)

Grüner Star / Glaukom

Was genau ist eigentlich Grüner Star?

Bei der Erkrankung Grüner Star handelt es sich um einen geschädigten Sehnerv, der, wenn er unbehandelt bleibt, zu Sehstörungen mit eingeschränktem Gesichtsfeld (sog. Gesichtsfeldausfall) führen kann. Grüner Star schränkt auf Dauer das Sehvermögen ein und im schlimmsten Fall können sogar beide Augen (zeitversetzt) erkranken und erblinden.Ursachen für die Erkrankung Grüner Star sind meist vielfältig. Die Bezeichnung „Glaukom“ steht in diesem Zusammenhang als Sammelbegriff für verschiedene Augenerkrankungen. Ein Glaukom entsteht, wenn ein gestörtes Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Grüner Star (Glaukom)    Verhältnis zwischen dem Augeninnendruck und der Durchblutung des Sehnervs besteht, wobei der Sehnerv Schaden nehmen kann.
Vor allem die Kombination aus schlechter Blutversorgung und hohem Augeninnendruck ist besonders ungünstig. Der Druck im Auge ist zu stark für die Belastungsfähigkeit bzw. die Durchblutung des Sehnervenkopfes (Papille). Unter einem Sehnervenkopf versteht man die Mündung der Sehnerven aus dem Gehirn in die Augenrückseite. Von ihnen aus verteilen sich die Nervenfasern auf die gesamte Netzhaut. Der Sehnerv ist somit die Bündelung einzelner Nervenfasern. Diese Fasern sterben (retinale Ganglienzellen und Axone) im Mündungsbereich (aber auch im Verlauf zum Gehirn) und schließlich im ganzen Auge ab. Ursache dessen ist unter anderem ein zu hoher Augeninnendruck. Es kommt zu Veränderungen des Sehnervenkopfes, die bei der Netzhautspiegelung gut zu erkennen sind. Der Sehnervenkopf beult dabei langsam aus und wird immer blasser durch das Aussterben der Fasern. Das Sterben der Nervenfasern und auch der hohe Augeninnendruck tun normalerweise nicht weh. Der Schaden wird vom Patienten meist erst dann wahrgenommen, wenn das zentrale Sehvermögen nachlässt. Bis zu 90 Prozent der Sehnervenfasern sind in diesem fortgeschrittenen Stadium bereits irreparabel zerstört. Große Gesichtsfeldausfälle (in bestimmte Richtungen erkennt man nichts mehr) oder auch völlige Blindheit sind das Ergebnis dieses Prozesses.

Was ist eigentlich Augeninnendruck?
Ein Ball muss einen bestimmten Druck haben um richtig zu funktionieren, ansonsten rollt er nicht wie er es sollte. Ist der Druck zu hoch, wird die Außenhülle geschädigt. So muss auch das Prinzip im hohlen Organ des Auges sein, da dort auch ein gewisser Innendruck bestehen muss um gut zu funktionieren. Im sogenannten Ziliarkörper des Auges wird ständig neue Augenflüssigkeit gebildet, welche wieder über den Kammerwinkel und den Schlemmschen Kanal abfließt. Vom Körper wird der dabei entstehende Innendruck im Auge automatisch in einem gewissen Bereich geregelt. Vergleichbar ist dies mit dem Blutdruck. In der Druckhöhe allerdings besteht kein Zusammenhang mit dem Blutdruck. Jemand der einen hohen Blutdruck hat, hat nicht unbedingt einen erhöhten Augeninnendruck und andersherum.
Ein individuell erhöhter Augeninnendruck ist der Hauptrisikofaktor eines Glaukoms. Da es sich bei den Glaukomen um solche handelt, die einen offenen Kammerwinkel im Auge haben, werden diese auch Offenwinkelglaukome genannt. Bei normalem Augeninnendruck liegen die Werte von 10 bis 21 mmHg.

Welche Glaukom Arten gibt es?

1.Primäre GlaukomeAugeninnendruck erhöht

  • Offen- oder Weitwinkelglaukom
  • Winkelblock / Winkelblockglaukom
  • Angeborenes Glaukom

 

2. Augeninnendruck unter 21 mmHg

  • Normaldruckglaukom

 

3.Offenwinkelglaukom und Winkelblockglaukom

Spontan und ohne spezielle Ursache auftretende Glaukome werden primäre Glaukome genannt. Neben den häufig vorkommenden Weit- oder Offenwinkelglaukomen, gehören auch die selteneren Winkelblockglaukome dazu.
Das Kammerwasser im Kammerwinkel des Auges fließt über ein Gewebegeflecht (Trabekelwerk) und einen kleinen Sammelkanal in den Blutkreislauf ab. Der Augeninnendruck wird durch das Kammerwasser aufgebaut. Ist jedoch der Abfluss im Kammerwinkel behindert, beispielsweise durch Ablagerungen, ist der Augeninnendruck höher und es kann sich auf lange Sicht gesehen ein Glaukom entwickeln.

Ebenfalls eine Rolle beim Glaukom, spielt, neben dem erhöhten Augeninnendruck, eine verminderte Durchblutung des Sehnervs. Beim primären Offenwinkelglaukom sind die Risikofaktoren auch Glaukome bei Verwandten ersten Grades, höhergradige Kurzsichtigkeit und ein Alter über sechzig Jahre.

4.Normaldruck- oder NiederdruckglaukomEmpfehlung mit Herz Grüner-Star-Auge Grüner Star (Glaukom)

Das sogenannte Normal- oder Niederdruckglaukom ist eine besondere Form des primären Offenwinkelglaukoms. Obwohl der Augeninnendruck im Normbereich liegt, treten hierbei Schäden am Sehnerv ein. Die Augen die dabei betroffen sind, reagieren wesentlich empfindlicher auf den normalen Druck.

5.Akuter Winkelblock

Ein akuter Winkelblock (Glaukom-Anfall) entsteht dann, wenn der Abfluss des Kammerwassers in einem Kammerwinkel der zu eng angelegt ist, plötzlich behindert wird. Auch hierbei ist der Augeninnendruck wieder stark erhöht. Ein solcher Anfall ist ein augenärztlicher Notfall und sollte sofort behandelt werden. Die Betroffenen leiden unter einem verhärteten Augapfel und sehr starken Schmerzen.
Ein Winkelblockglaukom mit Schädigung des Sehnervs welches chronisch ist, entsteht meist in Folge eines Winkelblocks der unzureichend behandelt worden ist, z.B. durch Verklebungen im Kammerwinkel. Dies kommt in Europa jedoch selten vor.
Der Kammerwinkel wird beim Winkelblockglaukom durch die Iris verlegt und der Abfluss des Kammerwassers infolgedessen verengt. Ursache dessen kann erblich bedingt, aber auch durch die Einnahme von Drogen oder bestimmten Medikamenten sein.

5.Sekundäre Glaukome (spezielle Ursachen)

Augeninnendruck erhöht (im Allgemeinen Offenwinkelglaukome):

  • Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom)
  • Pigmentglaukom (Ablagerungen im Kammerwinkel)
  • Glaukom infolge neugebildeter Gefäße (Neovaskularisationsglaukom, zum Beispiel bei Diabetes)
  • Entzündungen, Verletzungen, Medikamente
  • Angeborenes Glaukom

 

Im Gegensatz zu den primären Glaukomen, treten sekundäre Glaukome infolge anderer Erkrankungen oder Verletzungen des Auges auf. Auch eine Allgemeinerkrankung kann Ursache eines sekundären Falls sein.

6.Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom)

Das Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom) stellt die häufigste aller Ursachen dar. Auf allen Strukturen des Augenabschnittes lagern sich dabei sehr feine Partikel ab, genau wie am Pupillenrand und an der Linse. Grund dafür ist eine erbliche Störung der faserigen Elemente des Bindegewebes. Bei dem PEX-Glaukom kommt es darauf an, es frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, da es relativ rasch fortschreiten kann. Jedoch lässt sich mit einer Therapie das Krankheitsbild sehr häufig wieder in den Griff bekommen.

7.Grüner Star / Glaukome durch bestimmte Medikamente

Auch durch Medikamente können sekundäre Glaukome ausgelöst werden, wie beispielsweise durch das Arzneimittel Kortison.

8.Selten: Angeborene Glaukome

Bereits vor der Geburt können Glaukome vorhanden sein oder bis zum frühen Erwachsenenalter auftreten. Auch bei kindlichen Glaukomen wird in primäre und sekundäre Formen unterschieden, die je nach Art auch schon äußerlich erkennbar sind und den Verdacht auf die Diagnose lenken.
Das kongenitale Glaukom ist angeboren. Bei dieser Form ist die Entwicklung des Kammerwinkels gestört, wodurch es zu einem chronisch erhöhten Innendruck kommt. Von Geburt an haben betroffene Kinder stark vergrößerte Augen.Hier ist die Entwicklung des Kammerwinkels gestört, was zu einem chronisch erhöhten Innendruck führt.
Erhöhter Augeninnendruck ohne Glaukom
Was auch sein kann, ist, dass der Augenbefund in Bezug auf den Sehnerv und das Geschichtsfeld normal, aber der Augeninnendruck erhöht ist. Das Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms beträgt aber zehn Prozent in fünf Jahren. Die Notwendigkeit einer Behandlung ist vom behandelnden Arzt anhand verschiedener Kriterien zu entscheiden.

Grüner Star Diagnose

Normalerweise ist die Früherkennung eines Glaukoms ab dem Alter von 40 Jahren zu empfehlen. Wobei alle ein bis maximal zwei Jahre der Augeninnendruck kontrolliert werden sollte.

Die Untersuchungen für eine Grüner Star Diagnose umfassenEmpfehlung mit Herz Grüner-Star-Augenuntersuchung Grüner Star (Glaukom)

  • Einen Sehtest
  • Die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie)
  • Die Beurteilung des Sehnervs (Funduskopie) Der Augenarzt kann mittels Spiegelung des Augenhintergrunds durch die Pupille hindurch den Sehnervenkopf beurteilen
  • Die Überprüfung des Gesichtsfeldes (nur bei mutmaßlichem Glaukom, dann schließen sich meist noch weitere Untersuchungen an)

 

Diese Untersuchungen werden alle nur von den Krankenkassen bezahlt, sofern der Verdacht auf ein Glaukom besteht, da das Glaukom-Screening beim Augenarzt zurzeit eine sogenannte IGeL-Leistung ist: eine individuelle Gesundheitsleistung. Für diese muss der Betroffene selbst aufkommen.

Diagnosesicherung der unterschiedlichen Glaukom Arten

  • Primäres Offenwinkelglaukom

 

Besteht der Verdacht auf ein primäres Offenwinkelglaukom, nimmt der Arzt zunächst verschiedene Untersuchungen vor: Beurteilt wird vorerst der Augeninnendruck, das Gesichtsfeld und der Augenhintergrund. Eine langjährige Verlaufskontrolle durch eine Dokumentation aller Befunde ist in einigen Fällen notwendig, um die Diagnose eines Glaukoms festzustellen. Bis die Diagnose feststeht, dauert es bei dieser Form des Glaukoms deshalb mitunter einige Zeit.

  • Glaukomanfall (akutes Glaukom)

 

Bei einem Glaukomanfall (akutes Glaukom) handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Typische Symptome geben hier den entscheidenden Hinweis. Durch das Messen des Augeninnendrucks, bestimmte Untersuchungen der vorderen Augenabschnitte und des Kammerwinkels kann der Augenarzt die Diagnose rasch bestätigen. Der Kammerwinkel befindet sich zwischen der Iris (Regenbogenhaut) und der Hornhaut. Von hier aus fließt im Normalfall die Flüssigkeit ab (das sog. Kammerwasser). Diese füllt im Auge den vorderen Teil aus.

  • Primäres angeborenes (kongenitales) Glaukom

 

Besteht der Verdacht auf ein primäres angeborenes (kongenitales) Glaukom, wird das betroffene Kind von dem Augenarzt unter Narkose untersucht, damit eine Diagnose gestellt werden kann.

  • Sekundäres Glaukom

 

Ein sekundäres Glaukom ist oft an dem erhöhten Augeninnendruck zu erkennen, weshalb dieser bei der Untersuchung im Vordergrund steht. Aus den zugrunde liegenden Erkrankungen ergeben sich dann weitere Hinweise.

Augeninnendruck – Warum er alleine nicht aussagekräftig ist!

Unter Umständen kann ein Glaukom auch dann vorliegen, wenn der Augeninnendruck unauffällig ist und im Normbereich liegt. Ein normaler Druck kann in einigen Fällen ausreichen um ein relativ empfindliches Auge bzw. um den Sehnerv zu schädigen.

Andersherum ist eine häufige, aber dennoch keine zwingende Ursache für ein Glaukom der erhöhte Augeninnendruck. Dies ist möglich, wenn bei dem Patienten die Toleranzgrenze des betroffenen Auges höher ist als im Normbereich. Normalerweise liegt der obere Bereich des Augeninnendrucks bei circa 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Der Druck kann mit einem höheren Alter steigen.

Es reicht daher nicht aus, den Druck im Auge zu messen, um ein Glaukom zu erkennen und zu diagnostizieren. Entscheidend ist dabei auch, wie der Sehnerv aussieht. Deshalb sind zusätzliche Untersuchungen von Hornhaut, Augenvorderkammer und Augenhintergrund empfehlenswert. Vor allem dann, wenn der Augeninnendruck im Grenzbereich liegt. Der Augenarzt kann im Anschluss an die neu erworbenen Informationen den gemessenen Augeninnendruck besser einschätzen.

 

Diagnostik

  • Die Untersuchung beim Augenarzt
  • Die Untersuchung von Kleinkindern und Babys, die Überprüfung der Entwicklung des Sehvermögens – Was ist wann normal? -,
  • Ursachen und Behandlung der Amblyopie
  • Der Sehtest (Die Überprüfung der Sehschärfe des Auges)
  • Die Spaltlampe (Die vergrößerte Abbildung vor allem der vorderen Hälfte des Auges, die Kontaktglasuntersuchung der Netzhaut und des Kammerwinkels)
  • Die Messung des Augendruckes (Abklärung auf z.B. Grünen Star)Empfehlung mit Herz Grüner-Star-Diagnostik Grüner Star (Glaukom)
  • Die Spiegelung des Augenhintergrundes (Die Untersuchung der Netzhaut und ihre photographische Darstellung)
  • Die Gesichtsfelduntersuchung (Die Überprüfung der Funktion der Sehnerven und des Sehzentrums)
  • Die Überprüfung des Farben- und Dämmerungssehens (Welche Farben sind gut zu sehen und was ist noch bei Dämmerung und Blendung zu erkennen)
  • Die Sehfehlerbestimmung (Was ist ein Autorefraktometer? Wie erfolgt die Bestimmung der Brillenstärke?)
  • Die Überprüfung des Dreidimensionalen/räumlichen Sehens
  • Die Diagnostik der Tränenwege (s.u. Tränenwegserkrankungen)

 

Hinweis:

Im Prinzip werden die obigen Verfahren für eine Grüner Star Diagnose in jeder Augenarztpraxis durchgeführt.

Die im Weiteren aufgeführten Verfahren erfolgen oft nur in größeren Praxen oder spezialisierten Kliniken:

  • Die Darstellung der Blutgefäße der Netzhaut mit Kontrastmittel (Die sogenannte Fluoreszenzangiographie zur Überprüfung auf Schäden der Netzhaut z.B. durch Diabetes, Makulopathie etc.)
  • Die Ultraschalluntersuchung des Auges und der Augenhöhle (Abklärung auf Tumore, Netzhautablösungen etc.) und die Ultraschallvermessung des Auges (Biometrie)
  • Photodokumentation von Befunden. Die Befunde werden mit der Kamera an der Spaltlampe und bei der Netzhautspiegelung festgehalten.

 

Sonstige Methoden zur Diagnosesicherung

Mit den nun Folgenden Untersuchungsverfahren für eine Grüner Star Diagnose wird es noch heikler. Dabei handelt es sich bei den meisten um neuste Technologie, auf die in vielen Fällen nicht zu verzichten ist. Sie sind allerdings in einigen Situationen nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen. Es gibt leider, entgegen aller Beteuerungen unserer Politiker, eine Zweitklassengesellschaft in der Diagnostik und Therapie. Das Problem ist schlichtweg die Finanzierbarkeit des Ganzen. In der Regel tun sich Einzelpraxen daher schwer, die nötigen Geräte vorzuhalten.

  • Überblick über einige der neueren Untersuchungsverfahren wie das HRT, das GDx, das OCT, die Hornhautdickenmessung und die Hornhauttopographie.
  • Die Laserpolarimetrie (GDx) zur frühzeitigen Erkennung von Nervenfaserschäden im Auge bei Grünem Star.
  • Das HRT (zur Vermessung des Sehnervenkopfes in der Verlaufskontrolle des Grünen Stars)
  • Das OCT einerseits zur Darstellung der Netzhautschichten und ihrer Veränderungen bei Netzhauterkrankungen bzw. zur Erfolgsbeurteilung im Rahmen von therapeutischen Maßnahmen und andererseits zur Beurteilung der Nervenfaserschichten beim Grünen Star.

 

Grüner Star Symptome

Grüner Star Symptome können in vielfältiger Form auftreten, macht sich die Schädigung des Sehnervs bemerkbar, kann es sein, dass schon mehr als ein Drittel der ursprünglichen Sehkraft verloren gegangen ist. Oft kommt es zu einer Verminderung der Sehkraft, bei der das Gesichtsfeld von außen und bogenförmig eingeengt ist. Anders gesagt: Objekte werden nicht mehr wahrgenommen, da innerhalb eines oder mehrerer Bereiche der Netzhaut mit normaler Lichtempfindlichkeit der Sehzellen die Sehkraft nachlässt. Dies führt dann zu Orientierungsschwierigkeiten im Straßenverkehr oder in der Umgebung. Im Laufe der Zeit sind neben den Ausfällen im zentralen Gesichtsfeld auch welche zur Blickmitte hin möglich. Ein akutes Krankheitsbild, welches starke Schmerzen, Rötungen und Sehstörungen im betroffenen Auge verursacht, ist ein Winkelblock („Glaukom-Anfall“). Die Symptome dessen sind häufig Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Diese Begleitsymptome sind sehr stark ausgeprägt und aufgrund der Erblindungsgefahr ist ein Glaukom nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und eine Notlage. Es sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Abhängig um welche Form es sich handelt treten, beim Grüner Star, verschiedene Symptome auf:

1.Primäres Offenwinkelglaukom

Anfangs verläuft das primäre Offenwinkelglaukom ohne erkennbare Beschwerden. Die Betroffenen spüren typischerweise keine Schmerzen. Es kann jedoch möglich sein, dass durch einen hohen Augeninnendruck beim Sehen farbige Ringe oder Höfe um Lichtquellen entstehen. Der Grund dafür ist ein sogenanntes Epithelödem, bei dem sich, in der außenliegenden Schicht der Hornhaut des Auges, Wasser einlagert. Bei dieser Glaukom-Form entwickeln sich im späteren Verlauf Symptome wie Gesichtsfeldausfälle. Ohne rechtzeitige Behandlung können Betroffene mit einem Offenwinkelglaukom erblinden.

2.Glaukomanfall (akutes Glaukom)

Als ein medizinischer Notfall wird ein Glaukomanfall (auch akutes Glaukom genannt) bezeichnet. Dieser erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

Glaukomanfälle entstehen oft nur an einem Auge und rufen typische Beschwerden hervor, wie:

  • rotes Auge
  • Augapfel fühlt sich bei leichtem Druck auf das geschlossen Auge hart an (sog. „steinhartes Auge“)
  • Pupille reagiert nicht auf Licht (Lichtstarre)
  • Augenschmerzen
  • Sehstörungen

 

3.Primäres kongenitales Glaukom

Das kongenitale primäre Glaukom ist angeboren. Bereits in den ersten Lebensmonaten ist es bemerkbar. Es fällt besonders durch lichtscheue, tränende Augen auf. Dabei sind die Lider verkrampft. Ein Hinweis auf einen grünen Star ist bei Säuglingen möglicherweise sehr große Augen. Diese Symptome sollten daher unbedingt von einem Facharzt untersucht werden.
Sekundäres Glaukom

Auch im Rahmen anderer Erkrankungen kann ein sogenanntes sekundäres Glaukom auftreten.

Es verläuft entweder

  • ohne Symptome oder
  • mit Symptomen, die einem Glaukomanfall ähneln.

 

Häufige Grüner Star SymptomeEmpfehlung mit Herz Grüner-Star-Behandlung Grüner Star (Glaukom)

  • rote Augen
  • Brennende und juckende Augen
  • tränende Augen
  • Helle Lichtblitze, leuchtende Flecken, Flimmern vor den Augen z.B. durch Migräne, Netzhautzug, “Nahtoderlebnisse”, nach Hornhautoperationen etc.
  • Flecken und Schattensehen  – Was sind “fliegende Mücken” oder die dunklen beweglichen Fusel vor den Augen?
  • Stechen im Auge und plötzliche Druckschmerzen – Die Hintergründe: Grüner Star, Sehfehler, Fremdkörper im Auge, Hornhautverletzung etc.
  • Plötzliche Sehverschlechterung  – Ursachen von “gut” bis “böse”
  • Beschwerden bei der Bildschirmarbeit
  • Kopfschmerzen
  • Kosmetische Probleme rund um die Augen und ihre Therapie  – Unterspritzen mit Collagen etc., Lidstraffungen, künstliche Lidfalten bei Asiaten, Botulinustoxin: Botox, etc.
  • Lidschwellungen
  • Tränensäcke
  • Augenringe
  • Blindheit
  • Sehbehinderung
  • Blendung und Lichtempfindlichkeit kann tagsüber bei viel Sonne aber insbesondere auch nachts bei Gegenlicht sehr störend sein
  • Schwindel
  • Doppelbilder
  • Sehprobleme im Dunkeln bzw. bei Nacht
  • Augenverletzungen durch Prellung, Säuren oder Laugen, spitze Gegenstände
  • Probleme mit dem Erkennen von Farben wie z.B. die Farbenblindheit und die Farbsehschwäche aber auch Farbsehstörungen und ihre Ursachen
  • Brillenunverträglichkeit
  • Einschränkungen des Gesichtsfeldes (“in bestimmten Bereichen sehe ich nichts mehr”)
  • Zuckende Lider
  • alterndes Auge

 

Hinweis:

In jedem Fall sollten sie ,wenn sie eine oder mehrere der typischen Grüner Star Symptome feststellen einen Facharzt konsultieren.

Ein Glaukom ist sehr heimtückisch!

Beim Grauen Star merkt der Patient selbst, dass etwas mit seinen Augen nicht stimmt. Der Verlauf eines Glaukoms jedoch ist zunächst ohne jegliche Krankheitsanzeichen. Erst wenn der Sehnerv bereits irreparabel geschädigt ist, also im Spätstadium, nehmen die Patienten blinde Flecken und Gesichtsfeldausfälle wahr. Anfangs beschränkt sie die Sicht auf den Randbereich, später mündet die Einschränkung in einem charakteristischen Tunnelblick. Zudem tritt oft eine dauerhafte Sehverschlechterung ein.

Meist wird ein primäres Offenwinkelglaukom zufällig oder bei einer reinen Routineuntersuchung durch den Facharzt entdeckt, da die zentrale Sehschärfe lange keine Beeinträchtigung zeigt und keine Beschwerden oder andere Missempfindungen vorhanden sind. Dem Patienten fällt erst im Endstadium der Erkrankung auf, dass eine starke Gesichtsfeldeinengung stattfindet. Anschließend vermindert sich die Sehschärfe oder geht komplett verloren, der Patient sieht dann nur noch verschwommen.

Im Gegensatz dazu, verursacht der Glaukomanfall starke Beschwerden. Durch den Augeninnendruck wird sehr schnell ein dumpfer, anhaltender Kopfschmerz verursacht, der ausgehend vom Auge beginnt. Die Sehschärfe nimmt ab, da der hohe Druck im Auge zu einer Hornhauttrübung führt. Alles wirkt verschwommen und erinnert an Nebel. Häufig werden um die Lichter herum helle Ringe gesehen.

Allgemein können Symptome wie Brechreiz und Schwindel hervorgerufen werden. Sofern ein Glaukomanfall frühzeitig bemerkt und erkannt wird, sind alle Krankheitszeichen, eingeschlossen der Sehverschlechterung, reversibel. Innerhalb weniger Stunden oder Tage kann ein unbehandelter Glaukomanfall hingegen zur unheilbaren Erblindung führen.

Grüner Star UrsachenEmpfehlung mit Herz Grüner-Star-Diagnose Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star, oder auch Glaukom, ist der dritthäufigste Grund einer Blindheit nach dem Grauen Star (Katarakt) und nicht korrigierter Fehlsichtigkeit. Geschädigt wird beim grünen Star der Sehnerv und gleichermaßen auch die Netzhaut.

Dies hat schwere Folgen:

  • Das Gesichtsfeld des Betroffenen ist weitestgehend eingeschränkter im Laufe der Zeit und im schlimmsten Fall erblindet der Patient.
  • Der schleichende Krankheitsverlauf ist das wohl Gefährlichste am Grünen Star, da die Betroffenen die Krankheit häufig zu spät bemerken und der Sehnerv schon längst geschädigt ist.

 

Die Ursache die am meisten auftritt, ist ein zu hoher Augeninnendruck. Dieser entsteht, wenn durch das Trabekelwerk (siebartiges Geflecht) kein Kammerwasser (enthält Nährstoffe für Linse und Hornhaut) mehr aus der vorderen Augenkammer in den sogenannten Schlemmkanal abfließt. Der Sehnerv wird durch diesen entstandenen Druck geschädigt.

Weitere Grüner Star Ursachen sind u.a. die schlechte Durchblutung des Sehnervenkopfs, wobei ebenfalls Nervenzellen absterben.

Im Falle eines Glaukoms, bei dem der Augeninnendruck nicht erhöht ist, spricht man von einem Normaldruck-Glaukom. Andersherum muss ein Augendruck der leicht erhöht ist, nicht immer zu einem Sehnervschaden führen. Die regelmäßige Kontrolle durch den Augenarzt ist sehr wichtig.

Nur in Ausnahmefällen kommt es zu Schmerzen durch den Grünen Star. Genau wie die Schmerzen wird von den Betroffenen das verengte Gesichtsfeld erst spät wahrgenommen. Für eine Heilung ist es dann in den meisten Fällen aber schon zu spät. Die Betroffenen erblinden unwiderruflich ohne rechtzeitige Behandlung.

Unter Medizinern unterscheidet man verschiedene Glaukom-Formen

  • primäres Glaukom
  • primäres Offenwinkelglaukom
  • Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck (Normaldruckglaukom)
  • Glaukomanfall (akutes Glaukom, primäres Winkelblockglaukom)
  • primäres angeborenes (kongenitales) Glaukom
  • sekundäres Glaukom

 

Beim sekundären Glaukom entsteht die Augeninnendruck-Erhöhung als Folge einer anderen Erkrankung, von Behandlungsmaßnahmen wie einem operativen Eingriff oder von Medikamenten.

Hinweis:

Alle Formen des Grünen Stars haben jedoch eines gemeinsam: Der Sehnerv wird mit der Zeit immer mehr geschädigt.

Wie kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck?

  • Der ringförmige Abschnitt der mittleren Augenhaut, der sogenannte Ziliarkörper produziert eine klare Flüssigkeit – das Kammerwasser. Das Kammerwasser fliegt durch das Auge, wodurch der vordere Teil des Augapfels gefüllt wird. Der Augeninnendruck steigt, wenn der natürliche Abfluss des Kammerwassers gestört ist.
  • Auf Dauer kann der empfindliche Sehnerv durch den erhöhten Augeninnendruck geschädigt werden. Der Sehnerv schafft es nicht mehr, alle Informationen an das Gehirn weiterzugeben, wodurch Sehstörungen entstehen, die die Einschränkung des Gesichtsfeldes zur Folge haben (sog. Gesichtsfeldausfälle). Sie sind typisch für das Glaukom.
  • Unter Umständen kann jedoch auch bei normalen Augeninnendruck-Werten der Sehnerv geschädigt sein und somit eine der Grüner Star Ursachen sein.

Hinweis:

  • Unter Experten spricht man von einem Normaldruck-Glaukom. In der Diskussion stehen deshalb noch weitere Ursachen.

 

Beispielsweise ist denkbar, dass bei der Entstehung eines Glaukoms Durchblutungsstörungen am Sehnerv und an der Netzhaut eine Rolle spielen.

  • Auch Gefäßerkrankungen und Blutdruckstörungen kommen infrage!

 

Sogenannte Plaques, also Ablagerungen die den Abfluss des Kammerwassers in das feine Geflecht der Bindegewebsbälkchen (Trabekel) und den Schlemm’schen Kanal im Kammerwinkel (primäres Offenwinkelglaukom) verhindern, sind ebenfalls Ursache der Erkrankung.

  • Das hohe Lebensalter gilt ebenfalls als großer Risikofaktor.

 

Der Perfusionsdruck in den Blutgefäßen reicht beim Normaldruckglaukom nicht aus, um den eigentlich normalen Druck im Inneren des Auges zu überwinden, wodurch ein Versorgungsengpass in den Seh- und Nervenzellen besteht.

 

Typische Grüner Star Ursachen und Risikofaktoren

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Arteriosklerose oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) der Hals- oder Hirnschlagadern
  • generell niedriger Blutdruck oder ein sehr niedriger zweiter Blutdruckwert (diastolischer Blutdruck), der etwa bei Herzklappenfehlern oder bestimmten Störungen der Gefäßfunktion entstehen kann (insbesondere bei zusätzlichem Blutdruckabfall in der Nacht)
  • zu hoher chronischer Blutdruck (Hypertonie), der die Blutgefäßwand schädigt
  • chronisch erhöhte Blutfettwerte (Hypercholesterinämie), wodurch Ablagerungen in den Gefäßen entstehen (Arteriosklerose)
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, die den Blutfluss behindern und die Innenwand der Blutgefäße verändern
  • Autoimmunerkrankungen mit Beteiligung der Blutgefäße
  • Rauchen, da Nikotin zur Verengung der Blutgefäße – auch jene im Auge – führt. Der Tabakkonsum gilt zudem als wichtiger Risikofaktor der Arteriosklerose
  • (vorübergehende) krampfhafte Verengungen der Blutgefäße beim Raynaud-Syndrom, bei Migräne oder Tinnitus
  • schwere Entzündungen am beziehungsweise im Auge, in deren Folge Vernarbungen oder Ablagerungen im Kammerwinkel (Entzündungszellen, Eiweiß) entstehen können (sekundäres Glaukom)
  • langjährige Kortisonbehandlung
  • Medikamente, die die Pupille erweitern, da bei bereits flacher Augenkammer die Regenbogenhaut der Iris den Kammerwinkel dann blockieren kann (Engwinkelglaukom)
  • Starke Kurz- oder Weitsichtigkeit jenseits von vier Dioptrien, bei denen die Form des Augapfels und der vorderen Augenkammer verändert ist
  • familiäre Häufung: Als einer der wichtigsten Risikofälle gelten Fälle von Glaukom in der Familie
  • schwarze Hautfarbe: Menschen mit dunkler Haut haben ein mehrfach erhöhtes Erkrankungsrisiko

 

Empfehlung mit Herz medical-563427 Grüner Star (Glaukom)

Grüner Star Therapie / Behandlung

Um Glaukom effektiv zu behandeln, werden zur Behandlung gut wirksame Medikamente in Form von Augentropfen eingesetzt. Werden diese regelmäßig und nach ärztlicher Anweisung korrekt angewendet, können diese den Augendruck senken und die Erkrankung in ihrem Fortschreiten hindern.

  • Nur bei sehr ausgeprägten Krankheitsbildern ist ein Eingriff mit dem Laser oder eine Augenoperation erforderlich. Die Behandlungsmöglichkeiten werden heute durch neue Operationstechniken (sogenannte minimalinvasive Glaukomchirurgie) erweitert. Ein Glaukom welches angeboren ist wird in der Regel operiert.
  • Unmöglich hingegen ist es, das Sehvermögen wiederherzustellen. Jedoch lässt sich der Sehverlust mit Hilfe von Augentropfen stoppen, sofern die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert wurde.
  • Zeigt diese Grüner Star Therapie keine Wirkung, können die Ursachen des Grünen Stars durch eine Operation bekämpft werden. Die sogenannte Trabekulektomie, ein Standardverfahren, bei der für das Kammerwasser ein Abfluss am Trabekelwerk geschaffen wird, sorgt dafür, dass der Druck im Auge gesenkt wird.
  • Auch eine Operation mit dem Laser ist möglich.

 

Hinweis:

Die benötigte augenärztliche Behandlung eines Glaukoms kann vielseitig aussehen, da sich die genaue Grüner Star Therapie nach der jeweiligen Art des Glaukoms richtet.

  • Primäres Offenwinkelglaukom Behandlung

 

Wird das primäre Offenwinkelglaukom rechtzeitig erkannt, können Augentropfen Abhilfe schaffen und die Erkrankung lässt sich gut behandeln. Um den Augeninnendruck zu senken gibt es Augentropfen mit bestimmten Wirkstoffen, wie beispielsweise Dorzolamid, Acetazolamid, Latanoprost oder Timolol, die dann zum Einsatz kommen.

In einigen Fällen ist es möglich, dass, sollten die Augentropfen den Druck im Auge nicht genügend senken, eine Laserbehandlung hilfreich ist. Eine Lasertherapie senkt allerdings nur gering den Druck und auch nicht auf Dauer.

Oftmals hilft dann nur noch ein operativer Eingriff. Der Arzt schafft bei der Glaukom-Operation einen künstlichen Abfluss für das Kammerwasser. Der Eingriff erfolgt im Normalfall ohne Vollnarkose, also unter örtlicher Betäubung.

  • Glaukomanfall (akutes Glaukom) Behandlung

 

Bei dieser Form des Glaukoms ist eine sofortige Therapie erforderlich. Der Arzt senkt bei diesem medizinischen Notfall auch hier wieder zuerst den Augendruck des Patienten mit Hilfe von Medikamenten. Anschließend erfolgt eine Operation am betroffenen Auge. Die sofortige Behandlung lässt generell gute Heilungschancen versprechen. Sollte ein Glaukomanfall unbehandelt bleiben, führt dieser im schlimmsten Fall zur Erblindung.

  • Primäres angeborenes (kongenitales) Glaukom Behandlung

 

Ein Glaukom welches angeboren (kongenital) ist, wird in jedem Fall durch eine Operation behandelt.

  • Sekundäres Glaukom Behandlung

 

Die Behandlung eines sekundären Glaukoms ist abhängig von der zugrunde liegenden Ursache, zum Beispiel einer Erkrankung anderer Art. Diese sollte zunächst vom Arzt behandelt werden. Im Prinzip eignet sich für das sekundäre Glaukom selbst, die gleiche Behandlung wie beim primären Offenwinkelglaukom. Der Arzt verschreibt in erster Linie Augentropfen gegen den hohen Augeninnendruck.

Grüner Star Therapien und Behandlungsmethoden

  •  Prinzipien der örtlichen Therapie: Tropfen, Gel oder Salben bzw. durch Implantate und lokale Spritzen, sowie genetische Therapie im Augenbereich
  •  Allgemeine (systemische) Therapie, (d.h. Tabletten, Infusionen etc.) ist in der Augenheilkunde selten und kommt z.B. bei massiven Entzündungen im Augenbereich in Frage. Die allgemeine Therapie betrifft häufig nur das Behandeln der Grunderkrankung, da so wie Folgen am Auge mit abgestellt werden können. Dies hat zur Ursache, dass viele Allgemeinerkrankungen des Körpers Nebenwirkungen am Auge haben.
  • Eine der Hauptbeschäftigungen in der Augenheilkunde ist die Korrektur von Fehlsichtigkeit. Zunächst sind dies konservative Verfahren wie Brillen, Kontaktlinsen oder vergrößernde Sehhilfen
  • Alternativ gibt es die operative Therapie von Sehfehlern, die sogenannte refraktive Chirurgie: z.B. mittels Laser (z.B. LASIK) aber auch zahlreiche andere heute mögliche Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen.
  • Laserbehandlungen bei Erkrankungen: z.B bei grünem Star, Netzhautlöchern, Nachstar, Zuckerschäden, Zuständen nach Blutgefäßverschlüssen

 

Nicht bei allen Glaukomformen schlagen die verschriebenen Medikamente zufriedenstellend an. Oft ist eine medikamentöse Therapie bei dem Offenwinkelglaukom (der häufigsten Form) aber ausreichend. Vor allem ältere Menschen sind von dieser Form betroffen. Bei ihnen bilden sich Ablagerungen (Plaques) im Kammerwinkel des Auges, die das Abfließen vom Kammerwasser behindern.

Es gibt, für die Behandlung des Grünen Stars mit Medikamenten, zwei Ansätze die im Prinzip funktionieren. Zum einen besteht die Möglichkeit Wirkstoffe einzusetzen, welche die Bildung vom Kammerwasser drosseln. Zum anderen werden Substanzen zur Glaukom-Behandlung eingesetzt, die eine Verbesserung des Abflusses vom Kammerwasser hervorrufen soll.

Welche Medikamente werden bei der Therapie eingesetzt?

Medikamente gegen Glaukome gibt es als Tabletten, Tropfen, Augentropfen oder Injektionslösungen.

Für die Medikamentengruppen kommen in der Grüner Star Therapie folgende infrage:

  • Häufig werden Betablocker zur Behandlung des Grünen Stars eingesetzt – sie bremsen die Produktion von Kammerwasser. Betablocker dürfen bei Asthma und bestimmten Herzkrankheiten (z. B. Herzschwäche oder bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen) nicht angewendet werden.
  • Carboanhydrasehemmer drosseln ebenfalls die Produktion von Kammerwasser. Für eine schnellere Wirkung des Mittels kann dieses bei einem akuten Glaukom-Anfall auch direkt in die Vene gespritzt werden. Bekannte Wirkstoffe in Augentropfen sind beispielsweise Dorzolamid und Brinzolamid.
  • Prostaglandine senken den Augeninnendruck, indem sie den Abfluss des Kammerwassers verbessern. Dass die Farbe der Regenbogenhaut (Iris) dunkler werden kann, ist eine Nebenwirkung der Prostaglandine.
  • Sympathomimetika wirken dem Grünen Star (Glaukom) entgegen, indem sie die Produktion von Kammerwasser senken.
  • Parasympathomimetika verengen die Pupille (Miosis), erweitern dadurch den Kammerwinkel und erleichtern den Abfluss des Kammerwassers.

 

Vor allem ältere Menschen werden durch die Verengung der Pupille in ihrem Sehvermögen eingeschränkt.
Beim Grünen Star (Glaukom) werden in manchen Fällen verschiedene Präparate in Kombination von dem behandelnden Arzt verordnet. Beispielsweise können so die Produktion des Kammerwassers und ein besserer Abfluss desselben zu einer hinreichenden Wirkung ergänzt werden. Der Arzt stimmt die Wahl der Medikamente, dessen Dosierung und mögliche Kombinationen auf die individuelle Glaukom-Art ab. Essentiell bei dieser Behandlung ist das gute Zusammenarbeiten des Arztes und des Glaukom-Patienten, sodass der Betroffene die Grüner Star Therapie konsequent einhalten kann.

Drucksenkende Tabletten oder Spritzen

Bei relativ hohen Druckwerten und nicht genügender Wirkung von Augentropfen, werden Tabletten oder Spritzen zur Senkung des Drucks angewendet (beispielsweise bei einem akuten Glaukomanfall).

Welches Ziel hat die Therapie von Grünem Star?

Die Absenkung des Augeninnendrucks unter den kritischen Werten ist Ziel der Grüner Star Therapie. So werden die Zellen der Netzhaut mit hinreichend Blut versorgt. Dabei wird der Grenzwert individuell festgelegt und steht in Abhängigkeit mit dem Druck, welcher das Blut durch die Gefäße im Auge zirkuliert. In der Regel wird die Behandlung medikamentös oder operativ behandelt.
Vor allem bei chronischen Glaukomformen steht die Behandlung einer medikamentösen Therapie mit Augentropfen im Vordergrund. Die Aufgabe des Arztes ist es, für den jeweiligen Patienten die am besten geeignetsten Augentropfen auszuwählen um damit den Augeninnendruck zu senken. Wenn eine Sorte nicht ausreicht, ist eine Kombination aus mehreren Präparaten notwendig. Alle Medikamente die zurzeit auf dem Markt sind, sprich – alle Augentropfen gegen Glaukom, haben die Wirkung den Druck zu senken zum Ziel. Jedoch unterscheiden sich die Medikamente pharmakologisch in ihren Mechanismen, wodurch eine Drucksenkung zustande kommt. Auch das Profil der Nebenwirkungen der einzelnen Präparate wird somit unterschieden. Die Nebenwirkungen entscheiden zusätzlich darüber, welches Präparat oder mit welcher Präparatkombination der Betroffene behandelt wird. Zum Beispiel sind so die Beta-Blocker bei Patienten ungeeignet, die an Asthma oder Herzrhythmusstörungen leiden.
Sofern der Patient mit einer Allergie auf die Augentropfen reagiert, liegt dies eher an den Konservierungsstoffen in der Trägersubstanz (der Flüssigkeit, in der der Wirkstoff gelöst ist) und nicht am eigentlichen Wirkstoff des Medikaments.
Bei Augenkrankheiten die chronisch sind, wie beim Grünen Star oder dem Sicca-Syndrom (trockene Augen), ist es empfehlenswert vorsichtshalber Tropfen ohne Konservierungsstoffe (etwa Benzalkoniumchlorid) zu verwenden. Dies rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), da es sonst zu einer chronischen Entzündung der Augenoberfläche kommen könnte.

Grüner Star OP / Kosten / Ruhezeit

Kann der Augeninnendruck durch eine Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend und zuverlässig gesenkt werden, ist eine Grüner Star OP notwendig. Es ist möglich in einigen Fällen beide Glaukom-Therapien durchzuführen. So wird ein Glaukomanfall zunächst mit Medikamenten behandelt um den akuten Druck zu senken und im Anschluss daran wird dann das Auge operiert.

Eine Operation wird zum Beispiel bei der frühkindlichen Form des Grünen Stars (primäres angeborenes Glaukom) sehr früh durchgeführt.

Zeigt auch eine Kombinationstherapie mit verschiedenen Augentropfen keine hinreichende Wirkung oder reagiert der Patient mit einer Unverträglichkeit gegenüber den Tropfen, ist eine Grüner Star OP oder Laserbehandlung erforderlich.Empfehlung mit Herz Grüner-Star Grüner Star (Glaukom)

Durch die verschiedenen Operationsverfahren kann dabei ein künstlicher Abfluss geschaffen werden, durch den das Augenwasser fließen kann. Zum Einsatz kommen die Methoden des Laserns und des Operierens auch bei einem angeborenen oder akuten Glaukom zum Einsatz.

Liegt ein Glaukom zusammen mit einem grauen Star vor, können beide Erkrankungen mit einer kombinierten Operation therapiert werden. Auch dabei gibt es unterschiedliche Techniken. Bei den kombinierten Operationen gibt es keine Altersbeschränkungen oder Kontraindikationen.

Die Operation mit Trabektom könnte eine Alternative sein: Augenärzten ist es möglich, mit Hilfe eines 1,6 Millimeter breiten Schnitts in die Hornhaut, das sogenannte Trabakel-Maschenwerk im Augen zu entfernen. Eine Verhärtung dieses Geflechts ist nämlich häufig die Ursache dafür, dass das Kammerwasser nicht richtig abfließen kann und dadurch der Augeninnendruck erhöht wird. Der Eingriff dauert nur circa zehn Minuten und wird ambulant behandelt, da der Patient örtlich betäubt wird.

Abhängig von der konkreten Diagnose und Ursache wird ein Verfahren zur Operation des grünen Stars angewendet. Alle diese Methoden sollen den Augeninnendruck beeinflussen, entweder durch künstliche Abflüsse oder durch eine verringerte Produktion von Kammerwasser.

Hinweis:

Besonders patientenfreundlich und weit verbreitet ist die Glaukom-OP mit dem Laser.

Vorrübergehende Abhilfe mit der Lasertrabekuloplastik

Durch die Operation mit der sogenannten selektiven Lasertrabekoplastik wird die Durchlässigkeit des Trabekelmaschenwerks im Auge erhöht. Darunter wird das Gewebe verstanden, durch welches das Kammerwasser abfließt. Mit dem Laser wird bei dieser Form der Operation punktförmig auf das Gewebe des Trabekelmaschenwerks gezielt. Auf diese Weise entstehen kleine löchrige Narben in dem schwammartigen Gewebe, welche den Abfluss des Kammerwassers deutlich leichter macht. Allerdings hält diese Wirkung nach der Operation nur vorübergehend an und ist im Normalfall nicht dauerhaft.

  • Iridektomie / Iridotomie

 

Bei der sogenannten Iridektomie, welche ein Operationsverfahren meint, wird von dem Arzt chirurgisch ein kleines Loch in die Iris (Regenbogenhaut) geschnitten, wodurch zwischen der vorderen und der hinteren Augenkammer für das Kammerwasser ein Durchfluss entsteht. Durch diesen Prozess reguliert sich der Augendruck.
Von einer Iridotomie hingegen spricht man dann, wenn diese Form der Glaukomoperation am Auge mit Hilfe eines hochenergetischen Infrarot-Lasers erfolgt. Heutzutage ist dieses Verfahren Standard.
Besonders bei einem Engwinkel-Glaukom sind die Iridotomie und Iridektomie die Behandlung der Wahl.

  • Trabekulektomie

 

Hierbei handelt es sich um einen mikrochirurgischen Eingriff. Aus den Strukturen des Auges wird eine Art Ventil für den Abfluss des Kammerwassers gebildet. Bei dieser Glaukom-Operation wird ein Streifen als Abfluss aus der Lederhaut herausgeschnitten. Die Senkung des Augeninnendrucks durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses ist ebenfalls Ziel des Eingriffs. Das Kammerwasser fließt durch das neu entstandene Abflussloch in der Lederhaut unter die Bindehaut und wird an dieser Stelle wieder vom Körper aufgenommen.
Bei der sogenannten Trabekulotomie werden im Gegensatz zur Trabekulektomie sechs bis acht kleine Löcher für den Abfluss des Kammerwassers mit einem Laser gesetzt.

  • Zyklophotokoagulation

 

Bei dieser Methode wird durch einen Laserstrahl der Ziliarkörper (Strahlenkörper) verödet, indem die Augenflüssigkeit produziert und wodurch das Drüsengewebe reduziert wird. Durch diese Reduzierung kommt es dann zu einer geringeren Produktion des Kammerwassers. Die Senkung des Augeninnendrucks durch weniger Kammerwasserproduktion ist dann die erwünschte Folge einer Grüner Star OP.

Im Ziliarkörper bildet sich im Anschluss an die Durchführung des Eingriffs eine Narbe. Die Konsequenz ist dann, dass weniger Kammerwasser produziert wird. Die Bildung der Narben dauert in etwa sechs bis acht Wochen. Somit lässt sich erst nach circa drei Monaten nach dem Eingriff der Erfolg bewerten. In extrem schweren Fällen wird eine Operation mittels Kälte empfohlen (Kryokoagulation).

 

Hinweis: 

Patienten die gesetzlich versichert sind gilt…

  1. IGeL sind kein Bestandteil des festgeschriebenen Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung.
  2. Im Grundsatz werden sie daher von keiner Krankenkasse erstattet.
  3. Krankenkassen haben dennoch die Möglichkeit, individuelle Angebote zu machen, wie beispielsweise eine Gesundheitsprophylaxe oder medizinische Therapien.
  4. Nicht alle medizinischen Leistungen sind grundsätzlich vom Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Sie werden dann von den Kassen bezahlt, wenn bei konkreten Fällen eine medizinische Behandlung notwendig ist oder der Patient einer Risikogruppe angehört.
  5. Eine Kassenleistung ist eine Glaukom-Behandlung dann, wenn z.B. Patienten mit Diabetes untersucht werden, bei denen die Vergangenheit schon diabetische Schäden am Auge aufgezeigt hat.
  6. Je nach Krankheitsverlauf erhält der Patient eine Krankschreibung von 8-14 Tagen.
  7. Autofahren wird nach der letzten OP frühesten eine Woche danach erlaubt.

 

Kosten in der Augenklinik

  • In Augenkliniken kosten Operationen im Normalfall circa 800,00 – 3000,00 Euro.