Trippelrollstuhl

Trippelrollstuhl

Was versteht man unter einem Trippelrollstuhl?

Ein Trippelrollstuhl ist eine Variante der Adaptivrollstühle. Vom Nutzer werden diese mit Hilfe der Füße vorangetrieben. Diese Rollstühle haben eine niedrigere Sitzhöhe und die Sitztiefe ist etwas kürzer als bei den normalen Standard-Rollstühlen. Die Lenkräder sind zudem etwas weiter nach außen versetzt, wodurch der Rollstuhlnutzer bessere Möglichkeiten hat, sich in sitzender Position selbstständig mit Hilfe seiner Füße fortzubewegen (zu „trippeln“).

Für wen ist der Trippelrollstuhl geeignet?

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Trippelrollstuhl

Diese Variante des Rollstuhls wird eingesetzt, damit sich die Patienten in der Wohnung selbstständig bewegen und damit auch die Wohnung verlassen können. Für Personen, deren Beine noch intakt sind, ist das Hilfsmittel geeignet, jedoch sieht dies anders aus, sollten Patienten nicht mehr in der Lage sein sich selbstständig mit einer Gehhilfe fortzubewegen. Zudem werden die Trippelrollstühle für Menschen genutzt, die eine Halbseitenlähmung haben und den Rollstuhl dann mit einem Bein und einer Hand antreiben können.

Welche verschiedenen Ausführungen gibt es?

• Gewicht: je nach verwendetem Material, Zubehör und Größe 13 kg – 18 kg
• Material: meist Aluminium, meist auch mit Teilen aus Plastik
• Verschiedene Anpass- und Einstellmöglichkeiten: die Rollstühle werden nach den behinderungsbedingten Anforderungen des Nutzers und den Körpermaßen (Sitzbreite, Sitztiefe, Sitzhöhe, Rückenlehnhöhe) gebaut und angepasst.
• Zubehörteile sind wählbar, z.B.: unterschiedliche Armlehnen, verschiedene Rückenlehnen, höhenverstellbare Schiebegriffe, Trommelbremse für Begleitperson, anpassbare Rückenbespannung, verschiedene Beinstützen und Fußplatten, Kippschutz.
Was ist bei der Auswahl und Anwendung zu beachten?
• Ein Rollstuhl muss immer erst an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Deshalb werden die Sitzhöhe, Sitzbreite, Sitztiefe und die Rückenlehnhöhe von einem Sanitätshaus-Mitarbeiter ausgemessen. Abgesprochen werden sollte in diesem Zusammenhang auch die Wahl der Zubehörteile.
• Die richtige Anpassung der Sitzhöhe ist besonders wichtig (das Sitzkissen inklusive): In sitzender Haltung sollte der Nutzer eine 90 Grad Hüft-, Knie- und Fußbeugung haben und mit den Füßen vollständigen Bodenkontakt haben.

Vorteil:
Mit Hilfe der Beine bzw. Füße kann sich der Patient in seinem Rollstuhl gut fortbewegen und es besteht keine große Gefahr, dass er herausrutscht. Dies geschieht nur, wenn der Betroffene beim sitzenden Fortbewegen lediglich mit seinen Zehenspitzen auf den Boden kommt.

Nachteil:
Das Aufstehen ist aufgrund der niedrigen Sitzhöhe schwieriger und nicht so leicht wie bei einem Rollstuhl mit normaler Sitzhöhe. Der Einsatz von Fußstützen am äußeren Bereich ist zudem schwieriger, da die relativ dicht am Boden sitzenden Fußstützen bei Hindernissen aufsetzen können, beispielsweise bei nicht voll abgesenkten Gehwegen.

• Ein Sitzkissen für den Rollstuhl wird extra ausgewählt und bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt. Auch das Kissen muss bestimmten behinderungsbedingten Anforderungen entsprechen, wie zum Beispiel dem Vorbeugen eines Druckgeschwüres oder Dekubitusprophylaxe.
• Das selbstständige Nutzen des Rollstuhls muss immer auch erst geübt werden, damit Fehlbelastungen vermieden werden können und der Patient die größtmögliche Selbstständigkeit erlangt. Dafür werden dann auch spezielle Mobilitäts- und Rollstuhl-Trainingskurse zur Verfügung gestellt. Zum Teil werden die Kosten für die Kurse von den Krankenkassen übernommen. Ein ärztlich verordnetes Rollstuhltraining kann mit Ergo- oder Physiotherapeuten durchgeführt werden.

Ist das Hilfsmittel eine Leistung der Kranken-/Pflegekasse?

Sollten Sie gesetzlich versichert sein: Im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind einige Trippelrollstühle (Produktgruppe Kranken-/Behindertenfahrzeuge) aufgeführt. Liegt von einem Arzt ein Rezept vor, kann das Hilfsmittel durch die Krankenkassen finanziert werden.
Sollten Sie privat versichert sein: Liegt eine ärztliche Verordnung (Privatrezept) vor, können die Kosten für ein Hilfsmittel von der privaten Krankenkasse (PKV) übernommen werden, allerdings nur, wenn dies im Versicherungsvertrag auch vereinbart wurde. Vorher sollten Sie gegebenenfalls bei Ihrer privaten Krankenkasse nachfragen, ob dies auch der Fall ist. Wie bei der gesetzlichen Pflegekasse auch, erfolgt dann die Kostenerstattung für Pflegemittel.