Zuzahlung Hilfsmittel im Sanitätshaus

Zuzahlung Hilfsmittel im Sanitätshaus

Zuzahlung Hilfsmittel – Wir klären Sie auf. Kranke oder pflegebedürftige Menschen, aber auch Menschen mit Behinderung, brauchen neben Medikamenten auch andere Hilfsmittel. Zu diesen zählen unter anderem Pflegebetten, Badewannenlifter, Rollatoren oder höhenverstellbare Toilettensitze. Doch wer kommt für die entstehenden Kosten der Hilfsmittel auf? Müssen die Patienten die Kosten komplett selbst aufbringen oder werden auch Zuzahlungen geleistet, so wie es bei den Medikamenten der Fall ist?

Wie hoch ist die Zuzahlung Hilfsmittel?

Empfehlung mit Herz application-1756279_1920-1024x683 Zuzahlung Hilfsmittel im Sanitätshaus

Zuzahlung Hilfsmittel

Jemand der auf ein Hilfsmittel angewiesen ist, muss es nicht komplett selbst bezahlen, sofern dieses von der Krankenkasse/Pflegekasse genehmigt wurde. Lediglich eine Zuzahlung ist gefordert, wenn jemand gesetzlich versichert ist. Diese Zuzahlung beträgt bei technischen Hilfsmitteln rund 10 %, allerdings gilt hier, dass maximal eine Zuzahlung von 10 Euro pro Hilfsmittel bzw. eine Mindestzuzahlung von 10 Euro pro Hilfsmittel zu zahlen ist. Kostet das Hilfsmittel weniger als 5 Euro, muss dieses selbst vom Nutzer bezahlt werden.

Rechenbeispiel

Als Hilfsmittel benötigt Herr Lang einen Stockhalter für 14 Euro, einen Badewannenlift für 290 Euro und einen Trinkbecher für 4,90 Euro
Daraus ergibt sich folgende Zuzahlung:

Herr Lang muss für alle drei Hilfsmittel dann insgesamt 19,90 Euro bezahlen. Die Zuzahlung für alle Hilfsmittel bezieht sich aus dem Sanitätshaus, der Apotheke, dem Akustiker und anderen Hilfsmittellieferanten.

Wer muss Zuzahlungen zu den Hilfsmitteln leisten?

Alle versicherten über 18 Jahre müssen eine Zuzahlung leisten. Wird jedoch die Belastungsgrenze erreicht, die bei 2 % des Jahresbruttoeinkommens bzw. bei 1 % des Jahresbruttoeinkommens (bei chronischen kranken Menschen) liegt, kann genauso gut eine Zuzahlungsbefreiung beantragt werden.
Gut zu wissen ⇒ Eine Zuzahlungsbefreiung erfolgt nicht direkt automatisch. Diese muss erst beantragt werden. Sie müssen also weiterhin die Zuzahlungen leisten, wenn Sie die Zuzahlungsbefreiung nicht beantragt haben. Daher gilt immer die Empfehlung, alle Rechnungen und Quittungen gut aufzuheben.

Gibt es einen „Standard“ für Hilfsmittel?

Es gibt für alle genehmigungsfähigen Hilfsmittel ein Pflegehilfsmittelverzeichnis, worin alle diese gelistet sind. Darin sind die Hilfsmittel so deklariert, dass der Name des Herstellers, die Artikelbezeichnung und Weiteres aufgeführt sind. Sollte jemand mit dem genehmigten Hilfsmittel nicht einverstanden sein und eine andere Ausführung in Erwägung ziehen, gibt es zwei Möglichkeiten um ein höherwertiges Hilfsmittel zu erhalten:
Der Nutzer kann mit der Krankenkasse verhandeln und erklären, welchen Grund es gibt, ein teureres Hilfsmittel zu verwenden bzw. warum dies nötig ist. Sollte die Krankenkasse darauf eingehen, wird auch ein teureres Hilfsmittel verordnet. Sieht die Krankenkasse allerdings keine Notwendigkeit für ein höherwertiges Hilfsmittel, muss die Differenz vom Nutzer selbst bezahlt werden.

Beispiel

Wird ein Pflegebett benötigt, kann dies bei der Krankenkasse als Hilfsmittel beantragt werden. Im Normalfall erhält der Patient daraufhin ein Standard-Pflegebett (inklusive Standard-Matratze). Neigt der oder diejenige jedoch dazu, sich schnell wund zu liegen, besteht die Gefahr für ein Dekubitusgeschwür. Dann könnte eine Dekubitusmatratze (Anti-Dekubitusmatratze) beantragt werden, woraufhin man diese Art der Matratze auch erhalten würde. Sieht die Krankenkassen jedoch keine Notwendigkeit dessen, kann diese, das vom Patienten beantragte Hilfsmittel abgelehnen und man müsste die Differenz zwischen der Standard-Matratze und der Dekubitusmatratze selbst bezahlen.

Wer hat Anspruch auf Hilfsmittel?

Hilfsmittel sollen gemäß § 33 Abs. 1 SGV V den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, einer drohenden Behinderung vorbeugen oder eine Behinderung ausgleichen. Wenn Sie für ihre Behinderung oder Erkrankung aus den oben genannten Gründen ein Hilfsmittel benötigen, bedeutet dies, dass Sie das Hilfsmittel über den behandelnden Arzt, unter dem Aspekt einer entsprechenden Begründung, beantragen kann. Dieser wird Ihnen dann auch eine Verordnung/ ein Rezept aushändigen. Letztendlich liegt die Entscheidung, ob und/oder welches Hilfsmittel Sie erhalten, bei der Krankenversicherung. Es gibt zudem die Möglichkeit Widerspruch oder Klage einzureichen, sofern ein Hilfsmittel abgelehnt wurde.

Können die Zuzahlungen von der Steuer abgesetzt werden?

Pflegekosten und Krankheitskosten können zum Beispiel von der Steuer abgesetzt werden. Dazu zählen dann auch die Zuzahlungen für Hilfsmittel.

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