Multiple Sklerose

Multiple Sklerose – Was ist das?

Die multiple Sklerose (MS), auch  Encephalomyelitis disseminata (ED) genannt, ist eine Erkrankung mit unterschiedlichen Verlaufsformen die chronisch-entzündlich und neurologisch ausgeprägt ist.

Encephalomyelitis disseminata (griech. enkephalos = Gehirn, myelos = Mark; lat. disseminare = aussäen, ausstreuen) bedeutet in der Fachsprache so viel wie „verstreute Hirn- und Rückenmarksentzündung“.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Multiple Sklerose

Bei multiple Sklerose werden die Markscheiden angegriffen. Diese bilden die elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern im Zentralnervensystem (ZNS).

Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann das gesamte Gehirn und das Rückenmark betreffen.

Im Immunsystem der MS-Patienten werden Teile der Nervenfasern (Axone) zerstört, welche an der Weiterleitung von Impulsen (Befehle und Reize) beteiligt sind, genauso wie auch Nervenfasern und -zellen.

Bei der Erkrankung schädigen Abwehrzellen, die normalerweise Erreger oder Stoffe angreifen, körpereigenes Gewebe.

Multiple Sklerose zählt zu den Autoimmunerkrankungen (griechisch: Auto = selbst).

Abgeleitet ist die Bezeichnung multiple Sklerose aus dem lateinischen multiplex (=vielfach) und dem griechischen skleros (=hart). Bei manchen Ärzten wird bei MS von Polysklerose (griech. Polys = viel, zahlreich) gesprochen.

Die Markscheiden zerfallen an den betroffenen Stellen, wodurch sich anschließend an ihrer Stelle Narbengewebe bildet.
Das Gewebe verhärtet krankhaft (sog. Sklerosierung). An den Sehnerven, im Hirnstamm, im Kleinhirn und an den Hintersträngen des Rückenmarks kommt dies besonders häufig vor.

Durch die MS-Störung werden Lähmungserscheinungen (Motorik) ausgelöst.  Es kommt zu Problemen der Körperempfindungen (Sensorik) und Muskeln können nicht mehr korrekt koordiniert werden. Genauso wenig können Sinnes-Signale nicht mehr richtig weitergegeben werden.

MS-Symptome treten meist erst ab einem Alter von 20 bis 40 Jahren auf.

Immer häufiger sind Ersterkrankungen jedoch schon bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert worden.

Es gibt unterschiedliche Formen des Verlaufs…Empfehlung mit Herz Multiple-Sklerose Multiple Sklerose

  • eine schubförmig remittierende Verlaufsform
  • eine sekundär progrediente Verlaufsform
  • eine primär progrediente Verlaufsform

 

MS und ihre Ausprägungen sind äußerst ungleichmäßig. Bei einer milden Ausprägung sind Beeinträchtigungen kaum spürbar. Anders sind dagegen die schweren Ausprägungen, bei denen die körperliche und psychische Gesundheit deutlich in Mitleidenschaft gezogen wird.

Im jungen Erwachsenenalter kann MS als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen zu bleibenden Schäden, einer Behinderung und vorzeitiger Rente (ca. ein Drittel der Betroffenen) führt.

Multiple Sklerose verläuft überwiegend in Schüben. Erst nach längerer Zeit kommt es zu ansteigenden Einschränkungen.

Eine Heilung kann derzeit (noch) nicht versprochen werden. Jedoch kann man das Fortschreiten von MS verlangsamen, indem man die Intensität der Schübe mindert und somit die Lebensqualität erhöht.

Wichtig für Angehörige und Partner von MS-Betroffenen

Nach der Diagnose „Multiple Sklerose“ ist es wichtig, in keinem Fall zu resignieren.  Die Krankheit ist oft nur langsam fortschreitet und zudem verläuft Multiple Sklerose individuell unterschiedlich.

Besonders emotionale Unterstützung und Akzeptanz durch Freunde und Verwandte ist für die MS-Patienten sehr wichtig.

Durch das Einsetzen einer Pflegebedürftigkeit kann für den Betroffenen und für pflegende Angehörige eine schwere Zeit beginnen.

Trotz Einschränkungen wie Seh- oder Sprachstörungen sollte man sich dessen bewusst sein, dass die Patienten meist geistig auf der Höhe sind.

Multiple Sklerose Diagnose

Bei dem Verdacht auf multiple Sklerose (MS) muss ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt schaut sich ganz genau die Beschwerden an. Für eine Diagnose reicht die Anamnese allerdings nicht aus, weshalb weitere Untersuchungen notwendig sind.

Der Arzt untersucht die Nervenfunktionen um abzuklären, ob es noch weitere Anzeichen für MS gibt.

Eine neurologische Untersuchung betrachtetEmpfehlung mit Herz multiple-sklerose-nervensystem-röntgenbilder Multiple Sklerose

  • primär die Hirnnerven und ihre Funktionen
  • die Empfindungen
  • die Reflexe
  • die Muskelkraft

 

Mit Hilfe einer Skala wird der Arzt die zu testenden Faktoren einem Grad zuordnen und die vorliegenden Einschränkungen einschätzen.

Um eine Erkrankung dieser Art zu diagnostizieren, bedarf es ebenfalls einer Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (sog. Liquorpunktion). Da entzündliche Veränderungen im Gehirn und im Rückenmark führen dazu, dass gemessenen Werte der Probe für bestimmte Abwehrzellen und Antikörper krankhaft erhöht sind.

Jedoch gibt es wesentlich mehr Krankheiten, bei denen das Nervensystem entzündet ist (z.B. die Hirnhautentzündung), die dieselbe Wirkung haben. Daher kommen zur Sicherung einer MS-Diagnose weitere Verfahren zum Einsatz.

Welche Verfahren werden noch zur Diagnosesicherung angewendet?

Ein bestimmtes Verfahren für die Multiple Sklerose Diagnose ist eine Elektroenzephalographie (EEG).  Um Nervenimpulse zu ermitteln, die entstehen, sofern eine Reaktion auf bestimmte vorgegebene Seh- oder Hörreize stattfindet ist das EEG eine gute Methode. Der Arzt erkennt an den sogenannten evozierten Potentialen (evozieren = hervorrufen), ob eine Störung der Leitfähigkeit in einem Seh- oder Hörnerv vorliegt. Diese Potentiale können bei multiple Sklerose charakteristische Veränderungen aufzeigen. Beispielsweise eine verlangsamte Reaktion auf Lichtblitze oder Klicklaute.

Besonders angesehen bei der MS-Diagnostik ist die Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Entzündungsherde rechtzeitig erkennbar sind. Entzündungsherde sind für multiple Sklerose charakteristisch bevor überhaupt die ersten MS-Symptome auftreten.

Weniger aussagekräftig ist hingegen die Computertomographie (CT), die auch eingesetzt wird um eine Diagnose zu stellen.

Der Arzt achtet bei der Diagnose darauf, dass alle Kriterien erfüllt sind, die einen MS-Schub ausmachen, da nur so eine entsprechende Behandlung für multiple Sklerose ausgewählt werden kann.

Ein Multiple-Sklerose-Schub liegt vor, wenn neue oder frühere Symptome

  • mindestens 24 Stunden lang anhalten
  • mindestens 30 Tage nach Beginn des letzten Schubs aufgetreten
  • nicht durch eine veränderte Körpertemperatur oder durch Infektionen erklärbar sind.

 

Ablauf der Diagnosesicherung

Um MS zu diagnostizieren fragt der Arzt zunächst nach neurologischen Ausfällen.

Neurologische Ausfälle sind…

  • Störungen der Gefühlswahrnehmungen in Armen oder Beinen
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Unsicherheit des Gleichgewichts
  • Einschränkungen beim Sehen
  • oder anderen Beschwerden

 

Ein weiterer Hinweis zu Beginn der Untersuchung ist das Vorliegen von Autoimmunerkrankungen, die beim Patienten oder seiner Familie.

Der Arzt führt neben einer körperlichen Untersuchung zudem eine neurologische Untersuchung durch.

Auch das Blut und der Urin werden untersucht.

Der Arzt erfasst außerdem die psychische Situation des Betroffenen.Empfehlung mit Herz multiple-sklerose-untersuchung Multiple Sklerose

Erforderlich für die Diagnose von MS-typischen Schädigungen im Gehirn sind…

  • eine Elektroenzephalografie (EEG)
  • eine Magnetresonanztomografie (MRT)
  • die Entnahme von Flüssigkeit aus dem Rückenmark (Liquorpunktion)

 

Ergänzend dazu prüft der Arzt, ob oder wie stark die Geh- und Sehfähigkeit des Patienten sind. Zudem ob oder wie stark Blasenfunktionsstörungen vorliegen.

Unspezifische Symptome erschweren die Multiple Sklerose Diagnose

In den meisten Fällen dauert es mehrere Monate oder Jahre, bis der Arzt die Erkrankung erkennt. Da die Beschwerden relativ unspezifisch sind.

Das Stadium zu Beginn der Krankheit wird als klinisch isoliertes Syndrom bezeichnet. Patienten die unter diesem Syndrom leiden, hatten schon ein erstes Frühsymptom der multiplen Sklerose.

Sind bei Patienten mit Hilfe der Kernspintomografie neben den charakteristischen Merkmalen zusätzlich typische Schädigungen im Gehirn nachgewiesen, dann kann die Diagnose MS schon in einem frühen Stadium gestellt werden.
Dies ist wichtig, damit eine Behandlung möglichst schnell eingeleitet werden kann und das Fortschreiten der Krankheit gebremst wird. Das schnelle diagnostizieren der Krankheit ist wichtig um eine Behinderung hinaus zu zögern. Manchmal kann eine Behinderung sogar verhindert werden.

Betroffene müssen in jedem Fall einen Arzt aufsuchen!

Multiple Sklerose Symptome

Multiple Sklerose Symptome sind sehr umfangreich und vielfältig.

Da für MS weder ein bestimmter Verlauf, noch vorgegebene Anzeichen typisch sind, wird Multiple Sklerose auch als Krankheit mit tausend Gesichtern bezeichnet.

Manche Frühsymptome treten allerdings häufiger auf.

Die Symptome die am meisten vorkommen sind…

  • Gefühlsstörungen bzw. Empfindungsstörungen
  • Sehstörungen
  • Lähmungen der Muskulatur

 

Frühsymptome und erste Anzeichen einer multiplen SkleroseEmpfehlung mit Herz multiple-sklerose-symbolbild Multiple Sklerose

Zu den ersten Anzeichen einer MS gehörigen spastische (=krampfartige) Lähmungen und Koordinationsstörungen.

Zu Beginn der Krankheit werden von vielen Betroffenen Gefühlsstörungen (Taubheitsgefühl, „Ameisenkribbeln“), in Armen, Rumpf oder Beinen wahrgenommen, die fleckenförmig auftreten.

Circa 30 Prozent der Patienten haben zudem Sehstörungen, die als erste Anzeichen auf eine MS zum Vorschein kommen.
Sie klagen entweder über Sehausfälle im Zentrum des Blickfeldes oder getrübte Sehfähigkeit (wie durch ein Milchglas). Manchmal werden Bilder auch doppelt gesehen.

Generell gehören zu den Frühsymptomen …

  • eine allgemeine Mattigkeit
  • rasche Ermüdbarkeit
  • Konzentrationsstörungen

 

Hinweis:

Die genannten Symptome müssen jedoch nicht zwingend auf eine multiple Sklerose hinweisen.

Die Diagnose „MS“ ist eine Ausschlussdiagnose.

Es müssen verschiedene andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die aufgrund der Symptome noch infrage kommen.

Durch Hitze, Fieber, aber auch Anstrengung werden die MS-Symptome bei vielen Menschen verstärkt.
Vor allem die Muskelschwäche ist davon betroffen.

 

Empfindungsstörungen

Fast immer werden durch MS Empfindungsstörungen verursacht …

  • ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln (Ameisenlaufen) an Armen und Beinen
  • Spannungsgefühle um die Gelenk- und Hüftregion (wie ein eiserner Handschuh oder Gürtel)
  • Schmerzen
  • eine verminderte Empfindlichkeit (z.B. bei der Temperaturwahrnehmung)

Die Missempfindungen beginnen meist in den Fingerspitzen oder den Füßen und ziehen sich bis in die Arme oder die Beine. Ebenfalls verbreitet ist das sogenannte Nackenbeugezeichen. Wenn der Kopf von den Betroffene nach vorne gebeugt wird, verspüren sie oft einen Schlag, der blitzartig entlang der Wirbelsäule einschlägt, manchmal sogar bis in die Hände und Füße fühlbar ist.

Sehstörungen

MS führt in circa dreiviertel der Fälle zu Sehstörungen.

Meist steckt hinter den Beschwerden ein entzündlicher Sehnervs, eine sogenannte Optikusneuritis.

Die Symptome prägen sich unterschiedlich aus wie …

  • Die Sehstörung beginnt dann meist mit Augenschmerzen, die sich mit der Bewegung der Augäpfel verstärken.
  • Die Betroffenen haben Probleme ihr Umfeld scharf zu sehen.
  • Patienten haben das Gefühl mit einem Auge wie durch einen Schleier oder Nebel zu schauen.
  • Das Farbensehen kann beeinträchtigt sein, je nachdem wie stark die Entzündung ist.
  • Es kann außerdem zu Lichtblitzen oder Ausfällen des Gesichtsfeldes kommen.
  • In einigen Fällen ist das zentrale Sehen beschränkt und es ist plötzlich schwer kleinere Druckschrift zu lesen.
  • Liegt eine Lähmung der Augenmuskulatur vor, werden Doppelbilder gesehen.

 

Hinweis:

Die Symptome bilden sich meist innerhalb von wenigen Wochen bis sechs Monaten wieder zurück, nachdem die Entzündung abgeklungen ist.

Muskellähmungen

Muskeln, die kraftlos sind und schnell ermüden, angespannt (spastisch) oder steif sind, sind typisch bei MS.

Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen gehören ebenfalls zu weiteren Symptomen.  Die Lähmung ist häufig nur in einem Bein.

Weitere Multiple Sklerose Symptome

Multiple Sklerose kann beispielsweise bestimmte Symptome im Gesicht bewirken, sofern verschiedene Hirnnerven an der Krankheit einbezogen sind. Dann kommt es zu Lähmungen (sog. Fazialisparese) oder zu Schmerzen (sog. Trigeminusneuralgie).

Zudem kann multiple Sklerose Geschmacksstörungen und Gleichgewichtsstörungen bedingen. Zudem kann durch das MS betroffene Kleinhirn Sprachstörungen, Unsicherheiten beim Gehen und zitternde Hände auftreten.

Oft werden Sprachstörungen als besonders belastend empfunden, da Silben abgehackt und explosiv ausgestoßen werden.

Blasenfunktionsstörungen, im frühen Stadium ist der Harndrang besonders häufig und ist kaum kontrollierbar, wodurch ein unwillkürlicher Harnverlust (Inkontinenz) vorkommt. Zu Harnverhalt kommt es dann in späteren Stadien.

Auch eine Störung bei Stuhlentleerungen (oft Verstopfung) ist ein vorkommendes Symptom.

Gestörte Sexualfunktionen und Schweißabsonderungen.

Multiple Sklerose beeinträchtigt außerdem die Psyche wie folgt…

  • Anfälligkeit für Stimmungsschwankungen
  • depressive Symptome
  • Traurigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • euphorisches Verhalten

 

Hinweis:

Grundsätzlich ist es möglich, dass alle genannten Symptome nicht nur einzeln, sondern auch in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.

Multiple Sklerose UrsachenEmpfehlung mit Herz multiple-sklerose-nervensystem Multiple Sklerose

Multiple Sklerose Ursachen (MS) sind bis heute noch völlig ungeklärt.

Folgende Faktor spielt bei der Entstehung der Krankheit jedoch eine große Rolle …

  • Im Vergleich zur gesamten Bevölkerung haben enge Verwandte von Personen mit MS, ein 10- bis 30-fach erhöhtes Risiko, Multiple Sklerose zu entwickeln.
  • MS ist nicht im klassischen Sinne vererbbar.  Sondern besondere Umweltfaktoren spielen bei der Entstehung von MS eine wichtige Rolle.
  • Es gibt Völker, da ist die Krankheit außerordentlich selten zu beobachten. Demzufolge lässt sich feststellen, dass erbliche Faktoren bei multiple Sklerose mitverantwortlich zu sein scheinen.
  • Auch Infektionen mit bestimmten Erregern, die schon längst ausgeheilt sind und deren Oberfläche ähnlich der der Markscheiden mit Nervenfasern sind, können Grund für die immer wieder aufflammende Entzündung sein, die im zentralen Nervensystem liegt. Dafür kommen vor allem Herpesviren, der Epstein-Barr-Virus und Chlamydien infrage.
  • Multiple Sklerose gehört zu der Art der Autoimmunerkrankungen (auto = selbst). Dabei wird körpereigenes Gewebe fälschlicherweise durch das Immunsystem des Körpers geschwächt. Dies kommt möglicherweise durch Fehlreaktionen, die wiederum durch Infektionen mit Erregern verursacht werden, deren Strukturen den körpereigenen ähneln. Vom Körper werden Antikörper gebildet, die sich ebenfalls gegen die eigenen Zellen vorgehen.

 

Hinweis:

Chronische Krankheiten entstehen dann erst, wenn Antikörper von vorherigen Krankheiten im Blut bleiben. Diese verursachte Störung äußert sich zumeist in Schüben, die Organe und Gewebe betreffen. Betroffen ist bei MS überwiegend das Nervengewebe.

ähnlich verlaufende Autoimmunkrankheiten sind …

  • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • rheumatoide Arthritis

 

Hinweis:

Der Verlauf von MS passiert in Schüben. Ursache kann bei einem akuten Schub unteranderem seelische und/oder körperliche Belastung sein. Diese sind als Risikofaktoren für Schübe einzustufen, da sie die Aktivität des Immunsystems auslösen.

Risikofaktoren, die Schübe fördern, sind …

  • Stresssituationen, zum Beispiel Operationen und größere Verletzungen
  • Schwankungen im Hormonhaushalt wie Pubertät oder Wechseljahre
  • Infektionen, besonders Virusinfektionen wie zum Beispiel Grippe
  • bestimmte aktive Impfungen sowie Hyposensibilisierungen bei Allergien
  • Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, zum Beispiel Präparate mit Sonnenhut (Echinacea)

 

Multiple Sklerose Therapie und Behandlung

Die Multiple Sklerose Therapie teilt sich in drei verschiedene Bereiche auf.

1. Verlaufsmodifizierende TherapieEmpfehlung mit Herz multiple-sklerose-symbolbild-stop-ms Multiple Sklerose

Es ist eine Dauerbehandlung und gilt als Basistherapie von MS.  Hier wird auf lange Sicht das Fortschreiten der Krankheit gehemmt.

Die verlaufsmodifizierende Therapie hat die Freiheit von Krankheitsaktivität zum Ziel.

Schübe sollen möglichst verhindert und die Schwere verringert werden. Auch das Fortschreiten der Behinderung soll verhindert werden.

Durch die verlaufsmodifizierende Therapie kann in das Immunsystem von Patienten eingegriffen werden.

Bei der Immunsuppression wird das Immunsystem unterdrückt, damit verhindert wird, dass die Krankheit die Nervenzellen schädigt.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden bei allen Medikamenten der Therapie empfohlen oder sogar vorgeschrieben.

Je nachdem um welches Präparat es sich handelt, erfolgen diese unterschiedlich häufig.

Wird mit den Medikamenten keine Wirkung (mehr) erzielt oder hat der Patient eine (hoch) aktive multiple Sklerose, werden statt in der milden und moderaten Verlaufsform eingesetzte Methoden durch effektivere Therapieformen ersetzt. Diese werden dann in speziellen MS-Zentren durchgeführt. Dadurch wird dem Kontrollverlust entgegengewirkt und der Krankheitsverlauf weitestgehend stabilisiert.

Trotz Therapie kann es bei einigen Patienten zu Schüben kommen. In den Fällen ist von einer aktiven oder hochaktiven MS die Rede. Betroffene, die unter dieser Form leiden, müssen umgehend mit dem Arzt darüber sprechen und die Krankheit nicht einfach hinnehmen. Das Umstellen der Behandlung ist meist kein Problem, sodass die Aktivität der Erkrankung gering gehalten wird.

2. Schubtherapie

Diese Therapie wird bei akuten MS-Schüben eingesetzt .Es ist als kurzfristige Maßnahme anzusehen, die akute Symptome bekämpft und die Schübe verkürzen soll.

Um die Dauer und die Schwere bei akuten Entzündungen zu stoppen oder zu reduzieren, wird die Schubtherapie angewandt. Dabei werden sogenannte Steroide eingesetzt, die in Form von kortisonhaltigen Präparaten vorliegen.

Das in der Nebenniere produzierte Kortison ist ein körpereigenes Hormon, welches eine entzündungshemmende Wirkung hat und die Blut-Hirn-Schranke stärkt. Durch das Einsetzen von kortisonhaltigen Präparaten können Beschwerden der Krankheit schnell gestoppt werden. Jedoch wird die Behandlung oft nur kurzfristig eingesetzt, da diese starke Nebenwirkungen mit sich bringt.

Manchmal zeigen die Medikamente keine Wirkung. In diesen speziellen Fällen wird eine Blutwäsche durchgeführt (Plasmapherese). Ziel der Blutwäsche ist es, schädliche Bestandteile aus dem Blut zu entfernen, die der Myelins schädigen.

Die MS-Behandlung Schubtherapie wird in einem MS-Zentrum stationär durchgeführt.

Bei akuten Schüben, wird mit hoch dosiertem Kortison, welches der Arzt in eine Vene spritzt, entgegengewirkt.

Neben der Schubtherapie gibt es die Möglichkeit der Immunadsorption. Dies betrifft ebenfalls eine Blutwäsche, wobei Antikörper und andere Bestandteile aus dem Blut gewaschen werden. Zusätzlich werden vom Arzt Medikamente verabreicht, welche das Immunsystem positiv stärken. Die Medikamente enthalten Immunsuppressive oder immunmodulatorische Substanzen.

3. Symptomatische Therapie

Als zusätzliche Therapie werden hierbei störende oder einschränkende Beschwerden von MS gelindert und so die Lebensqualität verbessert.

Therapieoptionen für die Multiple Sklerose Behandlung

Die Kombination aller drei Therapien ist eine Option.  Die Kombination ist  je nach Symptom, Krankheitsstadium/-verlauf, Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen, aber auch bei einer voraussichtlichen Schwangerschaft möglich ist.

Betroffene bekommen eine Multiple Sklerose Therapie die individuell auf sie zugeschnitten sind.

Eine symptomatische Multiple Sklerose Therapie ist eine Ergänzung zur verlaufsmodifizierenden Therapie und Schubtherapie.

Eine Symptomatische Therapie hilft die belastenden Symptome zu bessern, wodurch die Lebensqualität der Betroffenen wieder steigt.

Zu dieser Behandlung gehören medikamentöse z.B. Präparate die Schmerzen lindern oder die Muskulatur entspannen und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

In einer MS-Reha kann beispielsweise ganz individuell auf die Beschwerden eingegangen werden.

Zu einer symptomatischen Multiple Sklerose Therapie zählen …Empfehlung mit Herz multiple-sklerose-rehazentrum Multiple Sklerose

  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Psychotherapie
  • Neuropsychologische Therapie
  • Multimodale Rehabilitation

 

Seit dem Jahr 2004 liegen Empfehlungen der Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe (MTSKG) für die symptomatische Therapie vor.

Mehr Lebensqualität für MS-Patienten

Besonders in den letzten Jahren ist ein Therapieziel besonders in den Vordergrund gerückt.

Die Lebensqualität der Patienten! Ein Plus für die Lebensqualität!

Durch bestimmte Behandlungen soll diese verbessert werden.  Da die meisten Menschen mit MS ein eingeschränktes Leben führen, weil sich in vielen Bereichen des Alltags die Erkrankung spürbar negativ auswirkt.

Die vielen Arztkontrollen oder die vielen Medikamente, die eingenommen werden müssen, führt bei den Patienten dazu, dass diese immer wieder an die multiple Sklerose erinnert werden.

Allein durch eine symptomatische Multiple Sklerose Therapie, wird die Erkrankung nicht beeinflusst. Dennoch ist es wichtig, dass geeignete Begleitmaßnahmen getroffen werden, die störende Beschwerden beseitigen und die Lebensqualität der Patienten wieder verbessert.

Durch die Therapien sollen Funktionseinschränkungen verringert werden, die durch die Beschwerden zustande kommen.

Krankengymnastik und bestimmte Übungen, die auch im Alltag leicht auszuführen sind, können Gehbehinderungen oder Koordinationsstörungen verhindern. Ebenso können Störungen der Blasenfunktion und Sexualität oder Zittern, Schmerzen oder Schwindel, die durch multiple Sklerose entstanden sind, behandelt werden.

Zum Beispiel durch Medikamente oder durch zusätzliche alternative Therapien wie Beckenbodentraining, Massagen oder Entspannungsmaßnahmen.

Ein typisches Merkmal von MS ist, dass Hitze die Symptome verstärkt. Haben Betroffene Fieber, strengen sich körperlich an (z.B. Sport) oder es ist Sommer mit hohen Temperaturen, kann MS verstärkt auftreten. Sollte dies der Fall sein, ist es hilfreich den Körper schnell abzukühlen. Um das Erhitzen des Körpers zu vermeiden, gibt es verschiedene Kleidungsstücke, die Kühlelemente enthalten z.B. Kühlwesten.

Menschen mit MS haben zahlreiche Möglichkeiten der Behandlung, die in jedem Fall zu einer Besserung des Verlaufs der Krankheit führen. Vor allem zu Beginn der Krankheit können Therapien helfen. Der Verlauf kann sogar um Jahre  verlangsamt und die Behinderungen in ihrem Fortschreiten aufgehalten werden.

Hinweis:

Ein zeitnaher Therapiestart nach der Diagnose und eine rechtzeitige Therapieanpassung sind empfehlenswert, sollte die aktuelle Behandlung nicht mehr anschlagen.

Primärer Gedanken von Patienten müssen immer sein, auf den Körper zu hören und auf die Krankheitszeichen zu achten.

Treten Beschwerden auf, ist es wichtig schnell ihren Neurologen anzusprechen!

 

Behandlung mit Medikamenten

Der Arzt kann biotechnologisch hergestellte Antikörper (Natalizumab) verordnen. Das geschieht i.d.R. nur wenn die Medikamente nicht ausreichen oder keine Wirkung zeigen.

Alternativ gibt es seit 2011 auch einen zugelassenen Wirkstoff Fingolimod, der in Form von Tabletten zugänglich ist.

Außerdem kann dem Patient mit einem Immunsuppressivum geholfen werden.  Das Immunsuppressivum  stellt eine weitere Behandlungsmöglichkeit da.

Die Medizin macht immer weitere Fortschritte, sodass womöglich bald weitere, neue Medikamente zur Verfügung stehen.

In der klinischen Entwicklung befinden sich unter anderen biotechnisch hergestellte Antikörper, die sich der Patient spritzen kann.

Vorbeugen von Schüben mit einem Medikament

Auf das Abwehrsystem wirkende Medikamente beeinflussen den Krankheitsverlauf meist positiv.
Die Schübe werden verringert und die Häufigkeit. Die Schwere der Entzündungen, die es zu hemmen gilt klingt ab.

Besonders beliebt sind zum Einsatz kommende Interferon-Präparate und Glatirameracetat, ein Eiweißmolekül was an die Myelinscheiden der Nerven erinnert. Die Medikamente müssen von den Patienten selbst in einen Muskel bzw. unter die Haut gespritzt werden.

Wie macht sich ein akuter Multiple-Sklerose-Schub bemerkbar?

Sollten bisher unbekannte Beschwerden auftreten, frühere Symptome wiederkehren oder sich diese innerhalb von 48 Stunden verstärken, spricht man davon, dass ein akuter MS-Schub vorliegt. In diesem Fall ist es wichtig, dass innerhalb von 2–5 Tagen nach Schubbeginn mit einer Schubtherapie gestartet wird.

Je nach Schwere, kann eine Therapie mit hoch dosierte Entzündungshemmer (Glukokortikoide) helfen.

Bei einer solchen Schubtherapie wird drei bis fünf Tage Kortison in die Venen verabreicht.

Üblicherweise wird im Nachhinein eine geringere Dosis Tabletten verschriebene, die etwa zehn Tage eingenommen werden muss. Dadurch werden die Beschwerden gelindert und die ursächlichen Entzündungsherde zurückgehen. Durch eine zeitliche Begrenzung der Behandlung, fallen unangenehmen Nebenwirkungen des Kortisons wesentlich milder aus.
Herzklopfen, Heißhunger, Unruhe oder Schlafstörungen sind zunehmend seltener bei einer Kortison-Stoßtherapie.

Nicht in jedem Fall gelingt es einen akuten multiple Sklerose Schub mit einer Kortison-Therapie zu lindern.

Liegen schwerwiegende Symptome vor wie Lähmungserscheinungen und oder Blindheit, die durch Kortison nicht zu lindern sind, gibt es die Chance, den Schub in speziellen Zentren zu behandeln. Dies geschieht mit einer sogenannten Plasmapherese, bei der Blutplasma aus dem körpereigenen Blut herausgefiltert und durch eine Ersatzlösung ausgetauscht wird.

Alternative Behandlung – Multiple Sklerose Therapie mit Mikronährstoffen

Bestimmte Mikronährstoffe wie …

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • sekundäre Pflanzenstoffe

 

, besitzen zahlreiche Funktionen, die im Zusammenhang mit der Multiple Sklerose Therapie stehen können.

Durch Mikronährstoffe wird die Produktion und Ausschüttung von Nerven-Botenstoffen gesteuert. Diese Botenstoffe sind für die Energieproduktion in den Zellen verantwortlich. Außerdem sind sie vor allem für das Immunsystem von Bedeutung.

Gleichermaßen wirken Mikronährstoffe Entzündungen entgegen, helfen bei Entgiftung und gehen gegen freie Radikale vor.

Natürlichen Antioxidantien wird, laut aktuellen Studien, in Zukunft eine besonders große Rolle in der MS-Therapie zugesprochen. Da besonders aggressive Sauerstoffradikale (freie Radikale) bei der Entstehung von Entzündungen und der Schädigung der Nerven eine Rolle spielen.

Für die Therapie von multiple Sklerose ist ebenfalls Vitamin D ein extrem vielversprechender Mikronährstoff. Vitamin D kann neben den Einflüssen auf das Immunsystem direkten Einfluss auf die Gene nehmen, die bei der Entstehung einer multiplen Sklerose von Belangen sind.

Ganz besonders gefragt, bei der Behandlung von MS, ist heute neben der Basistherapie eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Bekannte und aktuelle Studien zeigen, dass vorwiegend komplexe Mikronährstoffmischungen positive Effekte bei MS aufweisen. Um alle bisherigen Vorteile zu vereinen, sollten solche Breitbandmittel ebenfalls Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Unter Fachleuten wird besonders ein Produkt stark hervorgehoben und gelobt. Es ist ein natürliches und flüssiges Mikronährstoffkonzentrat welches aus 70 verschiedenen Lebensmitteln besteht  wie Obst, Gemüse, Kräuter, Öle etc..

Der Hersteller LaVita liefert mit seinen Produkten wichtige Mikronährstoffe, die vom Körper benötigt werden.

Heutzutage ist man sich sicher, dass flüssige Mikronähstoffe bzw. Mischungen, im Vergleich zu bestimmten chemischen Medikamenten deutlich besser aufgenommen werden. Grund dafür ist, dass die flüssige Form der Nährstoffe schon über die Schleimhäute resorbiert wird. Eine Vielzahl von Studien haben unterdessen die Wirkung von LaVita belegt.

Was Sie selbst tun können…

  • Umstellung der Ernährung auf eine ausgewogene Kost
  • Stress  vermeiden
  • Balance zwischen zu viel und zu wenig Belastung schaffen
  • Infektionsrisiko klein halten, da Infektionen Abwehrvorgänge anstoßen und somit Krankheitsschübe begünstigen
  • leichtes Fitnesstraining, kann sich positiv auf den Verlauf der MS auswirken
  • Entspannungsverfahren in den alltag integrieren, dieses wirkt sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus

 

Hinweis:

  1. Ein regelmäßiger körperlicher Ausgleich wie Ausdauersport, Gymnastik usw. ist wichtig.
  2. Bewegen Sie sich bewusst mindestens 3 x wöchentlich für 30 Minuten unter Anleitung.
  3. Gehen Sie so oft wie möglich vor die Tür und an die frische Luft.
  4. Lernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren, welches Sie dann regelmäßig durchführen.
  5. Um Erholung und Regeneration zu fördern, schlafen Sie genügend.

 

Multiple Sklerose ErnährungEmpfehlung mit Herz multiple-sklerose-schleife Multiple Sklerose

Die richtige Ernährung bei Multiple Sklerose ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität.

Sie beugt Entzündungen vor und stärkt das Immunsystem. Zudem kann durch die Ernährungsweise der MS-Verlauf  entschieden zu gunsten des Patienten beeinflusst werden.

Was können Sie tun und wie ernähren Sie sich gesünder?

Trinken Sie genügend Wasser. Am Tag müssen es mindestens 2 Liter sein. Die Funktion des Immunsystems wird durch Wasser positiv beeinflusst. Zudem ist diese besonders wichtig für den Stoffwechsel und die Entgiftung.

das ist entscheidend für ein besseres Leben mit Multiple Sklerose neben der ärztlichen Behandlung …

  • Ernähren Sie sich bewusst und gesund!
  • keine Fertigprodukte
  • Regelmäßig BIO Gemüse, Obst und oft Fisch.
  • Nehmen Sie sich Zeit bei der Zubereitung der Speisen und kochen Sie schonend!
  • Auch beim Verzehr ist es wichtig in Ruhe zu essen und zu trinken. Bewusst essen und trinken!
  • Achten Sie gleichermaßen auf ausgewogenheit zwischen wenige kalorienreiche Kost (Low Carb) und energiereicher Kost (kalorienreich, zuckerhaltig)!
  • Verringern Sie den Anteil an Kohlenhydraten und tierischen Fetten in der täglichen Ernährung.
  • Ersetzen Sie Brause, Bier, Alkohol, Säfte mit Wasser oder wasserverdünnter Getränke!
  • Ersetzen Sie Fleisch mit Obst und Gemüse. Tauschen Sie tierische Fette mit Pflanzenfetten!

 

Mikronährstoffe

Ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist sehr wichtig! Seien Sie sich dessen also bewusst.

Für eine gute Basisversorgung verwenden Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, welches auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, L- Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.

Hinweis:

Flüssige Mikronährstoffpräparate in Saftform sind bekömmlicher und viel besser für den Körper als Pillenpräparate oder Pulver.