Altenheim, Pflegeheim, Seniorenheim oder Demenzpflegeheim

Wo liegen die Unterschiede bzw. gibt es einen Unterschied?

Altenheim, Altersheim, Seniorenheim oder Pflegeheim – alle vier Begriffe beschreiben umgangssprachlich dasselbe:
Eine stationäre Wohneinrichtung für pflegebedürftige Senioren. Und doch gibt es Unterschiede in der Definition der Pflegeeinrichtungen.
Rechtlich geschützt ist jedoch keine der genannten Bezeichnungen. Das klassische Altenheim war ursprünglich eine Wohneinrichtung für Senioren, die keine Intensivpflege vorsah. Weil die Älteren zunehmend alternative Wohnformen wie betreutes Wohnen (eigenständige Wohnung mit Anschluss an eine stationäre Einrichtung mit umfassenden Serviceleistungen) bevorzugen, wurden die ursprünglichen Altersheime nach und nach ersetzt. Wer heute in ein Seniorenheim zieht, benötigt in der Regel bereits umfassende Unterstützung und Pflege. An die Stelle des Altenheims treten also nachfragebedingt das Pflegeheim bzw. Mischeinrichtungen, die betreutes Wohnen und Pflegeangebot kombinieren.
Beginnend mit den 1990er-Jahren setzt man heute in Pflegeheimen auf das Konzept der Hausgemeinschaft. Die Bewohner sollen in den Heimen so viel Normalität wie möglich erfahren, in einem wohnungsähnlichen Umfeld leben und sich so gut wie möglich an den Haushaltsaktivitäten beteiligen.

Häusliche 24-Stunden-Pflege als Alternative zum Pflegeheim

Als echte Alternative zum Pflegeheim hat sich in den letzten Jahren die sog. häusliche 24-Stunden-Pflege etabliert. Dabei wird der Pflegebedürftige individueller und bedürfnisorientierter versorgt als in einem Pflegeheim – und das alles von nur einer Person und nicht ständig wechselnden Betreuungspersonen wie im Pflegeheim. Der größte Vorteil einer 24-Stunden-Betreuung ist für viele Familien, dass der Pflegebedürftige in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann, da die Betreuungskraft in die Wohnung bzw. in das Haus des Betroffenen mit einzieht. Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung können unter Berücksichtigung der Pflegeleistungen niedriger ausfallen als die Kosten für die vollstationäre Pflege.

Im Alter ins Pflegeheim ziehen?

Das wünschen sich die wenigsten Senioren und vielen mutet der Umzug in ein Heim wie eine „Reise ohne Wiederkehr“ an.
Doch ein Umzug in ein gutes Pflegeheim kann viele Vorteile für Betroffene und Angehörige mit sich bringen:
Die älteren Menschen verbringen zusammen mit Gleichaltrigen ihren Lebensabend, werden rundum versorgt und können an vielen Veranstaltungen teilnehmen.
Und auch für pflegende Angehörige verbessert sich die Lage:
Sie müssen sich keine Sorgen mehr machen, können sich von der Belastung erholen und haben mehr Zeit für ein entspanntes Miteinander mit dem Pflegebedürftigen.

Empfehlung-mit-herz.de klärt über Auswahlkriterien, Leistungen, Leben und Umzug ins Pflegeheim auf.

Für wen sind Pflegeheime geeignet?

Pflegebedürftige akzeptieren den Umzug in ein Pflegeheim meistens erst, wenn sie nicht mehr ambulant oder teilstationär (Tagespflege und Nachtpflege) versorgt werden können. Dies kann der Fall sein

• wenn sie alleinstehend sind und zunehmend vereinsamen.
• wenn der bisherige Wohnraum nicht angepasst ist.
• wenn Angehörige oder der ambulante Pflegedienst den Pflegebedarf nicht mehr decken können.

Ein Pflegeheim ist oft auch bei schwer Demenzkranken eine alternativlose Form der Unterbringung, da sie ab einem bestimmten Stadium der Erkrankung kaum noch zuhause gepflegt werden können. Dementsprechend haben sich inzwischen viele Pflegeheime auf die Pflege und Unterbringung von Demenzpatienten spezialisiert.

Vor- und Nachteile des Pflegeheims

Vorteile:

• Sicherheit durch 24-Stunden-Betreuung
• medizinische Versorgung und schnelle Hilfe im Notfall
• Belastung durch eigene Haushaltsführung entfällt
• soziale Kontakte mit Gleichgesinnten
• organisierte Freizeitaktivitäten und Beschäftigungsmöglichkeiten
• Entlastung der Angehörigen und Zeit für entspannte gemeinsame Unternehmungen

Nachteile können sein:

• Zusammenleben „nur mit anderen Senioren“ und z. T. Schwerst- und/oder Demenzkranken
• nicht immer Möglichkeit zur individuellen Möblierung
• lange Wartelisten bei begehrten Pflegeheimen
• begrenzt psychosoziale Betreuung aufgrund Zeitmangels des Personals
• starre Tagesabläufe

 

In wenigen Schritten zur richtigen Wohnform / Heim

So geben Sie Ihren lieben Angehörigen mit einem guten Gewissen in die besten Hände

Plätze in guten Pflegeheimen sind begehrt, häufig gibt es lange Wartelisten. Es lohnt sich daher, sich schon frühzeitig zu informieren und nach einem passenden Heimplatz Ausschau zu halten, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihren Angehörigen zuhause bald nicht mehr ausreichend versorgen können. Damit Sie dabei eine Einrichtung finden, die zu Ihrem Pflegebedürftigen passt und in dem er sich wohlfühlt, nimmt pflege.de Sie an die Hand und erklärt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Vorauswahl treffen

Beschaffen Sie sich zunächst einmal Informationen über Altenheime in Ihrem bevorzugten Einzugsgebiet. Auskünfte über lokale Pflegeheime erhalten Sie bspw. bei pflege.de, bei den Kommunen, den Wohlfahrtsverbänden, beim Sozialamt oder, im akuten Fall, bei den Sozialdiensten der Krankenhäuser. Sehen Sie sich das Infomaterial genau an und vergleichen Sie z. B. nach Lage, Angebot und Pflegekonzept. Suchen Sie sich am besten mehrere infrage kommende Seniorenheime heraus.

Besichtigen und vergleichen

Diese Pflegeheime nehmen Sie im Anschluss persönlich in Augenschein. Suchen Sie vorab das Gespräch mit Bewohnern, deren Angehörigen und Pflegekräften. Sagen Ihnen Atmosphäre und Ausstattung zu, dann vereinbaren Sie einen offiziellen Besichtigungstermin. Betrachten Sie die Altenheime aus der Sicht des Angehörigen, für den Sie einen Pflegeplatz suchen: Wird das Angebot des Altersheims seiner persönlichen Situation gerecht?
Würde er sich in der Umgebung und mit den Bewohnern und Pflegekräften wohl fühlen?

Pflegequalität überprüfen

Eine große Bedeutung kommt bei der Pflegeheimsuche natürlich der Pflegequalität zu. Lassen Sie sich das Prüfungsprotokoll mit den Bewertungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zeigen und sehen Sie sich die einzelnen Bewertungspunkte genau an. Besonders wichtig sind die Punkte Pflege und medizinische Versorgung. Fragen Sie nach, wie viele Vollpflegekräfte und Betreuungskräfte im Pflegeheim angestellt sind und wie das Pflegepersonal qualifiziert ist.

Probewohnen

Nutzen Sie bei der Pflegeheimsuche die Möglichkeit des Probewohnens für Ihren Angehörigen: Entweder durch ein spezielles „Schnupper-Angebot“ oder im Rahmen der Kurzzeitpflege. Dann lernt der Betroffene die Einrichtung schon vorab kennen und Sie können beobachten, ob das Heim zu ihm passt oder nicht.

Hier die richtige Wohnform finden – hier klicken

Prüfliste mit Auswahlkriterien für die Pflegeheimsuche

Überlegen Sie sich am besten im Vorfeld gemeinsam, welche Punkte Ihnen und Ihrem Angehörigen besonders wichtig sind.
Lage des Pflegeheims: Idealerweise ist das Heim im Umfeld des bisherigen Wohnorts gelegen, so dass den Senioren soziale Kontakte erhalten bleiben. Außerdem kann der Bewohner in vertrauter Umgebung bleiben. Wenn keine sozialen Kontakte mehr bestehen und Sie als Angehöriger woanders leben, kann es u. U. auch sinnvoll sein, ein Pflegeheim in Ihrer Nähe zu wählen, damit die regelmäßigen Besuche für Sie nicht zur Strapaze werden. Andernfalls bieten sich Besuchsdienste als Alternative an.

Fragestellung für die richtige Wahl

Frage zum Thema Größe

Wünschen Sie sich für Ihren Angehörigen lieber ein kleines, persönliches Haus oder ein großes Heim, das mit einem reichhaltigeren Leistungsspektrum punktet?

Fragen zum Thema Austattung

• Gibt es Einzelzimmer mit eigenem Bad?
• Dürfen Bewohner ihre eigenen Möbel mitbringen?
• Sind TV-, Telefon- und Internetanschlüsse in den Zimmern vorhanden?
• Wie sehen die Gemeinschaftsflächen aus?
• Wie sieht es mit einer Bibliothek, einem Bewohnertreff oder einer Cafeteria aus?
• Gibt es ansprechend gestaltete Außenbereiche?

Fragen zum Thema Qualität

• Wer ist der Heimbetreiber, wie gestaltet sich die Finanzierung?
• Welche Qualifikation kann die Heimleitung vorweisen?
• Wie viele Pflegevollzeitkräfte arbeiten im betreffenden Seniorenheim?
• Aktivierende Pflege: Wird aktivierende Pflege praktiziert?

Fragen zur Beschäftigung und Freizeitgestaltung

• Werden die Bewohner zur Eigeninitiative animiert?
• Können Bewohner ihren Tagesablauf individuell gestalten?
• Können die Bewohner sich einbringen, z. B. hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen?
• Welche Beschäftigungs-/Fitnessangebote gibt es?

Fragen zum Thema Lebensmittelversorgung

• Sind die Mahlzeiten frisch und abwechslungsreich, gibt es Wahlmenüs?
• Sind die Essenszeiten flexibel, die Speiseräume und das servierte Essen ansprechend?

Fragen zum Thema Serviceleistungen

• Können im betreffenden Altersheim Friseur, Fußpflege oder Einkaufsdienste organisiert werden?
• Mitbestimmung und Einbeziehung der Angehörigen: Wie arbeitet der Heim- oder Bewohnerbeirat? Gibt es einen Angehörigenbeirat?
• Stehen Ansprechpartner für Beschwerden und Nachfragen von Bewohnern und Angehörigen bereit?

Frage zum Thema Haustiere

• Ist es Bewohnern erlaubt, ihre Haustiere mit ins Heim zu bringen?

Die Liste lässt sich natürlich noch durch weitere Punkte ergänzen, z. B. (fach-)ärztliche Versorgung, Versorgung und Umgang mit Medikamenten, seelsorgerische Angebote, Wahrung der Privatsphäre der Bewohner etc.

Spezielle Pflegeheime für Demenzkranke

Viele Pflegeheime haben sich inzwischen auf die Pflege und Unterbringung von Patienten mit Demenz spezialisiert – sowohl in Bezug auf die Ausbildung der Pflegekräfte als auch in Bezug auf das Angebot zur Beschäftigung für Demenzkranke. Aus diesem Grund sollten Sie sich für Ihren demenzkranken Angehörigen möglichst rechtzeitig auf die Suche nach einem speziellen Pflegeheim für Demenzkranke begeben. Plätze in guten Demenz-Pflegeheimen sind begehrt, häufig gibt es lange Wartelisten. Ideal sind Demenzpflegeheime, die auf dem Hausgemeinschaftskonzept basieren, oder Senioren WGs. Ihr Angehöriger lebt dabei in einer kleineren Wohngruppe in einem überschaubaren, gemütlichen Umfeld. Einschlägig geschultes Fachpersonal begleitet die Bewohner durch einen klar strukturierten Alltag und beteiligt sie an den häuslichen Tätigkeiten. Positiv ist, wenn für jeden Bewohner eine spezielle Bezugsperson vorgesehen ist, die ihn regelmäßig als Alltagshelfer unterstützt.

Demenz Pflegeheim finden: hier klicken

Empfehlung mit Herz

Lassen Sie sich im Vorfeld Ihrer Suche nach einem Pflegeheim für Demenzkranke beraten. pflege.de hilft Ihnen gerne unverbindlich dabei!

Darauf sollten Sie bei der Auswahl eines Pflegeheims für Demenzkranke achten!

Wird die Demenzstation geschlossen oder offen geführt?
• Geschlossene Abteilungen dürfen die Pflegebedürftigen nicht mehr alleine verlassen.

Wie wird im Demenzpflegeheim mit den Themen Fixierung und medikamentöse Ruhigstellung umgegangen?
• Gute Einrichtungen verzichten heute in aller Regel weitgehend darauf.

Welche Förderangebote, Beteiligungsmöglichkeiten und Aktivitäten werden angeboten?
Gibt es geführte Ausflüge, gemeinsame Einkaufsgänge etc.?
Was geschieht im Demenzpflegeheim, wenn Ihr Angehöriger schwerstpflegebedürftig und bettlägerig wird?
• Sogenannte „qualitätsgeleitete Pflegeoasen“ bilden einen Kompromiss aus Privatsphäre und passiver Teilhabe am Alltagsgeschehen im Demenzpflegeheim.

Hinweis:

• Eine zwangsweise Einweisung gerade im Falle einer Demenzerkrankung kann dies unter u. U. notwendig werden. Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter § 1906 Genehmigung des Betreuungsgerichts bei der Unterbringung.

• Demenzkranken fehlt häufig jegliches Krankheitsempfinden.

 

Pflegeformen unter denen Sie wählen können

Langzeitpflege
Im Rahmen der Langzeitpflege werden Pflegebedürftige dauerhaft und umfassend in einem Pflegeheim betreut.

Kurzzeitpflege
Pflegebedürftige haben im Rahmen der Pflegeleistungen Anspruch auf bis zu 56 Tage Kurzzeitpflege pro Jahr in einer stationären Einrichtung. Dieses Angebot können Pflegebedürftige in Anspruch nehmen, wenn sie nach einem Krankenhausaufenthalt noch stationär versorgt werden müssen, bevor sie wieder nach Hause können.

Verhinderungspflege
Ebenso haben Pflegebedürftige Anspruch auf Verhinderungspflege in einer Einrichtung, wenn ihr pflegender Angehöriger Urlaub macht, selbst einmal krank ist oder eine Auszeit von der Pflege braucht.

Tagespflege und Nachtpflege
Tagespflege oder Nachtpflege sind als teilstationäre Pflegeform eine gute Ergänzung zur ambulanten Versorgung zu Hause. So können betreuungs- oder pflegebedürftige Personen tagsüber oder nachts stationär in einem Heim untergebracht werden, während ihre Pflegeperson tagsüber zur Arbeit geht oder nachts Schlaf braucht.

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