Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) sind eine unregelmäßige, vom Normalen abweichende Abfolge des Herzschlages.
Dies wird von den Betroffenen manchmal als Herzstolpern, -rasen oder als unwillkommene Pause der Herzschlagfolge wahrgenommen.

Oft werden leichte oder gelegentliche Herzrhythmusstörungen gar nicht erst bemerkt.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Herzrhythmusstörungen

Es kann sein, dass Schwindel, Ohnmacht, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, sowie Brustschmerzen und Brustenge als Symptome auftreten.

Vereinzelt kann es auch zu einem Schock kommen.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Herzrhythmusstörungen um harmlose Extraschläge ohne Krankheitswert.
Eine Verschnellerung der Herzfrequenz (Tachykardie) oder auch eine Verlangsamung der Herzfrequenz (Bradykardie) kann lebensbedrohlich werden.

Im Laufe seines Lebens ist fast jeder Mensch von Herzrhythmusstörungen betroffen. Diese können gefährlich oder harmlos sein. Meist sind sie nur subjektiv unangenehm („Stolperherz“) und bedürfen keiner Behandlung. Sie können jedoch auch zu sehr gefährlichen Zwischenfällen und Folgeerscheinungen führen.

Der Arzt kann anhand der Herzstromkurve im Elektrokardiogramm (EKG) erkennen, in welchem Rhythmus das Herz schlägt. Ob das Herz aus seinem normalen, sogenannten Sinusrhythmus, in einen Rhythmus geraten ist. Der Herzschlag unregelmäßig (arrhythmischen) und/oder zu schnell (tachykarden) oder zu langsam (bradykarden) ist.

Um dieses Problem zu beheben, ist es wichtig, die Ursache der Herzrhythmusstörungen herauszufinden.

Ab wann spricht man von Herzrhythmusstörungen?

Pro Minute liegt die normale Herzfrequenz bei 50 bis 100 Schlägen.

Bei jungen Frauen ist die Herzfrequenz meist höher als bei Männern, was vermutlich dem zugrunde liegt, dass bei Männern die Ruhefrequenz durch häufigen Sport absinkt.

Ist die Herzfrequenz < 50/min, bezeichnet man sie als verlangsamt (Bradykardie).

Liegt die Frequenz >100/min, bezeichnet man diese als zu schnell (Tachykardie).

Lebensbedrohlich können beide Ausprägungen sein.

Herzrhythmusstörungen treten meist in der Folge von schweren, strukturellen Krankheiten des Herzens auf wie …

  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzschwäche
  • Herzklappenfehler
  • angeborener Bluthochdruck
  • erworbener Bluthochdruck durch starker Verdickung des Herzmuskels

 

Einteilung in Störungen der Reizbildung und Störung der Erregungsleitung

Herzrhythmusstörungen kann man einteilen in Störungen der Reizbildung und Störungen der Erregungsleitung.

Gesteigerte Automatie, abnorme Automatie und getriggerte Aktivität können Ursachen ektoper Reizbildung sein.

In linearen geschlossenen Leitungsbahnen oder auch im räumlichen Gesamtzellverband können Erregungsleitungsstörungen zu Arrhythmien führen.

Durch das Zusammenziehen des Herzmuskels und das Auslösen der Pulswelle wird die elektrische Aktivität im Herzen selbst erzeugt.

Der sogenannte Sinusknoten ist ein Taktgeber, welcher im oberen Bereich des rechten Herzvorhofs (Atrium) liegt. Die Impulse gelangen von hier aus über die Wände der Vorhöfe zum AV-Knoten (Atrio-Ventrikular-Knoten) und anschließend über spezifische Leitungsbahnen (His-Bündel, Faszikel in der rechten und linken Herzkammer und Purkinje-Fasern) in die Herzmuskulatur.

Regt man sich auf oder strengt sich körperlich an, beschleunigt sich der Puls.

Im Schlaf hingegen verlangsamt er sich.

Veranlasst werden diese Veränderungen über das sogenannte autonome Nervensystem, welches den Sinusknoten beeinflusst.

Diagnose von Herzrhythmusstörungen

Durch gezielte Befragung, körperliche Untersuchung und durch ein Elektrokardiogramm (EKG) kann der Arzt in der Regel klären, ob Krankheitswert besteht oder nicht.

Zur Aufdeckung von strukturellen Auffälligkeiten wird im Zweifelsfall die Ultraschalluntersuchung des Herzens eingesetzt.

Ein wesentliches Diagnose ist unter anderem nach wie vor die Pulsanalyse. Durch das Empfinden, wie Klagen über Herzjagen oder langsamen Puls, Herzstolpern oder angina ähnlichen Beschwerden begleiten dabei die Analyse.

Jedoch führt der Verdacht auf Herzrhythmusstörungen immer zuerst zur Erstellung eines EKG. Das EKG besitzt die nötige Technik, um die allermeisten Herzrhythmusstörungen zu identifizieren.

Heutzutage gibt es weitere Möglichkeiten, wie das Belastungs-EKG, das Tele-EKG, das Langzeit-EKG und das Steh-EKG.

Wenn die Oberflächenableitungen beim EKG nicht zielführend sind, bestehen auch intrakardiale StimulEmpfehlung mit Herz herzrhythmusstörungen-Symbolbild Herzrhythmusstörungen    ations- und Ableitungsmöglichkeiten.

Wie läuft die Diagnosestellung beim Arzt ab?

Zunächst wird der Arzt für eine ausführliche Diagnose nach Symptomen fragen, wie zum Beispiel nach Vorerkrankungen.

Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung, wobei das Herz mit einem Stethoskop abgehört wird. Dabei ist der unregelmäßige Herzschlag oft bereits deutlich wahrnehmbar.Es kann allerdings auch sein, dass die Arrhythmien nur unter bestimmten Bedingungen auftreten.

Zusätzlich werden Puls und Blutdruck gemessen.

Für die Diagnose von Herzrhythmusstörungen ist die wichtigste Untersuchung immer die Elektrokardiografie (EKG).
Über die Messpunkte auf dem Brustkorb und den Beinen oder Armen werden dabei die elektrischen Ströme im Herzen gemessen. Der Arzt zieht, aus der durch die Herzaktivität dargestellte Kurve, Rückschlüsse auf die Art der Rhythmusstörung. Zunächst wird das EKG unter Ruhebedingungen durchgeführt (Ruhe-EKG). Es gibt das Belastungs-EKG, Ergometrie; Messung der Herzaktivität unter Belastungsbedingung, zum Beispiel beim Laufen auf einem Laufband oder Radeln auf einem Fahrrad, zusätzlichen Aufschluss. Denn einige Arten von Herzrhythmusstörungen treten nur dann auf oder verschlechtern sich bei Belastung. Das sogenannte Langzeit-EKG, welches über 24 Stunden die Strömungen im Herz überprüft, hilft auch Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus aufzudecken, die nur sporadisch auftreten.

Welche Alternativen gibt es zu den Standard -EKG Untersuchungen?

Eine Alternative bietet den Betroffenen ein kleines tragbares EKG-Gerät, welches den Patienten mitgegeben wird um zu schauen, wann die Symptome auftreten.

Sollten Symptome auftreten (Eventrecorder), muss man das Gerät anschalten. Eventuell können dadurch selten auftretende Herzrhythmusstörungen doch aufgezeichnet werden.

Heute sind kleine, unter der Haut eingesetzte Geräte (Loop-Recorder) in der Lage, den Herzrhythmus bis zu drei Jahre zu überwachen und abzuspeichern. Sofern der Arzt Herzrhythmusstörungen als Ursache von Ohnmachtsanfällen (Synkopen) oder von Schlaganfällen vermutet.

Um die Diagnose einer Herzrhythmusstörung zu stellen, reichen diese Untersuchungen meistens aus.

Zusätzlich können jedoch auch weitere Tests, zum Beispiel Herzstrommessungen mit einem Herzkatheter (als Elektrophysiologie bezeichnet) oder Untersuchungen unter Verabreichung bestimmter Medikamente notwendig sein.

Symptome von Herzrhythmusstörungen

Das unscheinbare an Herzrhythmusstörungen ist, dass sie sich sehr unterschiedlich anfühlen. Die Symptome von Herzrhythmusstörungen sind vielfältig, manche Betroffene merken leichte und gelegentliche Herzrhythmusstörungen gar nicht, wohingegen andere diese als sehr bedrohlich empfinden. Beispielsweise in Form eines Herzschlags „bis in den Hals“, der unregelmäßig auftritt.

Typische Symptome von Herzrhythmusstörungen sind …Empfehlung mit Herz Herzinfarkt-Senioren Herzrhythmusstörungen

 

Seltene, gefürchtete Komplikationen bei Herzrhythmusstörungen sind …

  • Embolien (Gefäßverschlüsse durch weitergeschwemmte Blutgerinnsel)
  • Schlaganfall (Hirninfarkt, Apoplex)
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Zunehmende Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Plötzlicher Herztod

 

langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörung Symptome

  • Schwindel
  • allgemeine Leistungsminderung und Schwäche
  • kurzzeitige Bewusstseinsverluste („Kreislaufkollaps“)
  • Benommenheit

 

Schnelle (tachykarde) Herzrhythmusstörung Symptome sind …

  • Herzklopfen oder -rasen
  • Nervosität
  • reduzierte Belastbarkeit
  • Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps

 

Ursachen von Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungs-Ursachen sind vielfältig.
Diese können auf Elektrolytstörungen (z.B. Hypo- und Hyperkaliämie) zurück zu führen sein.
Psychogene Ursachen (Depressionen) werden neuerdings mit dem Auftreten ventrikulärer Arrhythmien in Zusammenhang gebracht und diskutiert. Ursachen von Herzrhythmusstörungen können auch organische Veränderungen Herzklappenfehler, KHK, Herzmuskelentzündungen oder degenerative Erkrankungen des Herzens sein.

Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind …Empfehlung mit Herz herzrhythmusstörungen-Untersuchung-EKG Herzrhythmusstörungen

  • entzündliche Ursachen (z.B. Myokarditis)
  • mechanische Ursachen (z.B. Mitralstenose)
  • ischämische Ursachen (z.B. Myokardinfarkt)
  • metabolische Ursachen (z.B. Schilddrüsendysfunktion)
  • toxische Ursachen (z.B. Glykosidintoxination)
  • elektrische Ursachen (z.B. Schrittmacherfehlfunktion)

 

Ursachen von Herzrhythmusstörungen außerhalb des Herzens sind …

  • Störungen der Schilddrüsenfunktion
  • Elektrolytstörungen
  • Verletzungen
  • Perikarditis

 

Bei dem Vorhofflimmer, der häufigsten Rhythmusstörung des Erwachsenen, spielen die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und die koronare Herzkrankheit (KHK) eine Rolle. Ein Herzinfarkt kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.

Keiner speziellen Behandlung bedürfen harmlose Arrhythmien, wie emotional bedingte Störungen der Herzschlagfolge.

Äußere Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind …

  • Nervosität, Aufregung und Angst
  • Übermäßiger Konsum von Koffein (z.B. in Form von Kaffee oder Cola)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Konsum von Drogen und Giften
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. von Schilddrüsenhormonen oder Antidepressiva)
  • Starker Blähbauch (Meteorismus)
  • Fieberhafte Infektionen
  • Reizung des sogenannten Karotissinus-Knotens

 

Was ist ein Karotissinus-Knoten?

Dies ist ein Rezeptor an der Hauptschlagader am Hals, der beispielsweise durch einen engeren Schal oder Kragen, Kopfüberstreckung oder Schlag/Druck gereizt wird. Eine starke Verlangsamung des Herzschlages bis hin zur Ohnmacht ist die Folge. Bei einem überempfindlichen Karotissinus spricht man vom Karotissinus-Syndrom.

Organische Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind …

 

Formen von Herzrhythmusstörungen

Von Herzrhythmusstörungen gibt es viele verschiedene Formen.

  • Reizbildungsstörungen
    • (gestörte Bildung der elektrischen Impulse) unterschieden von Störungen mit einer fehlerhaften Weiterleitung der Herzerregung (Erregungsleitungsstörungen).
    • Zum anderen werden Rhythmusstörungen nach ihrem Entstehungsort (Herzvorhof oder -kammer) unterteilt.
  •  Arrythmien mit einen zu langsamen Herzschlag
    • (Bradykardien und Bradyarrythmien, zum Beispiel bei Vorhofflimmern mit Herzfrequenzen unter 60 Schlägen pro Minute)
  • Arrythmien mit einen zu schnellen Herzschlag
    • Tachykardien oder Tachyarrhythmie bei gleichzeitiger Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus zum Beispiel in Folge Vorhofflimmerns mit einer Herzfrequenz über 100 Schlägen pro Minute

 

Ärzte bezeichnen Herzschläge die außerhalb des normalen Rhythmus des Herzens auftreten als Extrasystolen.

Beispiele für Herzrhythmusstörungen sind…

  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern

 

Schnelle, unregelmäßige Erregung im Herzvorhof führen zu unregelmäßigem Puls. Dass sich der Vorhof nicht mehr gleichmäßig zusammenzieht kann die Folge dessen sein. Das schränkt den Bluttransport in die Herzkammern ein und die Pumpleistung des Herzens sinkt.

Der Blutstrom sinkt in einigen Winkeln vielleicht so stark ab, dass sich Gerinnsel bilden können. Die Gerinsel können ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen, sofern sie die Schlagader über das Herz verlassen.

    • Extrasystolen
      • Die Extraschläge können entweder von der Kammer ausgehen (ventrikuläre Extrasystolen) oder vom Vorhof (supraventrikuläre Extrasystolen). Nicht immer sind Extrasystolen krankhaft. Sie treten bei fast jedem Menschen in geringer Anzahl auf und sind nur dann zu behandeln, wenn sie ein bestimmtes Maß überschreiten und der Patient dadurch Beschwerden hat.
    • Supraventrikuläre Tachykardie
      • Herzrasen, ausgehend von Impulsen im Herzvorhof.
    • Ventrikuläre Tachykardie
      • Herzrasen, welches aufgrund von zusätzlichen Impulsen in der Herzkammer entsteht. Ventrikuläre Tachykardien sollten unbedingt ernst genommen werden! Da diese in ein lebensbedrohliches Kammerflattern beziehungsweise Kammerflimmern übergehen können.
  • Kammerflimmern
  • Kammerflattern
    • Darunter versteht man unkoordinierte, schnelle elektrische Aktionen und unkontrolliertes Zusammenziehen der Kammer (beim Kammerflimmern über 320 Schläge pro Minute). Das Problem dabei ist: Die Pumpleistung des Herzens sinkt rapide, wodurch quasi ein funktioneller Herzstillstand vorliegt. Ein Kammerflimmern endet ohne Behandlung nach wenigen Minuten tödlich!
  • AV-Block
    • Eine zwischen Herzvorhof und Herzkammer verzögerte (I.Grad) oder teilweise bis ganz blockierte (II. und III. Grad) Weiterleitung der Erregung. Die Blockierung führt zu einem verlangsamten Herzschlag. Es kann zu einem Herzstillstand kommen, wenn die Weiterleitung komplett unterbrochen ist. Oft ist dann ein Herzschrittmacher von Nöten.
  • SA-Block
    • Zwischen Sinusknoten und Vorhof (Atrium) verzögerte oder blockierte Erregungsweiterleitung.
  • WPW-Syndrom
    • Zusätzliche angeborene Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammer, die zu Herzrasen (Tachykardie) führen kann.
  • Sick-Sinus-Syndrom
    • Das durch eine Störung der Funktion des Sinusknotens entstandene verlangsamte Herzschlag, manchmal auch abwechselnd Tachykardie und Bradykardie.

 

Arten von Herzrhythmusstörungen

In vielen Fällen besteht nach einer gründlichen Abklärung die wirkungsvollste Behandlung in der Schrittmachertherapie. In Deutschland tragen über 200.000 Menschen einen Herzschrittmacher. Das eingesetzte Gerät ist zusammen mit der Batterie kaum streichholzschachtelgroß und wird meist im Bereich zwischen Brust und Schultergelenk unter die Haut eingesetzt, was jedoch von außen kaum erkennbar ist. Je nach Programmierung gibt das Gerät, welches über Sonden mit dem Herzen verbunden ist, seine Impulse ab. Schwere Bradykardien sind dann nicht mehr möglich.
Die meisten Betroffenen leben jahrzehntelang mit einem Schrittmacher. Das Gerät muss wegen der allmählichen Abnahme der Batterieenergie nach 5 bis 20 Jahren ausgewechselt werden. Regelmäßige Kontrollen durch den Herzspezialisten sind notwendig.

1.Bradykarde HerzrhythmusstörungenEmpfehlung mit Herz herzinfarktsport Herzrhythmusstörungen

Bradykarde Herzrhythmusstörungen Symptome sind …

  • Leistungsminderung
  • Schwindel
  • Schwächegefühl
  • Bewusstseinsverlust

 

Zu den behandlungsbedürftigen Bradykardien gehören …

 

2.Vorhofflimmern

Das Vorhofflimmern ist mit seinen unregelmäßigen Herzschlägen die häufigste Herzrhythmusstörung. In der allgemeinen Bevölkerung kommt es bei ca. 1 % der Sechzigjährigen und 8 % der Achtzigjährigen vor.

Das Vorhofflimmern entsteht in den Vorhöfen des Herzens durch kreisende Erregungen.

Bei Patienten macht sich das Flimmern durch einen schnellen, unregelmäßigen Herzschlag bemerkbar. Was von Schwindelgefühlen oder Schwarzwerden vor den Augen begleitet wird.

Durch das Vorhofflimmern wird das Herzminutenvolumen (das in einer Minute vom Herzen geförderte Blut) um ca. 15 – 20 % reduziert. Das Blut kann nicht mehr aus eigener Kraft vom Herzen in Herzkammern gepumpt werden.

Damit die sehr schnelle Schlagfrequenz der Vorhöfe nicht auf die Herzkammern übergeleitet wird, verfügt es über Schutzmechanismen. Häufig entsteht trotz allem eine Tachykardie bei Vorhofflimmern.

Es kommt durch unkoordinierte Aktionen der Vorhöfe zu einer funktionellen Blutstase (Blutstillstand), die der Auslöser für eine Blutgerinnselbildung sein kann. Diese Gerinnsel können dann in Organe wie beispielsweise das Gehirn verschleppt werden, wodurch ein Schlaganfall verursacht wird. Patienten die davon betroffen sind, müssen oft dauerhaft blutverdünnende Medikamente zu sich nehmen.

Oft gelingt es, die normale Herzkontraktion wiederherzustellen, wenn das Vorhofflimmern noch nicht lange besteht und keine schwerwiegende Herzerkrankung vorliegt. Mit einem Elektroschock in Kurznarkose gelingt dies am besten.

Mit Medikamenten kann dann anschließend das Risiko eines erneut auftretenden Vorhofflimmerns gesenkt werden.

3.Tachykarde Herzrhythmusstörungen

Die Art der Herzrhythmusstörungen kann mit Medikamenten behandelt werden.

Allerdings geht man bei lebensbedrohlichen Formen dazu über, die Betroffenen mit Hilfe eines Defibrillators zu schützen. Dieser funktioniert ähnlich wie der Herzschrittmacher und wird dem Patienten gleichermaßen eingepflanzt. Es erkennt innerhalb weniger Sekunden gefährliche Herzrhythmusstörungen und überprüft und zeichnet laufend die Herzfrequenz auf.
Je nach Programmierung unternimmt es einen Versuch, durch gezielte Stimulation (ähnlich wie die Stimulation des Herzschlags durch den Herzschrittmacher) das Ende einer gefährlichen Rhythmusstörung zu erzwingen. Sollte dies misslingen, wird ein Elektroschock abgeben, der mit hoher Sicherheit die Rhythmusstörung beendet.

Die therapiepflichtigen Tachyarrhythmien umfassen:

 

4.Ventrikuläre Rhythmusstörungen

Ventrikuläre Rhythmusstörungen oder Kammerarrhythmien sind Herzrhythmusstörungen, die ursprünglich aus der Herzkammer kommen.

Zu unterscheiden sind sie von Herzrhythmusstörungen mit Ursprung in den Vorhöfen.

Eine koordinierte Pumpfunktion der Herzmuskulatur wird ausgelöst, weil die normale Erregung des Herzens einem festgesetzten Weg folgt.

Die Sinusknoten sind die Taktgeber dieser kontrollierten Erregung. Der Knoten sitzt am Dach des rechten Vorhofes.

Zu einer Störung der elektrischen Ausbreitung kann es jedoch kommen, wenn diese beispielsweise durch einen Herzinfarkt bedingt ist. Dann kann im Herzen ein zweiter Impulsgeber auftreten (arrhythmogener Fokus) der dazu führt, dass Störungen der elektrischen Erregungsausbreitung oder aber auch kreisende Erregungen verursacht werden.
Das ist abhängig von verschiedenen Faktoren, zum Beispiel ob eine Herzrhythmusstörung, die aus der Herzkammer entspringt, gefährlich oder ungefährlich ist.

Daraus kann sich eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung entwickeln, sobald sich die ventrikulären Extraschläge häufen.

Eine Abklärung beim Kardiologen ist sehr wichtig. Da sich die Herzrhythmusstörung sowohl absolut harmlos als auch lebensgefährlich manifestieren.

Es muss bei der Beurteilung von Kammerarrhythmien immer untersucht werden, ob diese Anzeichen einer zugrunde liegenden Herzerkrankung sind.

Eine Untersuchung beim Kardiologen bringt Klarheit über die Ursachen von Herzrhythmusstörungen.

Schon durch die Behandlung der Grunderkrankung ist es oft möglich, eine Normalisierung des Herzrhythmus zu erreichen.

Ein EKG zum Zeitpunkt der Rhythmusstörung kommt zum Einsatz für eine zuverlässige Einordnung von Rhythmusstörungen.

Hinweis:

Der Patient muss, wenn er unter Herzrhythmusstörungen leidet, sofort den Hausarzt aufsuchen!

Eine Dokumentation der Herzrhytmusstörung ist wichtig und das Ziel eines Arztbesuches.

Obwohl die Kammerarrhythmien weiter bestehen, gibt es heute effektive Behandlungsmethoden (z.B. implantierbare Defibrillatoren).

Therapie und Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Je nach Art, Schwere und Ursache wird die Behandlung einer Herzrhythmusstörung ausgerichtet.

Es gibt harmlose Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel bei gesunden Menschen, die nicht unbedingt behandelt werden müssen.

Die Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus bezeichnet man als Kardioversion.

Mit Hilfe eines Defibrillators oder mit Medikamenten wird eine Kardioversion erreicht. Die sogenannte Elektrokardioversion wird bei Kammerflattern, Kammerflimmern und (supra-)ventrikulären Tachykardien also Notfallbehandlung eingesetzt.
Dabei unterbricht ein starker Stromstoß zunächst die elektrischen Aktivitäten im Herzen, wodurch ein vom Sinusknoten ausgehender Neubeginn ermöglicht wird. Wenn Medikamente die Herzaktivität nicht normalisieren können, kommt bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern ebenfalls eine elektrische Kardioversion infrage.

Die sogenannte Ablation mit Hitze (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) ist eine mögliche Alternative zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Das Gewebe, welches als Ausgangspunkt der Herzrhythmusstörung ermittelt wurde, wird verödet, so dass es keine Erregung mehr bildet oder leitet.

Die Behandlung hat sich bei bestimmten Formen von Herzrasen, wie beispielsweise bei der AV-Knoten-Reentrytachykardie, bei Vorhofflattern und bestimmten Rhythmusstörungen der Herzkammern bewährt und erfolgt in der Regel über einen Herzkatheter.

Eine Ablation kann auch dann sinnvoll sein, wenn, wie beim WPW-Syndrom, zusätzliche Leitungsbahnen zwischen den Vorhöfen und der Kammer bestehen. Ist das Vorhofflimmern, welches noch nicht allzu lang besteht, nicht durch Medikamente zu beseitigen und ist das Befinden und die Leistungsfähigkeit des Patienten beschränkt, wird von Fachleuten heute die Katherterablation empfohlen. Dies geschieht durch komplette Isolation der in den linken Vorhof einmündenden Pulmonalvenen.

Ist der langsame oder teilweise ganz aussetzende Puls (totaler AV-Block) auf Schwindel, Ohnmacht, Atemnot und Leistungsminderung Empfehlung mit Herz Herzschrittmacher Herzrhythmusstörungen    zurückzuführen, ist ein Herzschrittmacher notwendig.

Herzschrittmacher sind batteriebetriebene, kleine Geräte, die durch elektrische Impulse an das Herz den Herzrhythmus normalisieren. In einem kleinen operativen Eingriff werden sie in der Nähe des Herzens eingesetzt (unter das Schlüsselbein). Der Schrittmacher leitet über dünne Sonden, die in die obere Hohlvene, in den rechten Vorhof und/oder die rechte Herzkammer eingeführt wird, seine Impulse zum Herz weiter. Schrittmacher-Kontrollen bei einem Arzt sind in regelmäßigen Abständen nötig.

Einem plötzlichen Herztod durch Kammerflimmern kann vorgebeugt werden, sofern dem Patienten bei stärkerer Pumpschwäche der linken Herzkammer (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder nach einer Herzmuskelentzündung) oder bei bestimmten erblichen Herzerkrankungen ein Defibrillator (ICD) eingepflanzt wird. Die Herzaktion wird durch einen von ihm erzeugten Stromstoß wieder in Gang gesetzt.

Normalerweise werden Herzrhythmusstörungen nur dann behandelt, wenn dies zwingend erforderlich ist wie bei …

  • Folgen eines Schlaganfalls
  • ein plötzlicher Herztod nicht auszuschließen ist
  • wenn die Rhythmusstörungen den Patienten sehr belasten (z.B. in Form von Schwindelattacken).

 

In den meisten Fällen kann mit Medikamenten therapiert werden.

Manchmal hilft aber auch schon eine …

 

Therapie von Herzrhythmusstörungen mit Medikamenten

Mit den Natriumantagonisten, die der so genannten Vaughan-Williams Klassifizierung I angehören, können Herzrhythmusstörungen angegangen werden. Dazu gehören Chinidin, Ajmalin (Klasse IA), Lidocain und Mexiletin (Klasse IB) oder Flecainid und Propafenon (Klasse IC).

Die Voraussetzung dafür ist, dass keine strukturelle Herzkrankheit bei dem Betroffenen vorliegt. Die Klasse II, darunter die Betarezeptorenblocker, ist gut und besonders bei KHK und bei adrenalinbedingten Arrhythmien einsetzbar, da diese kaum Nebenwirkungen hat.

Zu der Klasse III gehören Amiodaron und Sotalol, sogenannte Repolarisationsverlängerer. Diese Arzneimittel sind ebenfalls einsetzbar bei strukturellen Herzkrankheiten.

Die Klasse IV umfasst vor allem das Verapamil und das Diltiazem, die Kalziumantagonisten mit antiarrhythmischer Potenz. Diese sind ausschließlich bei supraventrikulären Herzrhythmusstörungen sinnvoll.

Es gibt unterschiedliche Medikamente, die Ärzte gegen Herzrhythmusstörungen verschreiben.

Zum einen sind das Medikamente, die sogenannten Antiarrhythmika.  Antiarrhythmika verändern auf verschiedene Weise die Erregungsleitung am Herzen.

Unterteilt werden Antiarrhytmika in vier Klassen …

 

Medikamente zur Therapie einer bedrohlichen Bradykardie bei zu langsamer Herzfrequenz sind …

 

Was passiert wenn die Medikamente alleine nicht Helfen?

Sofern eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen mit Medikamenten alleine nicht ausreicht, wird es notwendig sein, durch eine Operation ein Herzschrittmacher vom Arzt eingesetzt zu bekommen.

Moderne Herzschrittmacher sind nicht größer als eine 2-Euro-Münze.

Um das Herz zum Schlagen zu bringen geben Herzschrittmacher Impulse an das Herz ab.

Heutzutage ist die Implantation eines Herzschrittmachers ein Routineeingriff.

Zahlreiche, vor allem ältere Menschen, leben mit Herzschrittmacher.

Sind die Herzrhythmusstörungen auf keine organische Ursache zurückzuführen, sondern werden etwa durch Nervosität oder Stress hervorgerufen, helfen auch Entspannungsübungen!

Entspannungsübungen sind …

  • autogenes Training
  • progressive Muskelentspannung
  • Yoga

 

Was für Therapiearten gibt es bei Herzrhythmusstörungen?

  • physikalische Maßnahmen
  • medikamentöse Behandlung
  • elektrotherapeutische und chirurgische Eingriffe am Herzmuskel und am Erregungsleitungssystem

 

Am Anfang führt den Patienten die klinische Symptomatik zum Arzt. Dort wird geprüft ob überhaupt eine Arrhythmie vorliegt. Klinische Zeichen und anamnestische Angaben sind also mit Herzrhythmusstörungen als mutmaßlicher Ursache zu korrelieren. Die Therapie von Herzrhythmusstörungen – in der Klinik ebenso wie in der Praxis – gliedert sich in:

  • Kausaltherapie
  • allgemeine Maßnahmen wie Bettruhe
  • Sedierung
  • Vagusreiz
  • medikamentöse Therapie
  • elektrische Maßnahmen
  • kardiochirurgische antiarrhythmische Interventionen

 

Kausale Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Naturgemäß muss die kausale Behandlung von Herzrhythmusstörungen auf die Krankheitsursache ausgerichtet sein.

Die Behandlungen sind je nach Fall unterschiedlich …

  • Therapie einer koronaren Herzkrankheit
  • Behandlung einer Myokarditis
  • Beseitigung einer Glykosidintoxination
  • Elektrolytstörung
  • Normalisierung einer Hyperthyreose
  • Revision eines defekten Schrittmachers

 

Häufig kommt es jedoch darauf an die Rhythmusstörung zu beseitigen. Gerade bei bedrohlichen Arrhythmien, akut und symptomatische Herzrhythmusstörung. Dafür kommen medikamentöse und ggf. elektrische Maßnahmen in Frage.

 

Elektrotherapie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Elektrotherapeutische Maßnahmen haben ihren festen Platz heute neben der kausalen, allgemeinen und medikamentösen Behandlung kardialer Arrhythmien vor allem in der Notfallmedizin. Bei kritischer Frequenzverminderung gilt dies ebenso für die Schrittmachertherapie wie für:

Behandlungsgrundsätze bei Herzrhythmusstörungen

Wenn die Herzrhythmusstörungen Beschwerden bereiten oder sie gefährlich sind, sind sie medizinisch gesehen behandlungsbedürftig. Störungen, die zu Beschwerden führen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken, sind zum Beispiel Herzrasen, zu langsame Herzschlagfolgen oder Angina Pectoris-Symptome. Um schwere Krankheiten vorzubeugen sind die gefährlichen Herzrhythmusstörungen unabhängig vom subjektiven Befinden des Patienten zu behandeln.

 

Herzschrittmacher bei Herzrhythmusstörungen

Empfehlung mit Herz Empfehlung-mit-Herz Herzrhythmusstörungen

Bei Bradykardien von Krankheitswert kommen Herzschrittmacher in Betracht.

Diese umfassen …

 

Zu bedrohlichen Bradykardien kann es auch beim Myokardinfarkt und Adams-Stokes-Anfällen kommen.

Neben den Schrittmachersystemen bei Tachykardien gibt es heute auch präventive Stimulationen bei Vorhofflimmern.

Ventrikuläre Schrittmacher bei bestehender Leitungsstörung und bei einer Herzinsuffizienz mit ausbleibendem Behandlungserfolg sind ganz neu in die Formen der Behandlung zu zählen.

 

Defibrillator bei Herzrhythmusstörungen

Flugzeuge sind bei großen Luftlinien mit Defibrillatoren ausgerüstet, die von Laien in Gang gesetzt werden können.

Der Einsatz von Defibrillatoren durch entsprechend geschultes Personal ist grundsätzlich zu befürworten. Eine Schulung ist auch bei Angehörigen von gefährdeten Patienten zu empfehlen, damit sie im Notfall bereitstehen und Leben retten können.

 

Chirurgische Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Nicht nur die medikamentöse Behandlung von Herzrhythmusstörungen und/ oder die Schrittmachertherapie kann Erfolge erzielen, auch der chirurgische Eingriff in das Reizleitungssystem des Herzens bei Herzrhythmusstörungen kann helfen.

Gekennzeichnet ist der normale Herzschlag durch eine ununterbrochene Folge von elektrischen Impulsen, die wechselseitig einen Erregungsabbau und somit einen regelmäßigen Herzschlag, sowie einen Erregungsaufbau herbeirufen. Ihren Ursprung haben die Impulse im Sinusknoten, der als Impulsgeber des Herzens gilt.

Der chirurgische Eingriff in das Reizleitungssystem des Herzens, bietet, neben der Behandlung mit Medikamenten oder der Schrittmachertherapie, ein relativ neues Konzept zur Therapie von Herzrhythmusstörungen. Jedoch ist dieser Eingriff nur in Zusammenhang mit einer schon geplanten und notwendigen Operation am Herzen vorzunehmen, da dazu der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, also ein Herzstillstand, benötigt wird.

Bei der Operation werden die im Herzen verlaufenden Reizleitungsbahnen durchtrennt, die das Vorhofflimmern unterhalten. Dadurch wird wieder ein regelmäßiger, geordneter Herzrhythmus hergestellt. In beiden Vorhöfen werden dabei labyrinthartige Schnitte durch den Chirurgen vorgenommen. Daher hat die Operation ihren Namen: Maze (englisch) = Labyrinth. Mit der Wiederherstellung des Sinusrhythmus hat die Maze-Operation eine Erfolgsrate von über 90 %, sodass gefährliche Blutgerinnsel die durch das Vorhofflimmern hervorgerufen werden, verhindert werden können. Somit können auch rhythmusstabilisierende sowie blutgerinnungshemmende Medikamente abgesetzt werden. Die Leistung des Herzens steigert sich wieder.

Selbsthilfe gegen Herzrhythmusstörungen

  • Vermeiden Sie Aufregung und Stress
    • versuchen Sie, öfter zu entspannen und sich ausreichend Ruhepausen zu gönnen.
  •  Auf übermäßigen Genuss von Koffein und Alkohol sollten Sie verzichten
    • wenn Sie unter Herzrhythmusstörungen leiden (Alkohol begünstigt besonders Vorhofflimmern!)
  • Rauchen einstellen
    • Erkundigen Sie sich eventuell nach geeigneten Rauchentwöhnungsprogrammen und fragen Sie hierzu ihren behandelnden Arzt.
  • Wechselwirkungen von Medikamenten vermeiden
    • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und fragen Sie ihn, ob diese zu Herzstolpern oder Herzrasen führen können. Vielleicht ist ein Wechsel des bisher eingenommenen Präparats oder eine andere Dosierung nötig.
  • Besuchen Sie regelmäßig die Vorsorge beim Arzt.
    • Hinter Herzrhythmusstörungen können auch Erkrankungen anderer Organe stecken, beispielweise eine Schilddrüsenüberfunktion.
  • Termine beim Arzt einhalten
    • Tragen Sie einen Herzschrittmacher dann halten Sie Ihre Termine zur Schrittmacher-Kontrolle unbedingt ein!
    • Gehen Sie sofort zum Arzt, sollten zwischendurch Probleme auftreten!