Lungenemphysem

Lungenemphysem

Was ist das eigentlich?

Ein Lungenemphysem ist eine progressive Lungenerkrankung, bei der die Lungenbläschen (Alveolen) irreversibel erweitert und zerstört werden.

Das Lungenemphysem zählt zu den chronischen Lungenerkrankungen. In der Medizin zählt es zu den chronisch Obstruktion Lungenerkrankungen, auch kurz COPD genannt.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine Überblähung der Lunge.  Die Trennwände der Lungenbläschen werden zerstört und kein richtiger Gasaustausch kommt mehr zustande. Die Luft staut sich in den Bläschen, die zu großen Blasen werden und zur Atemnot führen, obwohl die Lunge eigentlich voller Luft ist.

Der notwendige Gasaustausch für eine funktionierende Atmung funktioniert nicht mehr. Die Organe und das Gewebe des Körpers werden nicht mit genügend Sauerstoff versorgt, wodurch es zu Mangelerscheinungen kommt.

In den meisten Fällen ist das Rauchen oder eine zu hohe Feinstaubbelastung der Auslöser für diese Krankheit.

Bei einem Lungenemphysem wird die Lungenoberfläche irreversibel reduziert. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel. Da kein lebenswichtiger Sauerstoff aus der Atemluft in die Blutgefäße der Lunge und von dort zu anderen Organen und Gewebe transportiert wird.

Die meisten erkrankten Menschen sind Raucher ab dem 50. Lebensjahr.

Vor allem der Zigarettenrauch ist schädlich für Bronchialäste und Lungenbläschen und zerstört diese allmählich.

Lungenemphysem DiagnoseEmpfehlung mit Herz lungenemphysem-diagnose-röntgenbild Lungenemphysem

Besteht der Verdacht eines Lungenemphysems, steht an erster Stelle der Diagnose das Arztgespräch.

In dem Anamnesegespräch werden dem Patienten einige Fragen zu Vorerkrankungen und der Lebensweise gestellt.

Wichtig ist vor allem zu wissen, ob es bereits Lungenerkrankungen gab und ob die betroffene Person Raucher ist.

Auch die Einnahme von Medikamenten und der Kontakt mit Reizstoffen oder erhöhter Feinstaubbelastung spielen eine Rolle.

Des Weiteren wird der Arzt nach akuten Beschwerden fragen wie Luftnot, Husten oder allgemeine Abgeschlagenheit.

Nachdem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Hier gibt es verschiedene Methoden und Vorgehensweisen, um eine Diagnose zu stellen. Der Patient wird vollständig und nach typischen Symptomen eines Lungenemphysem untersucht .

 

weitere Untersuchungen zur Diagnosesicherung sind …

Mit einer Blutuntersuchung lässt sich ein Alpha1-PI-Mangel-Emphysem ermitteln, welches eine besondere, sehr seltene Form des Lungenemphysems ist.

Ein weiterer Punkt ist die Blutgasanalyse, bei der der Sauerstoffgehalt, der Gehalt an Kohlendioxid und der pH-Wert im Blut gemessen wird.  Die Blutgasanalyse gibt Aufschluss auf ein mögliches Lungenemphysem.

Lungenfunktionstests können eine Diagnose weiter stützen und die Schwere des Lungenemphysems aufzeigen.

Hilfreiche Diagnose-Tests sind …

  • die Spirometrie, bei der ein Sensor den Luftstrom beim Ein- und Ausatmen misst.
  • die Ganzkörperplethysmographie hilft die Luftmengen, welche nicht ausgeatmet werden, in der Lunge zu bestimmen.
  • die Diffusionskapazitätsmessung, hierbei muss der Patient die Luft für zehn Sekunden anhalten. Während dieser Zeit geben Testgase, welche meist aus kleinen Mengen Kohlenmonoxid bestehen, Aufschluss über die Lungenoberfläche.

 

Am Ende des Diagnoseverfahrens stehen die bildgebenden Untersuchungsverfahren, die Computertomographie (CT).
Röntgenuntersuchungen oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Thorax liefern weitere Hinweise für eine Diagnose.

Lungenemphysem Symptome

Liegt ein Lungenemphysem vor, ist das erste Symptom fast immer Atemnot.Empfehlung mit Herz lungenemphysem Lungenemphysem

Zu Beginn eines Lungenemphysems tritt die Atemnot nur ab und zu unter Belastung auf.

Schreitet die Krankheit weiter voran, verschlechtert sich der Zustand der betroffenen Person soweit das selbst bei leichten körperlichen Anstrengungen zu einer Atemnot kommt.

Typische Symptome sind …

  • der Verlauf der Rippen ist eher horizontal als schräg
  • fassförmiger Brustkorb
  • Atemprobleme, vor allem beim Ausatmen
  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • eine Verminderung der Leistungsfähigkeit
  • schnelle Ermüdung
  • eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • Husten und Auswurf
  • kleine, verstärkte Hautvenen im Bereich der Rippen
  • tiefstehendes Zwerchfell
  • der Klopfschall beim Abklopfen des Brustkorbes klingt hohler und lauter als normal
  • bei der Auskultation der Lunge hört man ein leises, schwaches Atemgeräusch mit eventuellen Nebengeräuschen

 

Lungenemphysem Ursachen

Bei einer COPD – chronisch Obstruktion Lungenerkrankungen sind vor allem der Zigarettenrauch und Feinstäube für die Entstehung der Krankheit verantwortlich.

Da Rauch und Feinstaub die Makrophasen und T-Helferzellen im Körper aktivieren. Diese geben Entzündungsstoffe ab und setzen Enzyme zum Proteinabbau frei, genannt Protesten. Die Proteinabbauenzyme blockieren gleichzeitig schützende Proteaseinhibitoren, wodurch ein Ungleichgewicht zwischen Proteasen und Proteaseinhibitoren zu Gunsten der Proteasen entsteht. Dieses Ungleichgewicht führt zu einer Schädigung und zum Gewebeabbau der Lungenbläschen.

Eine sehr spezielle und seltene Form des Lungenemphysems ist eine genetisch bedingte verminderte Konzentration des Bluteiweißes Alpha-1-Antitrypsin. Wenn dieses Bluteiweiß nicht ausreichend vorhanden ist, wird zum Beispiel das Elastin in den Trennwänden der Lungenbläschen enzymatisch zersetzt. Zigarettenrauch und Feinstaub haben hier noch einen verstärkten negativen Effekt, da diese Restmengen von Alpha-1-Antitrypsin inaktivieren.

Lungenemphysem Behandlung und Therapie

Liegt ein Lungenemphysem vor, ist es wichtig…Empfehlung mit Herz Lungenemphysem-gesund-und-erkrankter-Lungenflügel Lungenemphysem

  • die Therapie so schnell wie möglich zu starten.
  • Einen Stillstand des Fortschreitens des Lungenemphysems ist das Ziel.
  • die Ursachen so schnell wie möglich zu vermeiden
  • Rauchen einstellen (sofern die betroffene Person Raucher ist)
  • das Aussetzen von erhöhter Feinstaubbelastung
  • Passivrauchen vermeiden

 

Eine Lungenemphysem ist nicht mehr rückgängig zu machen!

Liegt ein Enzym-Mangelemphysem vor, kann ein humaner Alpha-1-Proteaseinhibitor den Mangel ausgleichen!

Individuelle  Lungenemphysem-Therapien

  • individuell angepasste Sportarten, zum Beispiel in Lungensportgruppen
  • Medikamente
  • eventuell die Gabe von Sauerstoff
  • Atemübungen.

 

Vor allem die Atemgymnastik ist ein wichtiger Bestandteil der Lungenemphysem Therapie. Eine Form der Atemgymnastik ist die Lippenbremse, bei der die Person gegen den Widerstand der halb geschlossenen Lippen ausatmet, was für einen erhöhten Druck in den Bronchien wirkt und so einem Kollaps entgegenwirkt.

Bei permanenten Sauerstoffmangel ist die Gabe von zusätzlichem Sauerstoff sinnvoll. Die Sauerstoffgabe muss  unter Aufsicht eines Arztes begonnen werden, da der Körper der betroffenen Person sich eventuell schon auf den Sauerstoffmangel eingestellt haben könnte.

Reicht die Gabe von Sauerstoff nicht aus und die erkrankte Person leidet zusätzlich an einer Infektion, ist es gegebenenfalls notwendig, den Patient in eine Klinik zur künstlichen Beatmung unterzubringen. Damit eine Intubation vermieden werden kann.

Auch Begleiterkrankungen wie Infektionen, chronische Bronchitis, Bluthochdruck, Adipositas, Diabetes und Herzerkrankungen müssen mitbehandelt werden.

Operative Behandlung

In manchen Fällen werden auch operative Eingriffe vorgenommen, wobei ein Teil der überblähten Lungenabschnitte chirurgisch entfernt werden.

Ein weiteres Verfahren ist die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion, welche mit Ventilen oder einer Coils, einer Art Spirale, durchgeführt wird. Dies ist eine sehr schwierige Operation, welche viel Erfahrung und Achtsamkeit erfordert.

Bei sehr schweren Fällen kann auch eine Transplantation der Lunge in Frage kommen. Die Transplantationsliste ist sehr lang und Spenderorgane  sehr selten. Viele Patienten warten lange auf einen neuen Lungenflügel oder gar eine komplett neue Lunge.