Schluckstörung / Dysphagie

Dysphagie / Schluckstörung

Dysphagie bzw. Schluckstörungen kommen bei den verschiedensten Krankheiten vor. Von neurologischen Erkrankungen, darunter erblichen Empfehlung mit Herz boy-1454054_640-1 Schluckstörung / Dysphagie    Muskel- oder Nervenkrankheiten bis hin zur Erkrankungen im Hals und Rachen oder auch krankhaften Veränderungen der Speiseröhre und deren Umgebung im Brustraum. Auch Kopfverletzungen können Störungen beim Schlucken nach sich ziehen.

Patienten entwickeln mitunter, die auf der Intensivstation behandelt und beatmet werden, eine Schluckstörung. Wobei hier verschiedene Ursachen zusammenkommen. Dysphagie / Schluckstörungen sind bei Gebrechlichen und älteren Patienten eine große Herausforderung.

 

Schluckstörungen Diagnose

Im Erstgespräch klärt der Arzt, welche Art von Schluckstörung vorliegen kann und wo diese zu orten ist, also welche Muskeln und Organe oder Nervenschädigungen dafür verantwortlich sind.
Der Arzt fragt nach Auslösern bei der Nahrungsaufnahme, dem Zeitpunkt des ersten Auftretens und gegebene merkliche Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme oder im Essverhalten vorliegen.
Sofern Erkrankungen gegeben sind oder die Schluckstörung Folge eines Schlaganfalls sein können, wird dies bei der Diagnostik entsprechend mit berücksichtigt.

Je nach Einzelfallentscheidung wird eine Spiegelung, Röntgenaufnahme oder Computer Tomografie Aufschluss geben können.

Bei der körperlichen Untersuchung können somit, neben verschiedenen Tests und Beobachtung der Nahrungsaufnahme, auch verschiedene medizinische Verfahren zum Einsatz kommen.
Zum Bsp. die Spiegelung der Speiseröhre, Röntgenaufnahmen und oder eine Computertomographie (CT). Abstriche und Bluttests werden bei einem Verdacht, auf eine durch Infektion ausgelöste Dysphagie im Mund- und Rachenraum, durchgeführt.

FEES-Verfahren zur Diagnose

FEES bedeutet Fiberendoskopische Schluckuntersuchung.

Hierbei wird eine indirekte Laryngoskopie mit flexibler Optik, die transnasal durchgeführt.

Ziel ist die Beobachtung des Pharynx und Larynx zunächst in Ruhe und anschließend bei Schuckversuchen mit verschiedenen Konsistenzen  wie halbfest, flüssig und festes.

Der Fokus liegt auf der Beobachtung und Einschätzung von Penetration und Aspiration.

Für die Beschreibung der Beobachtungen kommen verschiedene Scores / Skalen zum Einsatz. Zum Beispiel der PAS-Wert.
Außerdem lassen sich mit Hilfe der FEES kompensatorische Schluckmuster in ihrer Wirksamkeit überprüfen.

Den besten Aufschluss bringt in den meisten Fällen das Röntgen des Schluckvorgangs.

Mittlerweile gibt es Verfahren, wie die Videofluoroskopie, welche den Schluckvorgang mit Speisen unterschiedlicher Konsistenz optisch darstellt. Diese Röntgenaufnahme werden als Videoendoskopie bezeichnet und beim HNO-Arzt, in der Phoniatrie – FEES (Fachmedizin für Sprach- und Stimmstörung) oder beim Radiologen durchgeführt.

Gastroskopische Untersuchungen, auch Magenspiegelungen genannt, können Teil der Diagnostik bei Dysphagie / Schluckstörung sein. Bei einem hohen Verschluckungsrisiko / Aspirationsrisiko wird eine Bronchoskopie beim Pneumologen vorgenommen.Penetration

Welcher Arzt ist der Richtige für die Dysphagie-Diagnose?

Grundsätzlich können Dysphagische / Schluckstörungsanfällige eine Vielzahl an Spezialisten bezüglich ihrer Beschwerden aufsuchen.
Folgende medizinische Fachrichtungen sind die richtigen Ansprechpartner:

  • Neurologen
  • Logopäden
  • Phoniater
  • HNO-Ärzte
  • Zahnärzte/Kieferorthopäden
  • Internisten
  • Psychosomatische Spezialisten bei psychisch bedingten Schluckstörungen – psychogene Dysphagie

 

Hinweis:Empfehlung mit Herz schluckstörung Schluckstörung / Dysphagie

Um einen Schweregrad der Schluckstörung medizinisch zu definieren, ist für Diagnostik und Therapie ein Stufensystem der Dysphagie entwickelt worden.

In der medizinischen Basisversorgung von Dysphagiepatienten ist eine qualifizierte neurologische, internistische und HNO-ärztliche Diagnostik die Grundlage.

Eine ausführliche Anamnese und eine orientierende klinische Diagnostik liefern entscheidende Hinweise auf eine Schluckstörung oder sogar für den Grund einer Aspiration.

 

Wie wird eine Aspiration und dessen Komplikationen verringern oder vermieden?

  • Modifikation der oralen Nahrungszufuhr – adaptierende Maßnahmen durch Dysphagietherapeuten
  • optimale Mund- und Zahnpflege – durch Krankenpflege oder Angehörige
  • das Anfeuchten der Atemluft bei Kanülenträgern
  • Inhalationsgeräte
  • Vernebler für eine „feuchte Nase“
  • optimales Trachealkanülenmanagement und medikamentöse Beeinflussung der Speichelproduktion

 

Symptome einer Schluckstörung

Der sogenannte „Kloß“ im Hals, ein Räuspern und Husten beim Essen und Trinken sind die ersten Symptome einer Schluckstörung, sollten diese mehr als häufig (gewohnheitsgemäß) auftreten.

Probleme beim Kauen und Zerkleinern von Nahrung, verbliebene Speisereste im Mundraum, „Erstickungsgefühl“, Würgereflex oder sogar Erbrechen von Nahrung und Flüssigkeit kennzeichnen eine Schluckstörung / Dysphagie.

Ein verstärkter Speichelfluss, das versehentliches „Einatmen“ und oder Verschlucken von Nahrung oder Flüssigkeit, auch Aspiration genannt sind typisch für eine Dysphagie.

Auch eine ungewollte Gewichtsabnahme, eine nasale Stimme, eine Schlucklähmung, dauerhafte Heiserkeit oder ein verzögerter Schluckreflex sind Symptome einer Schluckstörung.

Schwierigkeiten beim Essen und Trinken bis hin zu einer unmöglichen Nahrungsaufnahme durch eigene Kraft kennzeichnen das Krankheitsbild Dysphagie.

Symptome einer Schluckstörung / Dysphagie sind vielfältig wie …

  • Druckgefühl oder Kloßgefühl im Hals
  • Würgreflex während des Schluckakts
  • ein Hochwürgen von bereits geschluckter Nahrung – Verdacht auf einer Ösophagusdivertikeln = Ausbuchtungen der Speiseröhre
  • Husten während der Mahlzeit als Ausdruck einer Penetration, dem Eindringen von Nahrung bzw. Flüssigkeiten in die oberen Atemwege vor dem Schlucken oder einer Aspiration – Verschluckens. Folge eines Übertritts von Nahrung bzw. Flüssigkeiten in die unteren Atemwege
  • Hypersalivation
  • generelle Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme
  • eine näselnde Sprache als Folge einer Schlucklähmung sowie Heiserkeit

 

Hinweis:

Bei einer Aspiration / Verschluckens oder Einatmen von Flüssigkeiten oder Nahrung in die Atemwege ist oftmals die Gefahr von akuten und wiederkehrenden Lungenentzündungen sowie Fieber.

Dieses ist im hohen Alter oder bei Dysphagie-Patienten eine erhöhte Gefahr eines vorzeitigen Ablebens!

Folgeerscheinungen und Begleitende Symptome einer Schluckstörung sind …

  • Orale und pharyngeale PhasenEmpfehlung mit Herz schluckstörung-seniorin Schluckstörung / Dysphagie

 

    • Herausfließen von Speichel, Nahrung aus dem Mund
    • Gestörtes Kauen
    • Verlängerte orale Phase
    • Liegenbleiben im Mund
    • Steckenbleiben im Hals
    • Eingeschränkte oder fehlende Kehlkopfhebung
    • Husten, Räuspern
    • Rachen reinigen
    • Gurgelnde, belegte Stimme

 

  • Ösophageale Phasen

 

    • Druckgefühl
    • Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein
    • Schmerzen in der Herzgegend
    • Reflux „Sodbrennen“

 

Krankhafte / pathophysiologische Symptome einer Schluckstörung

  • Die zu schluckenden Biss-Stücke Boli nehmen den falschen Weg.

 

Bolusteile oder Speichel gelangen unterhalb der Stimmlippen. Es kommt zum Eindringen von Biss-Stücken in die Nase oder in den Kehlkopfeingang oder zum Verschlucken.

  • Der Transport von Nahrung oder Speichel gelingt nicht mehr vollständig.

 

Speisereste „Residuen“ verbleiben im Mundraum, im Rachen, am Mundboden unter der Zunge in der Medizin als Valleculae, Sinus piriformes bezeichnet.

  • Pathologischer Rücktransport

 

Kennzeichnet das Austreten von Speichel oder Nahrung aus Mund o. Nase und wird in der Medizin als Drooling bezeichnet.

  • Bei der Verdauungsstörung „Regurgitation“ wird unverdaute Nahrung hochgewürgt.
  • Beim Reflux, dem sogenannten Sodbrennen kommt es zum Zurückfließen von saurem Mageninhalt.

 

Ursachen von Schluckstörungen

Häufigste Ursachen von Schluckstörungen ist eine Störung des Nervensystems, die das Zusammenspiel der Muskeln und Organe beim Schlucken beeinträchtigen.

Ursachen einer Schluckstörung können entstehen bei …

  • Schlaganfall
  • Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Demenz
  • Infektionen und Entzündungen im Mundraum und Rachenraum
  • akute Tumore
  • Fehlbildungen und spezielle Situationen, wie der Durchbruch des Zwerchfells oder Erkrankungen der Speiseröhre

 

Hinweis:

Eher selten treten Schluckstörungen nach einer Infektionskrankheit auf wie Wundstarkrampf, das sogenannte Tetanus oder Tollwut.

Ursachen von Dysphagien und deren Häufigkeit beim Patienten

  • Störung der sensomotorischen Steuerung des Schluckvorganges – Neurogene Dysphagien
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Schlaganfall von 40% bis 55%
  • Tumoren von 10% bis 30%
  • Schädelhirntraumatas 82%
  • Parkinson 40% bis 90%
  • Multiple Sklerose 10% bis 30%
  • Erkrankungen des neuromuskulären Übergangs zum Bsp. Myasthenia gravis 53%
  • Erkrankungen der Hirnnerven und Zervikalnerven bis zu 100%
  • Muskelerkrankungen zum Bsp. Dermatomyositis, Polymyositis 12-54%

 

Auch bei Hypoxien, Intoxikationen oder Medikamentennebenwirkungen lösen Dysphagien / Schluckstörungen aus.

Die schwerste Störung des Schluckens / Dysphagie tritt bei Hirnstammläsionen auf.
Das Wallenberg-Syndrom ist als Folge eines Infarktes in der dorsolateralen Medulla oblongata nach Verschluss der Ateria cerebelli inferior posterior eine der häufigsten Formen der zerebrovaskulären Hirnstammschädigung.

Strukturelle Veränderungen treten bei Organen, die beim Schlucken beteiligt sind und bei benachbarte Bereichen, wie die der Wirbelsäule, Schädelbasis Schilddrüse und oberer Thoraxapertur auf.

Primäre strukturelle Erkrankungen des Schluckens können durch chirurgische-, radiologische- und chemotherapeutische Tumorbehandlung in der Mundhöhle, dem Rachen, der Schilddrüse und der Speiseröhre auftreten.

Weiter Ursachen einer Schluckstörung können sein …

  • Kognitive Störungen (mit Beeinträchtigung des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, Apraxie)
  • Störung der Körpermotorik (Kopf- und Rumpfkontrolle)
  • Änderung des Verhaltens (Antrieb, Demenz)
  • Psychogene Erkrankungen
  • Das fortgeschrittene Alter kann Schluckstörung / Dysphagien auch verursachen.
  • Patienten mit Demenzen können in der Spätphase der Erkrankung Dysphagien / Schluckstörungen erfahren

 

Störungen der Körpermotorik, Antriebsstörungen, Psychogene Erkrankungen, kognitive Störungen, Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsdefizite und Apraxien können Dysphagien / Schluckstörungen zur Folge haben.

Wenn eine funktionelle Schluckstörung von medizinischer Seite ausgeschlossen werden kann und eine Schluckstörung dennoch vorliegt sind psychische Auslöser eine mögliche Ursache.

Psychische Ursachen einer Dysphagie entstehen beim stressbedingten Verschlucken von Luft während des Essens und werden in der Medizin Aerophagie genannt.

Hinweis:

Strukturelle Erkrankungen lassen sich in primäre Schädigungen und Störungen nach chirurgischer, radiologischer und chemotherapeutischer Tumorbehandlung unterscheiden.

Nicht zu vernachlässigen sind Ursachen von Schluckstörungen, bei denen allein durch die Grunderkrankung keine Dysphagie zu erwarten ist, jedoch durch den Verlauf und dessen Ausprägung der Krankheit und ihrer Symptome Schluckstörungen auftreten können.

Grad der Schluckstörung / Dysphagie

Der jeweilige Grad der Schluckstörung entscheidet über die Art der Behandlung und Therapie.

Folgende Grade der Schluckstörung gibt es …

1. Grad – schwere Dysphagie mit hohem Verschluck-Risiko = Aspirationsrisiko

Eine orale Ernährung ist unmöglichEmpfehlung mit Herz mund-und-speiseröhre-darstellung-schluckstörungen Schluckstörung / Dysphagie

Therapie:

Ernährung wird mit Spezialernährung = enterale Ernährung per Nasensonde oder Magensonde sichergestellt.
Ein Pflege und Schlucktraining ist unumgänglich und sicherzustellen.

2. Grad – mittlere Schluckstörung mit Verschluck-Risiko = Aspirationsrisiko

Eine orale Ernährung ist noch möglich.

Therapie:

Durch das pürieren von herkömmlichen Nahrungsmitteln, abgestimmt auf die Nahrungsmittelausschlüsse bei einer Dysphagie / Schluckstörung bzw. breiförmige bis passierte Nahrung muss gewährleistet werden.
Andicken von Getränken und der Einsatz von Trinknahrung oder gegebenenfalls Sondennahrung gehören zum Therapieprogramm. Übungen und Training mit logopädischen Therapien, lindert oder unterstützt die Nahrungsaufnahme.

3. Grad – leichte Dysphagie

Therapie:

Weiche Kost oder püriertes Essen sollten in dieser Phase der Schluckstörung dem Patienten verabreicht werden.
Das schluckweise trinken sowie in einigen Fällen das Andicken von Getränken wird empfohlen.
Ein gezieltes Training für das richtige Essen und entsprechende Körperhaltung mit einem Logopäden wird empfohlen.

4. Grad – leichte Schluckstörung

Das gewohnte Essen wie bisher ohne Konsistenzveränderung kann weiter konsumiert werden vom Patienten.

Therapie:

Gegebenenfalls ist ein Training für das richtige Essverhalten und Schluckverhalten zu Empfehlen. Was das Vorbeugen des Verschluckens sicherstellt und eine Verschlechterung der Schluckstörung vermeidet oder diese vollständig zum abklingen bringt.

Hinweis:

Die häufigste Ursache für eine Schluckstörung im Alter ist ein Schlaganfall. Jeder zweite Schlaganfall-Patient leidet an einer Schluckstörung / Dysphagie.

Der Grund für eine Dysphagie ist das funktionell beeinträchtigte Nervensystem. Das Nervensystem sorgt für das Zusammenspiel von Zunge, Kehlkopf, Gaumen und Speiseröhrenschließmuskel und ist in der Regel gestört nach einen Schlaganfall.

Rund jeder fünfte Schlaganfall-Patient  hat in der Folge einer Dysphagie im ersten Jahr nach dem Schlaganfall eine zum Tod führende Lungenentzündung  „Aspirationspneumonie“. Die Lungenentzündung ist die Folge des Verschluckens und Einatmens von Nahrung und / oder Flüssigkeiten. Das Verschlucken wird als  „Aspiration“ bezeichnet.

Dysphagie Therapie und Behandlung

Zur medizinischen Basisversorgung zählt die Ernährungssicherung durch parenterale Ernährung(1).

Eine nasogastrale Sonde(2) wird oft am Beginn der Erkrankung bei fehlender Vigilanz und zur vorübergehenden enteralen Ernährung eingesetzt. Dabei muss beachtet werden, dass durch den Sonden-Verlauf Nasopharynx und Oropharynx die gestörte Schluckfunktion teilweise weiter erschwert wird.

Kann der Patient längerfristig nicht oral ernährt werden, kommen die perkutan endoskopische Gastrostomie – PEG oder Duodenostomie bzw. Jejunostomie zum Einsatz.

1.parenterale Ernährung = Umgehung des Magen-Darm-Traktes durch peripher- oder zentralvenösen Zugang.

2.Nasogastrale Sonde =  Eine Magensonde wird durch das Nasenloch über den Rachenraum innerhalb der Speiseröhre bis in den Magen gelegt. Der Dysphagie-Patient benötigt für diesen Eingriff keine Narkose oder Betäubung. Der äußere Teil der Sonde wird anschließend auf dem Nasenrücken mit einem Pflaster fixiert.

3.Tracheotomie = Luftröhrenschnitt. Es ist ein seit dem Altertum geübter chirurgischer Eingriff, bei dem durch die Halsweichteile ein Zugang zur Luftröhre ein sogenanntes Tracheostoma hergestellt wird.

Hinweis:

Bei einer Speichelaspiration – silent aspiration mit unzureichender Sauerstoffversorgung und / oder pathologischem Lungenbefund hat der Schutz der tiefen Atemwege obersten Vorrang! Der erforderliche Schutz wird in der Regel durch Tracheotomie unter Einsatz von Trachealkanülen sichergestellt. Der pathologische Befund und Umstand entscheidet über den Einsatz entsprechender Kanülenarten.

Regelmäßige bronchoskopische Kontrollen und optimales Trachealkanülenmanagement sind unerlässlich, um Komplikationen im respiratorischen Trakt zu verhindern.

Welche Therapien und Trainingsmethoden gibt es?

Je nach Einzelfallentscheidungen werden unterschiedliche Dysphagie Therapien angewandt.

  • Gezielte stimulative Therapie (Physiotherapie)
  • Holistische Verfahren (ohne Wirksamkeitsnachweise)
  • Evidenzbasierte, strukturierte, übende Verfahren

 

Das Störungsmuster und die Komplexität des Schluckvorganges entscheidet über die Behandlungsansätze!

Durch eine Schluckstörung ergeben sich vielfältige Störungsmuster und damit unterschiedliche Therapien.

So weit es möglich ist werden in der funktionellen Dysphagie Therapie (FDT) Methoden angewendet, deren Wirksamkeit nachgewiesen oder zumindest nach pathophysiologischen Überlegungen wahrscheinlich ist.

Übungen für die Förderung, Stärkung und Sicherung der Nahrungsaufnahme sind …

  • Mundmotorik bei Schluckstörungen trainieren
  • Krankengymnastik mit einfache Lippen- und Zungenübungen als eine Art Krankengymnastik für die Mundmotorik
  • Lippenübung
  • Das breite Lächeln mit geschlossenen Lippen sowie dem anschließenden geschlossenen spitzen der Lippen hilft die Lippenmotorik zu sensibilisieren.
    Die Lippen anschließend geschlossen spitzen.
  • Zungenübungen
  • Das weite Ausstrecken der Zunge bei leerem Mund und dem schnellen wieder einziehen hilft die Motorik der Zunge zu steigern.
  • Die Zunge an den Gaumen vor und zurück bewegen unterstützt, die Zungenmotorik zu sensibilisieren.

 

Hinweis:

Es gibt noch viele andere Übungen die Ihnen ein Logopäde professionell zeigt und gemeinsam mit ihnen übt.

Eine professionelle Unterstützung bei einer Dysphagie Therapie ist zudem unumgänglich und sehr wichtig!

Die richtige Übung für ihre individuelle Situation sollte immer in Zusammenarbeit mit einem Logopäden erfolgen und abgestimmt werden!

Wiederholen Sie die Übungen so oft es Ihnen möglich ist mehrmals am Tag. Beim Fernsehen, Zeitungslesen, vor dem Spiegel im Bad etc.

Es hilft sich morgens zum Beispiel mit einem breiten geschlossenen Lächeln im Spiegel anzuschauen und dieses mehrmalig zu wiederholen. Zudem bekommt man eine positive Hormonausschüttung und gute Laune.

Stimulative Therapieverfahren

Grundlagen der funktionellen / stimulierenden Dysphagie Therapie

Hier ist es das Ziel Lösungen und Strategien zu finden für ein sicheres und effektives Schlucken.

Das einüben normaler, physiologischer, funktionsorientierter Bewegungsabläufe des Schluckens sind in diesem Fall nicht immer zwingend notwendig.

Je nach Grunderkrankung, Bedürfnisse und Schluckpathologie des Patienten werden Therapieprogramme für diesen erarbeitet. Diverse Lösungsstrategien kommen hier zu Einsatz.

Komponenten der Funktionellen  / Dysphagie Therapie

In diesem Fall kommen wiederherstellende Verfahren zur Anwendung. Diese Verfahren nennt man in der Fachsprache restituierend. Dabei wird die Erarbeitung der sensomotorischen Voraussetzungen für annähernd normales Schlucken und der Verbesserung einzelner Teilfunktionen für ein effektiveres, aspirationsfreies Schlucken ermöglichen.
Hierbei handelt es sich um empirisch (aus der Erfahrung, Beobachtung) begründete Verfahren der Bewegungsanbahnung.
Diese ist vergleichbar mit einer Krankengymnastik.

Grundlagen der funktionellen / stimulierenden Dysphagie Therapie

Hier ist es das Ziel Lösungen und Strategien zu finden, für ein sicheres und effektives Schlucken.

Das einüben normaler, physiologischer, funktionsorientierter Bewegungsabläufe des Schluckens sind in diesem Fall nicht immer zwingend notwendig!

Je nach Grunderkrankung, Bedürfnisse und der Schluckpathologie des Patienten werden Therapieprogramme für diesen erarbeitet. Diverse Lösungsstrategien kommen hier zu Einsatz.

Evidenzbasierte, strukturierte, übende Verfahren

Methoden aus der Physiotherapie

  • Elemente der entwicklungsneurologischen Behandlung nach BOBATH
  • die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation PNF nach Dr. Hermann Kabat und Frau Magarete Knott
  • PNF Methode zur Erleichterung des Zusammenspiels (propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation) von Muskeln und Nerven durch adäquate Stimulation der Propriozeptoren.
  • Stimulationstechniken des Behandlungskonzeptes nach Magaret Rood, diese aktiviert tiefer liegende Muskeln durch oberflächliche Reizung der Haut- taktil, thermal

Empfehlung mit Herz schluckstörungen-darstellung Schluckstörung / Dysphagie

Bewusste Körper- und Kopfhaltung bei Schluckstörungen

Das gezielte anpassen seiner Körperhaltung für den Kopf und Körper kann eine Verbesserung beim Essen bewirken.

Ausgewählte Übungen wie das Kopfheben im Liegen kräftigen den Kehlkopf und verbessern so die Sensibilität für das Schlucken.

Zudem wird durch die bewusste Körper- und Kopfhaltung, also dass Anheben des Kopfes im Liegen und die Stärkung des Kehlkopfes vorgesorgt, dass bei der Nahrungsaufnahme und dem Trinken etwas in die Atemwege gelangen kann!

Hinweis:

Es gibt ebenso Übungen für das Vermeiden von verschlucken. Diese Übungen zeigt Ihnen gerne Ihr Logopäde.

Massage- und Wärme-Therapie bei Schluckstörungen

Massagen und Wärmetherapien können Verspannungen lösen wenn diese Ursache von Schluckstörungen sein sollte.

Kompensatorische Methoden

In dieser Methode wird eine Verhaltensveränderung beim Schlucken angestrebt und erarbeitet.
Zum Beispiel die Kopfhaltung oder spezielle Schlucktechniken werden erlernt und angewendet.

Holistische Verfahren = facio-orale Therapien – FOTT™

Facio-orale Therapien – FOTT™  wird eine Behandlung der präoralen Phase wie …

  • Blickkontakt zur Nahrung
  • das Riechen der Nahrung
  • das Spüren mit der Hand
  • die Speichelsekretionsförderung
  • Schluckmotivation

 

forciert.

Orofaciale Regulationstherapie = ORT

Die orofaciale Regulationstherapie eignet sich besonders für Kinder zur Behandlung von sensomotorischen Störungen im Bereich des Gesichtes, des Mundes und des Rachens.

Wo wird die ORT angewendet?

Anwendung findet die oroficiale Regulationstherapie bei …

  • Saugstörungen
  • Kaustörungen
  • Schluckstörungen
  • Sprechstörungen

 

Gibt es Unterstützung aus der Medizintechnik für Schluckstörungs-Patienten?

Ja.

Es gibt unterschiedliche Hilfsmittel für die erleichterte Nahrungsaufnahme.

Zudem gibt es auch verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten wie das Trainieren von Muskeln und der Organe.

Durch das gezielte Training von Muskeln und Organen, die beim Schlucken essenziell sind, wird die Nahrungsaufnahme erleichtert. Diese Methode verspricht gerade bei neurogenen Schluckstörungen gute Ergebnisse.

Ziel eines Trainings ist es die Patienten mit gezieltem motorischem Schlucktraining und dem Einüben von Schluckreflex, Hustenreflex und Würgreflex wieder für die funktionsfähige Nahrungsaufnahme zu sensibilisieren.

Adaptierende Maßnahmen 

Durch Adaptionshilfen und Maßnahmen zur Unterstützung der Nahrungsaufnahme und des Schlucken, sowie entsprechender Nahrung, Trinkhilfen und Esshilfen wird eine Schluckstörung umgangen oder bekämpft.

Welche Medikamente kommen bei einer Dysphagie zum Einsatz?

Medikamente werden je nach Einzelfallentscheidung und Grad der Schluckstörung verabreicht.

Medikamente werden eingesetzt für …

  • die Vermeidung von Schluckauf
  • Sodbrennen
  • das Vermeiden Austrocknen der Mundschleimhaut
  • das Vermeiden von übermäßigem Speichelfluss

 

Hinweis:

Für die ambulanten Pflege / Pflege Zuhause durch Angehörige.

Sie sollten zwingend und bewusst darauf achten, dass die zu pflegende Person die eingenommenen Speisen auch kräftig herunterschluckt.

Was hilft bei Schluckstörung nach einem Schlaganfall?

Eine motorischen Therapie der Schluckstörung sowie das Einnehmen des Wirkstoffes Amantadin helfen das Risiko eines Eindringens von Nahrung und Flüssigkeit in die Atemwege zu senken, nach einer Schlaganfall-Dsyphagie.

Was hilft gegen Schluckstörung bei einer Demenz?

Auch an Demenz oder Alzheimer-Demenz erkrankte Patienten haben häufig eine Herausforderung bei der selbstständigen Nahrungsaufnahme und beim Schlucken.

Sofern eine Schluckstörung bei Demenz oder Alzheimer-Demenz gegeben ist benötigen Betroffene eine bewusste Anleitung für die notwendigen Schritte beim Essen und Trinken.

Was hilft gegen Schluckstörung bei Parkinson?

Parkinson-Patienten leiden oft in der Folge des Krankheitsbildes unter Schluckbeschwerden, die durch ihre reduzierte Muskelbeweglichkeit ausgelöst werden.

Während des Essens ist die Gefahr bei Parkinson-Patienten gegeben, sich zu verschlucken.

Durch das Verschlucken steigt das Risiko auf Husten- und Erstickungsanfälle in der Folge vom sogenannten Leaking(1).

  1. Leaking bedeutet, dass Nahrung und Flüssigkeit in den Rachen gelangen kann bevor der Schluckreflex ausgelöst wird.
    Damit dies nicht zu Appetitverlust, Ablehnungsverhalten, psychischen Krankheitsbild – Ängsten sowie Gewichtsabnahme führt, müssen Sie hier als pflegender Angehöriger gezielt gegensteuern.

 

Auch bei weiteren Krankheiten im Alter wie Multiple Sklerose und Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom) treten gehäuft Schluckbeschwerden und Dysphagie als Begleiterscheinung des Krankheitsverlaufs auf.

Kann es zu einem operativen Eingriff kommen bei einer Dysphagie?

Ja.

In Einzelfällen kommt es zu der Entscheidung, den Patienten, durch einen operativen Eingriff zu helfen.
Zum Beispiel bei einer Magensonde oder durch das Legen einer Kanüle mit einem Luftröhrenschnitt für einen künstlichen Verschluss.

Ernährung bei Schluckstörung / Dysphagie

Je nach Grad der Schluckstörung / Dysphagie sowie wenn keine Nahrungsaufnahme auf herkömmlichen Wege gewährleistet ist gibt es die Möglichkeit auf Trinknahrung zurück zu greifen.

Spezielle Trinknahrung erleichtert die Nahrungsaufnahme und sorgt für eine vollwertige, ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung.

Trinknahrung ist in diversen Geschmacksrichtungen von süß bis herzhaft erhältlich und in der Regel verschreibungsfähig.

Die Schwere der Schluckstörung von Dysphagie-Patienten ist ausschlaggebend, für die individuelle Ernährung.

Die Nahrung muss gut zu schlucken sein, dass heißt die Nahrung für die Patienten muss je nach Umständen angedickt, verdünnt oder gut püriert werden.

Zum anderen muss die Ernährung bei Schluckbeschwerden mit ausreichend und allen wichtigen Nährstoffen versehen sein. Nimmt ein Patient zu wenig Nahrung auf, können schnell Mangelerscheinungen entstehen und zwar in Form von Gewichtsverlust und oder Unterversorgung von Kohlenhydraten, Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Eiweiß etc.
Durch zu wenige Nährstoffe im Körper verliert der Patient schnell an Gewicht.

Ist die aufgenommene Nahrungsmenge zu gering wird der Körper nicht mit allen notwendigen Vital- und Nährstoffen versorgt.
Dysphagie-Patienten, die herkömmliche Kost nicht mehr schlucken können, müssen ab einem bestimmten Zeitpunkt auf pürierte Kost oder Flüssignahrung umgestellt werden.

Sollte die gewöhnliche Nahrungsaufnahme durch Therapien nicht verbessert werden können oder durch das Krankheitsbild auch nicht mehr funktionieren, wird eine künstliche Ernährung bei Schluckbeschwerden unumgänglich werden.

Wie wird ein Patient ernährt dessen Nahrungsaufnahme über das Schlucken nicht mehr funktioniert?

Wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr funktioniert kommen klinische Sonden als Behandlungsmittel zum Einsatz.

Eine sogenannte nasogastrale Sonde kann Zusatznahrung über die Nase zuführen.

Es gibt auch den Weg der Magensonde (PEG), diese führt anhand einer Infusion kalorienreiche Spezialnahrung durch die Bauchhaut.

Eine Magensonde kann auch nach Entlassung aus dem Krankenhaus mit einer Kontrolle durch eine ambulante Pflege Zuhause angewendet werden.

Pürierte Kost bei Schluckstörungen als Alternative Empfehlung mit Herz Schluckstörung-Dysphagie-Ernährung Schluckstörung / Dysphagie

Wenn der Patient sich nicht mehr von regulärer Kost ernähren kann, aufgrund dass das Schlucken zu problematisch geworden ist, sollte auf pürierte Kost umgestellt werden.

Jedoch lässt sich nicht jede Nahrung / Kost gleich gut pürieren und man muss ein Gespür dafür entwickeln, welche Speisen sich eignen und welche eher weniger.

Dieses gelingt durch entsprechenden Erfahrungsaustausch mit dem Pflegedienst oder entsprechender Fachliteratur oder durch das selbständige ausprobieren.

Da nicht jeder die Erfahrung beim Zubereiten von ausgewogenen, nährstoffreichen und gut schluckbaren Speisen für Dysphagie-Patienten hat kann man auf entsprechende Spezialprodukte zurück greifen. Diese Produkte finden Sie in der Apotheke oder in der Sportnahrung verschiedener Anbieter.

Püree-Kost als Ernährung bei Schluckbeschwerden

Es gibt auch entsprechende Püree-Menüs von verschiedenen Herstellern.

Bei den Püree-Menüs handelt es sich jedoch um eine Ernährungsform für kranke Menschen, die ohne diese Kostform vielleicht künstlich ernährt werden müssen oder auf Trinknahrung umgestellt werden.

Von der Konsistenz her sind die pürierten winVitalis-Püreemenüs so glatt, dass diese gut zu schlucken sind und dadurch auch ein Verschlucken stark minimiert werden kann.

Die Püree-Menüs sind sehr geschmackvoll, weil diese aus rein natürlichen Zutaten hergestellt werden und dadurch wie gewohnt gut schmecken. Die Menüs sind als Dauernahrung geeignet.

Die Püree-Menüs kann man unproblematisch übers Internet bestellen.
Immer wieder werden auch Testpakete oder Gutscheine angeboten.

Kann ich selber Nahrung für Dysphagie-Patienten kochen?

Ja.

Wie Sie selbst leckere Desserts und Gerichte herstellen, die Menschen mit Dysphagie gut schlucken können, erfahren Sie in verschieden Rezepten der Fachliteratur, beim Logopäden oder einem Gespräch mit einem Pflegedienstleister.

Empfehlung zur Nahrungsaufnahme

Patienten mit einer Schluckstörung haben besondere Anforderungen an die Nahrungsaufnahme. Um ihnen das Essen und Trinken zu erleichtern, ist es sinnvoll, die Nahrungskonsistenz zu verändern.

Flüssigkeiten andicken

Beim Essen und Trinken hat sich das Andicken von Flüssigkeiten bewährt.
So kann das Risiko des Einatmens oder Verschluckens von Nahrung und Flüssigkeit, auch Aspiration genannt, in die Lunge verringert werden. Getränke oder Suppen werden mit entsprechenden Mitteln andickt.

Feste Nahrung pürieren

Auch das Pürieren von fester Nahrung und die Umstellung auf weiche Nahrungsmittel gehören zur standardmäßigem Empfehlung bei der Dysphagie / Schluckstörung.

Kleinere Portionen

Neben der Konsistenz der Dysphagie-Kost ist auch die Menge, der aufgenommenen Nahrung und Flüssigkeit, entscheidend.
Kleinere Mengen sind insgesamt besser verträglich.
Diese sollten häufiger zu sich genommen werden um die Kalorienmenge, Eiweißmenge sowie den täglichen Vitaminbedarf und Mineralbedarf zu decken, den der Körper benötigt.

Einsatz von Esshilfen und Trinkbecher – Adaptionshilfen

Spezielle Hilfsmittel zum Beispiel Trinkbecher und Esshilfen für Dysphagie-Patienten können die Nahrungsaufnahme in der Akuttherapie zudem auch erleichtern.

Pflege und Unterstützung für Patienten mit Schluckstörungen

Achten Sie unbedingt auf eine bedarfsorientierte, nährstoffreiche und vitaminreiche Dysphagie-Kost.

Die Ernährung bei Schluckbeschwerden sollte appetitanregend sein. Dieses erreichen Sie durch den Geschmack und das Einbinden des Patienten in dem dieser es riechen sollte. Zudem sollte das Essen verbal – mündlich beschrieben werden und der Speiseplan mit dem Schluckstörungspatienten abgestimmt werden, je nach Appetit und dem persönlichen Verlangen.

Für die erleichterte Nahrungsaufnahme sollten Sie Nahrung pürieren, das Püree können Sie sie mittels Spritztüten wieder in eine appetitanregende Form bringen. Damit wird der Patient motiviert dieses zu Essen.

Übernehmen Sie auch die Mundpflege. In der Regel verbleiben Nahrungsreste im Mund und müssen nachträglich entfernt werden. Nach den Mahlzeiten sollten Schluckstörungspatienten bis zu 30 Minuten aufrecht sitzen bleiben für das Verringern der Nahrungsrückstände im Mund, Rachen und der Speiseröhre.

Wie unterstütze ich oder ein Pfleger bei der Nahrungsaufnahme richtig?

Die Nahrung sollte je nach Schwere der Dysphagie entsprechend vorbereitet werden.
Der Schluckstörungspatient muss durch das Verhalten des Pflegers oder Angehörigen dazu angehalten werden, niemals gleichzeitig zu essen und zu sprechen. Das heißt beim Essen keine Fragen stellen oder in ein Gespräch verwickeln.
Fragen sollten nur gestellt werden wenn der Betroffene vollständig heruntergeschluckt hat und der Mund leer ist.
So schaffen Sie eine ruhige Essens- und Trinkatmosphäre. Die Ruhe fördert das Vermeiden eines Verschluckens und eine bessere Konzentration für die Nahrungsaufnahme.

Geben Sie dem Betroffenen viel Zeit beim Essen.

Servieren Sie kleine Portionen

Leiten Sie den Betroffenen zum Kopfvorbeugen und kräftigen Schlucken an.
Hilfsmittel wie spezielles Besteck und Trinkbecher unterstützen den Patienten während der Nahrungsaufnahme.
Richten Sie das Essen appetitlich an und benennen Sie Ihrem Angehörigen / Patienten, was es heute zu essen gibt.
Achten Sie auch nach dem Essen auf eine aufrechte Sitzposition für weitere 30 Minuten, für die Minimierung von Speiserückständen im Gaumen, Rachen, Mund und der Speiseröhre.

Hinweis:

Folgende Speisen sollten in der Ernährung bei Schluckbeschwerden „nicht“ auf dem Speiseplan stehen:

  • Faserhaltige Speisen wie zum Bsp. Ananas, Sellerie, Stangenbohnen, Blattsalat oder faseriges Fleisch
  • Gemüse und Früchte mit Schalen wie zum Bsp. weiße oder rote Bohnen, Sojabohnen, Erbsen, Mais oder Trauben
  • Speisen mit gemischten Konsistenzen wie zum Bsp. Suppe mit Einlage, Fruchtkompott, Hackfleisch mit dünner Soße, Cornflakes oder Müsli mit Milch
  • Knuspriges Essen wie zum Bsp. Toast, trockenes Gebäck, Chips
  • Krümelige Snacks wie zum Bsp. Kuchen, Streusel
  • Harte und zähe Lebensmittel wie zum Bsp. Nüsse, Samen, Kaubonbons oder Karamell
  • Körnerbrotsorten
  • Süßigkeiten wie zum Bsp. Bonbons, Kaugummis, Zuckerstangen – Diese regen die erhöhte Speichelbildung an wodurch dieser Speichel in die Atemwege gelangen kann.
  • Eiscreme und Götterspeise – werden im Mund schnell dünnflüssig und können das Verschlucken begünstigen

 

Im des Verschluckens bleiben Sie ruhig und fordern den Patienten ruhig auf die Nahrung herunterzuschlucken oder auszuspucken.

 

Wichtig für einen Dysphaie-Patienten ist …

  1. Eine gesicherte Mundhygiene nach dem Essen und Trinken
  2. Probieren Sie auch den Einsatz von Trinknahrung aus.
  3. Patienten mit Schluckstörungen „Dysphagie“ essen und trinken aufgrund ihrer Schwierigkeiten oft zu wenig.
  4. Zudem haben sie verstärkt Angst sich zu verschlucken.
  5. Um eine Austrocknung und Mangelernährung zu vermeiden und das Komplikationsrisiko zu verringern, ist es notwendig, dass die Betroffenen ausreichend Nahrung und Flüssigkeit in individuell angepasster Konsistenz zu sich nehmen.
  6. Ein Logopäde berät Sie gerne, welche Konsistenz an Nahrung und Getränken für den Patienten geeignet ist.

 

wie gestalte ich die Aufnahme von Nahrung so angenehm wie möglich?

Mit den richtigen Maßnahmen und praktischen Empfehlungen können auch Angehörige Nahrung so zubereiten, dass Betroffene diese auch genießen können und wieder Appetit bekommen. Zudem wird so einer Mangelernährung entgegenwirken. Fragen Sie dazu ihren Arzt, Logopäden oder einen Fachpfleger vom Pflegedienst.

Empfehlung mit Herz Schluckstörung-Dysphagie-Ernährung-2 Schluckstörung / Dysphagie

Hilfestellung für das Zubereiten, Anrichten und Unterstützen bei der Ernährung eines Patienten

  • Getränke

Eine individuelle Andickung der Getränke mit Andickungspulver kann für den Patienten von Vorteil sein. Die verschiedenen Konsistenzen werden unterschieden in Sirup, Honig und Pudding.
Andickungspulver, die transparente Ergebnisse liefern, machen angedickte Getränke viel appetitlicher. Mit diesen appetitlich angedickten aussehenden Getränken nimmt der Patient häufig mehr Flüssigkeit zu sich.
Angedickte Getränke bewegen sich langsamer im Mund und Hals, dadurch haben Betroffene mit einer Dysphagie mehr Zeit für das sicherere Schlucken.
Getränke mit Fruchtfleisch sollten gemieden werden, da das Fruchtfleisch ein Verschlucken fördert.

  • Essen

Je weicher und flüssiger ein Essen zubereitet wurde in dem man es zum Bsp. püriert umso leichter ist es für den Schluckstörungspatienten zu schlucken zudem muss es weniger gekaut werden.
Flüssiges Essen wie klare Suppen und Saucen sollten ebenfalls in der passenden individuellen Konsistenz zum Bsp. In der Konsistenz Sirup, Honig oder Pudding mit Hilfe von Dickungspulvern angedickt werden, um das Essen für den Patienten zu erleichtern.
Speisen sollten kurz vor dem Verzehr püriert werden, um sicherzugehen, dass diese frei von Klümpchen sind.

  • andicken von Speisen

Dickungsmittel ist nicht gleich Dickungsmittel.

Sie sollten darauf achten, dass Ihr Dickungsmittel nicht nur aus Stärke besteht.

Stärke wird bereits im Mund durch das Enzym Amylase im Speichel zersetzt. Zuviel Speichelfluss fördert das Verschlucken!

Angedickte Flüssigkeiten mit Stärke werden im Mund dünnflüssiger und entsprechen unter Umständen nicht mehr der Konsistenz, die der Logopäde als verschluckungsmindernd „aspirationssicher“ empfohlen hat!

Dickungsmitteln, die zusätzlich pflanzliche Ballaststoffe wie Xanthan und Guarkernmehl enthalten, zeichnen sich als verschluckungssicher aus! Diese werden als „amylaseresist“ in der Medizin bezeichnet und stehen für ein sichereres Schlucken!

  • Genuss für alle Sinne

Erfahrungen und Forschungen haben gezeigt, dass die Verbesserung von Geschmack, Textur und Aussehen der pürierten Kost die Energiezufuhr bei Bewohnern von Pflegeheimen erhöht und Gewichtsverluste reduziert.

Pürierte Kost verliert durch die notwendige Verdünnung oft an Nährstoffdichte.

Durch geeignetes Anreichern mit vollbilanzierter neutraler hochkalorischer Trinknahrung kann hier entgegengewirkt werden.
Auf diese Weise wird nicht nur der Energiegehalt der Nahrung erhöht, sondern auch die für den Patienten so wichtigen Nährstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente sowie Mengenelemente.

Wenn Sie eine Mahlzeit mit mehreren Komponenten zubereiten zum Bsp. mit Fleisch, Kartoffeln und Möhren usw., sollten die Komponenten separat püriert und danach separat auf dem Teller angerichtet werden. So bleiben Geschmack und Farbe der einzelnen Komponenten einer „regulären“ Mahlzeit ähnlich und fördert den Appetit.

Das Auge isst ja bekanntermaßen mit. Mit entsprechenden Förmchen kann das Essen sogar in die ursprüngliche Form gebracht werden und dadurch den Appetit weiter anregen.Auch ein intensiver Geschmack von Speisen kann dem Patienten helfen, mehr zu essen und wieder Appetit und Lust am Essen zu bekommen.

Hinweis:

Wer einen Pflegegrad hat und Zuhause / ambulant gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel.