Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion

Was ist das eigentlich?

Die Schilddrüse ist ein menschliches Organ, welches schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre anliegt. Die Aufgabe der Schilddrüse ist es, aus Eiweiß und Jod die lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin und Thyroxin zu produzieren. Anschließend werden die Hormone ins Blut abgegeben, wobei das Hormon TSH, welches in der Hypophyse gebildet wird, diesen Vorgang reguliert.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Schilddrüsenüberfunktion

Werden zu viele Hormone gebildet und eine Funktionsstörung der Schilddrüse tritt ein, so spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (med. Hypothyreose).

Die beiden Hormone Trijodthyronin und Thyroxin sind maßgeblich an allen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt, weshalb eine Überversorgung des Körpers mit den Hormonen den Stoffwechsel allgemein antreibt.

Die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin sind neben dem Stoffwechsel auch für den Kreislauf, sowie das Wachstum eines Menschen und dessen psychisches Wohlbefinden verantwortlich.

Wie äußert sich eine Schilddrüsenüberfunktion?

Eine Schilddrüsenüberfunktion äußert sich in …

  • in Unruhe
  • Nervosität
  • Gewichtsreduktion trotz ständigem Hunger
  • einem schnellen Herzschlag

 

Ist ein Jodmangel für die Hypothyreose verantwortlich, erkennt man dies durch eine Wölbung der Schilddrüse im Halsbereich.

Eine Überfunktion der Schilddrüse ist eine häufig auftretende Krankheit, vor allem bei Frauen und Menschen im fortgeschrittenen Alter.

Streng genommen ist eine Hypothyreose keine eigenständige Schilddrüsenerkrankung, sondern eher ein Symptom für weitere, andere Erkrankungen.

Hinweis:

Wichtig ist auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion, dass Sie bei eventuellen Behandlungen den Arzt auf diese Funktionsstörung aufmerksam machen. Weil bei einer Untersuchung des Arztes bei bestimmten Untersuchungen jodhaltige Kontrastmittel gespritzt werden können und dieses dann unter Umständen zu Komplikationen führen kann.

Auch bei der Gabe von Medikamenten ist es wichtig, die Schilddrüsenüberfunktion zu berücksichtigen.

Schilddrüsenüberfunktion Diagnose

Meist hilft schon das Anamnesegespräch mit dem Patienten, um die Diagnose SchilddrüsenüberEmpfehlung mit Herz schilddrüsenüberfunktion-Diagnose-symbolbild Schilddrüsenüberfunktion    funktion zu gewährleisten.

Auch das Abtasten der Schilddrüse kann erste Schlüsse auf die Funktionsstörung geben. Vor allem wenn eine Funktionsstörung der Schilddrüse durch einen Jodmangel hervorgerufen wurde, da eine Wölbung nach außen am Hals erkennbar ist.

Nach der Erstuntersuchung helfen Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren wie der Ultraschall und die Szintigrafie, um den ersten Verdacht zu bestätigen und der Ursache auf den Grund zu gehen.

Blutuntersuchung

Sehr wichtig bei der Blutuntersuchung ist der Wert des Hormons TSH. Der Wert von TSH ist wichtig, da TSH in der Hypophyse gebildet wird und für die Steuerung der Produktion der Schilddrüsenhormone und deren Abgabe ins Blut verantwortlich ist.

Eine weitere Option ist die Untersuchung der Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion liegt der TSH-Wert oft unter den Normwerten. Während dagegen die Werte der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin im Blut erhöht sind oder noch im Normalbereich liegen.
Liegt auch der TSH-Wert im normalen Bereich, wird meistens eine Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlossen.

Untersuchung per Ultraschall

Bei der Ultraschalluntersuchung lassen sich Größe und Struktur der Schilddrüse ausmachen. Die Untersuchung ist hilfreich bei der Ursachenfindung für die Vergrößerung der Schilddrüse.

Bei einer Kontrolle per Ultraschall können des Weiteren auch bei Bedarf Gewebeproben genommen werden, die bei der Diagnose weiter hilfreich sein können.

Szintigrafie der Schilddrüse

Sollten die Ultraschallergebnisse auffällig sein, wie zum Beispiel eine Vergrößerung oder knotige Veränderungen, kann eine Szintigrafie in Betracht gezogen werden.

Hierbei wird die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse Jod aufzunehmen, geprüft.

Bei diesem Verfahren wird dem Patienten eine radioaktiv markierte Substanz venös injiziert.

Liegt eine Überfunktion vor, nehmen typischerweise entweder die ganze Schilddrüse oder nur vereinzelte Bereiche die Substanz vermehrt auf.

Weitere Untersuchungen

Sollten die genannten Verfahren kein eindeutiges Ergebnis aufzeigen, können weitere Untersuchungen gemacht werden.

Ein mögliches Verfahren zur Präzisierung der Diagnose sind …

  • eine Computertomografie (CT) des Halses
  • eine Röntgenaufnahme der Luftröhre
  • eine Farbultraschalluntersuchung der Schilddrüse

 

Bei einer Bestätigung der Diagnose, muss die Ursache der Überfunktion geklärt werden.

Hierbei gilt folgendes …

  • Autonomie

Kommt bei erhöhtem Alter des Patienten vor. Die Schilddrüse ist deutlich vergrößert und knotig. Des Weiteren zeigt die Ultraschalluntersuchung knotige Veränderung, welche mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Bei der Szintigrafie sind die Knoten als „heiße Knoten“ deutlich zu sehen, da sie vermehrt radioaktive Substanz aufnehmen

  • Basedowsche Erkrankung

Tritt vermehrt bei jüngeren Patienten auf. Die Schilddrüse ist meistens nur mäßig vergrößert ohne knotig zu sein. Die Blutuntersuchung zeigt hohe Schilddrüsenantikörperwerte. Im Ultraschall ist die Schilddrüse eher dunkel zu sehen und bei der Szintigrafie wird die radioaktive Substanz stark erhöht, aber diffus von der Schilddrüse aufgenommen.

Schilddrüsenüberfunktion Symptome

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann eine Vielzahl von Symptomen aufweisen. Die Schilddrüsenüberfunktions-Symptome sind äußerst vielfältig und unterschiedlich. Durch die Überversorgung an Hormonen kommt es zu einer allgemeinen Beschleunigung des Stoffwechsels.

Typische allgemeine Symptome sind …

  • Gewichtsabnahme trotz stetigem Hunger
  • Haarausfall
  • brüchige Nägel
  • vermehrtes Schwitzen
  • Wärmeintoleranz

 

Des Weiteren wirkt sich die Schilddrüsenüberfunktion auch auf andere Systeme des Körpers aus. Wie zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System. Dieses arbeitet beschleunigt, da die vermehrten Schilddrüsenhormone den Körper empfindlicher gegenüber den Stresshormonen Noradrenalin und Adrenalin machen.

Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion beim Herz-Kreislauf-System sind …

 

Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion beim zentrale Nervensystem sind …

  • Allgemeine Unruhe und Nervosität
  • Zittern
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • allgemeine Erschöpfung mit Muskelschmerzen und Muskelschwäche

 

Weitere Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind …

  • Durchfall
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Zyklusstörungen bei Frauen
  • die Schilddrüse kann sichtbar vergrößert sein
  • beim Morbus Basedow tritt zum Beispiel der Augapfel sichtbar hervor

 

Schilddrüsenüberfunktion Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Hyperthyreose.

Mehr als 95 Prozent der Schilddrüsenüberfunktionen werden durch eine Basedowsche Erkrankung oder durch eine Autonomie verursacht.

Was ist eine Morbus Basedow Krankheit?

Morbus Basedow ist eine Autoimmunkrankheit, welche die Schilddrüse betrifft.

Hierbei greift das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe an, es kommt zu einer Überfunktion des Organs.

Bei einem Morbus Basedow bilden die Körper-Abwehrzellen irrtümlicherweise Antikörper, welche sich an die TSH-Rezeptoren binden. Dieser Vorgang treibt die Drüse an, verstärkt die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin zu produzieren. Anschließend werden die Hormone ins Blut abgegeben, wobei das Hormon TSH, welches in der Hypophyse gebildet wird, diesen Vorgang reguliert.

Werden zu viele Hormone gebildet und eine Funktionsstörung der Schilddrüse tritt ein, so spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion.

Morbus Basedow ist weltweit die häufigste Ursache für eine Hyperthyreose.Empfehlung mit Herz schilddrüsenüberfunktion-symbolbild-2 Schilddrüsenüberfunktion

Typisch für einen Morbus Basedow ist es auch, dass der Autoimmunprozess sich nicht nur an der Schilddrüse bemerkbar macht, sondern auch das Gewebe der Augenhöhle und am Unterschenkel befällt.

Vor allem Frauen und Menschen im mittleren Alter sind von der Funktionsstörung betroffen.

Hinweis:

Die Wahrscheinlichkeit an einem Morbus Basedow zu erkranken ist dann erhöht, wenn ein enger Verwandter an der Krankheit leidet, die Ursache für eine Hyperthyreose kann also auch genetisch bedingt sein.

Was ist eine Schilddrüsenautonomie?

Die Schilddrüsenautonomie bezieht sich das Wort „Autonomie“, dass die Schilddrüse unabhängig von äußeren Einflüssen funktioniert. Die Hormonbildung koppelt sich von der Kontrolle durch Hypothalamus und Hypophyse ab und funktioniert nach eigenen Gesetzen.

Die Ursache für die Schilddrüsenautonomie ist meist ein Jodmangel.

Befallen von der Schilddrüsenautonomie ist entweder die gesamte Schilddrüse oder nur bestimmte Bereiche, welche man als Adenom bezeichnet.

 

Gibt es noch andere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion?

Ja.

Neben den beiden häufigsten Schilddrüsenüberfunktion Ursachen Morbus Basedow und einer Schilddrüsenautonomie kann es auch weitere, aber durchaus seltene Ursachen für eine Hyperthyreose geben.

Diese Ursachen sind oft Erkrankungen, welche die Schilddrüse direkt befallen.

weitere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind …

  • eine Entzündung der Schilddrüse
  • ein hormonbildender Tumor der Hypophyse
  • bestimmte Medikamente
  • Röntgenkontrastmittel

 

Schilddrüsenüberfunktion Behandlung und Therapie

Eine Schilddrüsenüberfunktion Behandlung und Therapie zielt primär darauf ab, die Symptome der Erkrankung zu lindern und zu verbessern.

Bei einem Morbus Basedow Krankheit muss in einigen Fällen gar nicht therapiert werden.  Die Symptome klingen von alleine ab. In einigen Fällen wird eine medikamentöse Behandlung als sinnvoll erachtet, da ein 50%iges Risiko besteht, wieder an einer Schilddrüsenüberfunktion zu erkranken.

Allgemein gibt es verschiedene Therapieformen für eine Schilddrüsenüberfunktion, abhängig von der Schwere der Erkrankung.

Behandlung mit MedikamentenEmpfehlung mit Herz Schilddrüsenüberfunktion-Medikamente Schilddrüsenüberfunktion

Zu Beginn einer Schilddrüsenüberfunktion aufgrund eines Morbus Basedow wird meistens mit Thyreostatika, sogenannten „Schilddrüsenblockern“ behandelt. Diese Medikamente hemmen die Bildung der Schilddrüsenhormone und lindern so die Symptome der Hyperthyreose.

Die häufigsten Wirkstoffe sind hier Carbimazol, Methimazol und Propylthiouracil.

Ist die Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion jedoch eine Schilddrüsenautonomie, sind Thyreostatika zur Behandlung ungeeignet.

Hinweis:

Die Medikamente müssten lebenslang eingenommen werden und haben oft unangenehme Nebenwirkung. Daher bietet sich hier eher eine Radiojodtherapie oder Operation an.

Behandlung mit Radiojodtherapie

Das Prinzip dieser Therapie ist die Zerstörung von Gewebe durch radioaktive Strahlung.

Bei dieser Therapieform erhält der Patient radioaktives Jod, welches Schilddrüsenzellen zerstört, deren Hormonstoffwechsel gesteigert ist.

Beim Morbus Basedow sind davon alle Zellen betroffen, bei der Autonomie betrifft. Dies sind vor allem die erkrankten knotigen Bereiche der Schilddrüse.

Die Behandlung wird in speziellen Abteilungen in Krankenhäusern durchgeführt, bei denen die Patienten für drei bis maximal fünf Tage isoliert untergebracht werden, da sie radioaktives Jod ausscheiden.

Diese Schilddrüsenüberfunktion Therapie ist insgesamt sehr erfolgreich.  Dennoch dauert es, bis eine Wirkung sichtbar ist.

Hinweis:

Folgen dieser Behandlungsform kann eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Die Schilddrüsenunterfunktion kann aber mit Tabletten therapiert werden.

Behandlung durch einen operativen Eingriff

Eine Operation ist dann notwendig, wenn sehr viele Knoten mit erhöhter Hormonproduktion in der Schilddrüse nachgewiesen worden und die Atmung beeinträchtigt ist. Die Atmung wird durch die vergrößerte Schilddrüse und das Drücken auf die Luftröhre verursacht.

Bei einer Operation wird die Schilddrüse teilweise oder ganz entfernt.

Risikofaktoren bei der Operation sind …

  • die Gefahr, dass der Stimmenbandnerv getroffen wird
  • die Nebenschilddrüse beeinträchtigt wird welche für den Kalziumstoffwechsel wichtig ist

 

Hinweis:

Nach der Operation ist die Einnahme von Schilddrüsenhormonen und Jodid notwendig, wodurch eine Unterfunktion und ein unkontrolliertes Wachsen des verbliebenen Schilddrüsengewebes verhindert wird.

Schilddrüsenüberfunktion Vorbeugen

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann nur begrenzt präventiv behandelt werden, da sie oft durch Erkrankungen bedingt ist.

Dennoch gibt es äußere Ursachen, welche man vermeiden kann, um einer Schilddrüsenüberfunktion vorzubeugen.

Eine Hyperthyreose kann zum Beispiel durch eine Überdosierung von jodhaltigen Substanzen entstehen. Daher ist es wichtig, diese nur in der vorgeschriebenen Dosis einzunehmen.

Hinweis:Empfehlung mit Herz Schilddrüsenüberfunktion-Ernährung Schilddrüsenüberfunktion

Einer Verordnung jodhaltigen Substanzen oder einer Operation bedingt einer vorherigen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion!

Schilddrüsenüberfunktion Vorbeugung durch die richtige Ernährung

Bei der Ernährung ist es wichtig, auf eine ausgewogene Zufuhr von Jod zu achten, um dem Körper alle Nährstoffe zu liefern, die er braucht.

Vor allem Schwangeren, stillenden Frauen und Jugendliche sollten genügend natürliches Jod zu sich nehmen.

Richtwerte für Jod, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sind …

  • Schwangeren  230 µg pro Tag
  • Stillende Frauen 260 µg pro Tag
  • Jugendliche und Erwachsene 200 µg pro Tag
  • über-51-Jährige 180 µg pro Tag

 

Besonders jodhaltig sind Seefische. Diese enthalten natürliches Jod und sollten mindestens einmal die Woche auf dem Speiseplan stehen!

Hinweis:

Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen in der Familie ist es ratsam, regelmäßig zu einer Schilddrüsenuntersuchung zu gehen.

Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion

Es gibt keine besondere Diät, welche bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion hilft.

Dennoch spielt die Ernährung eine wichtige Rolle, da der Stoffwechsel schon durch die Überversorgung angeregt ist.

Darauf sollten Sie bei der Ernährung mit einer Schilddrüsenüberfunktion achten …

  • auf koffeinhaltige Getränke verzichten
  • nicht komplett auf Jod in der Ernährung verzichtet
  • Meeresfische essen
  • Milch und Milchprodukte konsumieren
  • mit jodiertem Speisesalz hergestellte Lebensmittel essen

 

Hinweis:

Zu vermeiden gilt allerdings jodhaltiges Heilwasser, Meeresalgen, die Anwendung von jodhaltigen Haut- und/oder Wunddesinfektionsmitteln, sowie jodhaltige Medikamente und Untersuchungen mit stark jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln!

Wenn der Tagesbedarf von 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag nicht überschritten wird, hat dies keine negativen Auswirkungen auf die Schilddrüsenüberfunktion.