Inkontinenz

Inkontinenz

Was ist Inkontinenz eigentlich?

Unter Inkontinenz versteht man den Verlust bzw. die nicht vorhandene Fähigkeit, Urin oder Stuhl zu halten und selbstbestimmt Ort und Zeit der Entleerung der Organe zu bestimmen. Generell unterscheidet man einmal zwischen Harn- und Stuhlinkontinenz. Man spricht von einer Harnkontinenz, wenn die betroffene Person nicht in der Lage ist, ihren Urin eigenständig zurückzuhalten. Man spricht von der Erkrankung sobald ein Mensch unfreiwillig einen Tropfen Urin verliert.
Von Stuhl- oder auch Darminkontinenz spricht man, wenn die Person ihren Stuhlgang nicht selbst befähigen kann oder willkürlich zurückhalten kann. Stuhlinkontinenz ist auch als anorektale oder anale-Inkontinenz bekannt.
Urinverlust kann auch ohne Harndrang geschehen, genauso wie die verlorene Menge des Urins kann auch der Schweregrad der Erkrankung variieren. Männer nach einer Prostata-Operation gehören in der Regel zu den Betroffenen,  bei Frauen ist es oft die geschwächte Beckenbodenmuskulatur, welche die Erkrankung verursacht.

Gibt es verschiedene Formen der Inkontinenz-Erkrankung?

Ja. Die beiden verschiedenen Typen der Erkrankung lassen sich in verschiedene Formen einteilen. Bekannte Formen sind zum Beispiel die Dranginkontinenz, Mischinkontinenz, Überlaufinkontinenz, Lachinkontinenz oder die Stressinkontinenz, welche auch als Belastungsinkontinenz bekannt ist. Viele Frauen leiden an dieser Form der Erkrankung, welche sich oft durch ein Beckenbodentraining verbessert.

Inkontinenz bei Männern

Inkontinenz bei Männern tritt nur im hohen Alter auf? Leider falsch, denn Männer jeden Alters können betroffen sein. Lesen Sie hier, was Männer tun können.

Inkontinenz betrifft auch viele Männer. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht, denn gerade Männer verschweigen oft aus Scham oder Angst, dass Sie an Blasenschwäche (Harninkontinenz) leiden. Doch welcher Mann kennt es nicht: nach dem Gang zur Toilette landen einige Tropfen Urin der Hose. Die Folge? Männer helfen sich selbst und werden dabei äußerst kreativ: so wird z.B. eine alte Socke zum Aufsaugen der Tröpfchen in die Hose gesteckt. Doch das muss nicht sein. Lassen Sie Ihr Leben nicht von der Inkontinenz bestimmen, nehmen Sie es wieder selbst in die Hand. Erfahren Sie hier, welche Inkontinenzformen es gibt, wo die Ursachen für Harninkontinenz liegen und welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Inkontinenz gibt.

 

Formen der Inkontinenz bei Männern / Harninkontinenz bei Männern

Die drei häufigsten Formen der  Inkontinenz bei Männern / Harninkontinenz bei Männern sind:

  • Belastungsinkontinenz bei Männern

 

Bei der häufig auftretenden Belastungsinkontinenz bei Männern kommt es zu einem unwillkürlichen Urinverlust, sobald sich der Druck im Bauchraum erhöht. Dies kann bei alltäglichen Ereignissen wie Husten, Niesen oder Lachen ausgelöst werden. Das Tragen und Anheben schwerer Gegenstände ist ebenfalls eine häufige Ursache für den ungewollten Harnverlust. Es kann eine leichte Inkontinenz auftreten, in ausgeprägten Fällen geht ein Schwall an Urin ab. Typisch für die Belastungsinkontinenz ist, dass kein Harndrang gespürt wird bevor es zum Urinabgang kommt.

  • Dranginkontinenz Männer

 

Bei der Dranginkontinenz verspüren die Betroffenen einen extrem starken und plötzlich auftretenden Harndrang. Oft tritt der Druck so unvorbereitet ein, dass es nicht mehr möglich ist eine Toilette aufzusuchen – es kommt zum unkontrollierten Urinverlust. Dieser überraschende Harndrang kann häufig, manchmal sogar mehrmals pro Stunde, auftreten

  • Überlaufinkontinenz bei Männern

 

Bei der Überlaufinkontinenz kann die Blase nicht mehr vollständig geleert werden. Der überschüssige Urin wird daher unkontrolliert – oft direkt nach dem Toilettengang – ausgeschieden. Männer leiden besonders häufig an dieser Form der Inkontinenz. Die Ursache kann eine Prostatavergrößerung oder eine Nervenschädigung sein.

 

  • Überlaufinkontinenz und
  • Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

 

Ob Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz oder eine andere Form der Harninkontinenz – die Auslöser der Inkontinenz sind meist zu schwache Muskeln im Beckenbodenbereich oder Probleme mit der Prostata.

 

Ursachen für Inkontinenz bei Männern

Es gibt viele möglichen Auslöser für eine Harninkontinenz. Krankheiten wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder ein Schlaganfall können die Ursache sein. Sie schwächen den Detrusor, den Muskel, der die Blase beim Wasserlassen zusammenzieht. Medikamente, aber auch psychische Ursachen und Nervenfunktionsstörungen werden ebenfalls für Inkontinenz verantwortlich gemacht.

Warum werden Männer inkontinent?

Häufigste Ursache für Inkontinenz bei Männern: Prostatavergrößerung

Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Die häufigste Ursache für die Inkontinenz beim Mann ist eine Prostatavergrößerung. Sie ist bei Männern über 50 keine Seltenheit. Die Gründe sind nicht abschließend geklärt. Mediziner meinen, dass eine nachlassende Produktion des männlichen Sexualhormons Androgen das Wachsen der Prostata fördert.

Warum Prostatavergrößerung zu Inkontinenz bei Männern führen kann?

Durch die Vergrößerung der Prostata kann es zu einer Verengung der Harnröhre kommen, was sich auf die Blasenfunktion auswirkt. Diese Beeinträchtigung kann dazu führen, dass sich die Blase nicht mehr vollständig entleert. Der in der Blase verbleibende Restharn begünstigt Harnwegsinfektionen und Blasensteine. Der Blasenmuskel kann dauerhaft überdehnt werden und so ein normales Wasserlassen verhindern.

Inkontinenz bei Männern in jüngeren Jahren

Jugend schützt vor Blasenschwäche nicht. Eine Entzündung der Vorsteherdrüse kann eine leichte Inkontinenz mit sich bringen. Auch ein schwacher Beckenboden kann die Kontinenz beeinträchtigen und zu unkontrolliertem leichten Harnverlust führen. In der Folge von Operationen an der Prostata kann es in jedem Alter zu Problemen mit der Blase kommen. Daher empfehlen Ärzte auch, ab dem 50. Lebensjahr, regelmäßige Prostatauntersuchungen.

Inkontinenz bei Männern nach Prostata OP

Auch nach einer kompletten Prostataentfernung (Prostatektomie) kann es zu einer Inkontinenz bei Männern / Harninkontinenz bei Männern kommen.

Ein Grund könnte sein, dass ein Muskel oder ein stabilisierendes Band bei der Operation beschädigt wurde. Das kann zu einer sogenannten Belastungsinkontinenz führen. Es kommt also sehr auf die Erfahrung des Chirurgen an. Oft bessert sich die Inkontinenz innerhalb eines Jahres nach der Operation. Es kann aber auch sein, dass sie dauerhaft bestehen bleibt. Bei einer Belastungsinkontinenz kommt es zu einer Druckerhöhung im Bauchraum. Husten, Niesen oder Lachen führen dann zu einem ungewollten Urinverlust.

Risikofaktoren für Inkontinenz bei Männern

Eine Reihe von Faktoren haben Einfluss auf die Entstehung einer Harninkontinenz. Manche können Sie selbst steuern, andere sind naturgegeben. Oft ist es die Kombination mehrerer Faktoren, die zur Harninkontinenz bei Männern führt. Der jeweilige genaue Anteil lässt sich hier nur schwer bestimmen.

  • Risikofaktor Nr. 1: Alter

 

Das Alter ist der größte Risikofaktor für Inkontinenz bei Männern. Das liegt an den altersbedingten Veränderungen des Harnsystems. In Alters- und Pflegeheimen sollen 50 bis 75 % der Männer betroffen sein.

  • Risikofaktor Nr. 2: Übergewicht und falsche Ernährung

 

Übergewicht und falsche Ernährung können einen negativen Einfluss auf die Entwicklung einer Harninkontinenz haben. Starkes Übergewicht führt zu einer dauernden Belastung des Beckenbodens, der diesem Druck nicht dauerhaft begegnen kann.

  • Risikofaktor Nr. 3: Rauchen

 

Bei Rauchern ist es nicht nur das Rauchen an sich, das ungesund ist. Es ist auch der morgendliche Raucherhusten, der die tiefsitzenden Verschleimungen zu tage führt. Diese Verschleimungen versucht die Lunge mit Husten auszuwerfen. Jedoch übt dieser ständige Husten eine zusätzliche Belastung auf den Beckenboden aus.

  • Risikofaktor Nr. 4: Psyche

 

Psychische Belastungen wie Stress, Depressionen und Angstzustände können zu Risikofaktoren für Harninkontinenz werden. Vor allem sind bei jüngeren Männern die psychischen Hintergründe Auslöser für eine Inkontinenz.

  • Risikofaktor Nr. 5: Vorhandene Erkrankungen

 

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Harninkontinenz und bereits vorhandenen Erkrankungen wie Depressionen, Schlaganfall und Diabetes mellitus. Einige Krankheiten sind indirekte Risikofaktoren, weil die zu ihrer Behandlung eingesetzte Medikamente störend wirken.

  • Risikofaktor Nr. 6: Operationen

 

Operationen im Unterleib, also chirurgische Eingriffe wie Entfernung der Prostata oder Bestrahlungen im Beckenbereich erhöhen das Risiko für eine Harninkontinenz.

 

Fazit Inkontinenz bei Männern

Jeder Mann kann von Inkontinenz betroffen sein. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran Alter und vorangegangene Prostata Ops. Jedoch sollte Inkontinenz bei Männern keine Panik auslösen. Denn mittlerweile gibt es eine Reihe an Therapiemöglichkeiten. Je nach Ursache und aktueller Lebenssituation wird der behandelnde Arzt die richtige Therapie verordnen. Mit der richtigen Therapie und geeigneten Inkontinenzhilfsmitteln konnten schon vielen Männern geholfen werden.

Was man gegen Inkontinenz bei Männern tun kann:

Bei den vielen verschiedenen Formen der Inkontinenz bei Männern kann es keine pauschalen Therapieempfehlungen geben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie die schonendste und sinnvollste ist. Zusätzlich zu jeder Therapieform eignen sich Inkontinenzeinlagen für Männer.

Was kann man gegen die Harninkontinenz bei Männern tun?

Inkontinenz kann belastend sein und das tägliche Leben negativ beeinflussen. Behandeln kann man die Inkontinenz, je nach Form, durch Beckenbodentraining, Medikamente oder eine Operation. In vielen Fällen kann die Harninkontinenz stark gemindert oder ganz eliminiert werden. Sofortige Hilfe bei Inkontinenz versprechen spezielle Inkontinenzeinlagen für Männer oder Windeln für Erwachsene Sie sorgen für Sicherheit und man(n) kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Inkontinenz Hilfsmittel für Männer

Es gibt eine große Auswahl an saugenden Inkontinenzhilfsmitteln, die man diskret online kaufen kann. Einlagen gibt es in verschiedenen Saugstärken, auch Windeln und Windelhosen für stärkere Inkontinenz und saugende Inkontinenzunterwäsche

Inkontinenzeinlagen für Männer

Diskrete und speziell anatomisch geformte Männerprodukte helfen den Urin aufzusaugen, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Da immer mehr Männer auch optimal versorgt sein wollen, haben sich gerade die Markenhersteller wie Tena, Attends, Abena oder Hartmann auf Männer mit Harninkontinenz eingestellt. Modernste Technologien im Inneren der Produkte absorbieren Urin schnell und zuverlässig, sodass kein Nässegefühl entsteht. Der gleiche Superabsorber sorgt übrigens auch dafür, dass keine unangenehmen Gerüche entstehen, man(n) ist also rundum optimal versorgt!
Wenn man sich mit der Thematik offen auseinandergesetzt hat, stellt sich schnell die Frage, mit welchen Produkten man wieder ein uneingeschränktes Leben führen kann.

Vorlagen für Männer / Inkontinenzvorlagen für Männer – das bessere Inkontinenzmaterial für Männer?

Vorlagen für Männer / Inkontinenzvorlagen bei Männern sind manchmal die bessere Alternative zu Windeln. Das liegt daran, dass Vorlagen flexibler in der Positionierung sind und je nach Art sogar mehr aufnehmen als Windeln. Die Handhabung, also das Anlegen der Vorlage mit Fixierhose, muss zwar geübt sein, ist aber lange nicht so fehleranfällig wie das Anlegen von Windeln. Das heißt, wenn Männer oder pflegende Angehörige mit Windeln oder Pants nicht zurechtkommen, dann sollten sie Inkontinenzvorlagen ausprobieren.

Beckenbodentraining

Nicht nur Frauen, auch Männer profitieren davon, dass sie durch gezielte Beckenbodenübungen kräftigen. Das hilft vielen Patienten mit Belastungsinkontinenz. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Trainer anleiten, damit die Übungen richtig ausgeführt werden. Das muss nicht unbedingt bei einem Physiotherapeuten geschehen, auch Fitnessstudios, Sportvereine und Volkshochschulen bieten entsprechende Kurse an. Vielleicht kann Ihnen auch der Arzt eine Therapie verordnen.

Medikamente

Es gibt Medikamente, die die Symptome der Inkontinenz bei Männern mildern können. Die Auswahl des geeigneten Medikaments muss ihr Arzt vornehmen. Um die Wirkung einschätzen zu können, dauert es dann allerdings etliche Wochen. Nebenwirkungen sind wie bei vielen Medikamenten auch hier nicht auszuschließen. Sollten oral einzunehmende Medikamente gegen eine überaktive Blase nicht wirken, kann auch ein Wirkstoff direkt in den Blasenmuskel gespritzt werden.

Operation

Nur in schweren Fällen sollte zur Therapie einer Belastungsinkontinenz eine Operation gewählt werden. Dabei hat sich ein Verfahren etabliert, das eine Manschette um die Harnröhre legt. Dieser künstliche Schließmuskel ist mit Flüssigkeit gefüllt und kann die Harnröhre durch Druck von außen schließen. Eine Pumpe ihm Hodensack zieht bei Bedarf Flüssigkeit aus der Manschette ab. Der Urin kann dann durch die Harnröhre abfließen.

Inkontinenz Formen – Welche Inkontinenz Formen gibt es eigentlich?

Grundsätzlich unterscheidet man bei Inkontinenz zwischen Harn- und Stuhlinkontinenz, wobei eine Harninkontinenz bei Weitem häufiger auftritt, als eine Stuhlinkontinenz. Bei Harninkontinenz unterscheidet man zwischen drei Formen, der Belastungs-, Drang-, und Mischinkontinenz, wobei die erstere die häufigste Form der Inkontinenz ist. Die Hälfte aller betroffenen Personen mit Inkontinenz leiden unter einer Belastungsinkontinenz.

1. Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Diese Art der Inkontinenz ist die am häufigsten verbreitete Form. Hierbei kommt es zu einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Schließmuskels, der für das Öffnen und Schließen der Harnblase verantwortlich ist. Oft ist eine Beeinträchtigung oder Schädigung der Beckenbodenmuskulatur verantwortlich für diese Form der Inkontinenz. Eine Belastungs- oder auch Stressinkontinenz kann unter anderem konstitutionell bedingt sein, aber auch durch natürliche Geburten und Übergewicht ausgelöst werden. Bei einer Belastungsinkontinenz wird der Harndrang durch Belastung und verschiedenste Arten des Pressens, wie zum Beispiel Heben, Husten oder Niesen hervorgerufen. Bei Frauen wird diese Art der Inkontinenz am meisten durch Geburten hervorgerufen, bei Männern durch starke Schädigungen des äußeren Blasenschließmuskels zum Beispiel durch Unfälle oder Operationen.

2. Dranginkontinenz

Eine weitere häufige Form der Inkontinenz ist die Dranginkontinenz. Auslöser ist hier eine Blasenspeicherungsstörung, da die Blase sich schon bei kleinen Füllmengen zusammen zieht und es so zum unfreiwilligen Harnverlust kommt. Die Blase befindet sich in einem übersensiblen Zustand, daher kann auch nachts ein unfreiwilliger Urinverlust eintreten. Diese Form der Inkontinenz ist vor allem bei Frauen im fortgeschrittenen Alter die häufigste Art der Inkontinenz. Andere Ursachen für eine Dranginkontinenz sind unter anderem Entzündungen, Übergewicht, Diabetes oder nervenschädigende Krankheiten, wie Alzheimer, multiple Sklerose oder Parkinson. Auch Patienten nach einem Schlaganfall können von dieser Form der Inkontinenz betroffen sein.

3. Mischinkontinenz

Treten sowohl Drang- als auch Belastungsinkontinenz bei einem Menschen auf, spricht man von einer Mischinkontinenz. Diese Art der Inkontinenz betrifft vor allem Frauen ab 50. Die Symptome beider Inkontinenzformen können bei der betroffenen Person auftauen, genauso wie die Beschwerden. In 50% aller Fälle von Mischinkontinenz dominieren meistens die Symptome der Belastungsinkontinenz.

Andere Formen von Inkontinenz

Neben den drei großen Inkontinenz Formen, gibt es noch andere, weitaus seltenere Formen.

  • Überlaufinkontinenz

 

Eine davon ist die Überlaufinkontinenz, die vor allem Männer betrifft. Hier liegt eine Vergrößerung der Prostata vor, wodurch sich die Prostata beim Toilettengang nicht mehr vollends entleert und der Rest-Urin später unkontrolliert ausgeschieden wird.

  • Reflexinkontinenz

 

Eine andere Form ist die Reflexinkontinenz, bei der das Signal der Blase zur Entleerung des Urins nicht an das Gehirn übertragen wird, wodurch das Wasserlassen unkontrolliert erfolgt. Solch eine Inkontinenz tritt häufig bei Querschnittslähmung oder Nervenkrankheiten auf.

  • extraurethrale Inkontinenz

 

Eher selten ist auch die extraurethrale Inkontinenz, welche durch eine Mistelbildung zwischen Harnweg und Geschlechtsorgan entsteht. Diese Inkontinenz kann aber durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden.

  • Lachinkontinenz

 

Die Lachinkontinenz tritt meistens im Alter zwischen fünf und sieben Jahren auf, wobei die betroffenen Personen oft beim Lachen die Kontrolle über die Blasenfunktionen verlieren und es zu einer Blasenentleerung kommt. Eine Ursache für diese Art der Inkontinenz wurde noch nicht richtig gefunden, es bestehen mehrere Ansätze zur Erklärung dieser Form der Inkontinenz.

Außerdem sind die bei dieser Art der Inkontinenz alle Organe komplett gesund, man kann dennoch mit Medikamenten dagegen therapieren.

  • neurogene Blase

 

Eine weitere Form der Inkontinenz ist die neurogene Blase. Unter dem Begriff versteht man eine Funktionsstörung der Blase, welche mit der Beeinträchtigung des Nervensystems zusammenhängt.

Hierzu gehören zum Beispiel Parkinson, Gehirntumore und Verletzungen des Rückenmarks dazu. Bei einem chronischen Harnverhalt (Ischurie) füllt sich die Blase der betroffenen Person, der Urin kann aber nicht abfließen, da die Harnwege durch etwas wie Blasensteine oder eine vergrößerte Prostata blockiert sind. Bei erfolgreicher Entfernung der Blockade verschwindet auch die Inkontinenz.

  • Nachtröpfel

 

Beim so genannten Nachtröpfeln spricht man von einer Sonderform der Inkontinenz. Unter Nachtröpfeln versteht man das Austreten von Urin nach dem direkten Entleeren der Blase. Grund hierfür können eine vergrößerte Prostata bei Männern und bei Frauen häufig zu schwache Beckenbodenmuskulatur sein.

Inkontinenz Tipps

Wertvolle Inkontinenz Tipps für den Alltag

Leidet eine Person unter Inkontinenz gibt es hier ein paar nützliche Tipps, welche das alltägliche Leben erleichtern. Hilfreich ist es, immer genug Inkontinenzartikel zu Hause und unterwegs dabei zu haben, wie zum Beispiel einzeln verpackte Einlagen, Einmal-Slips, Inkontinenzslips oder Analtampons. Um die Einlagen so diskret wie möglich zu entsorgen, gibt es auch die Möglichkeit durchgefärbte Müllbeutel zu nutzen. Eine genügende Flüssigkeitszufuhr ist auch sehr wichtig, da zu geringes Trinken dazu führt, dass der konzentrierte Harn den Harndrang verstärkt und die Gefahr von Blaseninfektionen erhöht wird. Eine eventuelle Gewichtsabnahme ist auch ein nützlicher Tipp, sollte die betroffene Person an Übergewicht leiden. Auch die richtige Ernährung, wie ballaststoffreiche Kost unterstützt die Verbesserung einer Inkontinenz.

Inkontinenz und Schwangerschaft

Vor allem Schwangeren wird oft geraten, so früh wie möglich mit dem Beckenbodentraining zu beginnen, um diesen Bereich zu stärken und die Muskulatur und Bänder zu verbessern. Nach der Geburt des Kindes ist es ratsam so schnell wie möglich mit dem Beckenbodentraining zu beginnen, da so eine Senkung der Gebärmutter vorgebeugt werden kann.

Beckenbodentraining

Leichte Übungen lassen sich quasi überall im Alltag integrieren und erfordern nicht sehr viel Zeit. Sowohl im Supermarkt als auch bei der Arbeit oder im Café kann man die Übungen zwischendurch machen. Muss man länger im Stehen auf etwas warten, wie zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse, kann man das Beckenbodentraining hier leicht absolvieren. Bei der Übung muss man sich vorstellen mit dem Schließmuskel Perlen vom Boden aufzusammeln und diese dann nach oben in den Bauchraum zu ziehen, dabei die Spannung halten, einatmen und dabei entspannen.

Toiletten- und Trinkprotokoll

Ist die Diagnose Inkontinenz noch nicht vollends geklärt, hilft oft zur Unterstützung der Diagnose ein Toiletten- und Trinkprotokoll. Dieses wird über mehrere Tage geführt. Hierbei muss der Patient notieren, wie viel er getrunken hat, wann Wasser gelassen werden musste, die Stärke des Harndrangs und ob dieser willkürlich oder unwillkürlich war.

Inkontinenz Diagnose

Liegt der Verdacht einer Inkontinenz durch unkontrollierten Verlust von Urin vor, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Dieser hat verschiedene Möglichkeiten und Methoden, um eine Inkontinenz zu diagnostizieren. Da es verschiedene Formen der Inkontinenz gibt, ist es wichtig eine Anamnese des Patienten durchzuführen. Dadurch kann der Arzt die passende Therapie herausfinden, mit der sich eine Inkontinenz meistens erfolgreich behandeln lässt.

Wie wird eine Inkontinenz Diagnose gestellt?

Während der Anamnese werden dem Patienten Fragen zu Beschwerden und der eigenen Krankheitsgeschichte gestellt. Diese könnten unter anderem nach der Häufigkeit des Stuhlgangs oder des Wasserlassens fragen, aber auch ob Schmerzen vorhanden sind, ob es kürzlich eine Operation oder Entbindung gab.
Neben der Anamnese im Gespräch kann auch eine körperliche Untersuchung des Patienten Aufschluss geben. Hierbei werden die äußeren Genitalien und der Enddarm des Patienten untersucht. Hierbei kann der Arzt zum Beispiel Fisteln oder eine Prostatavergrößerung ausmachen, welche auf eine Inkontinenz hindeuten könnten. Auch eine Untersuchung der Nervenfunktionen oder der Einsatz von bildgebenden Maßnahmen, wie das Röntgen mit Kontrastaufnahmen hilft, die Diagnose zu präzisieren. Hierbei erhalten Blase und/oder Enddarm ein Kontrastmittel. Während des Wasserlassens oder Stuhlgangs werden die Aufnahmen gemacht, wodurch sich funktionelle Abläufe der Organe erkennen und analysieren lassen und eventuelle Abweichungen oder Auffälligkeiten deutlich werden. Eine weitere Maßnahme wäre die Ultraschalluntersuchung. Hierbei könnte man nicht nur die Inkontinenz ausmachen, sondern auch eventuelle Fehlbildungen, Tumore oder Blasen- und/oder Nierensteine finden, welche für die Inkontinenz verantwortlich sein könnten. Auch eventuelle Verletzungen von vorangegangen Operationen können mittels Ultraschall sichtbar gemacht werden. Eine weitere Form, um eine Inkontinenz zu diagnostizieren ist ein Trink- und Blasentagebuch, welches im Fachvokabular Miktionsprotokoll genannt wird. In diesem Tagebuch notiert der Patient Häufigkeit und Menge des Urins. Auch schreibt er sich auf, wie stark oder schwach der Harndrang war und ob der Harndrang will- oder unwillkürlich war.

Was passiert nach gestellter Inkontinenz Diagnose?

Wurde der Patient untersucht und eine Inkontinenz diagnostiziert, agiert der Arzt oft in Absprache mit einem Physiotherapeuten, welcher die Beckenbodenmuskulatur und den gesamten Halteapparat trainiert und stärkt. Durch regelmäßiges, am besten tägliches Training wird die Muskulatur stärker und die Inkontinenz sollte sich stetig bessern.

Inkontinenz Ursachen

Wo liegen die Ursachen für Inkontinenz?

Inkontinenz Ursachen können sehr vielfältig sein und hängen auch immer mit dem jeweiligen Typ der Inkontinenz zusammen. Bei Männern sind ca. zwei bis 10% nach einer Prostata-Operation von Inkontinenz betroffen. Die Inkontinenz Ursachen nach einer Prostata-OP sind medizinisch noch nicht ganz geklärt. Ein Faktor sind mögliche Verletzungen des Patienten bei der Operation. Hier sind vor allem Nerven und der Schließmuskel betroffen. Ein weitaus größerer Faktor ist aber wohl die anatomische Verlagerung der hinteren Harnröhre, da die Aufhängung der Harnröhre an der Vorderwand des Rektums durchtrennt wird. Weitere Ursachen bei einer Prostata-OP sind unter anderem das Alter des Patienten, Vorerkrankungen, die Operationstechnik und die Tumorgröße spielen eine Rolle.

Gibt es noch andere Inkontinenz Formen und wenn ja, wo liegen die Ursachen dafür?

Ja. Die Ursachen für eine Harninkontinenz sind nicht nur äußerliche Faktoren, sondern können auch krankheitsbedingt sein oder mit anderen Krankheiten einhergehen. Des Weiteren gibt es mehrere Formen der Inkontinenz, welche alle unterschiedliche Ursachen haben.

Ursachen für Belastungsinkontinenz

Bei der Belastungs- oder auch Stressinkontinenz ist der Mechanismus zum Schließen des Muskels zwischen Blasenhals und Harnröhre geschädigt oder gestört. Diese Form der Inkontinenz tritt vor allem bei Frauen auf, da sie allgemein eine schwächere Beckenbodenmuskulatur haben. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, ständiges zu schweres Heben und zu wenig Bewegung. Eine Belastungsinkontinenz kann unter anderem durch Operationen und Unfälle geschehen, durch Schwangerschaften, hormonelle Veränderungen (besonders bei Frauen), angeborene Fehlbildungen des Beckenbodens, Blasenentzündungen, chronische Bronchitis oder die Entfernung der Gebärmutter.

Ursachen für Dranginkontinenz

Die Ursachen für eine Dranginkontinenz, also eine Überaktivität des Blasenmuskels sind nicht immer einfach zu diagnostizieren. Meistens ist es ein Problem der Signalübertragung zwischen Blase und Rückenmark, da schon bei kleinsten Mengen in der Blase das Signal von der Blase an das Rückenmark gesendet wird, dass die Blase voll ist und entleert werden muss. Ursachen hierfür können Entzündungen der Harnblase oder der Harnröhre, sowie auch neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose, Parkinson oder Alzheimer, aber auch Diabetes oder psychische Ursachen sein. Ein weiterer Faktor ist das Alter, da das Gewebe mit der Zeit immer lockerer wird und eine Beckenbodenschwäche meistens altersbedingt auftritt. Auch Schwangerschaften können eine Dranginkontinenz hervorrufen, da während der Schwangerschaft das zusätzliche Fettgewebe auf die Blase und den Harnleiter drückt.

Ursachen für Reflexinkontinenz

Eine weitere Form der Inkontinenz ist die Reflexinkontinenz. Hier handelt es sich um einen Verlust der Blasen-Schließmuskel-Koordination, da die Nerven, welche die Blasen steuern, gestört sind. Ursachen hierfür sind zum Beispiel eine Verletzung des Rückenmarks und neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, ein Schlaganfall oder multiple Sklerose. Bei der Überlaufinkontinenz liegt eine Blockierung des Blasenausgangs vor. Grund dafür kann zum Beispiel eine vergrößerte Prostata oder eine Harnröhrenverengung sein. Eine eher seltene Form der Inkontinenz ist die Extraurethrale Inkontinenz, welche meist angeboren ist. Sie kann aber auch durch verschiedene Medikamente, wie Diuretika, Antidepressiva, Neuroleptika oder starken Alkoholkonsum ausgelöst werden.

Ursachen einer Stuhlinkontinenz

Neben der Harninkontinenz gibt es auch die Stuhlinkontinenz. Hier gibt es eine Vielzahl von Ursachen, weshalb diese ausgelöst werden kann. Einige Beispiele hierfür sind unter anderem neurologische Krankheiten, Tumore im Bereich des Enddarms, Darmträgheit, Beckenbodenschwäche, eine Geburt oder Operationen am Schließmuskel können zu Funktionsstörungen führen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn oder auch Medikamente wie Abführmittel oder Antidepressiva können eine Stuhlinkontinenz begünstigen.

[/anker]Inkontinenz Symptome[/anker]

Mit welchen Symptomen macht sich eine Inkontinenz bemerkbar?

Liegt eine Stressinkontinenz (bekannt auch als Belastungsinkontinenz) vor, sind die ersten Symptome oft eine zu Beginn geringere Menge an Urin, welcher austritt, ohne dass die Person dieses beeinflussen kann. Hierbei verspürt die betroffene Person weder Harndrang noch Schmerzen. Bei fortschreitender Inkontinenz wird die Menge des Urins zunehmend größer und schon bei leichten körperlichen Belastungen oder im Ruhezustand kommt es zu Verlust des Urins.

Eine Inkontinenz ist für die meisten Menschen sehr unangenehm. Das Gefühl keine Kontrolle über seinen Körper zu haben, aber auch die Angst, dass Mitmenschen den Urin riechen oder durch die Kleidung sogar sehen können, belastet die Betroffenen oft sehr.

Durch spezielle Inkontinenzeinlagen kann der Urin abgefangen werden und der Person hier geholfen werden. Sollte Verdacht auf eine Inkontinenz bestehen, ist es wichtig, den zuständigen Hausarzt aufzusuchen, welcher die Diagnose gegebenenfalls bestätigen und anschließend eine Therapie einleiten kann.

Inkontinenz Therapie und Behandlung

Welche Inkontinenz Therapie Optionen gibt es für Inkontinenz-Betroffene?

Es gibt für eine Inkontinenz nicht nur die eine Therapieform, sondern es kommt immer auf die jeweilige Form der Inkontinenz an. In den meisten Fällen ist das Training der Beckenbodenmuskulatur großer Bestandteil der Inkontinenz Therapie und hilft den Patienten sehr erfolgreich, ihre Inkontinenz zu verbessern oder gar zu überwinden. Bei dieser Therapieform wird die Beckenbodenmuskulatur gezielt gestärkt und trainiert.

Die meisten Übungen lassen sich problemlos zu Hause durchführen, nach einer Operation beginnt man das Rehabilitationstraining aber oft in einer dafür vorgesehenen Klinik oder ambulant.

Eine neue Methode ist das Biofeedback-Beckenbodentraining. Bei dieser Methode wird dem Patient eine Sonde in den Analkanal gelegt, wobei der sogenannte Analsensor anzeigt, ob die richtigen Muskeln beim Training beansprucht wurden.

Bei der Elektrotherapie werden die Beckenmuskeln durch schmerzlose, elektrische Impulse passiv stimuliert und so trainiert. Diese Methode wird oft mit einer anderen klassischen Therapie, wie dem Beckenbodentraining kombiniert. Eine weitere Therapieform ist das Toilettentraining, bei dem der Patient angepasste Trinkmengen zu sich nimmt und zu festen Zeiten Wasser lässt. Dieses geschieht in Abstimmung mit einem Arzt und kann den Umgang mit Inkontinenz wesentlich erleichtern.

Helfen weder die klassischen Therapien wie Beckenbodentraining, Elektrotherapie, Toilettentraining oder das Biofeedback, ist eine weitere Operation möglich, bei der ein künstlicher Schließmuskel implantiert wird.

Eine andere operative Methode wäre ein stabilisierendes Band, welches der Absenkung der Gebärmutter entgegenwirkt. Liegt eine Muskelschwäche im Bereich des Beckenbodens vor, können so genannte Scheiden-Damm-Plastiken hilfreich sein.

Welche Hilfsmittel können den Umgang im Alltag mit einer Inkontinenz erleichtern?

Auch Inkontinenzeinlagen gehören mit zur  Inkontinenz Therapie und helfen vor allem zu Beginn einer Inkontinenz. Bei einer Harninkontinenz gibt es für Männer verschiedene Einlagen, welche helfen, den Uringeruch zu neutralisieren und ein Durchnässen der Kleidung verhindern. Sollten diese Einlagen auf Grund ihrer Form Unbehagen bei Männern auslösen, gibt es auch taschenförmige Einlagen, welche seitliches Auslaufen des Urins verhindern.

Eine andere Alternative sind sehr breite Einlagen, welche den kompletten vorderen Intimbereich des Mannes abdecken. Besteht eine stärkere Harninkontinenz empfehlen sich Windelhosen oder Inkontinenzeinlagen mit Fixierhöschen.

Ein weiteres Mittel, welches bei der Therapie hilft, ist das Miktionsprotokoll, bei dem die betroffene Person über das Wasserlassen und die Flüssigkeitszufuhr genauestens über mehrere Tage Protokoll führt. Auch eine Gewichtsreduktion bei adipösen Patienten kann für die Therapie nützlich sein. Relativ neu ist die Implacement-Therapie. Bei dieser Therapieform wird das Aretha-Gewebe mit kleinsten Partikeln unterfüttert, welche sich in einer Matrix aus Hyaluronsäure befinden.

Gibt es auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten?

Wird medikamentös behandelt, kommt es auf die jeweilige Inkontinenzform an, welche Medikamente gegeben werden. Im Allgemeinen werden meist Östrogene verschrieben oder Serotonin-Nordadrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer. Bei einer Dranginkontinenz kann zum Beispiel mit Anticholinergika therapiert werden, welches krampflösend wirkt, wodurch sich der Blasenmuskel nicht mehr zusammenzieht, die Blase sich entspannt und der starke Harndrang nachlässt. Leiden Patienten an einer Überlaufinkontinenz, ist ein Alpharezeptorblocker eine Therapiemöglichkeit, da sie den Blasenverschluss lockern, den Auslasswiderstand senken und eine Restharnmenge vermindert wird. Bei einer Reflexinkontinenz können Parasympatholytika die Harnblasenmuskulatur hemmen, wodurch sich die Blase entspannt. Weitere Möglichkeiten zur Therapie sind ein Katheter, welcher regelmäßig geleert werden müsste, Abführmittel bei Stuhlinkontinenz, da sie den Dickdarm stimulieren oder auch Motilitätshemmer, da sie die Häufigkeit des Stuhlgangs reduzieren.

Trinkverhalten bei Inkontinenz – Ist eine Umstellung des Trinkverhaltens bei Inkontinenz nötig?

Ja. Das richtige Trinkverhalten bei Inkontinenz ist sehr wichtig. Viele betroffene Menschen sind dazu geneigt weniger zu trinken, um einen geringeren Harndrang zu verspüren. Diese Handlung hat allerdings einen genauen gegenteiligen Effekt, da der konzentrierte Harn in der Blase das Gefühl des Wasserlassens nur noch verstärkt.

Vor allem einige Getränke, welche viele Menschen gerne und viel im Alltag konsumieren, sind sehr harntreibend. Vor allem Kaffee treibt den Harn an und kann sogar zu einer Beschleunigung einer Inkontinenz führen. Auch viele Teesorten, wie schwarzer und grüner Tee haben eine harntreibende Wirkung.

Auch Kräutertees welche Mate, Brennnessel, Rosmarin und Birkenblätter enthalten, sind nicht bei einer Inkontinenz zu empfehlen. Auch sollte man Eistees meiden, da diese oft auf Grün-oder Schwarztee-Basis hergestellt werden und zudem viel Zucker enthalten.

Getränke mit Zucker und Kohlensäure können die Blase reizen. Vor allem künstliche Süßstoffe können die Blase beeinträchtigen und sind vor allem in Softdrinks und Fruchtsäften mit Konzentraten enthalten. Hier empfiehlt es sich eher Wasser zu trinken und dieses mit einem Saft zu mischen, wobei der Anteil des Wassers im Mischverhältnis immer höher sein sollte, als das des Saftes.

Allgemein ist Wasser das beste Getränk für Menschen mit einer Inkontinenz, da es keine Kalorien und Zucker enthält. Auch Rooibostee ist unbedenklich, da es nicht harntreibend wirkt.

Hinweis:

Es empfiehlt sich, vor allem tagsüber viel zu trinken und die Menge zum Abend hin zu reduzieren, wodurch mehr Schlaf für die betroffenen Personen gewährt wird und der Wechsel des Inkontinenzmaterials minimiert wird.

Auf welche Lebensmittel sollte bei Inkontinenz verzichtet werden?

Es gibt auch bestimmte Lebensmittel, welche bei einer Inkontinenz zu meiden sind. Vor allem scharfes Essen tut der Blase nicht gut. Daher ist es ratsam auf Gewürze wie Chili, Pfeffer, Rettich und Ingwer zu verzichten, da diese viele Reizstoffe für die Blase enthalten. Auch ist es wichtig, selbst darauf zu achten, nach welchen Lebensmitteln man verstärkt Harndrang verspürt, um diese weitestgehend vom Speiseplan zu streichen.

Sport bei Inkontinenz

Welche Übungen gibt es und was bringt ein Beckenbodentraining bei Inkontinenz?

Bei einer Inkontinenz ist es meistens am wichtigsten, den geschwächten Beckenboden gezielt zu trainieren und zu stärken, um gewolltes und selbstbestimmtes Wasserlassen zu ermöglichen und das Wasserlassen und den Harndrang besser zu kontrollieren.

Vor allem bei Männern nach einer Prostata- OP besteht das Risiko einer Inkontinenz, da neben der Prostata auch noch weiteres Gewebe, nämlich Teile des inneren Blasenschließmuskels entfernt werden. Für die Rehabilitation der Muskulatur gibt es daher in den meisten Fällen ein intensives Beckenbodentraining, welches in bestimmten Kliniken oder ambulant durchgeführt werden kann.

Die meisten Übungen zur Stärkung des Beckenbodens kann man ohne Probleme zu Hause durchführen. Der Inkontinenz Sport besteht aus Gymnastik-, Spannungs- und Entspannungsübungen für den Beckenboden und sollte täglich geübt werden. Durch die Übungen wird die Muskulatur dauerhaft gestärkt und stabilisiert.

Eine andere bewährte Möglichkeit seinen Beckenboden zu stärken ist das Biofeedbacktraining. Hierbei wird eine sehr kleine Sonde in den Analkanal gelegt, wodurch Sensoren anzeigen können, welche Muskeln trainiert werden und ob diese auch intensiv und ausreichend beim Training angespannt werden. Bei regelmäßigem Anwenden dieser Methode lässt sich schnell eine Verbesserung der Inkontinenz verzeichnen. Die benötigten Geräte gibt es auf Rezept bei einem Urologen und können daher auch für das Training zu Hause genutzt werden.

Weitere Übungen für den Beckenboden

Weitere Inkontinenz Sport-Übungen, welche helfen den Beckenboden zu trainieren sind die Schulterbrücke, der Korkenzieher und der Balanceakt.

Bei der erst genannten Übung liegt die Person auf einer Matte auf dem Rücken und stellt die Füße hüftbreit auf. Kontrolliert atmen und bei der Ausatmung den Beckenboden anspannen und dann das Becken leicht anheben und dabei Wirbel für Wirbel hoch rollen, bis der Körper in der Brückenposition ist. Anschließend Position halten, einatmen und dabei die rechte Hüfte Richtung Boden absinken lassen, beim Ausatmen die Hüfte wieder anheben. Dies sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite fünfmal wiederholen, danach die Wirbelsäule wieder abrollen und den Beckenboden entspannen.

Beim Korkenzieher legt man sich wieder auf den Rücken und beide Beine werden im 90 Grad Winkel hoch zur Decke gestreckt. Danach öffnet man die Beine schulterbreit, atmet aus und das linke Bein wird an das rechte Bein gelegt, das Gesäß bleibt auf dem Boden. Nun ist der rechte Fuß deutlich tiefer gelegen als der linke Fuß. Die Position wird für einige tiefe Atemzüge gehalten, anschließend geht es zurück in die Ausgangsposition und man wiederholt die Übung mit dem anderen Bein. Pro Seite wird die Übung jeweils dreimal wiederholt.

Die letzte Übung ist der so genannte Balanceakt, bei dem man aufrecht steht und die Beine geschlossen hält. Anschließend wird das linke Bein mit beiden Händen an die Brust gezogen, man hält die Position für einige Atemzüge, wobei versucht wird, aus der Hüfte mit dem Standbein sich immer größer zu machen. Anschließend geht man zurück in die Ausgangsposition und wiederholt die Übung mit dem anderen Bein.

Für eine Verbesserung der Balance, des Körpergefühls und der Konzentration kann man, wenn man in die Ausgangsposition zurückweicht die Augen schließen und versuchen, die Füße voreinander zu stellen und dabei das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße zu verteilen.