Stoma Übersicht

Stoma – Versorgung und Beratung

Alle Informationen zum Thema Stoma, Tipps zur Stomaversorgung und Pflege im Alltag , Beratung bei Auswahl und Kauf von Stomaartikeln und Produkten auf einem Blick.

Stomabeutel kaufen

Wir helfen Ihnen beim Stomabeutel kaufen und beraten Sie, das passende Material für ein Stoma auszuwählen. Aufgrund der Herstellerneutralität unsere Seite, steht Ihnen ein großes Sortiment an Stomabeuteln zur Verfügung.

Stomaversorgung

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Leben mit einem Stoma

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Stomaoperation und Rückverlegung

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In Deutschland leben circa 160.000 Menschen mit einem Stoma. Im Alltag lässt sich nicht identifizieren, wer von unseren Mitmenschen betroffen ist.Empfehlung mit Herz boy-1454054_640 Stoma Übersicht    Trotzdem verändert sich das Leben nach dem Eingriff spürbar. Wie genau sich die Veränderungen auswirken ist für Patienten zu Anfang immer schwer einzuschätzen. Wir beraten Sie umfassend zu ihrer Stomaversorgung und Pflege, den Kauf von Stomaartikeln und Produkten, und anderen grundlegenden Informationen zu Stomata.

Ein Stoma ist ein künstlich angelegter Ausgang von Magen, Darm oder Harnblase. Das Leben mit Stoma ist immer ein enorm großer Einschnitt. Nicht nur die Art ändert sich, wie man auf die Toilette gehen muss, auch fühlen sich viele Betroffene nach dem Einsetzen der Stomaanlage, als sei ihnen der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Die Befürchtung, dass sich dass Leben mit Stoma grundlegend ändert, liegt nahe.

Ein entscheidender Einschnitt in die Lebensqualität von Betroffenen ist die verlorene Kontrolle über die Entscheidung, wann man zum kleinen oder großen Geschäft zur Toilette geht. Um einen solchen Nachteil auszugleichen gibt es spezielle Versorgungssysteme, die sogenannte Stomaversorgung. Diese bestehen aus einem Beutel und einem Hautschutz. In dem Beutel sammeln sich solange geruchsfrei Ausscheidungen, bis der Inhalt des Beutels schließlich in einer Toilette entsorgt wird.

Im Alltag sollte unbedingt auf die richtigen Pflege der von dem Stoma umgebenden Haut und der korrekten Anwendung der Produkte für das Stoma, die bei dem Wechsel der Versorgung eine Rolle spielen geachtet werden. Wichtig ist dabei, dass der Patient genau weiß, wann und wie oft er die Stomaversorgung wechseln muss und wie man die gebrauchten Materialien dann entsorgt.

Ja. Vor der ersten Versorgung sollten Sie unbedingt mit dem behandelnden Arzt sprechen und sich auch eine ärztliche Verordnung für medizinisch notwendige Stomaartikel geben lassen. Darauf sollte die Stomaart (Colostomie, Ileostomie oder Urostomie) und die nötigen Stomaartikel vermerkt sein.

In der Regel ja – Viele Stomaprodukte zählen in die Kategorie der Hilfsmittel. Diese sind nicht apothekenpflichtig und belasten keinesfalls das Budget des Arztes. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Eine Abrechnung der Stomaprodukte mit den Kostenträgern wird nach bundesweiten Festbeträgen beglichen. Von den Spitzenverbänden der Krankenkassen werden diese Beträge jährlich überprüft und festgelegt..

Was ist eine Stomaversorgung?

Eine Stomaanlage verursacht das Verlorengehen der sogenannten Kontinenz. Darunter versteht man die Fähigkeit, die Urinausscheidung und den Stuhlgang für eine bestimmte Zeit zurückzuhalten und willentlich den Ausscheidungsvorgang auszulösen. Ein entscheidender Einschnitt in die Lebensqualität von Betroffenen ist die verlorene Kontrolle über die Entscheidung, wann man zum kleinen oder großen Geschäft zur Toilette geht. Um einen solchen Nachteil auszugleichen gibt es spezielle Versorgungssysteme, die sogenannte Stomaversorgung. Diese bestehen aus einem Beutel und einem Hautschutz. In dem Beutel sammeln sich solange geruchsfrei Ausscheidungen, bis der Inhalt des Beutels schließlich in einer Toilette entsorgt wird. Der Hautschutz liegt um die Haut des Stomas und schützt diese vor Urin und Stuhl. Um die sehr individuelEmpfehlung mit Herz Inkontinenz-Stoma Stoma Übersicht    le Situation jedes einzelnen Stomaträgers optimal zu versorgen, wurde eine Vielfalt an Produkten entwickelt. Daher ist nach der Anlage des Stomas eine fachkundige Anleitung und Beratung notwendig. Ausgebildete Pflegekräfte werden in diesem Zuge eine passende Stomaversorgung empfehlen. Oft ist es dabei notwendig viele verschiedene Produkte auszuprobieren, die von unterschiedlichen Firmen hergestellt werden bis man schließlich die ideale Versorgung gefunden hat. Mit dieser sollte man sich wirklich wohl und sicher fühlen. Sie sollte außerdem den für den Patienten besten Hautschutz bieten.

Wieder selbstbestimmt sein: Wie versorge ich mein Stoma?

Das Versorgen eines Stomas ist ein wirklich intimes Thema. Viele Betroffene sind froh, wenn Sie diese Tätigkeit allein übernehmen und auf fremde Hilfe verzichten können. Direkt nach dem operativen Eingriff empfinden die meisten Betroffenen das Stoma als Belastung oder eine Art Wundmal. Diese Tatsache ändert sich jedoch schnell. Sie lernen schnell ganz natürlich mit ihrem Stoma umzugehen und dieses nicht mehr als Störung wahrzunehmen.
Abhängig von der Form des Stomas gibt es in der Versorgung unterschiedliche Vorgehensweisen. Ihr Stomatherapeut unterstützt sie zu jeder Zeit bei der Entscheidung für die idealen Produkte und beim Erlernen dessen Handhabung. Nicht nur in der Klinik, sondern auch zu Hause sind diese Pflegekräfte für Sie da.
Auf dem deutschen Markt gibt es eine große Auswahl an modernen Stomaprodukten, welche durch eine ständige Verbesserung erweitert werden. Deshalb gibt es heute auch für die unterschiedlichsten Situationen und Bedürfnisse die bestmöglichsten Lösungen.

Für den Patienten sind vor allem zwei Dinge entscheidend, wenn es um die Stomaversorgung geht:

  • Die richtige Auswahl des individuell passenden Stomabeutels
  • Eine gute und fachkundige Stomapflege

 

Die Folgenden Grundsätze sollten dabei immer in den Fokus rücken:

  • Die Stomaversorgung muss vor Leckagen schützen und sicher haften.
  • Die Stomaversorgung muss die Haut wirkungsvoll vor Ausscheidungen aus dem Stoma isolieren.

 

Passiert es, dass Ausscheidungen aus dem Stoma an die Haut gelangen, beispielsweise weil die Haftflächen des Stomabeutels unterwandern, verursacht dies nicht nur unangenehme Gerüche, die Haftfläche kann sich komplett ablösen. Im schlimmsten Fall führt dies zu schmerzhaften Hautentzündungen.

Eine haftende Hautschutzplatte ist, um diesen Fall zu verhindern, daher enorm wichtig für den Patienten.

Die Öffnung der Platte für den Hautschutz sollte exakt auf die Form und die Größe des Stomas angepasst sein.

Zudem sollte sie Feuchtigkeit aufnehmen (sog. hydrokolloide Hautschutzplatte) und sich optimal an die Hautumgebung des jeweiligen Patienten anpassen.

Ein mögliches Hindernis für eine sichere Haftung stellen beispielsweise Hautunebenheiten dar (Hauffalten, Hernien, Narben). Bereits vor der Operation sollte daher, auch bei Bewegung, eine möglichst ebene Fläche für das Stoma ausgewählt werden.

Die Stomaversorgung muss geruchsdicht sein

Ein integrierter Filter in den Stomabeuteln sorgt dafür, dass die Versorgung geruchsdicht ist. Durch diesen wird das Entweichen von Darmgasen vermieden und Gerüche werden prinzipiell neutralisiert. Eine Aufblähung des Stomabeutels wird zudem auch verhindert.

Allerdings ist zu erwähnen, dass die Wirkung eines Filters abnimmt umso länger dieser getragen wird. Dadurch kann es auch bei längerer Nutzung zu einer Geruchsentwicklung kommen. An dieser Stelle sollte dann der Beutel gewechselt oder mit einem Klebestreifen der Filter abgedeckt werden.

Hinsichtlich der Filtereigenschaften (Nutzungsdauer, Robustheit gegen Feuchtigkeit, Durchflussgeschwindigkeit der Darmgase) gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Modellen auf dem deutschen Markt.

Die Stomaversorgung sollte die Haut schonenEmpfehlung mit Herz Inkontinenz-Urinkatheter Stoma Übersicht

Dass die Haut unter der Stomaversorgung gesund bleibt, ist sehr wichtig. Die essentielle Voraussetzung hierfür ist es, dass die Haut geschont wird und keine Ausscheidungen an die Haut kommen. Auch Beutel, Pasten, Hautschutzplatten oder Salben können zu Hautreizungen führen, beispielsweise durch eine allergische Hautreaktion. In diesem Fall gilt es dann die Produkte abzusetzen und Alternativen zu suchen, welche eventuell mit abweichenden Eigenschaften ausgestattet sind und von der Haut besser vertragen werden. Rund um das Stoma ist die Haut sowieso schon stark beansprucht, da das Aufkleben und Ablösen der Hautschutzplatte Reizungen verursacht.
Die Stomaversorgung sollte immer auf Sie zugeschnitten sein und alltagstauglich bzw. nutzbar sein. Umso besser die Versorgung auf die persönliche Situation des Patienten abgestimmt ist, desto höher ist die Lebensqualität.

Bestimmte Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Ob die Versorgung im Bett stattfindet oder Sie mobil sind
  • Ob der Beutelwechsel zu Hause mit genügend Platz und Zeit stattfinden kann oder ob dies häufig unterwegs geschieht
  • Ob Sie körperlich tätig sind und z.B. gerne Sport machen
  • Ob körperliche Einschränkungen (z.B. Behinderung, Handmotorik, Sehschwäche) bestehen und eine sehr einfache Stomaversorgung benötigt wird
  • Wie wichtig Ihnen ästhetisches Aussehen und Unauffälligkeit sind

 

Aus dieser Zusammenschau ergibt sich, dass eine Auswahl der optimalen Versorgung unbedingt gemeinsam mit dem Anwender erfolgen sollte. Es ist wichtig im Rahmen einer kompetenten Beratung auf die Bedürfnisse und die Situation des Stomaträgers einzugehen.

Stomabeutel Arten

Die Stomabeutelarten werden in ein- und zweiteilige Systeme unterschieden, mit jeweils planer (ebener) und konvexer (gewölbter) Ausstattung.

Bei Stomaanlagen, bei denen der Darmausgang über dem Hautniveau (prominent) liegt, kommen plane Systeme zum Einsatz.
Wenn der Darmausgang jedoch unter dem Hautniveau (retrahiert) liegt, werden konvexe Systeme genutzt.

Einteilige Systeme: StomabeutelEmpfehlung mit Herz inkontinenz-stoma-plastikbeutel-1024x684 Stoma Übersicht

Bei Versorgungssystemen die einteilig sind, werden Beutel und Hautschutzplatte fest miteinander verbunden. Zur Neutralisierung von Gerüchen ist im Beutel ein Aktivkohlefilter eingesetzt. Die Beutel für ein einteiliges System gibt es mit gewölbtem (konvexen) oder ebenem (planen) Hautschutz. Bei entsprechender Füllmenge werden sie dann komplett gewechselt oder geleert.

Zweiteilige Systeme: Basisplatte mit Stomabeutel

Bei zweiteiligen Beutelsystemen sind die Hauptbestandteile der Hautschutz, die Basisplatte und ein mechanischer oder klebender Verschluss sowie ein zugehöriger Stomabeutel, welcher an der Platte festgemacht wird. Auch diese Systeme haben einen Aktivkohlefilter zur Neutralisierung von Gerüchen und können durch ein Verbindungssystem an der Basisplatte befestigt werden. Mindestens einmal am Tag oder wenn die entsprechende Füllmenge erreicht ist, werden die Beutel gewechselt. Auch die Basisplatten sollten regelmäßig (nach circa zwei Tagen) ausgewechselt werden. Auch diese sind in planer und konvexer Ausführung erhältlich.

Zur Fixierung kann für die Basisplatte unterstützend ein Gürtel benutzt werden.

In Absprache mit Ihrem Stomatherapeuten können sie sinnvolles Zubehör auswählen:

  • Hautschutzpaste
  • Reinigungstücher
  • Geruchsneutralisierer
  • Ileo-Gel
  • Materialien für einen Versorgungswechsel

 

Die folgenden Dinge sollten Sie vor einem Versorgungswechsel in Griffnähe zurechtlegen:

  • Vlieskompressen
  • bei Bedarf Einmalrasierer
  • leicht gebogene Schere (Stoma-/Nagelschere)
  • Schablone
  • bei Bedarf Hautschutzpaste
  • entsprechendes Versorgungsmaterial (ein- oder zweiteilig, konvex oder plan)
  • Entsorgungsbeutel
  • bei Bedarf Reinigungstücher

 

Versorgungswechsel

Für den Versorgungswechsel sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, damit alle Schritte in der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt werden können. Bauen Sie den Versorgungswechsel so in Ihren persönlichen Tagesablauf ein, dass er zu einem festen Bestandteil wird.

Idealerweise sollte die Versorgung in einem Raum stattfinden der eine Waschgelegenheit, Ablagemöglichkeiten, eventuell eine Sitzgelegenheit, eine Toilette und einen Spiegel in Bauchhöhe bereitstellt.

Vorzugsweise erfolgt der Versorgungswechsel vor dem Waschbecken im Stehen.

Ein Spiegel kann dann hilfreich sein, wenn die Stomaanlage durch die Vorwölbung des Bauches von oben nicht so gut einsehbar ist.

Entfernen der Hautschutzplatte

Beim Entfernen der Hautschutzplatte sollten Sie immer vorsichtig vorgehen und am besten die Technik von oben nach unten anwenden. Oberhalb der Versorgung sollten Sie die Haut mit der Hand zurückhalten.

Sie können nach dem ersten Lösen (ca. 1 cm) eine wassergetränkte Vlieskompresse zwischen Haut und Hautschutzplatte einsetzen um das leichtere Entfernen der Hautschutzplatte möglich zu machen.

Die benutzte Versorgung sollten Sie in einem dafür vorgesehenen Entsorgungsbeutel über den Hausmüll entsorgen und nicht in der Toilette, da dies bekanntlich für eine Verstopfung des Abflusssystems sorgen kann.

ReinigungEmpfehlung mit Herz inkontinenz Stoma Übersicht

Die Reinigung von Stomaversorgungen ist sehr wichtig. Damit Ausscheidungen und Darmbakterien nicht über die Bauchdecke verteilt werden, sollten Sie die Haut und die Stomaanlage spiralförmig mit einer feuchten Vlieskompresse von außen nach innen reinigen.

Richtige Reinigungsrichtung bei einer Stomaanlage

Die Richtung der Reinigung ist bei einem Urostoma entscheidend. Sie sollte von innen nach außen durchgeführt werden, da dies die Keimkontaminierung in die Nieren verhindert.

Tupfen Sie den gereinigten Bereich anschließend mit trockenen Vlieskompressen ab und sorgen Sie dafür, dass dieser noch etwas nachtrocknet.

Die Reinigung mit Wasser und eventuell einer alkalifreien Waschlotion (bei starker Verschmutzung) oder einem Reinigungstuch ist besonders wichtig um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu erhalten.

Wenn Sie gebrauchsfertige Reinigungstücher verwenden wollen, benutzen Sie am besten Babyfeuchttücher sensitiv ohne Öl. In ihnen sind gleichzeitig Substanzen zum Schutz und zur Pflege der Haut enthalten.

Vermeiden Sie Hautirritationen durch Haarentfernung

Befinden sich Haare um das Stoma herum, so sollten Sie diese in regelmäßigen Abständen entfernen. Sogar beim vorsichtigen Ablösen der Versorgung können Haare ganz leicht herausgezogen werden, wodurch wiederum Hautirritationen entstehen könnten. Starker Haarwuchs kann zudem die Haftung der Versorgung einschränken.

Zum Entfernen können Sie ganz normale Einmalrasierer verwenden. Das Stoma sollte dabei mit einer feuchten Vlieskompresse abgedeckt werden. Führen Sie den Einmalrasierer sternförmig und vorsichtig weg vom Stoma.

Hinweis:

Wegen der möglichen allergischen Reaktionen sollten Produkte wie Enthaarungscremes nicht verwendet werden.

Anbringen des neuen Versorgungssystems

Das Anbringen eines neuen Versorgungssystems ist nicht immer einfach, da Falten oder Narben Schwierigkeiten bereiten können. Mit einem einteiligen Versorgungssystemen oder einem flexiblen zweiteiligen System mit einer Haftkopplung können leichte Unebenheiten beseitigt werden und es wird eine gute Abdichtung erreicht. Ist dies, aus welchem Grund auch immer, nicht möglich, können Vertiefungen durch andere Produkte ausgeglichen werden, wie beispielsweise Hautschutzpaste, Hautschutzringe oder es werden konvexe Versorgungssysteme verwendet.

Vermeidung bestimmter Materialien und Substanzen

Substanzen / Materialien und deren mögliche Auswirkungen

Substanzen/Materialien
Mögliche Auswirkungen
fetthaltige Salben
Cremes
Öl / Ölbäder
Duschbad
Diese verhindern eine sichere Haftung des Hautschutzmaterials auf der Haut.
EnthaarungscremesDiese enthalten ein hohes allergisches Potenzial und oft auch rückfettende Substanzen.
Pflegeschaum
Reinigungsschaum
Rückfettende Inhaltsstoffe haben einen negativen Einfluss auf die Haftung des Hautschutzmaterials.
Waschlappen
Schwämme
Diese bilden einen hervorragenden Nährboden für Bakterien und Pilze.
Zellstoff
Watte
Papiertaschentücher
Toilettenpapier
Diese können sehr stark an der Darmschleimhaut haften, krümeln und lassen sich zudem schwer entfernen.
Benzin
Äther
Alkohol
Desinfektionsmittel (alkoholhaltig)
Parfümierte Seifen
Diese zerstören den normalen Säureschutzmantel der Haut, verändern die Hautflora, trocknen sie schnell aus und schränken die natürliche Schutzfunktion (z. B. Abwehr von Mikroorganismen) ein.

 

Übernahme der KostenEmpfehlung mit Herz pflegegeld-pflegekosten-krankenversicherung-symbolbild Stoma Übersicht

Viele Stomaprodukte zählen in die Kategorie der Hilfsmittel. Diese sind nicht apothekenpflichtig und belasten keinesfalls das Budget des Arztes. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Eine Abrechnung der Stomaprodukte mit den Kostenträgern wird nach bundesweiten Festbeträgen beglichen. Von den Spitzenverbänden der Krankenkassen werden diese Beträge jährlich überprüft und festgelegt.

Pauschalverträge

Krankenkassen mit Hilfsmittellieferanten schließen immer öfter sogenannte Pauschalverträge ab. Für die Patienten bedeutet dies, dass sie bis zu einer Summe X Material erhalten. Jedoch verpflichtet die Pauschalversorgung den Lieferanten zur ausreichenden Grundversorgung.

Zuzahlungsregelungen

Patienten müssen die Differenz für Produkte, deren Preise über den gültigen Festbeträgen liegen, als private Zuzahlung tragen. Weiterhin gilt auch grundsätzlich die gesetzliche Zuzahlungsregelung von zehn Prozent je Packung. Allerhöchstens darf dieser Preis jedoch nur zehn Euro im Monat für alle zum Verbrauch bestimmten Hilfsmittel betragen.

Eigenfinanzierung bei Zubehörprodukten ohne therapeutischen Nutzen

Selbst finanziert werden, müssen Zubehörprodukte ohne therapeutischen Nutzen, die nicht zum Bereich der Hilfsmittel zählen und somit nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind. Dazu gehören zum Beispiel Geruchsbanner, spezielle Reinigungsmittel, Vlieskompressen, Reinigungstücher, gelbildende Produkte oder Entsorgungsbeutel.

Was sind Stomaartikel?

Vertraglich vereinbarte Stomaartikel sind beispielsweise:

  • Beutel der jeweiligen Stomaarten (Colostoma, Ileostoma oder Urostoma)
  • Basis- und/oder Hautschutzplatten
  • Stomakappen/Minibeutel
  • Irrigatoren und Verbrauchsmaterialien z. B. Pflege-/Verbandmittel, Desinfektionsmittel, Hautschutz- /Ausgleichspasten, Pulver/Puder, Lotionen/Cremes, Pflasterentferner, Haftmittel u.s.w.

 

Was muss für die Versorgung getan werden?Empfehlung mit Herz doctor-784329_1920 Stoma Übersicht

Vor der ersten Versorgung sollten Sie unbedingt mit dem behandelnden Arzt sprechen und sich auch eine ärztliche Verordnung für medizinisch notwendige Stomaartikel geben lassen. Darauf sollte die Stomaart (Colostomie, Ileostomie oder Urostomie) und die nötigen Stomaartikel vermerkt sein.

Stomaartikel auf Rezept

Im Gesetzesdeutsch ist das Ausschreiben eines Rezeptes eines Arztes, so wie wir es umgangssprachlich nennen, immer eine Verordnung. Von dieser gibt es aber immer auch viele unterschiedliche genau definierte Formulare. Jeder kennt die Standardverordnung, die im Postkartenformat rosa/rot bedruckt sind. Auf diesen werden Arzneimittel und auch Stomaartikel als Hilfsmittel, wie z.B. Stomabeutel und Basisplatten, auf Rezept verschrieben.

Produkte, die für die Stomaversorgung benötigt werden, sind immer „zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel“ auf die ein Anspruch als Sachleistung besteht (§33 SozialGesetzBuch V). Meist stellt der behandelnde Hausarzt über eine Verordnung diese Hilfsmittel aus, die dann beim Versorger (Sanitätshaus oder Homecare-Unternehmen) vorgelegt wird. Bei diesem Versorger werden in der Regel dann die verordneten Hilfsmittel bestellt und an den Stomaträger geliefert.

Hinweis:

Den Anspruch auf eine Lieferung des Artikels bis nach Hause besitzt dabei jeder Patient.

Hilfsmittel müssen in jedem Fall extra und nicht zusammen mit Arzneimitteln verordnet werden.

Bestimmte (Haut-)Pflegemittel zum Versorgen des Stomas zählen zu den Arzneimitteln. Zu beachten ist dabei, dass die anfallenden Kosten nur dann von den Krankenkassen übernommen werden, wenn diese verschreibungspflichtig sind und dass dafür auch die normale Zuzahlung zu leisten ist. Für diese gilt nicht die Pauschalregelung wie für „zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel“.

Was muss auf dem Rezept stehen?

Empfohlen wird von einigen Versorgern die Ausstellung von pauschalen Verordnungen. Es reicht zwar zur Not aus, wenn auf dem Rezept nur stehen sollte „Hilfsmittel zur Stomaversorgung für x Monate“, dennoch ist es von Vorteil, wenn die Produkte konkret verordnet werden, die man braucht. Hierzu benötigt man die siebenstellige Hilfsmittelnummer oder die genaue Bezeichnung, eventuell die Größe, der Verordnungszeitraum, z.B. „Bedarf für 3 Monate“, und die Gesamtstückzahl. Das Feld 7 „Hilfsmittel“ muss auf der Verordnung angekreuzt sein und es sollte ein Verweis vorhanden sein, welche Diagnose gestellt wurde, wie beispielsweise „Colostoma nach…“.

Man sollte sich die Verordnung außerdem beim behandelnden Arzt selbst abholen und an den Versorger weiterreichen. Besonders bequem ist es, wenn der Versorger einen sogenannten „Rezept-Service“ anbietet und sich Verordnung selbst einholt. Allerdings kann man sich dabei nie sicher sein, welche Hilfsmittel tatsächlich von seinem Arzt verschrieben worden sind.

Hinweis:

Stomaprodukte benötigen keine Hilfsmittelnummer, selbst wenn dies bei vielen Produkten der Fall sein sollte.

Das Hilfsmittelverzeichnis dient nur der Krankenkasse als Arbeitshilfe, ist aber keine ausschließliche Liste von Hilfsmitteln, die zugelassen sind.

Auch keine Qualifizierung oder Zulassung bietet eine Pharmazentralnummer (PZN) auf der Packung. Dies ist dann ebenso nur eine Nummerierung wie die Artikelnummer des Herstellers. 

Wie werden die Produkte vergütet und was ist mit dieser Vergütung abgegolten?

Vergütet wird dem Vertragspartner eine monatliche Pauschale, mit der die gesamte Palette an Produkten, sowie die Dienst- und Serviceleistungen und sämtliches Zubehör abgegolten sind.

Eventuell sind auch bei einer Urostomieversorgung medizinisch notwendige ableitende Inkontinenzhilfen in der Vergütung enthalten. Die Mengen an Versorgungen richten sich je nach medizinischer Notwendigkeit.

Die gängigsten Stomaarten sind:

  • Das Colostoma (Dickdarm)
  • Das Ileostoma (Dünndarm)
  • Das Urostoma (Harnwege)
  • Das endständige Stoma (Dickdarm und Dünndarm)

 

Detailliertere Informationen zu den unterschiedlichen Stomaarten finden Sie hier – Stomaarten 

Bei einer Stomaoperation sind Empfindungen wie Angst und Furcht ganz normal. Eine Stoma-Operation ist dennoch ein Eingriff, der routinemäßig durchgeführt wird. Einige Krankenhäuser in Österreich und Deutschland haben sich sogar auf Bauchchirurgie spezialisiert. Daher ist man als zukünftiger Stomaträger gut aufgehoben.

 

Lesen Sie mehr dazu hier – Stomaoperation

Ja. Bei einigen Erkrankungen passiert es durchaus, dass ein Darmabschnitt eine bestimmte Zeit lang geschont werden muss. Dazu zählen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Chron, Colitis ulcerosa, aber auch Divertikulitis. Es kann in diesem Zusammenhang auch notwendig sein, dass ein Stoma nur vorübergehend angelegt wird. Nötig ist ein temporäres Stoma ebenfalls dann, wenn die Entlastung komplizierter Darmnähte nach einer Darmoperation für bestimmte Zeit angestrebt wird.

Eine Stoma-Rückverlegung von einem solchen temporären Stoma, kann frühestens nach sechs bis 12 Wochen erfolgen.

Zudem müssen bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt sein:

  • Der Schließmuskel sollte intakt sein.
  • Die begleitende Therapie wie Chemotherapie oder Bestrahlung muss abgeschlossen sein.
  • Darmentzündungen müssen vollständig verheilt sein.
  • Darmnähte müssen abgeheilt sein.

 

Lesen Sie mehr dazu hier – Stomarückverlegung

Eine gesunde Ernährung ist nach einer Stoma-Rückverlegung besonders wichtig, vor allem im Hinblick auf die Verträglichkeit.
Besonders sinnvoll ist dabei, wenn die Patienten ein Tagebuch über ihre Symptome führen, indem sie notieren können, wann sie was gegessen haben und ob sie dieses gut vertragen haben bzw. welche Symptome vorgekommen sind nach dem Essen.
Auf diese Weise ist es leichter zu identifizieren, welche Nahrungsmittel besser vom Speiseplan gestrichen werden sollten. Gleichermaßen kann für die Verträglichkeit auch die Anzahl der Mahlzeiten von Bedeutung sein. Meist werden fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten besser vertragen als drei große.

Lesen Sie mehr dazu hier – Stomarückverlegung

Beim Tragen eines Stomas ist es wichtig die umgebende Haut zu pflegen und zu versorgen, damit diese gesund bleibt. Wenn die Haut gesund ist, dann ist sie nicht so anfällig für Irritationen und ist somit auch haftungsfähiger was die Stomaversorgung angeht.

 

Lesen Sie mehr dazu hier – Stomaversorgung

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Colostoma

Was ist ein Kolostoma?

Im Allgemeinen bezeichnet ein Colostoma einen künstlichen Ausgang des Dickdarms. Im Gegensatz zu einem Ileostoma (künstlich angelegter Ausgang des Dünndarms), einem Urostoma (künstliche Urinableitung) und einem Tracheostoma (Öffnung der Luftröhre nach außen) ist das sogenannte Colostoma das mit Abstand am meisten verwendete Stoma in Deutschland. Bei der operativ angelegten Öffnung in der Bauchdecke wird ein winziges Stück des Dünndarms (Colon) nach außen geführt (auf die Hautoberfläche). Der Stuhl wird dann nicht mehr regulär über den After ausgeschieden, sondern dieser wird über die künstlich angelegte Öffnung aus dem Körper geführt.

Detailliertere Informationen zum Thema Colostoma finden Sie hier – COLOSTOMA

Heilmittel, Hilfsmittel oder Medikament - Wo ist der Unterschied?

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Was genau sind eigentlich Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel finden vor allem in der häuslichen Pflege Anwendung und sollen die Beschwerden der betroffenen PersoneEmpfehlung mit Herz hands-736244 Stoma Übersicht    n lindern und deren Leben so angenehm wie möglich gestalten und dazu führen dieses so unabhängig wie möglich zu führen. Ein Beispiel hierfür sind unter anderem Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel.

Die Kosten von Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse teilweise oder ganz übernommen und sind daher für Personen zugänglich, welche einen Pflegegrad oder Pflegestufe aufweisen.

IleostomaEmpfehlung mit Herz operating-room-personnel-3065143_1920 Stoma Übersicht

Ein Ileostoma ist eine Öffnung, die durch eine Operation an der Bauchdecke herbeigeführt wird. Dabei wird ein kleines Stück des Dünndarms (Ileum) nach außen hin auf die Hautoberfläche geführt. Der Stuhl wird demnach nicht über den After, sondern über die künstlich geschaffene Öffnung aus dem Körper ausgeschieden.

Ileostoma (Dünndarmausgang), Ileostomie

Ein anderer Begriff für Ileostoma ist die Ileostomie (lat. Ileum = Dünndarm und griech. Stoma = Mund, Öffnung), und bezeichnet die zweithäufigste Art einer Stomaanlage. Darunter wird wie schon erwähnt, die Ausleitung des Dünndarms an die Hautoberfläche verstanden.

Vor dem direkten Kontakt mit den Ausscheidungen des Ileostoma muss die Haut, die um dieses herum liegt (peristomale Haut), geschützt werden. Grund dessen ist die Tatsache, dass die Ausscheidungen reich an Verdauungsenzymen ist und dadurch sehr aggressiv sind und somit die Haut reizen. Deshalb steht ein gut angelegtes Ileostoma ca. 1,5-3 cm von der Bauchdecke ab. Eine solche prominente Stomaanlage verhindert, dass unter die Basisplatte bzw. Haftfläche der Stomaversorgung Stuhl gedrückt wird. Die aggressiven Ausscheidungen eines Ileostoma können dann in einen Beutel „abtropfen“. Die Häufigkeit der Ausscheidung über die Ernährung kann bei einem Ileostoma nicht gesteuert werden. Die Ausscheidungen eines Ileostomas werden zudem unregelmäßig und zu jeder Zeit produziert. Die Konsistenz der Ausscheidungen kann allerdings bis zu einem gewissen Grad beeinflusst werden.

Die meisten Betroffenen mit einem Ileostoma erreichen einen festeren Stuhl, indem sie regelmäßig Lebensmittel zu sich nehmen die eine stopfende Wirkung haben, wie beispielsweise Kartoffeln oder Bananen. Umso flüssiger die Ausscheidungen eines Ileostomas sind, desto häufiger sollte der Beutel der Stomaversorgung dann entleert werden.

Detailliertere Informationen zum Thema Ileostoma finden Sie hier – ILEOSTOMA

Urostoma

Unter einem Urostoma versteht man eine Form des Stomas, bei der durch eine künstlich angelegte Öffnung in der Bauchdecke der Urin ausgeleitet wird. Uro bedeutet dabei so viel wie „Harn“ und Stoma „Öffnung“ oder „Mund“. Grundlegend wird bei einem Urostoma zwischen kontinenten und nicht-kontinenten Formen unterschieden. Der Urin wird bei den nicht-kontinenten Formen in einen Stomabeutel abgeleitet der an der Bauchdecke angebracht ist. Bei der kontinenten Form des Urostomas hingegen, wird der Urin in der Blase oder in einem Blasenersatz gesammelt und dann regelmäßig mit einem Katheter abgeleitet.
Abgeleitet von dem Wort Urostoma, ist der Begriff für die Operation, bei der der künstliche Blasenausgang angelegt wird, Urostomie. Eine Anlage des Urostomas kann einerseits nur vorübergehend sein, andererseits aber auch als eine dauerhafte Lösung gesehen werden.

Detailliertere Informationen zum Thema Urostoma finden Sie hier – UROSTOMA